Freundschaftsbesuch von Tola

Tola war zu Besuch
Tola war zu Besuch

Besuche machen immer Freude – wenn nicht beim Kommen, dann beim Gehen. (Christian Morgenstern)

Fast habe ich euch den Besuch meiner Freundin Tola unterschlagen. Frauchen lässt mich in letzter Zeit echt selten an den Laptop, das muss unbedingt geändert werden, oder?

Also, wir haben neulich Besuch bekommen, von Dennis Familie. Und da gehört eben auch die Tola zu, ein waschechter Pointer Pachón Navarro. Tola und ich haben schon ein paar Urlaube miteinander verbracht, manchmal besuche ich sie auch Zuhause. Ich muss ganz ehrlich sagen, Tola ist auch eine ganz gute Gastgeberin: Wenn ich da bin, darf ich ihr ganzes Spielzeug ausräumen, es kaputt machen bespielen, ihren Napf ausschlabbern wenn sie fertig ist… So weit, so gut. Ihr Frauchen haben wir auch so weit trainiert, dass sie mir Leckerlies abgibt.

Moe als Gastgeber-Hund

„Was, hast du gesagt, ist das?“, fragte I-Ah. „Tieger.“ „Aha!“ sagte I-Ah. „Er ist gerade angekommen.“ erklärte Ferkel. „Aha!“, sagte  I-Ah wieder. Er dachte längere Zeit nach und sagte dann: „Und wann reist er wieder ab?“ (A. A. Milne, Pu der Bär und I-Ah)

Jetzt musste ich mich also als Gastgeber beweisen. Zum Glück nur für einen Tag und eine Nacht, aber mal ehrlich unter uns Vierbeinern: Das reicht aus! Die Tola mag ja als Gastgeberin ganz nett sein, aber als Gast ist sie eine Vollkatastrophe.

Die stiefelte einfach rein, kein Hallo, kein Gastgeschenk, nichts. Und rumms, flätzte sie sich erstmal mit ihrem Hintern auf meinen Kuschelsack. Äh, geht’s noch? Ja, du bist vielleicht von der Straße in Spanien und unter euch „Amigos“ macht man das vielleicht so, aber nächstes Mal sag ich nur: „Hasta la vista, Baby!“ So nicht.

Meine Enten-Leckerlies! MEINE!
Meine Enten-Leckerlies! MEINE!

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, hat sie direkt erstmal meine getrockneten Enten-Stücke abgestaubt. Ja herrlich.

Weil ich meine Vorräte drastisch schwinden sah und bevor das Ganze noch eskalierte, lud ich kurzentschlossen zu einem Spaziergang am Strand. Ich dachte mir, einer Dame von Welt könnte das gut gefallen. Aber: Auch da nichts. Statt mit mir zu Spielen und etwas Dankbarkeit zu zeigen, setzte sie sich nur auf einen Steg und schaute den Vögeln und den Booten zu.

Auf dem Steg
Auf dem Steg

Jetzt liegt es mir natürlich fern zu sagen, dass es am Gewicht der Dame liegen könnte, dass sie keine Energie hat. Ich würde auch nie behaupten, dass es pure Unfreundlichkeit war, dass sie nicht mit mir gespielt hat. Vielleicht habe ich ja nur einen schlechten Tag erwischt aber dann bleib doch einfach zu Hause.

Ich versuchte also daheim, zu retten was zu retten ist und ein bisschen „alegría“ in die Bude zu bringen. Klappte nur so halb. Madame war nicht zu Späßen aufgelegt und schätzte meine Gesellschaft nur insofern, als dass sie plante, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Hm. Vielleicht an einem anderen Tag, mir gefällt es so nämlich ganz gut.

Konspiration? Nicht wirklich.
Konspiration? Nicht wirklich.

Einen letzten Versuch startete ich als guter Gastgeber aber doch noch: Weil sie so einsam auf dem Kuschelsack lag, legte ich mich einfach mal zu ihr. Natürlich nicht nur um zu Kuscheln, sondern weil ich auch die Kekse abfangen wollte, die unter Umständen bei Tola landen würden! Sie war davon nicht wirklich begeistert und drückte sich in die hinterletzte Ecke. Pech gehabt. Mehr Platz für mich!

Teilen ist nicht so unsers
Teilen ist nicht so unsers

Die absolute Härte war aber, dass Tola MEINEN Kuschelsack sogar über Nacht ausgeliehen bekommen hat. Könnt ihr das glauben? Ich war total perplex, weil ich auf dem harten Boden in meinem anderen Körbchen schlafen musste. Ganz ehrlich Leute: Besuch brauche ich so schnell nicht wieder! Und Tola, merk dir das Zitat:

Wirst du irgendwo gut aufgenommen, musst du nicht gleich wiederkommen. (Deutsches Sprichwort)

Schlafenszeit für Tola
Schlafenszeit für Tola

Nächstes Mal bin ich wieder der Gast, so viel steht fest. Hattet ihr auch schon mal so einen komischen Besuch und was habt ihr dagegen unternommen?

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5 Gedanken zu „Freundschaftsbesuch von Tola“

  1. Lieber Moe,

    Besucher sein ist wohl nicht schwer – Besuch haben anscheinend sehr 🙂 Ich dichte mal so frei um … und muss ganz ehrlich sagen, Du hast mir mit Deinem Besuchsbericht den Tag versüßt. Ich kann gut verstehen, dass Du es nicht lustig fandst, als Tola Deine Enten-Streifen bekommen hat. Aber es war ja ein Ende abzusehen, da hättest Du schon etwas toleranter sein können 😉

    Beim Lesen musste ich daran denken, wie Damon sich benommen hat, als Cara hier eingezogen ist. Der hätte sich auch gefreut, wenn sie am nächsten Tag wieder gegangen wäre 😉 Mittlerweile natürlich nicht mehr – aber vielleicht hilft Dir der Gedanke daran bei Deinem nächsten Gast … es könnte schlimmer kommen, er könnte bleiben!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara




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  2. Besuch kann Fluch und Segen zugleich sein… Aber Tola sieht sooo nett aus!
    Für mich ist es immer schwierig die Frauchens von meinen Besuchern mit den Besuchern zu teilen. Mir wäre es lieber die würden nur mich knuddeln. Aber wir werden uns zum Glück immer schnell einig wer wann wie lange gekrault werden darf.
    Liebe Grüße
    Lotta




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  3. Nein, was ist das für ein schlechter Gast. Ich benehme mich zwar auch immer schlecht, sagt Frauchen, aber so schlimm ist es bei mir denn doch nicht. Ich hopse gerne in die Betten der gastgebenden Hunde, futtere aus ihrem Napf und nehme mir ihr Spielzeug, aber sonst bin ich wirklich gut verträglich und pflegeleicht. Ich kann Dir das gerne mal zeigen, lieber Moe. ;o)
    Aber ich finde es toll, wie lieb Du bist. Als Gastgeberin habe ich nämlich noch einige wenige, nein viele Defizite….

    Wuff &Wau
    Deine Socke




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  4. Ach du armer Kerl! Und dabei hast du dir solche Mühe gegeben! Ich kann dich verstehen, wenn du erstmal genug von Besuch hast 😉 Liebe Grüße, Pauline




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