Was frisst der Hund auf Reisen? Europareise mit Hund

Was frisst der Hund auf Reisen? Europareise mit Hund

In einem zehnjährigen Hundeleben haben wir mittlerweile viel durch, was die Hundeernährung angeht. Von Trockenfutter (teuer bis günstig) über Nassfutter (von teuer bis günstig), zu BARF (teuer), über Trockenfleisch und -gemüse (sehr, sehr teuer) hin zu „egal, Hauptsache dem Hund schmeckt es“, sind wir auf Reisen immer wieder an dem Punkt, an dem wir uns fragen: Und was frisst nun Moe?

Die Hundeernährung auf Reisen sollte eigentlich nicht komplizierter sein als zu Hause auch. Sprich: Wenn man sich zu Hause sehr viel Gedanken macht und nur Spezialfutter kauft (kaufen muss), dann wird das auf Reisen nicht unbedingt leichter.

Ich hatte auch Sorgen, ob wir das überhaupt vernünftig lösen können oder ob das der Knackpunkt werden könnte. Bisher glücklicherweise zu Unrecht – auch wenn die Orientierung manchmal nicht so leicht fällt.

Was frisst der Hund auf Reisen? Europareise mit Hund
Das hätte er wohl gern jeden Tag.

Was die Stellung des Hundes in einem Land mit Hundefutter zu tun hat.

Was definitiv auffällt: Je nachdem, wie gut es einem Land und seiner Wirtschaft geht, desto größer die Auswahl für den Hund. Hunde sind die Mitglieder in einer Gesellschaft, an denen gespart wird, wenn es mal nicht so gut läuft (ich sehe dich gerade mit dem Kopf schütteln – du denkst da vielleicht für dich persönlich anders. Ich übrigens auch. Aber der Großteil der Menschen nicht – siehe die armen Länder und nicht das Wohlstandsland Deutschland).

Wenn gespart werden muss, dann am Tier. Und so gibt es in Schweden eher eine größere Auswahl an Hundefutter, – zubehör und entsprechenden Läden, während es in Portugal davon deutlich weniger und qualitativ oft Schlechteres gibt.

Die hochwertigen Produkte und Futtermittel sind in Portugal sehr teuer, da es sich hierbei immer um Importware handelt, auf den entsprechend preislich aufgeschlagen wird.

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Hundefutter-Angebot eines portugiesischen Supermarkts

Ein Beispiel: Ich habe einige Zeit für Moe sehr gerne die 8in1 Delights Kaustick Huhn gekauft. Moe mag die gern und ab und an darf er sowas haben. In Deutschland kostet die Packung (3 Stück, 75 g) etwas zwischen 2 und 3 Euro, je nachdem, ob es sich um ein Angebot handelt oder nicht.

In Portugal gibt es diese Marke manchmal im Supermarkt. Kostenpunkt: Zwischen 7 und 8 Euro. Das ist schon ein ordentlicher Preisunterschied – und das sich ein Durchschnitts-Portugiese, der mit einem ungefähren Monatsgehalt von 800-900 € sich das nicht unbedingt leisten kann/will, ist wohl genauso verständlich wie die Tatsache, dass es dann eben auch keine entsprechenden Angebote gibt.

Wenn es keinen Markt gibt, warum dann spezielle Hundefuttersorten, Leckerlies oder Spielzeuge anbieten?

Wie wir Moe auf Reisen ernähren.

Je nach Land ist es also einigermaßen kompliziert, wenn man einen besonders wählerischen oder gesundheitlich eingeschränkten Vierbeiner hat.

Bei Moe ist es so: Es wurde mal eine Getreideallergie festgestellt (leider nicht, welches Getreide), die einmal sehr stark ausgebrochen war. Daher vermeide ich es normalerweise, ihm Trockenfutter mit einem hohen Getreidegehalt zu geben. Füllstoffe sind sowieso bäh und wenn sowas in den Hund hinein soll, dann gerne als Kartoffel oder Nudel (Reis mag Moe nicht so gern).

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Finnland: Gefrorener Pansen aus dem Supermarkt in kleiner Portion.

In Schweden, Norwegen und Finnland hatten wir wenig Probleme, NACHDEM wir herausgefunden hatten, wo wir was bekommen konnten. Ja, Trockenfutter war extrem teuer. Da wir das Trockenfutter aber immer noch mischen (mit Nassfutter oder unseren Essensresten), passte das schon.

Und in Portugal? Ein Blick in die Supermärkte zeigt: Trockenfutter ohne Getreide gibt es hier eigentlich kaum. Im Gegenteil: Der hohe Getreidegehalt wird sogar noch beworben! Kraft für den Hund! Gesunder Hund durch Getreide! Da guckt man doch ganz schön blöd aus der Wäsche.

Dennoch habe ich ein Trockenfutter gefunden, dass ohne Getreide auskommt. Und in einem speziellen Tiershop bin ich auch fündig geworden und konnte mich hier mit einem (tatsächlich portugiesischen) Label eindecken. Man findet also getreidefreies Hundefutter, auch in Portugal.

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Moes aktueller Napf zum Frühstück

Wäre dies nicht möglich, kommen wir aber auch anders zurecht. Wir geben das Trockenfutter, dass es eben zu kaufen gibt, in kleinerer Menge. Dazu kommt noch allerhand aus dem Supermarkt, das wir auch verzehren: Salatgurken, Mais, (gekochte) Erbsen, mal Fisch aus der Dose, ab und an Fleisch (da wir selbst nur einen Tag die Woche Fleisch essen), Nudeln, Kartoffeln, Hüttenkäse, Frischkäse, und: Nassfutter. Als weiteren Bestandteil.

In manchen portugiesischen Supermärkten und im Baumarkt gibt es Fleischwürste, die tatsächlich hauptsächlich aus Fleisch bestehen. Ein kleiner Getreideanteil (Reis) ist dabei, aber den nehmen wir in Kauf. Ebenso kaufen wir Nassfutter im Supermarkt. Sicherlich nicht das Beste, aber Moe verträgt es (und es schmeckt ihm).

Warum kaufen wir kein Fleisch extra für Moe? Das hat 2 Gründe.

Punkt 1: Moe frisst ungern große Fleischstücke. Eine Beinscheibe lässt er sich sehr wohl gefallen. Hier in Portugal gibt es aber zum Beispiel auch beim Metzger abgepackte Hühnchenpakete, die allerhand Abwechslung bieten (eben das, was bei der Schlachtung übrig bleibt – Füße, Innereien, Haut, Knorpel…) – aber Moe ist zu faul, das zu futtern und trägt es von rechts nach links.

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Das würde er sich wohl noch gefallen lassen – aber sonst bitte klein geschnitten!

Das liegt übrigens nicht an seinen Zähnen, die Erfahrung habe ich schon damals beim Barfen gemacht. Er möchte sein Fleisch gerne Mini-klein und stückig, damit er schlingen kann und JA nicht kauen muss (kostet Zeit). Einen Fleischwolf habe ich aber nicht. Wenn, müsste ich ihm das Fleisch vom Knochen lösen und dann gerne noch anbraten – und das ist mir dann zu viel Aufwand bei zu wenig Platz.

Punkt 2: Die Lagerungsmöglichkeiten. Wir gehen maximal 2 Mal die Woche einkaufen und haben einen sehr kleinen Kühlschrank. Ein Mini-Tiefkühlfach haben wir auch, dass aber nicht zuverlässig ist. So wäre die Lagerung von größeren Fleischportionen für uns unterwegs nicht zu bewerkstelligen.

Fazit: Hundeernährung unterwegs kann einfach sein.

Je nach Gesundheit des Hundes, Alter und Vorlieben kann man sich die Hundeernährung auf Reisen leicht oder anstrengend gestalten. Wir haben uns vorab natürlich viele Gedanken gemacht, ob wir Moe gerecht werden. Mittlerweile kann ich aber feststellen, dass es in jedem Land Möglichkeiten gibt, den Hund gut zu ernähren.

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Nachschlag bitte!

Natürlich ist es deutlich komplizierter, wenn man einen kranken Hund hat, der nicht alles verträgt. Hier sollte man sich bestmöglich vorab informieren, wo es was zu kaufen gibt und Vorräte einpacken.

In Schweden, Norwegen und Finnland mussten wir uns erst einmal orientieren, was es wo gibt. Umso weiter nördlich wir kamen, desto schwerer wurde es.

In Portugal wusste ich vorher schon Bescheid, worauf ich mich einstellen können würde. Interessant werden die baltischen Länder, die wir im Frühjahr/Sommer bereisen werden und Osteuropa, wo es ab September hingeht.

Da ich aber sehr überzeugt von unserer aktuellen Fütterungsart bin, mache ich mir deutlich weniger Gedanken. Gemüse, Obst, Kartoffeln und Nudeln gibt es überall in Europa. Wenn es bei uns Lachs in Sahnesoße gibt, bekommt Moe einen guten Teil davon (und freut sich ömmelig). Ebenso Frikadellen, Grillwurst oder Ähnliches – Moe bekommt seinen Anteil an unserem Menschenfutter.

Hundefutter, sowohl nass als auch trocken, gibt es überall – vielleicht nicht das Beste, aber mit ein wenig tricksen klappt auch das.

Moe hat seinen Napf unterwegs noch nicht einmal stehen gelassen. Seine Allergie hat sich nie wieder gezeigt.

Seinen Analdrüsen und seinem Fell geht es wunderbar. Und so lange das so ist, werde ich auch weiterhin keine Wissenschaft aus der Hundeernährung unterwegs machen.

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3 Gedanken zu „Was frisst der Hund auf Reisen? Europareise mit Hund“

  1. Sehr interessanter Artikel 🙂 wir sind momentan auch noch am Überlegen wie wir das mit der Ernährung auf unserer Europareise machen. Momentan ist der Plan Trockenbarf schon davor für mehrere Monate zu kaufen…mal sehen wie es dann wirklich wird 🙂
    LG Julia

  2. Es freut mich, dass Ihr Euren Weg gefunden habt und dieses Thema Euren Traum vom reisenden Leben nicht beeinträchtigt.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  3. Liebe Nicole,

    spannendes Thema. Ich weiß ghar nicht wie wir das machen würden, aber wahrscheinlich ähnlich wie ihr (erst Vorräte und dann sehen was es so gibt).

    Viele Grüße
    Mel & Luna

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Mit dem Hund nach Portugal – Moe & Me

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