Hunde verstehen und besser erziehen

Hunde verstehen und besser erziehen
Hunde verstehen und besser erziehen

 

Wir dürfen euch wieder ein Buch vorstellen, das wunderbar zu meinem Thema von neulich passt: Hunde verstehen und besser erziehen von Angie Mienk.

Die Autorin Angie Mienk kommt aus den USA und hat einen deutschen Background. Sie studierte Verterinärmedizin, Humanpsychologie und Tierpsychologie. Angie Mienk möchte mit ihrem Buch dazu beitragen, dass Hunde von ihren Besitzern besser verstanden werden und Erziehungsfehler vermieden werden können.

Vom Hundeverhalten bis zum Training

Dieses von außen relativ unscheinbare Buch hat unheimlich viele Themen in sich vereint. Zunächst wird das Verhalten eines Hundes sehr genau beschrieben. Sei es die verschiedenen Arten zu Bellen, das Ausscheidungsverhalten, das Spiel- als auch das Sozialverhalten: alles wird sehr genau erklärt, für meinen Geschmack in weiten Teilen jedoch sehr fachlich und für den Laien etwas anstrengend. Wer sich jedoch für jede einzelne Regung, die unser Hund macht, interessiert, für den sind die ersten Kapitel wirklich Gold wert: Noch nie habe ich ein Buch gelesen, dass den Hund auf 78 Seiten so detailliert erklärt.

Richtig interessant wurde es für mich dann ab dem 4. Teil:

Problemhunde gibt es nicht!

Das war das Kapitel, dass mir Mut gegeben hat. Nach all den Problemchen die wir mit Moe haben, kam das genau richtig: „Egal welches Problem, wie schwerwiegend, belastend oder die Umgebung störend es ist, der wichtigste Schritt in die richtige Richtung ist der, zu seinem Hund zu stehen. Es ist nicht der Hund das Problem, sondern der Hund tut etwas und das was er tut, ist vielleicht dein Problem.“

Die Autorin führt weiter aus, dass der Hund seinen „Fehler“ nicht aus Ungehorsam oder anderen Beweggründen macht, sondern eventuell normales Verhalten zeigt bzw. gesundheitliche Probleme hat und sich deshalb so verhält. Schnell kommt der Vergleich zum bösen Kind: Ein böser Hund bekommt nicht mehr so viel Aufmerksamkeit, wird nicht mehr so häufig gestreichelt, er fühlt sich ausgestoßen und nicht mehr geliebt. Damit verschlimmert man aber das Problem. Darum sollte man es zeitlich begrenzt sehen, also statt:

„Ich kann den Hund nicht davon abhalten, Leute anzuspringen“

durch:

„Noch kann ich den Hund nicht davon abhalten, Leute anzuspringen. Aber wir arbeiten daran.“

Ebenso sollte man auch immer die guten Eigenschaften seines Hundes betonen und sich selber vor Augen führen. Menschen neigen oft dazu, lieber zu kritisieren als etwas Positives anzuerkennen. Das ist auch für mich sehr wichtig: Ja, Moe und ich haben Probleme, an denen wir arbeiten müssen. Aber: Moe ist ein toller Hund im Umgang mit Menschen, er ist ruhig, stubenrein, er zieht nicht übermäßig an der Leine und er ist begeisterungsfähig.

Ich, ein Problemhund?

Folgende Merksätze werde ich mir nun immer wieder mal vor Augen führen:

  • Ist es ein reales Problem oder wird es zu einem gemacht?
  • Der Hund ist nicht das Problem!
  • Steh zu deinem Hund!
  • Der Hund zeigt sein Verhalten nicht, um dich zu ärgern!
  • Was das Umfeld auch sagt: Der Hund ist nicht böse und wird auch nicht wie ein ewiger Verbrecher behandelt.
  • Das Fehlverhalten ist ein Ergebnis ungünstiger Umstände und muss nicht dauerhaft sein.
  • Der Hund hat viele wunderbare Talente und Eigenschaften!
  • Jedes Problem braucht Zeit und Geduld zur Bewältigung.
  • Liebe deinen Hund!
  • Denke daran, dass er ein Hund ist.

Die Autorin fordert weiterhin auf, (noch) mehr Geduld zu haben, mit sich und dem Hund. Das Kapitel schließt mit einer kleinen Geschichte: Man soll sich kurz vorstellen, wie die ersten Momente mit dem eigenen Hund waren. Die Verbundenheit, die man vielleicht gespürt hat. Und dann blickt man vielleicht doch etwas anders auf seinen Hund, den man sich ausgesucht hat und der einen begleitet.

Ziehen an der Leine

Ganz zum Schluss geht das Buch noch auf ein paar grundlegende Dinge ein, wie die richtige Wahl des Halsbandes, des Geschirrs oder der Leine. Außerdem gibt es noch 3 kleine Übungen, wie das Kommando „Langsam“, Slalom und Richtungswechsel. Wir haben Moe das Leinenziehen durch Stehen bleiben und Absitzen beigebracht, da wir keine Lust hatten, stetig die Richtung zu ändern. Da Moe so genervt davon war, sich immer wieder setzen zu müssen, hat er es relativ schnell verstanden: Wenn ich irgendwo hin möchte, darf ich nicht ziehen.

Fazit

Meiner Meinung nach könnte der erste Teil etwas gestraffter sein und das letzte Kapitel war für mich eigentlich unnötig. Das Thema Problemhunde hat jedoch voll ins Schwarze getroffen und hat mich sehr motiviert, Moe immer positiv zu sehen und mit ihm GEMEINSAM an unseren Problemchen zu arbeiten.

Wir bedanken uns beim GRIN Verlag, die uns dieses Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

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6 Gedanken zu „Hunde verstehen und besser erziehen“

  1. Ich finde es gibt keine richtigen Problemhunde ! Wie du schon sagst, es kommt immer darauf an-wie man mit seinem Hund trainiert und wie ich ihn einschätze und zu ihm stehe.
    Jeder Hund kann lernen und zu einem tollen Freund des Menschen werden :).

    Das Buch möchten wir aber nicht gewinnen und überlassen es anderen :).
    Wuff, Deco + Pippa und Frauchen Carola




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  2. Huhu 🙂 Ich finde das ihr das Buch sehr gut vorgestellt habt! Danke dafür!

    Und auch wir arbeiten an den Problemen mit mir und meine Vi sieht auch immer meine gute Seite 🙂

    Schlabbergrüße Bonjo




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  3. Was für ein schöner Gedanke und wichtiger Hinweis: Die guten Seiten des Hundes im Auge behalten…
    Ich persönlich bin ja davon überzeugt, dass jeder Hund NUR gute Seiten hat, denn unsere Macken und „Probleme“ machen uns doch erst interessant. 😉
    Liebe Grüße
    Lotta




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  4. Ich finde auch, dass es sehr wichtig ist, den Hund positiv zu sehen. Denn meistens liegt es an den Zweibeinern, wenn Hund nicht richtig tickt.

    Deine Buchvorstellung hat uns sehr gut gefallen!!!

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




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  5. Wieder ein ganz herrlicher Buchtipp, der hier notiert wird. Im Übrigen haben wir Euch zum Liebsten Award nominiert und würden uns freuen, wenn Ihr mitmacht.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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