Das Hundeblogger 1 x 1

Hundeblogger 1x1

Ich blogge wirklich gerne. Wenn nur diese miesen Textanfänge nicht wären. Ehrlich: Das allerschlimmste am Bloggen sind für mich die Textanfänge. Und dabei sind diese so wichtig, entscheiden sie doch darüber, ob ein Text tatsächlich gelesen wird oder nicht.

Mir gelingen diese Einleitungen selten bis nie. Der Rest läuft immer ganz gut, aber der Anfang… Egal, darum soll es heute gar nicht gehen. Vielleicht wird das mal ein eigener Artikel. 😉

Heute soll es um meine kleine rosa Blase gehen. Es ist ja bald Weihnachten, und Weihnachten ist die Zeit der Wünsche. Das möchte ich mal nutzen, um ein kleines Hundeblogger 1 x 1 von mir zu geben, in der Hoffnung, vielleicht einen kleinen Teil davon bald umgesetzt zu sehen. 🙂

Wir Hundeblogger sind ein lustiges Völkchen. Auf den ersten Blick denkt man, es müsste eine riesig große Community geben (die es mit der miDoggy Community quasi auch gibt), mit Menschen, die sich super verstehen, da es ja um unser Liebstes geht: Unseren Hund.

Leider ist das nicht immer so. Auch wenn es häufig als Beispiel genommen wird, ich empfinde es genauso: Hast du einen Hund, ist es wie mit einem Kind. Du kümmerst dich 100 % um sein Wohlbefinden (oder so, wie es dir möglich ist) und du lässt absolut gar nichts auf ihn kommen. Jemand pisst dir an den Karren? Oh, dann wird ausgeteilt! Boxhandschuhe an und ab geht es in den Ring!

Wir Hundeblogger könnten das ändern, wenn, tja, wenn wir uns nicht auch so absolut uneins wären. Wir sind alles Menschen, teilweise sehr charakterstark, willens, sich mit anderen anzulegen. Teilweise sehr ruhig, distanziert, beobachtend. Ich selber zähle mich zu der letzten Gruppe.

Wir könnten das ändern, wenn wir einen Konsens in gewissen Themen finden würden. Aber das schaffen wir nicht. Dafür sind wir leider alle zu verschieden. Als Beispiel: Ich zähle mich zu der „Mein Hund darf alles fressen, so lange es ihm damit gut geht“ – Trockenfutter-Barf-Fraktion. Das geht natürlich nicht mit Menschen zusammen, die das absolut nicht akzeptieren können, ja, es sogar für tödlich halten.

Wir Hundeblogger könnten eigentlich anders…
Wir Hundeblogger könnten eigentlich anders…

Ebenso fühle ich mich zu den alternativen Heilmethoden angezogen, lehne aber meinen Tierarzt und herkömmliche Mittel nicht ab – ich hinterfrage allerdings beides, glaube nicht einfach so. Geht aber auch oft nicht gut zusammen: Die Schulmedizin wird abgelehnt, Tierärzte verteufelt, weil sie nur „verkaufen wollen“ – statt das Gespräch mit den Tierärzten zu suchen.

Sich auseinander zu setzen und zu schauen, wie und ob man sich irgendwo treffen kann. Denn ich bin sicher: Auf beiden Seiten gibt es schwarze Schafe.

Für mich gibt es nicht DEN einzigen Weg. Es gibt diesen und jenen, und jeder hat etwas für sich. Mit jedem kleinen Detail kann eine Grundsatzdiskussion ausgelöst werden.

Wir Hundeblogger könnten das ablegen, wenn wir wollten. Könnten freundlich miteinander diskutieren, ohne unter die Gürtellinie zu schlagen. Aber wenn es ein emotionales Thema gibt, dann ist das der eigene Vierbeiner.

Deswegen kommen hier meine kleinen Wünsche für das nächste Bloggerjahr. Hier kommt meine rosa Blubberblase, mein Hundeblogger 1 x 1, wie ich es mir wünschen würde.

1. Seid authentisch.

Besser als Anna kann ich es gar nicht auf den Punkt bringen. Eventuell verprellst du Leute. Die waren dann aber nicht wichtig. Wir Hundeblogger sollten nicht nur in unseren Blogs, sondern auch in den sozialen Netzwerken so sein (dürfen), wie wir tatsächlich sind. Und da gibt es nun mal die Lauten und die Leisen, die, die sich immer in den Mittelpunkt stellen und die, die eher zurückhaltend sind und nicht auffallen. Das ist in Ordnung – wenn man niemanden absichtlich verletzt.

Gerade beim Bloggen ist die Ehrlichkeit das Wichtigste. Manchmal ist es schwer, Sabrina weiß das. Und jeder muss sich selber überlegen, wie viel Persönlichkeit er in seinen Blog einbringt. Aber tut es so, dass ihr euch nicht verstellen müsst. Irgendwann merkt man es sowieso.

2. Sucht euch Gleichgesinnte.

Bloggen kann man für sich allein. Das ist gar kein Problem, es wird irgendwann immer Leser geben. Aber was mir am Bloggen wirklich am Meisten Spaß macht, sind die Leute hinter den Blogs. Die, mit denen ich persönlichen Kontakt habe. Die ich mal anschreiben darf, weil mir irgendwas unklar ist, ich eine Frage habe. Wir sind so viele, da findet jeder seinen Sparrings-Partner – oder mehrere.

Was ich mir tatsächlich mal wünschen würde für uns Hundeblogger: Eine Austausch-Runde. Zum Beispiel über Skype, oder Google Hangouts. Wie ein Stammtisch, quasi, bei dem jeder etwas Redezeit hat, wir uns mal austauschen können, Tipps geben.

Wenn da Interesse besteht, meldet euch gerne bei mir – ich würde mich um die Organisation kümmern. 🙂 Nur weil man weit auseinander wohnt, heißt das ja nicht, dass man sich nicht mal (virtuell) treffen könnte.

3. Dich nervt etwas so richtig oder etwas ist deiner Meinung nach grundlegend falsch? Sprich es aus!

Vielleicht ist das ein Frauending, auch wenn ich diese typischen Gender-Klischees massig zum Kotzen finde. Aber wir Hundeblogger finden es wohl offensichtlich besser, Dinge über andere hinter dem Rücken auszuteilen. Sicher ist das auch in anderen Branchen üblich, aber ehrlich: Ich habe da keine Lust zu.

Dinge selber klären
Dinge selber klären

Wenn ihr ein Problem mit jemandem habt, kümmert euch darum. Übrigens bedeutet „Kümmern“ nicht, gegen den anderen verbal auf anderen Plattformen auszuteilen, dessen Artikel in irgendwelche Gruppen zu posten und ihn da zu diskreditieren.

4. Setzt euch nicht unter Druck.

Ich kann sofort und ohne zu überlegen meine letzten Artikel aufzählen, die ich im Nachhinein richtig bescheuert finde. Ich habe diese trotzdem geschrieben, weil ich manchmal einfach nur schreiben möchte. Ich habe wahnsinnig viele Ideen und ja – da ist vielleicht auch mal was nicht so Interessantes dabei.

Bereue ich es, diese Artikel geschrieben zu haben? Nö. Waren diese Artikel weltbewegend? Auf jeden keinen Fall. Das macht aber nichts. Man kann und will vielleicht nicht immer superduper recherchierten Content abliefern. Manchmal will man unterhalten. Oder es ist einem sowieso egal.

Ich lese es immer wieder: „Mir fällt nichts ein, worüber ich schreiben kann.“ Warum nicht? Dafür kann es doch nur diese Gründe geben: 1. Du denkst, dein Thema ist nicht relevant. Vielleicht ist es aber genau das? 2. Dir fehlen die richtigen Worte. Egal, du findest sie sicher beim Schreiben. Leg einfach los! 3. Du hast keine Zeit. Was machst du denn dann gerade? Meinen Blog lesen? Schreib lieber selber!

Es gibt doch einen Grund, warum du mit dem Bloggen angefangen hast. Erinnere dich an diesen Grund. Hinterfrage ihn, ob das immer noch so passt. Richte dich neu aus. Aber hör nicht auf. Manchmal braucht man Zeit. Wenn ich in meiner Bloggeschichte zurück gehe, so habe ich fast jeden Monat gebloggt – allerdings manchmal tatsächlich nur einen einzigen Artikel, mit vielleicht 3 Sätzen und einem youtube Video.

Ja, tatsächlich: Damals hatte ich, für die Zeiten, in denen ich mich nicht so aufraffen konnte, eine youtube-Liste mit Videos, die ich lustig fand. Kreativ war das sicher nicht. Aber es war ein guter Grund, diesen Blog nicht einzustampfen.

5. Lese andere Blogs und überlege dir, ob dich ein Thema so richtig interessiert.

Viele der Dinge, die wir ausprobiert und gemacht haben, haben wir so in anderen Blogs oder bei der Recherche gefunden. Mittlerweile weiß ich so viel zum Thema Hund, dass mir manchmal fast der Kopf platzt. Nicht alles ist für uns gut und richtig, aber ich finde es wahnsinnig spannend, darüber zu lesen.

Canicross, zum Beispiel. Absolut nichts für mich, weil ich schon nach 5 Metern jammernd auf dem Asphalt liegen würde, aber ich finde es unheimlich cool, wenn jemand davon erzählt. Vom Mantrailing habe ich das erste Mal in einem Blog gelesen – und es selber ausprobiert. Genauso das Snifflen.

Dich interessiert etwas? Mach es!
Dich interessiert etwas? Mach es!

Wenn dich ein Thema interessiert, probiere es selber aus! Lies dir Wissen an, werde aktiv. Und falls du einen spannende Idee für einen Gastartikel hast, bei dem es um irgendeine Form der Beschäftigung für den Hund geht – melde dich gern bei mir. Ich freue mich immer über neue Geschichten! 🙂

Also: Falls ihr anderen lieben Blogger euch mal so richtig virtuell vernetzen wollt, sagt Bescheid – meldet euch gern über me@moeandme.de bei mir. Ich freu mich auf euch und unsere illustre Runde! 😉

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28 Gedanken zu „Das Hundeblogger 1 x 1“

  1. Liebe Nicole,
    das hast Du toll geschrieben. Ich kann jeden Punkt nur unterschreiben.
    Auch zum Thema „Worüber schreibe ich“ habe ich mich vor Kurzem in einem Artikel ausgeweint, weil ich ab einem bestimmten Punkt anfing mich zu fragen, ob einer lesen will, was ich schreiben würde. Durch einen tollen Kommentar wurde mir klar wie bescheuert das ist und wie falsch der Ansatz.
    Und zu deinen Einleitungen fällt mir nur der Wüstenplanet ein: „Der Anfang ist eine äußerst delikate Angelegenheit.“ 🙂
    Aber ich habe bei Dir bisher noch nicht das Gefühl gehabt, dass Du holperig in ein Thema startest.
    Herzliche Grüße
    Stephie




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  2. Hallo Nicole,

    gemeinsamer Austausch? Da bin ich doch gleich dabei! Yippieh! Ich bin doch eh ne Quasselstrippe und Ratsche… wenn ich den Ansatz finde und mein Gegenüber sympathisch. Dann kann man sich nicht vor meinen Ideen und Einfällen retten… Du hast es ja erlebt.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva




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  3. Hallo Nicole,
    ich brauche es nicht sagen ich mag dich und deinen Blog unwahrscheinlich gern 😀 Und ich gehöre definitiv auch eher zu den stillen Mitlesen und verfolge recht viel, in letzter Zeit ist es ein bisschen ungemütlich in der Dogblogger Welt geworden,… und ich finde deinen Beitrag toll!
    Im übrigen finde ich deine Einleitungen nicht schlimm 😛
    Deine Punkte finde ich klasse und kann nur zu 100% zustimmen! Die Idee mit dem Austausch ist super!!! Ich persönlich bin da immer etwas schüchtern und unsicher, aber ich hätte da richtig richtig Lust drauf 😀 Vor allem ja, ihr seid alle so weit weg, aber irgendwie doch so nah 😀

    Ganz liebe Grüße und sei dir sicher habe ich mal ein Problem mit jemanden frage ich einfach nach 😉

    Alex & Micky




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    • Liebe Alex,

      vielen, vielen Dank für deine schönen Worte!

      Vielleicht kannst du dich ja überwinden und meldest dich bei mir – ich würde mich unheimlich freuen!

      Liebe Grüße
      Nicole




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  4. Gut geschrieben! Ich werde Deine Wünsche auf meinen Wunschzettel für Weihnachten übernehmen! 😉 Bei einer Austausch-Runde wäre ich total gerne dabei, würde aber aus zeitlichen Gründen eher nicht skypen wollen, sondern einen irgendwie gearteten schriftlichen Austausch bevorzugen. Oder eben persönlich. Es gibt so einige Hunde, denen fühle ich mich über ihre Blogs so verbunden, dass ich sie unbedingt kennen lernen möchte! 🙂




    0
  5. Ich finde deine Einleitungen immer supergelungen! Wenn du da bei mir vorbeischaust, weißt du, wie schwer sich manche damit tun. Aber ich lerne jeden Tag dazu und nur das zählt. Ich lese unheimlich gerne deine Artikel und würde mich über einen Austausch freuen. Da ich aber kein Fan von Skyp bin, wird das wohl nie etwas. Außer wir machen es schriftlich.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




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  6. Schön geschrieben 🙂
    Vielleicht liegt es daran dass ich nicht zu den Dogblogger-VIPs gehöre aber Stress oder ähnliches habe ich mit meinem Blog nicht – wenn es um „Hater“ oder komischen Kommentaren oder sogar um andere Blogger geht. Da ist es wesentlich schwieriger die Zeit zu managen 🙂 Dein 1×1 kann ich so unterschreiben 🙂

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi




    0
  7. Hy Nicole, toller Text! Ich kann die Punkte auch fast alle so unterschreiben. Bin zwar ganz frische Bloggerin, aber ich verfolge andere (sowie Dich) schon eine Weile als stille Leserin. Hätte ich das nicht getan, hätte ich vielleicht gar nicht damit angefangen. Also Danke für die Inspiration! 🙂
    Austausch finde auch sehr wichtig, denn so kann man einiges lernen und bekommt Ideen eine Sache oder Problem mal aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Also, ich wäre dabei (auch wenn ich in der Szene neu bin, an Erfahrungen und Ideen mangelst mir nicht :-))!
    Und auch ich glaube, dass es nicht den einen Weg gibt, sondern jeder seinen eigenen finden sollte. Das sollte dann aber auch von anderen respektiert und akzeptiert werden: Solang man niemanden (Tiere inklusive) schadet, kann jeder machen, was er will!
    Freu mich Dich und Euch andere näher kennenzulernen.
    Viele Grüße
    Anni




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  8. Also, ich liebe Deine Texte vom Anfang bis zum Ende. Austausch mit anderen Bloggern finde ich herrlich, daher Blogge ich ja unter anderem auch. So schön das Tagebuchschreiben ist, so schön ist die Anteilnahme von anderen Lesern.

    Deine Anregungen finde ich ganz schön, wobei ich meinen Weg gefunden habe, dem ich eigentlich auch treu bleiben möchte. Aber die Ziele der Blogger sind ja unterschiedlich und so werden sicher viele von Deinen Texten profitieren….

    Viele liebe Grüße
    Sabien mit Socke




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    • Liebe Sabine,

      vielen Dank für dein Lob!

      Das ist auch völlig in Ordnung so, jeder genau so wie er mag. 🙂 Ich hatte nur spontan Lust, mich mal Angesicht zu Angesicht auszutauschen, weil es vieles leichter macht. 🙂

      Liebe Grüße
      Nicole




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  9. Toller Artikel! Ja, ich bin echt total begeistert. Für mich, die gerade letzte Woche ihren Hundeblog gestartet hat, kommt dein Beitrag wie gerufen. Ich kann sehr viel für mich mitnehmen. Und ja, ich bin sehr am Austausch mit anderen Hundebloggern interessiert.
    LG Bettina mit Rica und Bobby




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  10. Ich gehöre auch zu den „neuen“ hier aber auch mir fehlt es bis jetzt noch nicht an Ideen. Schliesslich ist kein Tag wie der andere mit einem Vierbeiner. Ich bin voll deiner Meinung und auch total von der Idee angetan bei einem Hundebloggertreffen dabei zu sein. Falls du Mal eines organisierst, wir sind dabei.
    Liebe Grüsse Victoria & Mia




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  11. Hallo Nicole,
    toller Artikel 😊 Dieser beantwortet mir schon einige meiner Frage, die ich dir vor kurzem auch per E-Mail zum Thema Erfahrungsaustausch geschickt habe. Mich würde es als noch komplette Anfängerin auch sehr freuen, wenn es eine Plattform zum Austausch gäbe wo man sich vernetzen und einfach mal ein paar Fragen loswerden kann. Vielleicht genügt zu Beginn ja eine gemeinsame Facebook Gruppe 😉
    Ich bin sehr gerne dabei.

    Herzliche Grüße
    Kristin




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    • Liebe Kristin,

      du hast mir eine Mail geschickt?! Leider ist bei mir nichts angekommen! Wenn du magst, schick sie mir gerne noch mal.

      Gruppen rund um das Bloggen gibt es bei Facebook einige. Such mal zum Beispiel nach der miDoggy Gruppe.

      Liebe Grüße
      Nicole




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