Gastbeitrag: Ein 2. Welpe! Den erziehe ich doch mal so nebenbei…

Stefanie mit Ren & Stimpy
Stefanie mit Ren & Stimpy

Über einen zweiten Hund habe ich häufig schon nachgedacht. Ich dachte mir, wenn da ein zweiter Hund einzieht, der sehr ausgeglichen ist und Moe ein bisschen „miterzieht“, könnte das für uns alle einen Vorteil haben: 2 Hunde sind immer besser als einer und Moe hätte vielleicht endlich einen vierbeinigen Kuschel- und Spielpartner. Das es mit einem zweiten Hund aber nicht immer unbedingt leichter wird, selbst wenn man ihn als Welpen aufnimmt, darum geht es heute in dem Gastbeitrag von Stefanie von Cocker, Lifestyle and more.

„Pfff, einen Welpen habe ich toll hinbekommen und daraus ist ein super-duper Herz-und Seelenhund inkl. Mensch-Hund-Team geworden, da kann doch auch ruhig ein 2. Welpe unser Leben bereichern!

Stimpy mit 7 Wochen
Stimpy mit 7 Wochen

So dachte ich, als ich vor etwas über 2 Jahren beschloss, noch eine kleine Cocker-Dame zu uns zu holen. Mit Ren war das Leben so einfach, so unbeschwert…. Einfach nur toll!!!!! Und ein größeres Team kann doch auch nur schön sein.

Und so fuhren wir 1x in der Woche zu den Züchtern, von denen Ren auch kam, und besuchten zusammen unsere kleine Stimpy. Bei unserem 1. Besuch war sie ca 3 Wochen alt. Ein kleines aufgewecktes, freches und zuckersüßes Cocker-Mädchen. Nicht zu zurückhaltend und nicht zu aufmüpfig! PERFEKT! Die passt zu uns. 🙂

Stimpy mit 5.5 Wochen
Stimpy mit 5.5 Wochen

Stimpy zog dann mit 11 Wochen bei Ren und mir ein und war von der 1. Minute an die kleine Prinzessin. Saß in Rens Körbchen und fraß auch direkt aus seinem Napf! Hmmm! Na, der wird das schon noch regeln und klar stellen. Er beobachtet wohl erst einmal. Die beiden gewöhnten sich recht schnell aneinander, wurden aber nicht zu Gruppenkuschlern. Okay, muss ja auch nicht sein. Ich hätte es persönlich zwar schön gefunden, aber…..! Egal! Hauptsache wir drei wachsen zu einem guten Team zusammen!

Natürlich ging es mit Stimpy auch zur Hundeschule. Erst einmal in die Welpengruppe. Ein vorbildlicher kleiner Hund, der schnell lernt und auch alles echt gut umsetzt. Stolz wie Bolle war ich immer. Aber sobald wir den Platz verließen war alles wieder vergessen. 🙂 Auf den Gassi-Runden habe ich auch immer brav geübt aber irgendwie war sie da nie so wirklich bei der Sache. Hatte den Kopf nicht frei zum Trainineren. Auch das wird schon irgendwie und irgendwann, habe ich mir immer gesagt.

Der 1. Tag bei uns
Der 1. Tag bei uns

Anfangs konnte ich sie ja auch ohne Leine laufen lassen. Das war herrlich! Mit 2 Hunden so entspannt spazieren zu gehen. Toll! So hatte ich es mir dann doch immer vorgestellt.
Jahaaaa! Bis Stimpy dann mit 6 Monaten ihren Jagdtrieb entdeckte. Zwischenzeitlich waren wir dann in der Junghundegruppe gelandet. Und auch da klappte auf dem Platz alles vorbildlich! Mir wurde sogar geraten mit ihr Obedience zu machen, da sie so toll arbeitet! Sobald wir aber den Platz verließen war alles wieder über den Haufen geworfen.

Natürlich glaubte man mir in der Hundeschule auch nicht da sie dort ja wie ein Musterschüler war! Aber da war an Spaziergänge ohne Leine schon längst nicht mehr zu denken…

Auch kamen die ersten Nörgler im Freundeskreis hervorgekrochen: Du hast sie nicht im Griff! Die tanzt Dir auf der Nase rum, die ist nicht normal und hat ADHS, bla bla bla! Okay, also nahm ich Einzelstunden beim Trainer. Doch da wurden Methoden angewandt, die mir überhaupt nicht gefielen und Stimpy zeigte erste Angstzeichen. Neeeee, da müssen wir was ändern.

Geht die auch wieder?
Geht die auch wieder?

Also Trainerwechsel. Erneut Einzelstunden! Puh! Das ging auch ordentlich ins Geld. Aber bei dem neuen Trainer gab es irgendwie auch Verständigungsprobleme. Mir wurden nur Verbote auferlegt aber keine Alternativen genannt. Nach der 3. Einzelstunde gab ich wieder auf! Und erneut machten wir uns auf die Suche nach einem passenden Trainer.

Auf Empfehlung einer Bekannten bin ich dann letztendlich fündig geworden. 🙂
Die Einzelstunden waren lehrreich aber auch sehr anstrengend. Ich wurde beruhigt da mir gesagt wurde das Stimpy ein völlig normales Verhalten für einen Jagdhund in ihrem Alter zeigen würde! Absolut nicht verhaltensauffällig! Da ist mir aber auch erst mal ein Stein vom Herzen geplumpst! Ich war ja durch die ganzen Bemerkungen und Trainingsfehlschläge so verunsichert. Zudem hatte ich auch den Spaß an den gemeinsamen Spaziergängen verloren. Nicht gut…

Außerdem fiel auch mein kleiner, dicker Ren völlig hinten über da Stimpy die komplette Aufmerksamkeit bekam. Nun bin ich mittlerweile seit über 1 Jahr in der Hundeschule! Und sogar beide Hunde besuchen dort Kurse. Selbst Ren mit seinen fast 10 Jahren hat Spaß dabei. 🙂

Ren & Stimpy
Ren & Stimpy

Ohne Leine ist es zwar immer noch nicht möglich mit Stimpy spazieren zu gehen aber dafür bin ich deutlich entspannter dabei geworden. Auch die blöden Kommentare aus dem Freundeskreis werden gekonnt ignoriert!!!!!!

Und ich kann sagen dass ich wirklich sehr froh darüber bin, dass Stimpy in unser Leben gekommen ist, da ich durch sie sehr viel über mich und die Arbeit mit Hunden gelernt habe.

Mittlerweile ist Stimpy 2,5 Jahre alt und fordert mich weiterhin jeden Tag heraus! Aber das macht Spaß und es wird nie langweilig… Und meinen Traum, wieder einmal ohne Leine mit ihr spazieren gehen zu können, gebe ich auch noch nicht auf. 🙂

Ich liebe meine beiden Dickköpfe und möchte keine einzige Minute missen (wobei ich Stimpy, und ich denke ich spreche für Ren auch mit, manchmal echt zum Mond schießen könnte!!!!) Die kleine Zaubermaus. :-)Ich würde mir immer wieder einen Welpen ins Haus holen.

Nur würde ich weniger blauäugig an die ganze Sache herangehen…. Ne ne neeee, nur weil 1 Hund so perfekt, für mich zumindest, geworden ist, heißt das noch lange nicht dass jeder andere genauso wird!!!!! Nein! Jeder Hund bringt seinen eigenen Kopf und seinen Charakter mit! Und somit muss mit jedem neuen Hund individuell gearbeitet werden!“

Das Cocker-Duo
Das Cocker-Duo

Liebe Stefanie, nach deinem Text überlege ich es mir noch viel genauer, ob es wirklich einen Zweithund geben soll oder ob Moe mir nicht doch genug ist. Fest steht, dass ich dich wirklich für dein Durchhaltevermögen bewundere, denn wenn sogar Freunde der Meinung sind, sie müssten an dir und an dem Verhalten von Stimpy herum kritisieren, ist das sicher nicht leicht.

Wenn ihr auch Lust habt, einen Gastartikel rund um das Thema Welpe / Junghund zu schreiben, freue ich mich sehr über Mails an me@moeandme.de! Das Thema steht euch frei, ihr könnt uns eure Geschichte erzählen, welche Erfahrungen ihr mit eurem Welpen gemacht habt und was ihr schon immer einmal loswerden wolltet. Ich freue mich auf eure Geschichten! 🙂

Kommentieren

5 Gedanken zu „Gastbeitrag: Ein 2. Welpe! Den erziehe ich doch mal so nebenbei…“

  1. Liebe Nicole,

    nein nein nein! Nicht abschrecken lassen! Aber es sollte gut überlegt sein!
    Vor allem ist 1 Hund mal schnell untergebracht wenn man überraschend mal den Hund nicht mitnehmen kann. Bei 2 Hunden sieht das Ganze auch schon wieder anders aus! Meinen Eltern kann ich Ren jederzeit vorbeibringen. Aber Stimpy nehmen sie ungern da sie ihnen zu hibbelig ist.

    Aber, wie gesagt, ich möchte nicht mehr 1 Minute mit den beiden missen da 2 Hunde schon sehr viel Liebe geben können!!!!

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy




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    • Liebe Steffie, dein Gastbeitrag hat mir sehr gut gefallen und ich habe ihn mit großem Interesse gelesen. Vieles geht bei einem Welpen leichter, wenn ein erwachsener Hund dabei ist. Diese Erfahrung haben wir auch gemacht. Wie du aber auch schon schreibst, irgendwann kommt dann auch der Zeitpunkt ab dem der unsichere Welpe eine eigene Persönlichkeit entwickelt und sich nicht mehr an den älteren Hund orientiert. Und dann fängt die doppelte Arbeit, damit auch der ältere Hund nicht zu kurz kommt. Ich drücke dir fest die Daumen, dass dein Wunsch bald in Erfüllung geht und deine kleine „Zaubermaus“ ohne Leine wieder entspannt bei euch im Rudel mitläuft. Aber ich bin mir auch sicher: IHR schafft das!
      Liebe Grüße
      Sali




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      • Vielen Dank für’s Daumen drücken!
        Wir können jeden verfügbaren Daumen gebrauchen 😉

        Es gibt einfach Tage, an denen es mich absolut nicht stört, einen etwas anspruchsvolleren Hund zu haben, aber dann kommen auch leider die Tage, an denen man echt an sich zweifelt! Aber die kommen zum Glück nicht allzu oft vor!

        Liebe Grüße




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  2. Nun, ich gebe zu, dass ich mir schon mal gedacht habe, dass ich einen Welpen neben Socke richtig klasse fände. Socke war – nach Aussage der Vorbesitzerin – eine gute Mutter und Tante. Wir schön wäre es, wenn Socke uns einen kleinen süßen Tibet Terrier erzieht.
    Aber Socke sollte als Einzelhund gehalten werden und die Erkrankung sollte man nicht überschätzen. Zudem kommt die Fellpflege, die dann doppelt so viel Arbeit macht.

    Und Deine Steffys Geschichte, die so ein bisschen in die Richtung zu unserer Situation geht, zeigt mir, dass es gut ist, es nicht zu tun. Denn jeder Hund ist anders und es ist einfach falsch zu denken, dass der zweite Hund schon so mitläuft und vom älteren Hund erzogen wird. Natürlich heißt das nicht, dass man sich keinen zweiten Hund holen soll, aber man muss eben mit ganz viel Arbeit rechnen und darf nicht darauf vertrauen, dass der zweite Hund sich dem ersten anpasst und alles so nebenher läuft.

    Steffy macht das klasse, für uns ist dies aber keine Option.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  3. Hallo,

    Ich denke es ist eine Bereicherung und auch eine Herausforderung wenn man sich für einen zweiten Hund entscheidet. Wir haben uns vor 2,5 Jahren von unserer Beagle Dame verabschieden müssen und uns relativ kurz danach unseren Cockalier (cavalier king charles spaniel x cocker spaniel) Dexter geholt. Innerhalb kürzester Zeit war er mein Schatten, mein seelenhund und der star der Hundeschule – aber er war einsam. Er liebte andere Hunde und mit Ihnen zu tollen. So haben wir uns vor einem Jahr für unsere kleine Cockerdame Grace entschieden. Die ist jedoch so ganz anders. Mann der Dickkopf treibt mich manchmal zur Verzweiflung. Mit dem ohne leine gassi gehen funktioniert nur weil sie absolut an dexter hängt und ihm alles nach macht. Also ähnlich wie bei Steffi. cocker dickkopf eben. aber wir lieben beide hunde über alles und sind mittlerweile gut zusammen gewachsen ? ich kann einen zweiten hund ohne einschränkung empfehlen.

    Lg Monika




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