Fahrrad fahren mit dem Hund

Radfahren mit dem Hund
Radfahren mit dem Hund

Was bei Geübten so leicht aussieht, kann unter Umständen einen langen Trainingsweg bedeuten: Das Fahrrad fahren mit dem Hund.

Moe soll viel neben dem Fahrrad herlaufen, das war der Tipp, den uns unser Tierarzt wegen Moes HD gegeben hat. Kräftige Muskeln unterstützen das Hüftgelenk.

Unser Weg zum gemeinsamen Fahrrad fahren hat aber wirklich lange gedauert. Leider lag das vor allem an mir. Welche Rückschläge wir hatten und was ihr bitte auf keinen Fall nachmachen sollt, davon berichten wir heute.

Unsere Anfänge

Ein bisschen schlau habe ich mich natürlich vorher gemacht, wie man den Hund am besten an das Fahrrad gewöhnt. Also wurde das Rad die ersten Male nur geschoben, Moe ging nebenher.

Als das zuverlässig klappte, ging es direkt los. Unsere erste Tour sollte zum Strand führen, ein knapper Kilometer war für den Anfang eigentlich eine gute Distanz.

Da ich an meinem Fahrrad keinen Abstandshalter anbauen kann und ich damals diesen Fahrradstangen überhaupt nicht vertraut habe, musste eine andere Lösung her. Ich versuchte es bei der ersten Tour mit der normalen Leine – blöde Idee.

Erstens baute Moe ein extremes Tempo auf, weil er unbedingt zum Strand wollte, zweitens waren die Begegnungen mit Artgenossen auch doof. Zu dem Zeitpunkt reagierte Moe auf Artgenossen zwar manchmal durchaus positiv und wollte dann Spielen. Aber so musste ich anhalten und / oder die Leine fallen lassen, weil er so zog. Das war mir zu gefährlich.

Die nächste Überlegung war die Flexileine zu benutzen – eine richtig bescheuerte Idee. Um es kurz zu machen: Ich flog im hohen Bogen vom Fahrrad (Merke: So ein Helm sieht bescheuert aus, ist aber nützlich).

Danach hatte ich erst einmal genug vom Fahrrad fahren mit Moe.

Wir haben das Radfahren gemeistert!
Wir haben das Radfahren gemeistert!

Wie wir es doch noch geschafft haben

Manchmal braucht es einfach ein bisschen Zeit, bis solche Dinge funktionieren. Ich habe mir eine richtig tolle Leine zugelegt, die eine Kombination aus Klettverschluss, Gummizug und Karabiner ist. Sie funktioniert folgendermaßen: Entweder man hängt sich die Leine um und hat so beide Hände am Lenker oder man nimmt die Leine in eine Hand.

Die Leine ist zweigeteilt: Ein kurzes Stück, das an dem langen Stück mit einem Klettverschluss und / oder Karabiner befestigt wird.

Sobald der Hund zieht und er ist nur mit dem Klettband befestigt, kann er sich losmachen und die Person auf dem Fahrrad stürzt nicht. Wenn die Leine normal genutzt werden soll, wird eben der Karabiner eingehängt und schon kann sich der Hund nicht mehr losreißen. Der Karabiner am Halsband lässt sich mit nur einer Hand auf- und zumachen, was gerade am Fahrrad in bestimmten Situationen sehr hilfreich ist.

Damit haben wir einen guten Weg gefunden, Fahrrad zu fahren. Sicher ist ein Abstandshalter die bessere Wahl, aber wer eben wie ich nicht so ein Konstrukt befestigen kann, für den ist das vielleicht eine gute Lösung.

Unsere Radfahrleine in zwei Teilen
Unsere Radfahrleine in zwei Teilen

Moe hat nie wieder versucht, sich loszureißen oder irgendwie auszubüxen.  Nach meinem Sturz war das Thema durch und selbst andere Hunde sind kein Thema, es sei denn, sie laufen hinter uns her.

Mittlerweile ist die Leine nur noch selten dabei und ein Abstandshalter wäre für uns komplett überflüssig: Moe kann die meiste Zeit sowieso frei laufen und lässt sich unheimlich gut durch die Stimme lenken: Er hat unterscheiden gelernt was rechts und links ist, kennt das Wort „laaaaaaangsaaaaam“ und „Stopp“ macht er auch super.

Trotzdem habe ich die Leine immer dabei: Es gibt immer Situationen in denen wir die Leine brauchen. Sei es, weil uns ein Pferd entgegen kommt oder weil wir eine Straße überqueren müssen – sicher ist sicher.

Moe muss noch ein bisschen lernen, seine Kondition einzuteilen. Zum Strand geht es am Liebsten im Schweinsgalopp, zurück muss ich ihn fast hinter her schleifen. 😉 Aber es macht wirklich Spaß, Moe ist nach so einer Tour glücklich und zufrieden und kann wunderbar schlafen. 🙂

Die nächste Anschaffung, die ansteht, ist ein Fahrradanhänger für Hunde. Einerseits soll Moe Kondition aufbauen, andererseits schafft er noch nicht so wahnsinnig große Runden. Daher möchte ich ihn gerne an einen Anhänger gewöhnen, um größere Ausflüge machen zu können ohne das ich Moe am Ende mitschleifen muss.

Die Leine am Lenker - so fährt man natürlich nicht!
Die Leine am Lenker – so fährt man natürlich nicht!

Tipps zum Fahrrad fahren mit Hund

So wie wir es gemacht haben, sollte man das Training nun wirklich nicht aufbauen. Ich bin mit viel Naivität und wenig Wissen an die Sache heran gegangen.

Wenn ihr wirklich ernsthaft darüber nachdenkt, euren Hund an das Radfahren zu gewöhnen, bedenkt auf jeden Fall, dass er mindestens ein Jahr alt sein sollte – erst dann sind die Knochen so weit „fertig“, dass ihr starten könnt.

Fragt vorab auch euren Tierarzt, macht vielleicht einen HD-Test, wenn euer Hund rassetypisch dafür anfällig sein könnte.

Außerdem gibt es mittlerweile auch online wahnsinnig hilfreiche Tipps, die ihr beherzigen könnt, gerade was das Equipment und das Gewöhnen an das Fahrrad angeht.

Das Unternehmen fahrrad.de und Nadja Winter aus der Hundeschule „freischnauze Karlsruhe“ haben einen kostenlosen Ratgeber erstellt, der euch Tipps rund um das Fahrrad fahren mit Hund gibt. Zum Ratgeber kommt ihr hier.

Außerdem könnt ihr mal bei Katharina und ihrem Milo vorbei schauen: Milo gehört als Dalmatiner zu den Laufhunden und wie Katharina Milo das Radfahren beigebracht hat, ist definitiv professioneller als wir das gemacht haben. 🙂

Kann es jetzt endlich mal losgehen?
Kann es jetzt endlich mal losgehen?

Fahrt ihr regelmäßig mit eurem Hund Fahrrad?

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