Es ist so ungerecht!!!

Es ist so ungerecht.

Ja, ihr lest richtig. Es ist wahnsinnig ungerecht, was Tag für Tag bei uns passiert. Und ich weiß, bei euch sieht es nicht anders aus.

Es stimmt: Gestern schrieb ich noch, dass ich durch und durch Hundemami bin. Und das meine ich auch heute noch. ABER: Irgendwie ist es schon verdammt ungerecht, welche Privilegien diese Hunde haben! Ehrlich. Ich bin es Leid, ein Mensch zu sein. Manchmal wünscht‘ ich, ich wär mein Hund.

Morgens, 7 Uhr: Das liebe Vieh räkelt sich in den Laken, beschließt, sich aufmunternd an für uns Menschen zu „Tabu-Zonen“ erklärten Winkeln zu schlabbern, steht auf, schüttelt sich – und wirft sich mit seinem ganzen Gute-Laune Gewicht auf mich und meine volle Blase. Merci, vielen Dank auch!

Kein Morgen beginnt ohne Tritt in die Innereien, ohne feuchte Zunge und ohne Krallenspuren auf meinem Hals und Schlüsselbeinen – denn irgendwie muss sich das liebe Tier auf meinem Körper ja hochziehen. Habe ich das jemals gemacht? Oder auch nur versucht? Nein!

Wenn das Frauchen ausgiebig liebkost wurde, muss schleunigst aufgestanden werden. Wenn das Frauchen nicht möchte, dass Herr Moe ihr gelbe Galle auf den Boden röchelt, sollte auch entsprechend schnell das Frühstück serviert werden. Tischmanieren? Pah! Hauptsache rein mit dem Fraß. Wählerisch sind wir ja mitnichten.

„Freude an einem Hund haben sie erst, wenn sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Mensch zu machen.
Ziehen sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.“ (Edward Hoagland)

Wenn das Frauchen schief auf den Napf guckt, wird sich gedreht. So lange, bis ihre Blicke nur noch den Poschi des Fellmonsters treffen und AUF GAR KEINEN FALL irgendwelches Futter weggucken können. Wäre ja gelacht, wenn Herr Moe sein Futter noch mit dem Frauchen teilen müsste…

Wie gerne wäre ich so konsequent wie er. Ich teile. Gehe ich zum Kühlschrank, um mir eine Scheibe Käse zu holen, bekommt Moe etwas ab. Die Hälfte. Um fair zu sein. Gibt er mir was von seinem Futter? Hat er es mir jemals, wenn auch nur der Höflichkeit halber, angeboten? NÖ!

So, und nach dem Frühstück: ZackiZacki! Raus gehen! Und nicht mal eben nur kurz ums Eck, nein, eine größere Runde sollte es schon sein.

Schlafen. Sehr wichtig!
Schlafen. Sehr wichtig!

Und dann kommt es: Schamlos, wie dieser Hund ist, setzt er sein Häufchen. Einfach so. Shiva hat neulich die verschiedenen Hundetypen aufgezählt und wie sie ihr Häufchen machen. Angeblich lassen sich die Hunde in Gruppen einteilen.

HAHA! Mitnichten. Moe ist auch da ein Mischling. Er ist unerschrocken, weil er sein Häufchen schon mal direkt auf den Gehweg vor das Haus des Bürgermeisters setzte. Vorher hatte er ungefähr 100 Möglichkeiten rund herum und auf dem Feld.

Manchmal ist er auch der Zeremonienmeister, wenn es besonders gut werden muss und die künstlerische Ader ihn packt. Ein Grünzeugfreund ist er auch, manchmal kriecht er in einen Busch – wobei der Poschi dann noch heraus guckt.

Ein Publikumsliebling ist er gerne im Urlaub, da darf man dann auch mal in die Innenstadt von Krk oder Sylt kacken – Applaus, Applaus!! Und ein richtiger Modern-Arts Künstler kann er auch sein – das hat er im Harz bewiesen, als er extra auf einen erhöhten Baumstamm machte.

Als Mensch würde ich sagen: Der hat sich extra auf die Pfotenspitzen gestellt, um das zu schaffen! Und fürs Protokoll: In den eigenen Garten macht Moe nicht. Er ist also kein Heimscheißer.

„Dogs are the leaders of the planet. If you see two life forms, one of them’s making a poop, the other one’s carrying it for him, who would you assume is in charge?“ (Jerry Seinfeld)

Um zum Thema zurück zu kommen: Irgendwie bin ich neidisch auf diese Fähigkeit. Hinhocken, machen und dann tun, als sei nichts gewesen. Muss das schön sein!!! Ein kleines Stückchen Paradies.

Kaum vom Spaziergang zurück, wird frisches Wasser verlangt, sich kurz auf dem Teppich geschubbert und – geschlafen. So ca. bis 12 Uhr. Dann könnte man ja mal schauen, was es Leckeres zum Mittag gibt…

Dieser Rhythmus aus Schlafen, Fressen, Spielen ist großartig. Warum darf ich das nicht mal? Ich hätte so gerne, dass ich mich nicht mehr um die Einkäufe kümmern müsste. Oder um Rechnungen. Um diesen Blog. Um gar nichts mehr!

Moe freut sich, wenn ein Paket kommt. Wenn das für ihn ist, ist er im Himmel. Naschis! Futter! Einfach so! Da kommt jemand und stellt EINFACH SO ein Paket für ihn ab. So sieht es für ihn aus. Er muss dafür nichts tun, kein Geld verdienen, nichts. Er muss nur da sein.

Oh! Ein Spielzeug! Hat Frauchen gerade für viel Geld gekauft! – Es kümmert Moe nicht. Es wird genauso zerfleddert wie jedes andere Ding auch. Besonders oder nicht, teuer oder billig, schön oder hässlich – Moe ist das egal.

Kann man es fressen? Kann man damit spielen? Wunderbar. Sonst ist es nicht interessant. (Lady von Hundeseele Claudia sieht das übrigens ähnlich!)

MEIN Teppich!!!
MEIN Teppich!!!

Diese simple Denkweise, die möchte ich. Für mich. Vielleicht auch nur für einen Tag, weil ich viel zu sehr Kopfmensch bin.

Aber sich einfach mal auf den Teppich plumpsen lassen und wälzen, den Tag abschütteln, sich mit den Zehen am Ohr kratzen, die Zehen abschlabbern, weil es so lecker im Ohr gerochen hat, tief und kräftig seufzen, Sabberfäden verteilen, und: Sich stundenlang kraulen lassen.

Ja. Das möchte ich für mich. Ich bin dann mal eben auf dem Teppich.

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8 Gedanken zu „Es ist so ungerecht!!!“

  1. Ich möchte auch mein Hund sein. Wenn du das so aufzählst… Ich möchte die Gelassenheit von Moe (Shiva ist so hibbelig) und das Leben von meiner Shiva.
    Das wäre toll! Dann müsste ich jetzt nicht gleich zur Arbeit, sondern könnte mich im Korb zusammenrollen oder auf dem Teppich schubbern…
    Ich bin dann mal auf dem Teppich…




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  2. Fein geschrieben, mein Frauchen sagt das auch gelegentlich „Hund sollte man sein“, Herrchen ergänzt dann immer, aber nur wenn man sich seine Menschen selber aussuchen kann.
    Gruss von Ayka, die gerade für die Morgenrunde drängelt.




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  3. Ein wunderbarer Beitrag – und ich glaube, fast jeder Hundehaber könnte den zeitweise so unterschreiben 🙂 Wobei ich mich nicht so sehr beklagen kann. Morgens geht es bei uns sehr friedlich zu – da wird nur mal eine Nase am Bettrand abgelegt und geschaut, ob Frauchen blinzelt. Geweckt werde ich nur, wenn es sehr dringend ist.
    Gefuttert wird bei uns erst nach der Morgenrunde – und auch da sind die Hunde eigentlich recht geduldig … alles zwischen 2 und 20 Minuten wird akzeptiert. Und ich bekomme sogar teilweise Futter angeboten. Damon denkt sich wohl, bevor Cara seine Rest futtert bringt er sie lieber zu mir – allerdings verwahre ich sein Futter ja nur … behalten habe ich es noch nie 😉
    Trotzdem würde auch ich gerne mal tauschen. Besonders wenn ich arbeite und neben mir schnarcht es in verschiedenen Tonlagen ganz genüsslich!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara




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  4. Manchmal möchte ich auch mit meinem Hund tauschen. Den lieben langen Tag schlafen und futtern, das wäre schon was. Und Charly würde gerne sein Fressen mit mir teilen. Nur ich stelle mich so doof an …

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




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  5. Wie gerne würde auch ich in der Haut von Keana stecken und den ganzen Tag nur Schmuse-Einheiten über sich ergehen lassen, viel draußen sein, mit meinem Lieblingsmenschen toben und schlafen was das Zeug hält. Das wäre auf jeden Fall richtig verlockend 🙂

    Schöne Grüße,
    Cornel, Joy & Keana




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  6. Sehr gut geschrieben. Ich amüsiere mich köstlich. Ja, wenn es mir alles zu viel wird, dann wünschte ich auch ich wäre Socke und müsste mich mal um nichts kümmern, bekäme mein Futter serviert und könnte lange schlafen…

    Viel lieber als würde ich aber wirklich gerne einmal wissen, was Socke denkt, was sie von dem versteht, was ich sage und tue und wie es ihr geht, wie sie fühlt. Also, einmal in Socke stecken fände ich spannend, Socke sein glaube ich nicht. Ich würde dann an den Ausscheidungen anderer Hunde riechen. Puuuh, nein danke.

    Viele amüsierte Grüße
    Sabine mit Socke




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  7. Ja, so ein Leben als Hund – das würde mir gefallen. Aber nur wenn ich in einer Familie leben könnte die so ist wie die unsere 😀

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi




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