Erfolgreich als Hundeblogger: Meine Tipps.

Erfolgreich als Hundeblogger: Meine Tipps

***Achtung: Dieser Text enthält Ironie***

Platz 1 bei Google, bei jeder Kooperation am Start, total fame und erfolgreich: Wie macht man das als Hundeblogger?

Ich habe für euch ein paar Tipps gesammelt, Tipps, die ich gerne gehabt hätte, bevor ich mit dem Bloggen angefangen habe. Ich will jetzt gar nicht lang darüber reden, dass ich alles auf die harte Tour gelernt habe.

Heutzutage bekommt man für alles Tipps, aber als ich mit dem Bloggen angefangen habe, war das quasi noch Neuland. Also zumindest im Hundebereich.

Damit ihr jetzt als angehende Hundeblogger richtig durchstarten könnt und euch der Raketenstart mit richtig vielen, gut bezahlten Kooperationen auch direkt gelingt, kommen hier meine Tipps und Tricks.

1. Du brauchst einen kreativen Blognamen.

Sorry, aber ein Blogname ist das Wichtigste überhaupt. Kreativ und individuell sollte er sein! Nimm auf keinen Fall was, das es so schon irgendwie gibt. Gerade diese Blogs, die „Hundename & Me“ heißen, sind mega überholt.

Nee. Nimm lieber etwas, dass die Leute zum Nachdenken anregt! Was kompliziert zum Tippen ist, das bleibt nämlich länger im Kopf. Ach ja: Umlaute sind ganz wichtig. Wir Deutschen haben schließlich die Möglichkeit, Ähs und Öhs und Ühs zu verwenden – also mach das auch!

Macht deine Domain vielleicht etwas komplizierter und die Leute sind viellicht genervt beim Tippen, aber hey – du bleibst im Kopf!

2. Verwende auf jeder Unterseite, bei jedem Seitentitel und sowieso so oft es geht den Begriff „Hundeblog“.

Es ist exorbitant wichtig, auf diesen Schritt zu achten. Vor allem, wenn du dir gerade deinen Blog aufbaust: Denk daran, Googles Top Trend Suchbegriff ist Hundeblog!

Wir sind ein H.U.N.D.E.B.L.O.G. Sieht man doch!
Wir sind ein H.U.N.D.E.B.L.O.G. Sieht man doch!

Und am besten optimierst du auch direkt auf alle anderen Varianten, um da auch die Nase vorn zu haben. Also Hund Blog, Blog Hund, Hundeblogger etc.

3. Setze dich von anderen ab!

Keiner mag Langweiler. Such dir etwas, was sonst keiner macht. Trümmersuche. Wandern extrem. Stabhochsprung mit Hund. Irgendwas.

Sei richtig sauer, falls dir irgendjemand deine Idee klaut! Zählen tut nur, was du dir ausgedacht hast (selbst, wenn es das doch schon gegeben hat).

4. Du brauchst eine DSLR. Eine richtig fette DSLR. Und ein Objektiv. Ein richtig großes.

Ehrlich: Wer macht Handyfotos für seinen Blog? Das geht echt nicht. Dann klau lieber im Internet, wenn du dir keine teure Kamera anschaffen kannst oder gib ein paar Cents für Fotos bei fotolia und Co. aus.

Nein, das sind weder meine Beine noch mein Bett. Leider.
Nein, das sind weder meine Beine noch mein Bett. Leider.*

Dauerhaft nimmt dich keiner Ernst, wenn du dein Leben nicht inszenierst! Folge jedem Trend, vor allem in der Fotografie. Alles möglichst schön weiß, minimalistisch. Der Hund sollte nie dreckig sein auf deinen Fotos und immer sweet schauen.

Inszeniere dich! Inszeniere dein Leben! Und irgendwann glaubst du selber daran, in einer perfekten Blase zu leben, wo vom Kaffeebecher bis zum Hundenapf alles fein zusammen passt.

5. Mach bei jeder Blogparade mit und schrei als Erstes „Hier!“

Ganz wichtig: Blogparaden. Du solltest regelmäßig welche veranstalten, um die so wertvollen Backlinks von anderen abzustauben. Achte darauf, dass du auch richtig verlinkt wirst und bestehe darauf, einen Backlink zu bekommen!

Auch wichtig: Bei anderen Blogparaden teilnehmen. Gib dem anderen Blogger das Gefühl, wichtig zu sein, indem du an seiner Parade teilnimmst (selbst, wenn du sie absolut bescheuert findest. Zählen tut nur der Backlink!).

Verlinke ihn nur No-Follow, beharre aber darauf, dass er am Ende noch mal eine Auflistung von allen Teilnehmern macht und dich verlinkt (selbstverständlich mit richtigem Follow-Link!).

6. Mach dich über andere lustig und vor allem: Such dir ein Feindbild!

Du kannst mit anderen Frauen/Männern sowieso nicht so gut und willst deine Schwächen kaschieren, indem du über andere herziehst? Willkommen in der Bloggerwelt, hier bist du genau richtig!

Sich über andere lustig machen? Kann ich!
Sich über andere lustig machen? Kann ich!

Wichtig ist, dass du deine Rolle sehr ernst nimmst und andere konsequent als die Verlierer siehst. Nur so schafft man es gegebenenfalls auch ins Fernsehen, also halt dich ran!

7. Prügel dich um jede Kooperation, biete dich an, nimm alles mit!

Am Anfang ist es natürlich ganz wichtig, jede Kooperation mitzunehmen. Mars, Nestlé, Procter & Gamble verabscheust du eigentlich? So what! Spring mal ein bisschen über deinen Schatten und los geht’s!

Verkauf deine Ideale, finde einfach alles superklasse und schreib unbedingt dazu, dass du alles auf jeden Fall wieder kaufen würdest. Kein Kooperationspartner will was anderes von dir lesen.

8. Meckere so lange, bis du etwas Besseres bekommst.

Du hast eine richtig tolle Kooperation am Haken, aber du hast trotzdem das Gefühl, andere werden immer bevorteilt? Du hast das bekommen, was du dir immer gewünscht hast, aber der andere hat noch mehr bekommen? Zeit, sich zu beschweren!

Gib dich niemals, und ich meine, NIEMALS, nur mit weniger zufrieden. Schau dich um: Meinst du, der Erfolg kommt einfach so? Nein! Man muss auch mal unbequem werden, die Ellenbogen ausfahren.

9. It’s all about the numbers.

Kooperationen haben viel mit deinen Seitenaufrufen zu tun. Die hast du gerade am Anfang vielleicht noch nicht zu bieten. Der Satz zum Glück lautet also: „Fake it until you make it!“

Fake it until you make it
Fake it until you make it*

Häng einfach immer konsequent eine Null an deine Zahlen ran. Sowohl bei den Seitenaufrufen als auch bei deinen Budgetvorstellungen für eine Kooperation. Kleine Hilfe: Unter 300€ setzt man sich fürs Bloggen nicht an den PC. Never.

10. Rede über deine Erfolge.

Hast du es bemerkt, dass kein erfolgreicher Hundeblogger sich im Hintergrund hält? Wichtig ist es, zu reden. Und was fällt dir leichter, als über deine Erfolge zu sprechen? Keiner will von Misserfolgen hören.

Schrei es hinaus, poste es bei Facebook und informiere alle anderen Hundeblogger darüber, wie geil deine neue Kooperation ist, was du wieder abstauben konntest und in welcher Zeitschrift du gerade vertreten bist.

Wie, du hast keine Erfolge? Dann verschaff‘ dir welche! Geh zu deiner örtlichen Zeitung und biete ihnen ein Interview an. Notfalls musst du dafür selber zahlen und erhältst kein Honorar. Muss ja keiner wissen. Aber deine Fans sehen: Die/Der ist in der Zeitung!

Du willst mehr?

Jetzt mal im Ernst: Es ist schön, wenn ernsthaft versucht wird, als Hundeblogger ein richtiges Business zu betreiben. Daran ist überhaupt nichts Verwerfliches. Und jeder fängt mal klein an.

Ich hab mich selber nicht immer mit Ruhm bekleckert. Meine Texte am Anfang lesen sich, als hätte ich einen richtig fetten Stock im Hintern (sorry), weil ich dachte, das muss so (ich habe sogar damals kurz überlegt, meine Leser zu siezen. Himmel! Das wär’s ja noch.)

Außerdem gehörte ich ganz klar zu den Menschen, die sich über jede Kooperation freuten, weil ich mein Selbstwertgefühl darüber gesteigert habe. Ja, ich fand es damals geil, als mich Swiffer angeschrieben hat. Oder andere große Marken.

Warte kurz - wir sind nicht fame?!
Warte kurz – wir sind nicht fame?!

Ich war nicht so weit, mir darüber Gedanken zu machen, ob diese Marken unterstützenswert sind oder nicht. Es war mir egal! Das Gefühl, dass so ein großer Konzern auf mich kleinen Blogger zukommt war enorm!

Ich bin heute noch dankbar für die vielen Möglichkeiten, die mir geboten werden. Ich nehme längst nicht mehr jede an, was aber nichts mit Überheblichkeit zu tun hat. Trotzdem weiß ich jetzt, was ich sein möchte und wo ich hin will. Ich definiere mich nicht über diesen Blog, selbst wenn es vielleicht den Anschein haben könnte.

Ja, ich stecke viel Zeit und Energie ins Bloggen. Aber nicht, weil ich mir dadurch einen Sonderstatus erhoffe. Ich möchte nicht „fame“ sein. Schon gar nicht möchte ich auf der Straße angesprochen werden, weil ich einen Hundeblog habe.

Ich habe andere Werte und Eigenschaften, für die ich wahr genommen werden möchte, die mich ausmachen. Dazu gehört sicher nicht dieser Blog.

Manchmal werde ich gefragt, wie man so weit oben bei Google stehen kann. Tatsächlich war es der Begriff „Hundeblog“, der in meiner Seitenbeschreibung steht. Dafür kann ich nicht einmal was: Mein Freund hat diesen Blog damals eingerichtet. Und irgendwann wurde ich deswegen mal angeschrieben.

Zweibeiner, nehmt euch mal nicht so ernst! Ihr seid doch auch nur Hunde.
Zweibeiner, nehmt euch mal nicht so ernst! Ihr seid doch auch nur Hunde.

Mein Blog wird nie mein Business sein. Hier werde ich meine Gedanken sammeln, so wie ich es heute mit diesem Text tue. Trotzdem bezwecke ich mit diesem Artikel etwas: Ich wünsche mir, dass wir uns ausnahmsweise mal nicht so ernst nehmen, weder als Blogger, noch als Mensch.

*Fotolia: woman on the bed #96837291 ©determined | Business Mann bei Strategie Planung #99954308 ©Robert Kneschke

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