Einfach glücklich.

Einfach glücklich.

Der Gedanke zu diesem Blogbeitrag entstand ausnahmsweise nicht durch Mufflon’sche Beeinflussung, sondern aufgrund zweier Filme, die ich in der letzten Zeit gesehen und die mich tief beeindruckt haben.

Keine Sorge, ich möchte euch die Filme gar nicht großartig vorstellen, dennoch kann ich nur empfehlen, diese mal gesehen zu haben und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Living on one Dollar & Happy

Glücklich sein ist doch so einfach. Oder?
Glücklich sein ist doch so einfach. Oder?

Diese beiden, relativ kurzen, Filme haben eines gemeinsam: Sie wollen die Welt ein Stück weit zu einem besseren Ort machen.

Der erste Dokumentarfilm heißt: „Living on one Dollar“ und zeigt das Leben in Peña Blanca, einem kleinen Ort in Guatemala. Diese Menschen dort haben wirklich so gut wie nichts, Obst und Gemüse pflanzen sie selber an. Trotzdem sind sie gastfreundlich und, ja, auf ihre Art und Weise glücklich. Nicht, dass sie keine Wünsche und Träume hätten. Im Gegenteil.

4 Studenten bleiben anlässlich ihres Studiums für 56 Tage vor Ort, leben von dem, was sie selber anbauen und haben für ihren Lebensunterhalt nur 1 Dollar pro Tag. Ein absolut sehenswerter Dokumentarfilm, der mich am Ende mit viel Dankbarkeit auf der Couch hat sitzen lassen – Dankbarkeit für den „Luxus“, in dem ich eigentlich lebe.

Moe ist fast immer happy.
Moe ist fast immer happy.

Der zweite Dokumentarfilm trägt den Namen „Happy“. In diesem Film geht es um die Suche nach dem Glück, wie wir für uns selber das finden, was uns glücklich macht. Zugegeben, stellenweise ist der Film sehr amerikanisch, trotzdem sollte eigentlich jeder aus diesem Film etwas mitnehmen können – und wenn es nur der Gedanke ist, sich einmal pro Woche selber glücklich zu machen.

Damit ist nicht unbedingt das Materielle gemeint. Es geht vielmehr darum, den eigenen „Flow“ zu entdecken, etwas, das einem nicht zwingend etwas bringt, dass einen aber so in Anspruch nimmt und so sehr begeistert, dass man es nicht unterbrechen kann und es immer wieder tun möchte. Surfen, zum Beispiel. Oder malen.

Bei mir ist es im Moment das Schreiben und die Fotografie. Zwei ganz wichtige Dinge, bei denen ich in den „Flow“ komme, glücklich bin und nicht über Zeit, Ort, Probleme nachdenke.

In dem Film „Happy“ hat mich der brasilianische Surfer wahnsinnig beeindruckt. Der Herr war weit über 70, lebte in seiner Hütte am Strand und war, so sah es für mich aus, einer der glücklichsten Menschen der Welt. Er hatte Familie und Freunde um sich herum und ebenso wichtig: Er konnte seine Liebe zum Surfen jeden Tag ausleben. Trotzdem lebte er absolut minimalistisch.

So, und was haben diese beiden Dokumentarfilme nun mit einem Hundeblog zu tun?

Mehr von allem heißt nicht mehr glücklich!

Immer mehr von allem: Spielzeug
Immer mehr von allem: Spielzeug

Wenn ich auch nur eines aus diesen Filmen mitgenommen habe, ist es das: Wir sind nur kurz auf dieser Welt und wir sollten es uns so gut gehen lassen, wie irgend möglich. Dabei sollten wir nicht danach streben, besser zu sein als andere, mehr zu haben und mehr zu konsumieren, bis wir irgendwann die Leere nicht mehr spüren.

Ich gehörte auch genau zu diesen Menschen, die sich zig Sachen kauften, weil ich dachte, dass es mir damit besser gehen würde. Mehr Geld, mehr Kleidung – damit wird es schon laufen, ich werde glücklich sein, oder?

Schließlich hat mir die Gesellschaft, meine Familie, es mir genau so vorgelebt. „Nur wenn du alles hast, was die anderen haben UND noch mehr, dann bist du wahrlich glücklich.“

Das stimmt so aber nicht. Mein erstes Umdenken fand nach Moes Einzug statt. Moe war, so fies es klingt, auch eine Anschaffung, um mich glücklich zu machen. Und doch so viel mehr.

Rückblickend war er der einzige „Einkauf“, der mich nachhaltig glücklich gemacht hat, der meinem Leben zu einem schwierigen Zeitpunkt wieder einen Sinn gegeben hat.

Ich kaufte weniger für mich. Die Klamotten wurden immer weniger, stattdessen gab ich mein Geld für Moe aus. Ich verlagerte also nur das Problem, war mir dessen aber nicht bewusst.

Es wurde immer mehr. Mein Kleiderschrank wurde leerer, mein Make-up verschwand bis auf 2-3 notwendige Dinge komplett. Dafür wuchsen mein Bücherregal (man muss ja informiert sein), Moes Leinen- und Halsband-Sammlung und seine Spielzeuge – es wurde immer mehr.

Bücher, so weit das Auge reicht
Bücher, so weit das Auge reicht

Ich konnte fast nicht an unserem Fressnapf vorbei gehen, ohne wenigstens Naschi zu kaufen. Oder einen Ball. Denn Moe freute sich doch so!

Das hat sich geändert. Ganz drastisch eigentlich seit Anfang des Jahres, denn seitdem hat Moe, bis auf eine Ausnahme (ich bin aber auch schwach) kein Spielzeug mehr bekommen. Nicht, dass es mich nicht in den Fingern gejuckt hätte!!!

Allerdings kann ich mich auch nur schwer trennen. Ich versuche es, nach und nach. Weil es mir nicht schlechter geht mit weniger. Im Gegenteil. Wenn der Ballast erst einmal weg ist, ist es gut! Wenn es nur nicht so schwer wäre. Und so einen kaputten Ball kann man ja bestimmt noch gebrauchen. Und ein Kuscheltier ist erst dann kaputt, wenn Herrchen das sagt. 😉

Minimalistisch Leben: Auch für Moe.

Nun muss ich es aber tun. Muss Platz schaffen, denn in Zukunft werden wir keinen Platz mehr haben. Wie ich Moe erkläre, dass sein Spielzeugberg zu einem 4-teiligen „Ball-Kuscheltier-Frisbee-Kong“-Set wird, weiß ich nicht. Ebenso wenig, wie ich aus 3 Körbchen und einem Kuschelsack nur eines mache. Und wie ich mich überhaupt für 2-3 Halsbänder und Leinen entscheiden soll, die wir behalten.

Moes Halsbänder: Überschaubar, aber zu viel.
Moes Halsbänder: Überschaubar, aber zu viel.

Aber es wird funktionieren, irgendwie. Und wir werden uns sicherlich daran gewöhnen.

Das Herrchen lebt schon lange minimalistisch. Ich kenne kaum jemanden, der so wenig Besitz hat wie er. Liegt aber auch daran, das er weniger liest und wenn, nur digital. Er trägt keinen Schmuck, hat nur das Tischtennis-Spielen als Hobby, welches kein großes Equipment erfordert.

Nein, ich bin das Problem. Mit meinem großen Kasten voller Modeschmuck, den übrig gebliebenen und teilweise nie getragenen Schuhen (braucht jemand rote Chucks in 37? 😀 ), den unzähligen Büchern und den ganzen Erinnerungsstücken, so klein sie auch sein mögen.

2 Kisten kann ich unterstellen. Mehr nicht. Darin wird nichts von Moe sein, da bin ich sicher. Was ich allerdings in diesen 2 Kisten lagern werde und ob es mir später überhaupt noch etwas bedeutet – ich weiß es nicht.

Leinenhaufen
Leinenhaufen

Glücklich sein ist jedenfalls keine Frage des Besitzes, auch wenn ich immer wieder das Gefühl bekomme.

Glücklich sein geht ganz leicht, indem man die kleinen Dinge wertschätzt und die Marmeladenglas-Momente aufhebt. Moe, der seinen Kopf unter meinen Arm steckt, um bekuschelt zu werden. Die leisen, tapsenden Pfoten, wenn er sich ins Bett schleicht. Ein Sonnenaufgang mit Kaffeetasse in der Hand, draußen.

Der Duft von frisch gemähtem Gras, der Geruch und der Klang der Wellen. Das ist es, was mich glücklich macht.

Und wenn ich mir das lange genug erzähle, fällt das Packen und sich-trennen bestimmt gar nicht mehr schwer.

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