Eine Sonntagsgeschichte

Unser Felix
Unser Felix

Es war einmal ein kleiner Hase. Ausgesetzt und alleine. Er hieß Felix, so wie der aus anderen Geschichten. Er sah auch genauso aus. Nur gab es leider keine kleine Sophie, die ihn verloren hatte und vermisste. Unser Felix sollte in die Müllpresse.

Aber Felix war schlau. Er hatte beobachtet, was passiert, wenn man im Müll landet. Deswegen machte er sich auf den Weg. Er wusste, die große Welt hält bestimmt irgendwo einen Freund für ihn bereit.

Felix hatte kurze Beine. Er konnte auch nicht so weit hopsen wie die anderen Hasen. Aber er gab sein Bestes. Den ganzen Weg bis auf die Wiese hoppelte er. Dort angekommen, war er ganz traurig:

So weit bin ich gehoppelt, aber ich habe keinen Freund gefunden.

Unser armer Felix war ganz verzweifelt. Es war früh an einem Sonntag Morgen, niemand war unterwegs. Keiner war da, um den kleinen Felix zu drücken und ihm zu sagen, dass alles gut werden würde. So setzte sich unser Felix auf die Parkbank und ließ den Kopf hängen.

Felix wartet

Zum Glück nicht lange. Denn etwas schwarz-weißes, Flauschiges kam vorbei. Mit einem großen Kopf, großen Tatzen und einem breiten Grinsen. Erst hatte Felix ein bisschen Angst, denn das, was da kam, sah ganz und gar nicht so aus wie ein Hase!

Aber das flauschige Etwas meinte es gut. Es schnüffelte Felix ab und fragte: „Hey, was machst du an diesem schönen Morgen ganz alleine im Park? Hast du keine Freunde? Und wie heißt du?“ Unser Felix klagte sein Leid.

Moe und Felix auf der Bank

„Ach weißt du, ich sollte in die Müllpresse. Dabei sehe ich doch noch ganz gut aus?! Ich bin sicher, dass meine Zeit noch nicht gekommen ist. Deswegen bin ich den ganzen Weg hier her gehoppelt. Ich suche einen Freund und mein Name ist Felix!“

Das schwarz-weiße Tier (sein Name war übrigens Moe) fragte Felix, ob es Lust hätte, Ball zu spielen. Natürlich hatte er das, wusste er doch, dass Spielen der einfachste Weg wäre, dem Schlappohr zu zeigen, was für ein toller Freund er doch ist.

Doch so sehr sich Felix abmühte – der Ball bewegte sich kein Stück. Er war einfach zu groß für unseren Felix! „Ach Mist. Ich bin einfach nicht gut genug. Es tut mir Leid! Vielleicht kann ich einfach keinen Freund haben.“ Felix war traurig.

Trösten

„Ach Felix“, tröstete ihn das Schlappohr, „das macht doch nichts. Nächstes Mal nehmen wir einen Ball mit, der kleiner ist! Du bist trotzdem ein guter Freund. Wie wär’s, ich nehme dich mit nach Hause und du ziehst bei mir ein? Ein bisschen Platz habe ich noch über für dich. Du musst dich aber gut festhalten, hörst du?“

Komm, wir gehen heim.

Und so fand Felix Moe. Die beiden sind nun beste Freunde und teilen sich ein Körbchen. Ich bin mir sicher, auch wenn Moe keinen Freund gesucht hat, hat er eigentlich einen gebraucht. Denn genau so entstehen solche Geschichten: Man findet immer alles zur rechten Zeit. Auch Freunde.

Endlich zu Hause.

 „Ein wahrer Freund ist der, der deine Hand nimmt, aber dein Herz berührt.“

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6 Gedanken zu „Eine Sonntagsgeschichte“

  1. Eine soooo schöne Geschichte – und was für ein Glück Felix doch hatte, das gerade ihr zwei an der Parkband vorbei gekommen seid. Ein liebes Sonntags-Grüßle schicken Paule, Herta und die Quasselstrippe 🙂




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  2. Was soll ich nur schreiben. Die Vorschreiber sagten doch das schon. Die Bilder dazu sind ganz hinreizend…..

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  3. Soooo eine herzerwärmende Geschichte. Gut, dass Moe den Felix gefunden und ihm ein neues Zuhause geschenkt hat. Ich hoffe, sie werden lange beste Freunde bleiben.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




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