Hund abzugeben! – Wenn der Hund zur Last wird.

Hund abzugeben

Dinge, die einem keiner sagt, bevor man einen Hund bekommt: Er macht Arbeit. Er braucht Aufmerksamkeit, ein gewisses Grundmaß an Regeln, er ist teuer, er blamiert dich.

Bevor ein Hund einzieht, gerade wenn man keinerlei Erfahrungen hat, denkt man noch, alles wäre gut. Ja, vielleicht rechnet man damit, dass Probleme auftauchen. Das Dinge passieren, die einem vorher keiner erzählt, aber die vielleicht nicht so schlimm sind.

Was einem keiner sagt: Manchmal passieren Dinge, die man lieber niemandem erzählen möchte.

Mir ist es wichtig, dass die Menschen, die noch nie einen Hund hatten, verstehen: Ein Hund ist ein Lebewesen, dass dir an manchen Tagen alles abverlangt. Und das dir Dinge geschehen, die du einfach nicht vorher sehen kannst, auf die du keinen Einfluss hast.

Ein paar unserer Erlebnisse möchte ich euch heute erzählen. Für alle, die neu sind in dem Thema. Und für die, die glauben, sie hätten bereits alles erlebt.

Das Wichtigste zuerst: Aus allem kann man Lernen, aus jeder Situation gestärkt hervor gehen. Gebt euren Hund nicht auf!

Aus und vorbei.

Heute wäre es für mich absolut unmöglich, Moe abzugeben. Das war aber nicht immer so. Manche von euch wissen bereits, dass es mir nicht immer so gut ging wie jetzt gerade. Und ich bin sicher: Das übertrug sich auch auf Moe. So hatten wir damals viele kleine Probleme, die mich echt verzweifeln ließen.

Vor allem, wenn die Ohren mal wieder komplett auf Durchzug gestellt waren, machte mich dieser Hund wahnsinnig. Drei Jahre alt und konnte weder anständig an der Leine laufen noch zurück kommen, wenn man ihn ruft?!

Oh ja, das kratzte an mir. Und wie! Dazu kam die ständige Futtermäkeligkeit, der Trotz beim Lernen an sich, einfach das „Mittelkralle zeigen“.

Moe abgeben? Undenkbar.
Moe abgeben? Undenkbar.

Natürlich war Moe in der Zeit auch ein großartiger Hund, der mir immer zur Seite stand. Und genau das war wohl rückblickend das Problem: Ich verlangte zu viel und gab zu wenig.

In wirklich schlimmen Momenten überlegte ich, Moe ein neues Zuhause zu suchen. Meine Sorge war groß, ihm nicht gerecht zu werden und verdammt, war ich genervt.

Ich bin dankbar, dass wir die Zeit lange hinter uns gelassen haben und ich bin froh, dass wir durchgehalten haben. Beide.

Unfälle passieren.

Ich kann von Glück sprechen und drei Mal auf Holz klopfen: Unfälle sind uns passiert. Aber sie waren bei Weitem nicht so schlimm. Ein paar Unfälle passierten aus Unachtsamkeit. Anderes einfach, weil es uns alle treffen kann.

Wenn der Hund zur Last wird.
Hund abzugeben! – Wenn der Hund zur Last wird.

Was mir am Schlimmsten in Erinnerung geblieben ist und was wirklich gesessen hat: Moe wurde mal von einem Auto erwischt. Bisher habe ich das noch nie wirklich erzählt, weil es mir total unangenehm ist – denn es war meine Schuld.

Wir wohnten an einer vielbefahrenen Straße. Moe musste dort immer Sitz machen, ich hatte ihn immer an der Leine. An dem einen Tag passte ich vielleicht nicht genug auf oder gab Moe ein falsches Signal – wahrscheinlich beides.

Jedenfalls machte er plötzlich einen Schritt auf die Straße – und ein Auto kam natürlich genau in diesem Moment vorbei. Das Auto prallte an Moes Kopf und ab dem Zeitpunkt passierte gefühlt alles in Zeitlupe. Ich riss Moe zurück und dachte nur: Jetzt ist es passiert. Jetzt ist es vorbei.

Glücklicherweise ist tatsächlich nichts passiert. Moe hatte nicht einmal eine Beule am Kopf. Ich sag ja: Der Bollerkopf kann einiges ab – trotzdem hatte ich an dieser Straße lange Angst und hielt Moe nur noch mit beiden Händen im großen Abstand von der Straße fest. Moe hat das alles überhaupt nicht beeindruckt, ich habe noch heute ein schlechtes Gewissen, wenn ich nur daran denke und höre das Geräusch, als wäre es gestern.

Übrigens: Der Autofahrer hat nicht angehalten. Obwohl er es mit Sicherheit gehört hat.

Danach hatten wir zum Glück wirklich nur noch kleinere Unfälle. Gebrochene Krallen, ein Dorn in der Pfote, der wirklich tief drinsteckte, eine umgeknickte Pfote und blutiges Zahnfleisch aufgrund einer billigen Plastikfrisbee. Klar, manchmal stellt sich Moe auch selten dusselig an und haut sich den Kopf an oder läuft irgendwo gegen. Dabei ist aber nie wirklich etwas Schlimmeres passiert.

Und plötzlich ist er weg.

Ich behaupte, es ist der absolute Alptraum eines jeden Hundebesitzers: Plötzlich ist der Vierbeiner verschwunden. Alles Rufen und Suchen nützt nichts. Moe war nie länger als 15 Minuten verschwunden. Die beiden Male, wo es passiert ist, wäre ich aber fast gestorben und ich mag mir nicht vorstellen, wie es Menschen geht, bei denen der Hund länger vermisst wird.

Das eine Mal war in unserem Wald. Damals war Moe mitten in der Trotzphase (wir erinnern uns: Mittelkralle raus!) und probierte sich aus. Worauf ich mich bis dahin aber verlassen konnte: Er blieb in meiner Nähe. Nicht so an diesem Tag.

Und plötzlich ist der Hund weg.
Und plötzlich ist der Hund weg.

Vom einen auf den anderen Augenblick war dieser Hund einfach weg. Rufen nützte nichts. Also machte ich mich auf die Suche, immer mit dem Gedanken, ihn gleich wieder zu sehen. Aber nichts da. Er blieb weg. Und ich suchte, suchte, rief. Moe kam nicht.

Ich bekam es mit der Angst zu tun. Was wäre, wenn er in das Waldstück lief, in dem der Jäger unterwegs ist? Was, wenn er Richtung Straße läuft? Was, wenn er ein Tier hetzt und tötet? Das Herz rutschte immer tiefer und immer noch kein Zeichen von Moe.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er freudestrahlend auf mich zugerannt. Im Gegensatz zu mir hatte er wohl einen Riesenspaß gehabt. Wo er genau gewesen ist, was er getan hat – ehrlich, ich habe keine Ahnung.

Das zweite Mal passierte erst vor Kurzem, im Sommer. Normalerweise ist Moe trotz Jagdtrieb sehr gut lenk- und abrufbar. Manchmal wetzt er kurz einem Kaninchen hinterher, aber spätestens nach 5 Schritten und einem Rufen steht er wieder, kommt zurück.

Nicht so an diesem Sommermorgen. Irgendwie hat ihn da wohl der Hafer gestochen und mir wurde klar: Egal, wie gut du glaubst, deinen Hund zu kennen, es kommt doch immer anders. Die Kaninchen saßen auf der Wiese. Moe war ansprechbar, deswegen machte ich ihn nicht fest. Wir waren schon an den Kaninchen vorbei, Moe holte sich sein Lob und Keks ab – drehte um, wetzte den Kaninchen hinterher.

Kein Rufen brachte etwas, kein Pfiff. Dumm nur, dass hinter dem Bereich (Gehweg, große Wiese, kleines Waldstück) eine Landstraße führt, die im Sommer gut besucht ist (alle wollen ans Meer… 😉 ). Ich machte mir also zu Recht Sorgen.

Mit der Brötchentüte in der Hand lief ich ihm quer über die Wiese nach. Stellt euch einen Zwerg vor mit wenig Kondition. Zwerge sind bekanntlich Kurzstrecken-Läufer und so kam es, dass ich nach ein paar Metern mit hängender Zunge auf der Wiese stand, weil mir klar wurde: Dem kommst du nicht hinterher.

Zum Glück für mich fand Moe das Waldstück nicht besonders attraktiv (vielleicht hatte er auch einfach Mitleid mit seinem hechelnden Frauchen) und kam endlich wieder zurück. Natürlich war er extrem stolz auf sich – er hatte ja die Kaninchen verjagt.

Ein Leben mit Hund ist manchmal eine Katastrophe.

Gar nicht erwähnt habe ich die anderen Dinge, die im Leben mit Hund passieren. Ich denke aber, ihr könnt euch vorstellen, dass einen Hund zu haben bedeutet, das einem manchmal der Arsch auf Grundeis geht. Das die Nerven drohen zu reißen, dass man an manchen Tagen an sein Limit kommt.

Die kleine Katastrophe
Die kleine Katastrophe

Und trotzdem: Rückblickend möchte ich keinen Tag missen. Wie langweilig wäre es, wenn ich alles das nicht erlebt  hätte. Wie beschaulich.

Ich bin froh, dass Moe so einen unglaublich harten Bollerkopf hat. Dass er Macken hat und nicht glatt ist. Und das ich mich um ihn kümmern muss – denn mit dieser Aufgabe konnte ich überhaupt erst Wachsen.

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12 Gedanken zu „Hund abzugeben! – Wenn der Hund zur Last wird.“

  1. Oh ja… Plötzlich ist der Hund weg… die schlimmste Stunde meines Lebens. Mit Grauen denke ich daran zurück… oder ich denke lieber gar nicht daran.

    Mittelkralle raus und Abmarsch kenn ich nur zu gut. Das Fräulein erfindet sich immer wieder mal neu und zeigt neue Seiten an sich. War sie an einem Tag der liebste Hund der Welt hat sie am nächsten Tag ihren Arschtag und ich würde sie am Liebsten im nächsten Tierheim abgeben. Aber mal im Ernst… ich könnte mein Mädchen nie wieder hergeben. So sehr sie mich auch nervt und manchmal bis auf die Knochen blamiert. Sie ist mein Wuschelmädchen.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva „ich nerve niemals“ *stups*




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  2. Sehr schön geschrieben.
    Ja es gibt Tage, da würde ich Deco und Pippa auch am liebsten auf den Mond schießen!
    Wenn die Ohren auf Durchzug stehen, sie nur Blödsinn im Kopf haben und alles drunter und drüber läuft – aber genau dafür liebe ich meine zwei Jagdnasen.

    Das sie nicht wie der andere sind – das sie verrückt sind, lustig, auch wunderbar toll.
    Zusammen haben wir immer soviel Spaß und erleben tolle Sachen… was wäre ich nur ohne die zwei ?!
    Das Leben wäre nur halb so schön (wenn überhaupt).

    Alles ist genau richtig und muss genau so sein, da bin ich mir sicher.
    Gruß, Carola mit Deco und Pippa




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  3. Huhu 🙂
    Sehr gut geschrieben! Wobei ich jetzt sagen muss, ich habe mir das Leben mit Hund „schlechter“ vorgestellt als es tatsächlich ist 😉 klar, manchmal hat auch der Höllenhund andere Pläne als ich, aber wenn ich so zurückdenke, hätte ich mir nicht gedacht, dass mein Hund so brav sein könnte 😉
    Gerade mitten in Memphs Pubertät musste sein bester Kumpel, sein Ziehvater, der Hund der Stallbesitzerin eingeschläfert werden… ab da haute er ab sobald er im Stall nur zwei Sekunden unbeaufsichtigt war… zu allen Übel ist genau daneben eine Bundesstraße 🙁 es dauerte fast ein halbes Jahr, bis ich ihn wieder soweit hatte nicht seinen Kumpel zu suchen… es gibt sicher nichts schlimmeres für einen Hundehalter, als wenn man seinen Liebling ruft und ruft und ruft und nix kommt…
    da können wir alle Holz klopfen, dass nix schlimmer passiert ist!
    Lg und weiterhin viel Freude 🙂
    Moni und Memph




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  4. Hallo Nicole,
    wieder ein sehr schöner Artikel, danke dafür! Ich kenne das alles auch nur zu gut!!! Ich bin mit meinem jetzigen Hund Alex auch schon so oft an meine Grenzen gestoßen und habe manches Mal überlegt, ob er nicht woanders besser aufgehoben wäre. Aber wie Du so schön schreibst, jede Herausforderung lohnt sich auch. Durch Alex und unsere Probleme habe ich so viel über Hunde und auch über mich gelernt, das möchte ich nicht mehr missen – es ist einfach Gold wert! Ich sehe das alles also als Herausforderung und als Chance zu wachsen sowohl persönlich als auch in der Beziehung. Aus Fehlern lernt man und ja davon habe ich auch schon einige gemacht, insbesondere bei Alex. Vom Auto wurde er zwar nicht angefahren (zum Glück ist das bei Euch so gut ausgegangen!) und auch sonst waren es eher kleinere Dinge wie auf einen Stromzaun setzen, aber sie hatten meist große Probleme zur Folge, weil er ein Angsthund ist. Alex ist auch ein paar Mal jagend abgehauen und da wäre ich ebenfalls beinahe tausend Tode gestorben! Es gibt noch so viel mehr, damit könnte ich wohl ein Buch füllen… Mein letzter Hund wurde auch einmal von einem Auto überrollt, da war ich allerdings nicht dabei. Dafür ist ihm ein Pferd auf die Pfote getreten und hätte es sich nur noch einen Zentimeter bewegt, wäre sein Kopf Matsch gewesen. Das war so ein schreckliches Erlebnis: Er hat so geschrien und ich dachte er verblutet oder kriegt aus Angst einen Herzinfarkt (er war schon älter und hatte Herzprobleme) – ich sehe das Ganze immer noch vor mir, als wäre es gestern gewesen… und warum das Ganze, weil ich einen Moment nicht aufgepasst habe und zu viel auf einmal machen wollte. Wahrscheinlich hat jeder solche Geschichten zu erzählen!?
    Man ist auch nicht besser vorbereitet, wenn man vorab gewarnt wurde. Als ich Alex aus dem Tierheim geholt habe, wurde ich von verschiedenen Seiten gewarnt, dass viel Arbeit auf mich zu kommt, weil er nicht sozialisiert ist. Was das eigentlich bedeutet und welche Hürden wir nehmen müssen, habe ich erst erfahren, als ich sie erlebt habe. Vorher kann man sich den Aufwand gar nicht wirklich vorstellen. Allerdings ist Aufklärung trotzdem sinnvoll und solche persönlichen Geschichten und Gedanken wie Deine tragen dazu bei anderen zu helfen. Nicht nur indem sie andere etwas auf die Herausforderungen vorbereiten, sondern auch einfach weil sie zeigen „Hey, Du bist damit nicht alleine“, das gibt einen Mut. Ich fühlte mich richtig schlecht, wenn ich in meiner Verzweiflung überlegt habe, Alex eines neues Zuhause zu suchen (dass ich das nicht kann, weiß ich eigentlich, aber manchmal ist die Verzweiflung erst einmal so groß…). Ich dachte ich versage und bin total gemein, weil ich nur daran denke, aber als jemand anderes mir erzählt hat, dass es ihr schon genauso ging, hat mich das beruhigt und mir Kraft gegeben weiterzumachen! Deshalb noch einmal danke für Deinen Text! Und wie gesagt, die Herausforderungen und Mühen lohnen sich auf jeden Fall, denn nichts kann uns besser helfen zu uns zu finden und ein zufriedenes sowie glückliches Leben zu führen als ein Hund!!!
    Liebe Grüße
    Anni




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  5. Plötzlich ist der Hund weg. Davon kann ich auch ein Lied singen. Eines schönen Sommertages ist uns Rica ausgebüxt. Ein Zeitungsbote hatte die Pforte offen gelassen, und Rica nutzte die Gunst der Stunde. Sie verließ das Grundstück. Als ich ihr Verschwinden bemerkt hatte, wäre ich fast tausend Tode gestorben. Mein Mann und ich hatten die ganze nähere Umgebung abgesucht, hatten immer wieder nach ihr gerufen. Aber der Hund schien sich in Luft aufgelöst zu haben. Schließlich gingen wir zurück nach Hause, um in Ruhe zu überlegen, was wir nun machen wollen. Doch als wir zuhause ankamen staunten wir nicht schlecht: Rica stand vor der Pforte, wedelte mit dem Schwanz, legte ihren Kopf schräg, als ob sie sagen wollte: „Wird aber mal Zeit, dass ihr nach Hause kommt.“

    LG Bettina mit Rica und Bobby




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  6. Lady ist mir erst gestern in Nachbars Garten entwischt. Ich suchte und suchte…bis ich merkte wo sie war, Lady hat ein Loch in den Zaun gebissen und schwups.Immer abenteuerluch mit meiner Dogge. Lg Claudia




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  7. Die Art, wie Du Themen aufgreifst und wie authentisch Du dann darüber schreibst faszinieren mich immer wieder, liebe Nicole. Ich hoffe sehr, dass Du Dir dies bewahrst.

    Leider habe ich noch nicht einmal gedacht oder gewünscht, dass ich Socke abgeben möchte. Vielmehr wäre das das Schlimmste, was passieren könnte und das eigentlich vom ersten Tag an. Ja, es gab auch Probleme, aber die haben wir wirklich recht schnell in den Griff bekommen. Socke ist zweimal vom Wald alleine nach Hause gelaufen. Einmal floh sie vor den Wolfshunde und einmal hatte sie keine Lust mehr auf den Spaziergang. Ja, ich habe gebetet, dass sie heile ankommt, dass nichts passiert. Aber ich habe Socke nicht verflucht, sondern mich ermahnt, sie an die Leine zu nehmen.

    Ich habe mir mein Leben mit einem Hund anders vorgestellt. Ich dachte ich würde meinen Sport weiter machen, viel – auch mit Hundeleuten – unterwegs sein können u.s.w. Es ist anders gekommen. Aber es ist schön, wie es ist. Ich liebe Socke über alles, liebe ihre Eigenarten. Nein, es gab diesen Moment nicht. Ich war und bin immer bereit die Dinge zum positiven zu verändern, die nicht funktioniere, ohne Gram und Wut.

    Daher kann ich Dich gut verstehen, bin aber noch nie in der Situation gewesen.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  8. Ich und meine Blondine haben auch schon vieles gemeinsam erlebt. Sie hat schon unzählige Male meine Grenzen getestet, wenn ich ohnehin schon wegen irgendetwas anderem frustriert mit ihr rausgegangen bin.

    Sie zieht noch immer wie eine Verrückte, wenn ich sie an der langen Leine gehen lasse und das trotz eines ziemlich fortgeschrittenen Alters.

    Dann die Risse in meinen alten Jacken, welche sich mit fast jeder Woche vermehren und die immer von Sabber durchfeuchteten Handschuhe, sowie wie ich es bereits in meinem vorletzten Kommentar beschrieben habe 😉

    Und habe ich mir ein einziges Mal Gedanken macht, ob ich sie weggeben möchte? Niemals. Denn mir wird es immer wieder sofort bewusst, dass mir vielleicht nie wieder mehr so ein toller Hund in die Hände fallen wird! 🙂 Also wäre das Abgeben von Keana wahrscheinlich der größte Fehler, denn ich in meinem noch jungen Leben machen könnte. Auch wenn nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.




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  9. Hach ja, diese Zeiten haben wahrscheinlich (fast) alle durch mit Fellmonster an der Seite. Yosie ist wirklich robust und war nie ernsthaft krank – aber so dumme Unfälle und Missgeschicke haben wir zuhauf!

    Mit 5 Monaten unter das Auto des Postboten gekommen weil der über die Schleppleine gefahren ist (unser Garten war damals gerade am umzäunt werden), der hat sie mitgeschleift bis kurz vorm Ersticken… mein Papa hat sie rausgezogen, die Frau ist einfach über unseren ganzen Hof mit ihr unten drin gefahren. Ich denke ich brauch nicht erwähnen was hier für ein Terror ist wenn das gelbe Auto kommt 😉

    Ende Dezember diesen Jahres hatten wir einen Pferdetritt zu verbuchen, 600 kg mit vollem Durchzug auf die Schulter – und Yosie gehts gut, außer Schock und ein paar Stunden nicht auftreten alles super (natürlich waren wir beim Tierarzt)! Die Angst ist nicht gekommen – was hab ich da gehofft – und sie läuft wieder brav mit. Ein Wunder!

    Und letzte Woche waren wir in der Klinik mit Röntgen, gewolltem Übergeben und ganz viel Mageninhalt… Madame hatte sich am Misthaufen (bäh) von meiner Oma so überfressen dass der Magen vier mal so gefüllt war wie er sein sollte nach dem Fressen…

    hach und trotzdem liebe ich sie so sehr! Sie kostet mich oft jeden Nerv, aber wenns drauf ankommt kann ich mich immer auf sie verlassen. Und ich weiß absolut nicht wie es mal ohne sie gehen soll… die vier Jahre sind schon viel zu schnell verflogen – aber ich will einfach die Zeit genießen!

    Die schlimmsten Stunden sind das, wenn ich weiß es stimmt was nicht bis wir dann beim Tierarzt sind zum Abklären und sie wieder fit ist. Und ja, auch die Minütchen wenn die Dame stiften geht und Wildschau im Wald macht… da kam ich schon öfter heulend nach Hause 😉 Aber sie bleibt wirklich nur ein paar Minuten weg – und seit einiger Zeit gar nicht mehr, sie ist so toll abrufbar geworden!

    Mensch wird das jetzt ein Roman, ich wollte nur einen kurzen Kommi dalassen. Einfach weil mir dein Artikel so aus der Seele spricht 😉

    Liebe Grüße von uns, Sandra mit Yosie




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  10. Danke für diesen schönen Beitrag! Und spannened auch die Kommentare dazu zu lesen. Es tut gut zu wissen, dass ich nicht die einzige Hundehalterin bin, die manchmal hadert.
    Da Pata ein Angsthund ist (Terriermischling aus Spanien), haben wir auch viele Erlebnisse gehabt, die mehr als peinlich sind.

    Wir haben viele Fortschritte gemacht und letzten Sommer dachte ich, wir könnten Pata in ein nobeles Restaurant am See mitnehmen. Leider ging unsere Bitte, dass wir mit dem Hund da sind und etwas abseits sitzen wollen, bei der Reservierung verloren und so sassen wir genau bei der Durchgangstür.
    Ich war super stolz, dass Pata ganz entspannt unter unserem Tisch lag. Unsere Tischnachbarin ging aufgrund einer Behinderung stark hinkend – das war normalerweis etwas, das Pata wahnsinnig Angst machte: Menschen, die sich seltsam bewegen. Zwei Mal ging die Frau an uns vorbei zur Toilette und Pata machte keinen Wank. Als ich mich dann völlig entspannte, kam die Frau vom 3. Mal von der Toilette zurück und ging hinkend an unserem Tisch vorbei – plötzlich kam Pata wie von der Tarantel gestochen unter dem Tisch hervorgeschossen, laustark bellend, knurrend und Zähne fletschend. Mein erster Reflex war natürlich, die Leine zu packen und Pata zurückzuziehen, weg von der armen Frau, die fast einen Herzinfarkt hatte. Dabei fiel ich vom Stuhl, landete mit meinem schönen Sommerkleid im Kies und riss fast noch den Tisch mit…
    Nachdem ich Pata beruhigt hatte und sie ins Auto gebracht hatte, habe ich mich natürlich 100 Mal bei der Tischnachbarin entschuldigt. Diese hat sich aber auch ihrerseits bei mir entschuldigt und meinte dass es ihr Leid tut, da sie ja aufgrund ihrer Behinderung so furchterregend auf meinen Hund gewirkt hatte. Uff – nicht jeder hätte so verständnisvoll reagiert!
    Das schlechte Gewissen verfolgt mich noch bis heute und Restaurantbesuche mit Hund sind vorerst gestrichen…
    Zugegeben: ja, ich sehne mich manchmal zurück an die Zeit ohne Hund. Da war vieles weniger kompliziert. Aber sie gehört jetzt zur Familie, wir lieben sie, sie liebt uns. Sie abzugeben ist (und wird) nie ein Thema sein.




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  11. Oh das alles kenne ich zu gut nach über einem Jahr mit meiner Aileen, die eine ehemalige Straßenhündin ist. Wieviele nerven sie mich gekostet hat. Ich habe zwar nie überlegt sie abzugeben, denn aufgeben ist nicht mein Ding, aber ab und an war ich auch am Heulen vor Verzweiflung. Ich hatte mir alles viel einfacher vorgestellt.
    Erst durch die Hundeschule, nette Menschen und die Trainerin, bei der ich mir auch heute noch Zuspruch, Aufmunterung oder Trost hole wenn mal wieder was „passiert“ ist, bin ich entspannter. Ich sehe unsere Fortschritte und freue mich, dass der Rückruf immer besser klappt.
    Auch ist Aileen bei mir schon ein, zweimal weg gewesen, aber glücklicherweise guckt sie sich immer um und merkte dann wohl, dass sie mich abgehängt hatte und kam zurück. Aber der Schreck wenn der Hund minutenlang nicht zu sehen ist….
    Schön ist es immer zu hören das es vielen anderen genauso geht, wie oft trifft man Hundehalter bei denen, zumindest offensichtlich, alles perfekt funktioniert. Das frustriert einen dann zusätzlich.




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