Geocaching mit dem Hund

Geocaching mit dem Hund
Geocaching mit dem Hund

Auf Sylt haben wir endlich den nötigen Antrieb bekommen und haben wieder angefangen: Mit dem Geocaching mit Hund! Damit angefangen haben wir schon vor längerer Zeit, allerdings haben wir gerade einmal 12 Caches gehoben und sind auch noch nicht so gut ausgestattet wie andere.

Wir haben anlässlich der Hundstage auf Sylt an einem Workshop zum Thema Geocachen bei Rosi Lachmann teilgenommen. Sie selber ist Hundetrainerin und manche von euch kennen sie vielleicht durch Trickhund Tobi auf Facebook oder durch ihre Seite hotdogz.de.

Wir möchten euch gerne einmal erzählen, was es mit dem Geocachen so auf sich hat, warum man das richtig gut mit Hund machen kann – und warum Schatzsuchen auch was für Erwachsene ist. 🙂

Geocachen mit Moe und Herrchen
Geocachen mit Moe und Herrchen

Was ist eigentlich Geocaching – und warum sollte ich das mit dem Hund machen?

Geocaching ist, kurz gesagt, eine Schatzsuche oder auch eine Schnitzeljagd. Es gibt Menschen, die kleine Dosen, Köfferchen oder andere Dinge verstecken. Darin ist ein kleines Buch oder auch einfach nur ein langes Papier enthalten – das Logbuch. Das Versteck dieser Dosen oder anderen Dingen wird dann, in Form von Koordinaten, im Internet veröffentlicht und so für die Geocacher zur Verfügung gestellt.

Diese verwenden die Koordinaten mit ihrem GPS-Gerät oder Smartphone und suchen diese versteckten Schätze. Bei einem Fund wird sich ins Logbuch eingetragen, manchmal tauscht man auch eine Kleinigkeit aus dem Inhalt der Dose mit etwas Mitgebrachtem und es wird sich geloggt (also man trägt sich ein, dass man den Cache gefunden hat). Zum Schluss wird der „Schatz“ an der selben Stelle versteckt, an der man ihn gefunden hat. Fertig! 🙂

Und warum den Hund mitnehmen? Zum Einen muss der Spaziergang mit dem Hund ja sowieso erledigt werden. Zum Anderen ist es eine tolle Möglichkeit, sowohl bekannte Umgebungen als auch neue Orte kennenzulernen! Wir haben in unserem alten Heimatort Caches gesucht, aber auch schon in Dänemark, auf Sylt und nun auch bei uns in Wendtorf.

Moe passt auf, welche Koordinaten wir eingeben müssen
Moe passt auf, welche Koordinaten wir eingeben müssen

Für Moe ist das Geocaching toll, weil er manchmal mit suchen darf (natürlich erwarten wir nie, dass er den Cache auch tatsächlich findet, aber ein Leckerlie springt dabei immer für ihn heraus!), manchmal tricksen wir auch an Ort und Stelle (denn andere Menschen, „Unwissende“ oder auch „Muggel“ genannt, sollen nicht mitbekommen, was die Geocacher da eigentlich machen).

Vor allem aber lernt Moe neue Umgebungen kennen und, je nachdem wo wir uns aufhalten, kann das schon ordentlich spannend werden. Im Wald darf mal geklettert werden oder unter umgestürzten Bäumen hindurch gekrabbelt werden.

Achtet immer darauf, dass ihr genügend zu trinken habt und das der Weg, den ihr gewählt habt, auch Hundgerecht ist. Zudem ist ein Erste-Hilfe-Set mit Zeckenzange nie verkehrt. Dann steht einem tollen Mensch-Hund-Geocaching-Ausflug nichts im Weg. 🙂

Eine Karte für den Start
Eine Karte für den Start

Ich möchte mit dem Geocaching anfangen: Was muss ich tun?

Zunächst einmal solltest du dir einen Account mit Benutzername und Passwort auf einer sogenannten „Listingseite“ anlegen, entweder auf opencaching.de oder geocaching.com. Die Anmeldung ist kostenfrei, auch die App ist zunächst kostenlos. In der kostenlosen Version werden jedoch nicht alle Caches angezeigt, sodass ihr, wenn ihr Gefallen am Geocachen gefunden habt, sicherlich früher oder später Geld ausgeben möchtet (derzeit kostet ein 3-Monats-Abo 9,99€, ein 1-Jahres Abo kostet 29,99€).

Wir hatten eine ganze Zeit lang die kostenlose Version und haben uns jetzt mal, zum Testen, die 3-monatige Mitgliedschaft gegönnt. Wir schauen nun, wie oft wir tatsächlich cachen gehen und überlegen dann, ob wir uns die längere Mitgliedschaft kaufen.

Mit dem Garmin geht das Cache suchen sehr gut
Mit dem Garmin geht das Cache suchen sehr gut

Um die GPS-Koordinaten einzugeben, brauchst du dein Smartphone mit der App oder du nutzt ein GPS-Gerät, sofern du eines hast. Auf Sylt durfte ich mir das von Rosi ausleihen und das Garmin* testen. Ich war echt begeistert – dauerhaft würde ich das Geocaching also tatsächlich lieber mit einem vernünftigen Gerät statt mit dem Smartphone machen. Leider sind die GPS-Geräte gar nicht mal so günstig und man sollte sich vorab gut überlegen, ob man es nutzt.

Zudem empfiehlt es sich, auf jeder Tour Handschuhe dabei zu haben (manchmal muss man in echt eklige Höhlen greifen, in denen Spinnen und anderes Getier haust), einen Stift, um sich in das Logbuch einzutragen und gegebenenfalls eine Taschenlampe, wenn man kein Smartphone nutzt, dass ja schon mit einem guten Licht ausgestattet ist. Zudem ist ein guter Zeckenschutz, sowohl für den Hund, als auch den Menschen, sinnvoll.

Wir sind als Wundertrips unterwegs
Wir sind als Wundertrips unterwegs

Wir haben uns relativ am Anfang einen Stempel zugelegt, der auch unseren Benutzernamen zeigt. Ihr findet uns unter wundertrips. 😉 Der Name kommt übrigens von unserem kleinen Reiseblog wundertrips.de, der sicher bald wiederbelebt wird, wenn wir mal wieder unterwegs sind.

Welche Arten von Caches gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten von Caches und auch diverse Größen. In der Bezeichnung des Caches ist immer angegeben, um was es sich handelt. Dabei könnt ihr bei den Größen auf die Folgenden stoßen:

  • Nano: so groß wie eine Schraubenmutter, wirklich sehr, sehr klein, nur wenige Zentimeter groß
  • Micro: Filmdose oder Ähnliches, dort ist nur ein Logbuch enthalten
  • Small: bis ca. 4 Liter gr0ß, meistens eine Plastikdose, mit Logbuch und kleineren Gegenständen
  • Regular: ab 4 Liter groß, ist auch für größere Tauschobjekte geeignet
  • Large: noch größer 😉
  • Unknown: wird meist bei einem Geocaching-Event angegeben und ist daher unbekannt
So kann ein gefundener Cache aussehen: eine alte Munitionskiste
So kann ein gefundener Cache aussehen: eine alte Munitionskiste

Bei den Arten der Geocaches sind manche sehr leicht zu finden, andere brauchen Zeit, man sollte gut rechnen oder Rätsel lösen können:

  • Traditionell: Die Koordinate leitet direkt zum Ziel
  • Multi: Über mehrere Stationen mit kleinen Aufgaben kommt man zum Ziel
  • Mystery: Erst muss ein Rätsel gelöst werden, danach ist dieser Cache wie ein Tradioneller oder ein Multi
  • Earthcache: Vor Ort müssen Fragen zu geologischen Besonderheiten beantwortet werden
  • Nachtcache: Dieser ist nur Nachts zu finden, da er durch Reflektoren oder UV-Licht kenntlich gemacht wird
  • Lost Place: Damit kommst du an aufgegebene, „verlorene“ Plätze
  • Webcam: Ein Foto muss auf einer Internetseite gefunden und abgespeichert werden
  • Event: Dort treffen sich andere Geocacher

Natürlich gibt es aber auch noch andere Unterteilungen, zum Beispiel in Difficulty (Schwiergkeitsgrad) und Terrain (Gelände). Diese werden jeweils von 1-5 bewertet, wobei 1 für „sehr leicht“ und 5 für „sehr schwer“ steht. Das bedeutet: steht bei „Difficulty“ eine 5, wird ein sehr schwieriges Rätsel zu lösen sein müssen. Steht eine 5 bei Terrain, bedeutet das: Man braucht eine Spezialausrüstung, um diesen Cache zu finden (wie z.B. ein Boot oder Kletter-/Taucherausrüstung).

Dann gibt es noch sogenannte „Trackables“: Das sind Gegenstände, die von Cache zu Cache unterwegs sein sollen. Bedeutet: Wenn du so einen „Trackable“ findest (meist sind es Münzen oder Travelbugs), nimmst du ihn mit und legst ihn baldmöglichst in einen anderen Cache. Dabei soll er natürlich getrackt werden, daher steht auf jedem ein Tracking Code. So kann ein Trackable alle möglichen Orte dieser Welt bereisen. Schöne Idee, oder?

Gibt es Regeln?

Regeln beim Geocachen mit Hund

Wie jedes schöne Spiel gibt es auch beim Geocaching Regeln, die man beachten sollte. Als Geocacher sollte man sich immer vorbildlich verhalten, nicht die Natur zerstören, keine Wege verlassen und für selbst ausgelegte Caches gilt: Nicht die Natur verändern! Das bedeutet, dass keine Löcher in irgendwelche Bäume gemacht werden, nur damit es ein gutes Versteck abgibt. Es gilt: Die Besonderheiten, die vorhanden sind, als Versteck zu nutzen.

Wenn ihr mit eurem Hund auf Geocaching-Tour geht, solltet ihr natürlich auch bei dieser Art des Spaziergangs auf euren Hund und seine Hinterlassenschaften achten. Wo Leinenpflicht herrscht, solltet ihr das beherzigen, vor allem, wenn euer Vierbeiner einen Jagdtrieb hat. Passt die Tour euch und eurem Vierbeiner an, schaut, ob ihr wirklich die Kondition habt. Wenn ihr das erste Mal nach einem Cache sucht, sucht euch nicht direkt die schwerste Tour heraus, sondern versucht erst einmal etwas einfaches. Es ist so frustrierend, wenn man Ewigkeiten läuft – und am Ende doch nichts findet.

Der Cache sollte vorsichtig behandelt werden und auch genauso wieder hinterlegt werden, wie er gefunden wurde. Wenn etwas aus dem Cache genommen wird, sollte etwas Gleichwertiges hineingelegt werden. Der Fund sollte dann auf der Listingseite eingetragen werden und: Achtet auf die Muggel!

Muggel werden die Unwissenden genannt, die, die das Geocachen nicht kennen. Manche von euch kennen den Begriff sicherlich von Harry Potter – vielleicht ist mir das Geocachen deswegen so sympathisch! 🙂

Meine Lieblingscaches / Lieblingsorte

Es gibt ein paar Orte und Caches, die mir sehr in Erinnerung geblieben sind. Zum Beispiel haben wir unseren allerersten Cache auf einem alten Friedhof gesucht – und nicht gefunden. Die Suche hat aber wahnsinnig viel Spaß gemacht und war auch ein bisschen gruselig. 🙂

Dann gab es da noch einen Cache, der unheimlich liebevoll versteckt war und den wir an einem zauberhaften Ort gefunden haben. Hier bei uns in Wendtorf haben wir einen richtigen Multicache gehabt, es war auch spannend, bei strömendem Regen Koordinaten ausrechnen zu müssen. 😀

Wir gehen auch bei strömendem Regen mit Hund Geocachen
Wir gehen auch bei strömendem Regen mit Hund Geocachen

Fazit: Geocaching mit dem Vierbeiner ist spannend für alle!

Uns macht das Geocachen richtig viel Spaß! Man lernt so viele neue Umgebungen kennen, aber auch die heimische Umgebung wird plötzlich extrem spannend! Moe ist sowieso immer mit Feuereifer dabei und freut sich mit uns, wenn wir wieder einen Cache gefunden haben. 🙂

Meine Ambition ist, dass ich unbedingt mal einen Nano suchen und natürlich auch finden will. Die sind nämlich so klein, dass es schon ein gutes Auge braucht. 🙂 Zudem interessieren mich auch die sogenannten „Lost Places“ und auch einen Nachtcache würde ich gerne finden.

Wäre das Geocachen mit Hund denn auch was für euch – oder seid ihr sogar schon aktiv dabei?

*Affiliate-Link (Was ist das?)

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10 Gedanken zu „Geocaching mit dem Hund“

  1. Toller Beitrag!! Nun sind wir noch besser informiert, als zuvor und einem Geocach- Trip steht nichts mehr im Wege 😉

    Wir wünschen euch ganz viel Spaß und Erfolg auf euren nächsten Schatzsuchen! 🙂

    J&C




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  2. Hach wie schön. Den Meisten denen wir vom Geocaching erzählt haben war das nie ein Begriff. 😀 Aber toll zu lesen, dass es auch andere gibt die diese Schatzsuche betreiben. Wir haben 2014 damit angefangen und in einem Jahr (allein in unserer Heimatstadt) 100 Caches gehoben. Allerdings war letztes Jahr die Motivation gänzlich verschwunden und wir habenuns nicht ein mal auf Suche begeben. Dabei ist das gerade mit Hund eine super Möglichkeit Spaziergänge für alle Mitlaufenden interessant zu gestalten! 🙂 Mal sehen ob wir dieses Jahr wieder mit der Suche anfangen.
    Auch euch wünschen wir viel Spaß, wenn ihr damit nun wieder weiter macht! 😉

    Liebste Grüße,
    Claudi und Jack




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  3. Ehrlich cool geschrieben Liebe Nicole:-). Da werden wir unsere cash-Erfahrungen bestimmt auch bald mal nachreichen – ein bissele das hätten wir als passionierter casher nämlich auch noch zu ergänzen 🙂




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  4. Das ist wirklich eine coole Sache! Da ich ja nicht mobil bin, habe ich mir übers Geocaching nie Gedanken gemacht. Nur zum Spaß habe ich mal geschaut, wo denn von uns aus der nächste Schatz versteckt worden ist. Und siehe da, in der Umgebung gibt es sogar ein paar Ziele, die mit dem Zug oder Bus zu erreichen sind. Das wäre sicher mal eine tolle Alternative für einen Sonntagsausflug.
    Steht auf jeden Fall auf der ToDo-Liste!

    Liebe Grüße, Anja und Lucy




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  5. Ich finde Deinen Bericht super informativ. Ja, er gefiel mir so gut, dass ich daraufhin mal im Internet geschaut habe, ob es so etwas auch bei uns gibt. Ich bin überrascht. Selbst bei uns im Ort gibt es solche Touren.

    Für mich alleine wäre das nichts, weil ich mich immer ablenken lassen und spontan die Richtungswechsel einlegen, weil ich wieder etwas entdeckt habe, jemanden treffe, die Gang aus der Stimmung heraus verkürzte oder ausdehne oder dergleichen. Aber in einer Gruppe finde ich das schon einmal ganz witzig…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  6. Hallo Ihr Lieben,
    nun komme ich erst so spät dazu, in diesen Beitrag zu schauen. SUPER TOLL geschrieben, klasse beschrieben, ein dickes, dickes Danke für den schönen Bericht. Es war eine schöne Tour mit Euch auf Sylt. Vielleicht sehen wir uns ja bald schon dort wieder? Im November gibt es die nächsten Hundstage 😉
    Bis dahin, ganz liebe Grüße
    Rosi mit den HotDogZ




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  7. Geocaching kannte ich. Literaturgeocaching gibt es sogar, das fand ich auch spannend.
    Und jetzt Geocaching mit dem Hund!
    Danke für die Erklärung, wie das genau funktioniert. Als ich das erste Mal von Geocaching gehört habe, war das eine komplexe, komplizierte Aktion für mich. Nach deiner Zusammenfassung ist es auf jeden Fall verständlich.

    Freut Moe sich eigentlich auch, wenn ihr einen Punkt gefunden habt, oder ist er eher gelangweilt und will schnell weiter? Passiert es, dass ihr einen ganz anderen Weg lauft als geplant, weil Moe etwas entdeckt hat, und ihr dadurch spontan einen anderen Punkt anpeilt?
    LG
    Manuela




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