Gastartikel: Fährtentraining mit dem Hund

Fährtentraining mit dem Hund

Geistige und körperliche Auslastung – beides ist wichtig für ein gesundes und entspanntes Hundeleben. In unserem Gastartikel geht es heute um das Fährtentraining, was eine großartige Möglichkeit ist, den Vierbeiner richtig auszulasten.

Schon lange wollte ich das Fährtentraining selber einmal aufbauen, nur war mir nicht so richtig klar, wie. Nicole Rinne vom Blog dogeridoo erklärt uns heute, wie sie und ihr Hund Devil es gemacht haben. Viel Spaß beim Lesen! 🙂

Gastartikel: Fährtentraining mit dem Hund

„Nicht nur Jagdhunde haben Spaß am Fährtentraining. Auch Hunde, die einfach für ihr Leben gern schnüffeln und sonst nicht viel mit dem Jagen am Hut haben, nehmen gern die Spur von was auch immer auf und gehen ihr nach.

Das kann zwar hin und wieder etwas nervig sein, wenn sie sich dann nicht davon abbringen lassen möchten – aber man kann diese Neigung auch gut nutzen. Zum Beispiel, um den Hund richtig schön auszulasten und dabei auch noch für Spaß bei Zwei- und Vierbeinern zu sorgen.

Fährtentraining mit dem Hund
Fährte gefunden! ©dogeridoo

Es gibt viele Bücher zum Thema Fährtentraining und viele Trainer bzw. Hundeschulen bieten auch Kurse an, in denen man lernt, wie man Fährten richtig aufbaut und aus einer interessierten Schnüffelnase eine Fährtenprofi macht.

Das kann man alles natürlich in Anspruch nehmen. Man kann aber auch einfach mit Spaß an die Sache heran gehen und das Fährtentraining in den täglichen Spaziergang einbauen – ohne große Ambitionen dabei zu haben.

Wir haben uns für Letzteres entschieden und sorgen so einfach immer mal wieder für lustige Zeiten auf der Wiese, bei denen unser kleiner Teufel richtig in der Aufgabe aufgeht und anschließend völlig k.o. ist.

Beim Fährtentraining lernen Bockwürste das Laufen

Hast Du schon mal jemanden gesehen, der eine Bockwurst hinter sich hergezogen hat und dabei leicht verschämt lächelte? Nicht? Okay, dann hast Du uns auch nicht bei den Anfängen unseres Fährtentrainings beobachtet.

Das beruhigt mich jetzt ehrlich gesagt ein bisschen. So haben wir nämlich wirklich unsere ersten Schritte mit dem Fährtenlegen gemacht (im wahrsten Sinne des Wortes) und nicht selten erhielten wir dafür seltsame Blicke.

Schuld daran war unsere damalige Hundetrainerin. Sie erklärte uns, dass die Bockwurst eines der besten Trainingsgeräte für Fährten ist und so nahmen wir auf unseren nächsten Spaziergang eine Bockwurst mit, die an einem langen Faden befestigt war.

Auf der nächsten Wiese ging es dann los: Herrchen schnappte sich den Hund und lenkte ihn ab, Frauchen ließ die Wurst hinter sich in Gras fallen und ging ein paar Meter gerade durchs Gras.

Das Ende der Fährte markierte dann eine Dose mit Leckerlies, die ich ins Gras legte. Dann ging es ab zu Hund und Herrchen und ich übernahm die Leine samt Hund. Ich führte ihn zum Start der Fährte, er nahm den Würstchengeruch schnell auf und lief die Fährte ab, ohne einmal die Nase zu heben.

Dafür gab es dann natürlich am Ende der Fährte eine Belohnung aus der Leckerlie-Dose.

Für eine begeisterte Schnüffelnase ist das natürlich keine große Herausforderung. So bauten wir schnell ein paar kleine Schwierigkeiten ein, in dem ich beim Legen der Fährte mal scharf links oder rechts abgebogen bin.

Für mich selbst kennzeichnete ich diese Stellen mit einem Stoffband (wir haben dafür ein altes Shirt zerschnitten). Hätte der Hund Probleme gehabt der Fährte zu folgen, hätte ich also genau gesehen, wo ich ihn unterstützen konnte.

Fährtentraining mit dem Hund
Der Hund ist glücklich ©dogeridoo

Je nach Trainingsgrad der Nase gibt es hier für ein paar Tage richtig viel Spaß. Mit jedem Mal kann man ein- oder zweimal öfter abbiegen und die Fährte selbst verlängern.

Wichtig ist, dass der Hund wirklich Spaß dabei hat und nicht überfordert wird. So sind, je nach Länge der Fährte, zwei bis drei Fährten völlig ausreichend, um einen Hund platt zu machen.

Fährtentraining geht natürlich auch ohne Wurst

Wir waren zum Glück ziemlich schnell an dem Punkt angelangt, an dem es für den Hund mit der Wurst-Fährte zu leicht wurde. Dann gilt es, einen guten Übergang zur wurstlosen Fährte zu schaffen.

Wir haben das so gelöst, dass wir die Wurst nur noch hin und wieder hinter uns in Gras plumpsen ließen und sie dann mithilfe des Fadens gleich wieder hochzogen. Gleichzeitig schlurfte ich mit den Füßen, damit diese den Boden nicht wirklich verließen.

So hat der Hund meinen Geruch und den der Wurstfährte miteinander verbunden (oje, hört sich das komisch an) und wusste wo es langging, auch wenn mal für 20 Zentimeter kein direkter Wurstgeruch da war.

Diese Abstände ließen wir dann auch immer größer werden, bis die Wurst nur noch Anfang und Ende der Fährte markierte und dann endlich ganz zu Hause bleiben konnte.

Wir brauchten anschließend nur schlurfen zum Fährtenlegen und auch das wurde abgelöst von Trippelschritten bis hin zu ganz normalen Schritten.

Weitere Schwierigkeitsgrade kann man auch hier wieder mit Abzweigungen ins Fährtentraining einbauen, die dann am besten auch wieder gekennzeichnet werden.

So klappt das Fährtentraining richtig gut

Zugegeben, so wie es bisher hier steht, hört sich das mit dem Fährtentraining richtig leicht und spaßig an. Je nach Hund kann es aber eine ganz schöne Herausforderung sein – und das nicht nur, weil der Hund vielleicht eine nicht ganz so gut trainierte Nase hat.

Fährtentraining mit dem Hund
Fährtentraining mit dem Hund

Wir haben da auch ganz andere Probleme kennengelernt. 😉 So gilt es gerade am Anfang darauf zu achten, wo die Fährten gegangen werden.

Im Gras können beispielsweise die Gerüche leichter hängenbleiben, als auf einem asphaltierten Weg.

Es ist also anzuraten, wirklich auf einer Wiese zu beginnen. Möchte man nicht sämtliche Hunde, die eine ähnliche Runde gehen, verrückt machen, sollte man ein abgelegenes Stück Wiese wählen.

Wichtig ist auch, dass sich die Fährten nicht kreuzen. Mit der Zeit können die Hunde zwar unterscheiden, welche Fährte älter und welche neuer ist, aber das ist dann echt schon eine ganz schöne Leistung für die kleinen Köpfe, dass da dann die richtige ausgewählt wird.

Im richtigen Fährtentraining mag das vielleicht eine moderate Aufgabe sein, fürs Spaß-Training würde ich das erst einmal ausklammern.

Da hat man eh mit ganz anderen Dingen zu kämpfen. Unser Hund wollte beispielsweise gern mal Abkürzungen nehmen, wenn ich ein paar Mal um die Ecke gegangen bin.

Er hat dann seine Nase nicht mehr am Boden gehabt, sondern in der Luft.

So konnte er auch nicht direkt der Fährte folgen, sondern hat probiert, querfeldein zur Belohnung zu laufen. Wir haben ihn dann immer wieder liebevoll an seine Aufgabe herangeführt und somit korrigiert.

Ein weiteres Verhalten, das wir schnell beobachten konnten: Baten wir andere Leute die Fährte zu legen und somit etwas Abwechslung ins Spiel zu bringen, war dem Hund das eigentliche Ende der Fährte schnell egal. Er sauste dann an seiner Belohnung vorbei und folgte der Fährte, bis er beim Menschen angelangt war.

Das war dann der Moment, als wir zum Spaß-Mantrailing wechselten! So seltsam es uns auch erschien: Für unseren Kleinen war das schönste am Fährtentraining das Finden der Menschen und sein heiß geliebtes Futter ließ er dafür stehen.

Fazit

Fährtentraining ist für Jagdhunde unheimlich wichtig und man kann da echt eine Menge machen, beispielsweise mit abgesteckten Gebieten und ähnlichem. Man kann aber auch einfach eine Wurst hinter sich her ziehen und gemeinsam mit dem Hund ein wenig Spaß haben.

Fährtentraining mit dem Hund
Fährtentraining ist perfekt für Schnüffelnasen ©dogeridoo

Natürlich hat das dann wenig mit dem eigentlichen Fährtentraining zu tun, aber das muss es ja auch nicht. Viel wichtiger ist doch, dass der Hund sinnvoll beschäftigt wird und man zusammen Spaß hat. Denn das festigt auch die Bindung.“

Über unsere Gastautorin: Nicole hat zwei Leidenschaften: Hunde und das Schreiben. Mit dogeridoo ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, denn hier kommt einfach alles zusammen. Für Spaß, nette Gespräche und ausgiebige Spaziergänge ist sie natürlich auch immer zu haben!

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2 Gedanken zu „Gastartikel: Fährtentraining mit dem Hund“

  1. Fährten zu gehen ist wirklich eine tolle Möglichkeit den Hund auszulasten. Ich habe das Fährten bei der Ausbildung meiner Schäferhündin erlernt und musste daher an einigen Stellen schmunzeln weil wir so völlig anders an die Sache herangegangen sind.
    Gerüche bleiben im Gras nicht besser hängen. Die Hunde riechen die Verletzung der Gradnarbe und nicht den Geruch des Menschen, daher sollte man beim Fährten stets die Spur richtig trampeln. Sonst geht es ins Trailen über 😀
    Fährten gehen sollte bei viel mehr Hunden auf dem Plan stehen. Ist wirklich für jeden etwas 🙂




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