Gastartikel: Wie Askan schwimmen lernte. Oder auch nicht.

Unsere liebe Gastautorin Isabelle hatte eine hehres Ziel: Ihr Askan sollte schwimmen lernen. Denn eigentlich wollten sich die beiden auf den Triathlon vorbereiten… Wie der aktuelle Stand ist und ob Askan überhaupt nur eine Pfote ins Wasser hält, lest ihr hier.

Gastartikel: Pack die Badehose ein und dann „Ahoi“ – ach neeee der Bube ist ja wasserscheu…

„So ihr Lieben, wir können also feierlich von der ersten Mission berichten auf der wir glorreich und glanzvoll gescheitert sind. Aber beginnen wir ausnahmsweise mal am Anfang.

Als Welpe ist mein Bub immer mal zögerlich ins Wasser gegangen. Vorzugsweise kleine Flüsse und Bäche – der Boden immer schön nah an der Wasseroberfläche und gut sichtbar. Rannten andere Hunde beim Welpentoben hinein, konnte er nicht anders und machte sich die Pfötchen schon mal nass, um sie beim Spielen doch noch zu erwischen.

Im Laufe des Erwachsenwerdens erkannte Askan für sich offensichtlich, dass dem kühlen Nass auch an heißen Sommertagen wenig abzugewinnen ist. Entspannung in der Nähe von Wasser? Fehlanzeige. Der Bub wurde mäkeliger und mäkeliger, sodass irgendwann sogar der Regen irgendwie doof war (klar ist ja schließlich Wasser von oben und von unten). Das Gehen ins Wasser wurde für Askan ein Akt, der der Schlacht am Schwarzwasser gleichzukommen scheint.

Die schönste Anekdote dazu übrigens: Immer mittwochs treffen wir uns mit Askans besten Hundefreunden. Er liebt die beiden Jack Russel quasi tierisch und beginnt im Auto bereits zu quietschen, wenn wir auf den altbekannten Feldweg einbiegen, an dem wir uns seit fast drei Jahren treffen.

Eines Tages hatte er die Rechnung jedoch nicht mit dem massiven Starkregen gemacht, der auf der Fahrt sintflutartig über uns herein brach. Am Feld angekommen sah er die beiden, sprang freudig aus dem Auto, um dann in Sekundenschnelle kehrt zu machen – ein Spin der jedes Westernpferd vor Neid hätte erblassen lassen  – um wieder ins trockene Vehikel zu springen. So viel also zu seiner Einstellung zum Wasser.

Gleich in der Nähe haben wir eine Talsperre mit zugehörigem Hundestrand und auch an kleinen Seen und Teichen mangelt es uns nicht. Ein Paradies für Vierbeiner – gerade bei feuerbergartigen Temperaturen im Sommer. Askan interessieren dort die Hunde – das Wasser jedoch absolut nicht. Er schaut es vielmehr an als würden dort Krokodile – oder noch schlimmer: der weiße Hai himself – leben.

Der Gipfel dieser Wasserblasphemie: im Ostseeurlaub letztes Jahr hatte sich Askan dann entschieden, lieber die Ostsee leer zu saufen als auch nur eine Pfote hineinzusetzen. Während die anderen Hunde also voller Lebensfreunde ihren Spielis hinterher und sofort ins Wasser rannten, verkroch sich Meister Pelz hinter meiner Mama. Mit anklagender Verachtung im Blick und imaginär erhobener Mittelkralle versteht sich.

Irgendwie sah er aus wie die „dicken Kinder“ beim Schulsport, die keiner in die Mannschaft wählen wollte, die aber schon gern mitgemacht hätten und den anderen leidend hinterher blickten. Ich darf das übrigens sagen, war ja schließlich auch so ein Kind. So viel also zur Vorgeschichte.

Im Zuge des Gedankenspiels womöglich einen Triathlon zu bestreiten, entstand natürlich der Knoten, wie man den Senfhund denn ins kühle Nass buchsieren könnte. Und noch schlimmer, wie könnt man ihn denn gar zum Schwimmen animieren? Vermessen zu denken, es könnte mit den Tipps aus Büchern und Internet klappen. Trotz wirklich umfangreicher Bemühungen meinerseits und der Hilfe eines guten Hundekumpels, der Wasser unwahrscheinlich dufte findet, geht er nicht weiter hinein als dass Pfötchen und Bauchie nass werden könnten.

Da kann ich die besten Naschigkeiten, Spielzeuge und gar mich selbst in die Fluten stürzen, er bleibt am Rande stehen und man sieht wie die Zahnrädchen seiner Überwindung malmen. Vom Traum eines Triathlons oder eines Hundes, der sich genüsslich in tosenden Wellen wälzt, kann ich mich also getrost verabschieden. Die Messe ist gelesen, Hannibal hat die Alpen überquert, der Drops ist gelutscht, der Zug abgefahren – es ist einfach Essig mit Wasser, Baden und Co.

Nicht mal das Kinderplanschbecken oder die liebevoll bewässerte Babybadewanne können ihn irgendwie animieren. Systematische Desensibilisierung – wie ich sie in meiner Ausbildung zum Hundetrainer bereits gelernt habe, scheitert ebenfalls in Gänze an dieser Mission. Auch Bäche – stilles Wasser in seiner Steigerung – haben nicht geholfen, ihm den Einstieg zu erleichtern. Meine Mediationen, um ja keinen Leistungsdruck auszuüben, übrigens auch nicht.

Kühldecken für den Sommer, welche man benässt und worauf sich der Hund eigentlich zum Kühlen legen soll, brauchen wir gar nicht kaufen. Stellt euch dann bitte mal bildlich vor wie das Duschen meines Senfhundes nach exzessiven Vollwälz in irgendwelchen Kuhexkrementen abläuft. Genau, hinterher braucht meine Wohnung eine Komplettsanierung, weil sie dem Zustand Dresdens ´45 beängstigender Weise ziemlich nahe kommt.

Vom Trotz, Verachtung und emotionalem Terrorismus in Askans Blick noch Wochen später – spreche ich da noch gar nicht. Bilder von Flugzeugabstürzen sehen dagegen noch optimistisch aus.  Ich bin ja froh, dass er in diesen Momenten noch nicht den Tierschutz gerufen hat, um sich wieder ins Ausland zurückverfrachten zu lassen.

Was das Thema Hund und Wasser angeht, bin ich bisweilen wirklich mit meinem Latein ziemlich am Ende. Da nützt dann wohl auch nichts anderes mehr als sich auf die Stärken zu konzentrieren anstatt sich an den Schwächen zu verkämpfen.

Wenn es jetzt wirklich nur mein Wunsch ist und sich Askan nicht vor lauter Leidensdruck in Therapie begibt, dann werden wir uns eben doch eher auf Joggen und Radfahren konzentrieren. Adeui Traum vom Triathlon – aber ein Duatlon oder Marathon wäre ja trotzdem noch drin. 🙂 Vielleicht versuch ich es auch noch einmal mit einer Schwimmweste fürn Bub – aber nur vielleicht. 🙂 “

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1 Gedanke zu „Gastartikel: Wie Askan schwimmen lernte. Oder auch nicht.“

  1. Oh jeee, armer Askan. Wer weiß, was da vorgefallen ist oder er im Wasser sieht. Shiva war immer schon leidenschaftlich, was Wasser angeht. Aber Schwimmen wollte sie erst nachdem sie über 1 Jahr alt war. Plötzlich ist sie ins Wasser gehechtet und war fast nicht mehr rauszukriegen. Rocky brauchte für dieses Kunststück satte 3 Jahre. Aber dann war auch er nicht mehr aus den Fluten zu bekommen. Meine Jenny erinnert mich da eher an Askan. Sie hat jede Pfütze umrundet (während sich die anderen reinleg(t)en und sich Shiva sogar drin wälzt) und Wasser war zum Trinken da. Das hab ich in 11 Jahren nie ändern können. irgendwann hab ich es einfach akzeptiert und ihr ihren Spaß gelassen. Soll sie halt draußen stehen und zugucken… Ich kenn einige Hunde, die nicht ins Wasser wollen. Warum auch immer.

    Flauschige Grüße
    Sandra und Shiva




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