Futter kaufen und Gutes tun! – Oder?!

Futter kaufen und Gutes tun - oder?

Neulich erreichte mich ein Paket. Nicht, dass das ungewöhnlich wäre, denn wir bekommen nicht selten Pakete, oft auch unaufgefordert. Darin enthalten meist irgendwelche Testprodukte, Futter, Nahrungsergänzungsmittel,  Leckerlies, Bücher oder andere Dinge, die, so die Aufforderung, gerne auf Moe & Me vorgestellt werden dürfen.

Meist reagiere ich darauf nicht. Mein Blog stellt zwar durchaus Produkte vor, diese aber nur in Absprache und dann, wenn es mir gefällt. Dazu drängen lasse ich mich nicht.

Neulich kam also dieses Paket. Darin enthalten diverse Futterproben, eine Tasse und mehrere Ausgaben von einem Heftchen: Das Tierschutz-Magazin.

Das Anschreiben war sehr freundlich, man berichtete mir davon, dass der Tierschutz-Shop aus Krefeld aktuell eine Spendenaktion laufen hätte. Dabei ginge es darum, einen LKW mit Futter- und Sachspenden zu füllen und an drei Tierschutzvereine in Spanien zu schicken. Da mein Blog tierliebe Menschen erreicht, wünsche man sich, dass ich hier darüber berichte.

Nun, ehrlicherweise spende ich am Liebsten dorthin, wo ich die Menschen dahinter kenne. Weiß, dass mein Geld und meine Sachspenden ankommen. Daher dachte ich nicht weiter über den Shop nach, spendete die paar Futtertütchen und stellte die enthaltene Tasse zusammen mit ein paar Magazinen oben bei uns in die Ferienwohnung.

Erinnerung: Da war doch was.

Da war doch was - aber was war denn da?
Da war doch was – aber was war denn da?

An das Paket dachte ich im Folgenden nicht weiter, auch nicht an die damit verbundene Bitte. Bis ich auf folgenden Blogartikel von Bärbel (lieblingskatze.net) stieß: Der Tierschutz-Shop und das kalte Geschäft mit Tieren in Not.

Prompt ratterte es in meinem Kopf. „Den Namen hast du doch schon mal gehört. War da nicht was?“ Nachdem ich Bärbels Artikel zu Ende gelesen hatte, erinnerte ich mich sofort an das entsprechende Paket und war kurzzeitig sprachlos.

Der Tierschutz-Shop stellt sich selber als sehr edel und uneigennützig dar – was er laut Recherche von lieblingskatze.net wohl nicht ist.

Im Tierschutz-Shop hat der Kunde zwei Möglichkeiten.

Möglichkeit 1: Der Kunde kauft für sich ein. Das bedeutet: Von jedem Euro Netto-Umsatz, den der Shop mit den Bestellungen seiner Kunden macht, werden zehn Prozent an Tierschutzvereine gespendet – allerdings sind die Sachen im direkten Preisvergleich viel zu teuer.

Möglichkeit 2: Der Kunde kauft für den Tierschutzverein seiner Wahl ein. Wenn genug Bestellungen für den einen Tierschutzverein zusammen kommen, werden die Produkte gesammelt ausgeliefert. Aber auch hier gilt: Im direkten Preisvergleich mit anderen Shops sind die Produkte überteuert!

So zahlt der Kunde/Spender drauf, und statt das Produkt (günstiger) woanders zu kaufen, selber einen Preisvergleich machen zu können (und damit eventuell sogar die Möglichkeit zu haben, mehr zu spenden), wird das verwehrt. Von den Spenden, die der Kunde dort also einkauft, profitiert letztendlich nur der Tierschutz-Shop selber.

Bärbel hat einige horrende Beispiele zusammen getragen und auch ich habe einmal kurz recherchiert: die meisten Produkte im Hundebereich, die ich heraus gesucht habe, waren woanders deutlich billiger.

Die Trixie Leberwurst zum Beispiel kostet im Tierschutz-Shop 2,49 € bei 110g. Regulär in anderen Shops ist sie für 1,79€ zu kaufen – also glatte 70 Cent mehr. Auch beim Rinti Nassfutter gibt es diesen Preisunterschied, dort schwankt er zwischen 40 und 49 Cent.

Und so zieht sich das Ganze durch. Mal ist es mehr, mal weniger, aber der Preis ist nie deutlich unter den regulären Preisen – was sicherlich möglich wäre, würde man sich tatsächlich für den Tierschutz einsetzen.

Letztendlich verhandelt so ein Shop mit seinen Anbietern, aber da es auch darum geht, selber zu verdienen, ist der Spender der Leidtragende.

Aber es gibt Alternativen: Einige Tierschutzvereine oder Tafeln haben bereits Wunschlisten bei Amazon angelegt. Dort kann man Preise vergleichen und trotzdem direkt an die bedürftigen Organisationen spenden (Hier geht es zu der Wunschliste der Tiertafel Kiel).*

Das sorgt zum Einen dafür, dass wirklich das ankommt, was gebraucht wird und es zum Anderen keine Sammellieferungen gibt (wie bei dem Tierschutz-Shop) – außerdem das der Spender gegebenenfalls mehr kaufen kann. Denn wenn er sparen kann, kommt das vielleicht auch der entsprechenden Organisation durch zB. eine Portion Nassfutter mehr zugute.

Fazit: Spenden ja, aber mit Köpfchen.

Wir spenden - aber nur persönlich.
Wir spenden – aber nur persönlich.

Schön hört es sich ja an. Sich selber, bzw. für den Lieblingsvierbeiner schöne Dinge bestellen und gleichzeitig Gutes tun. Das sich solche Versprechen besser anhören als sie tatsächlich sind, ist meistens die Realität.

Für mich bietet der Tierschutz-Shop leider gar keine Alternative. Ich spende weiterhin direkt, entweder Geld oder Sachspenden. Durch Anbieter wie Amazon ist es so leicht geworden, auch das Richtige zu kaufen, Dinge, die wirklich benötigt werden ohne das noch daran verdient wird. Für mich jedenfalls kommt eine Bestellung in dem Tierschutz-Shop nicht in Frage.

Habt ihr auch schon über diesen Shop gespendet oder bringt ihr eure Spenden lieber „direkt an den Mann?“

*Edit: Manuela hat mich unten in den Kommentaren darauf aufmerksam gemacht, dass man auch über Ebay spenden kann, wenn man Amazon nicht unterstützen möchte. Danke dafür!

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