Gastartikel: Ein ungewöhnliches Silvestertraining

Ein ungewöhnliches Silvestertraining

Jetzt hatten wir im Vergleich zu letztem Jahr schon ein paar Gastartikel, die zeigen: Manche Hunde gehen einfach super entspannt mit Silvester, Feuerwerk und Böller um. Manchmal ist es Veranlagung, manchmal aber auch Training.

Von ihrem ungewöhnlichen Silvestertraining mit Abra erzählt heute Mara von Aram und Abra. Zum Nachmachen absolut empfohlen!

Ein ungewöhnliches Silvestertraining

Kekse backen, Geschenke besorgen, Glühwein trinken. Es ist Dezember und bis Heiligabend ist es nicht mehr lange hin. Trotz Stress und Weihnachtsfeiern herrscht eine ganz gemütliche Stimmung. Nach der Hunderunde taut man bei Tee und Kerzenschein auf dem Sofa auf, der Hund freut sich womöglich sogar über einen eigenen Adventskalender und überhaupt ist es eigentlich ganz idyllisch.

Abra sieht Silvester ganz entspannt
Abra sieht Silvester ganz entspannt

Das kippt allerspätestens nach den Feiertagen, wenn die Geschäfte wieder geöffnet haben. Beim Spaziergang, wenn man Hundebekannte trifft (Ihr wisst schon. Die, deren Namen man nicht weiß und deren Gesichter man fernab der Gassirunde ohne Hund nicht erkennt. Die einem im Supermarkt zuwinken und auf den erstaunten Blick mit: „Ich bins – Frauchen/Herrchen von XY!“ reagieren.) gibt es nur noch ein Thema: Silvester und die damit einhergehende Knallerei.

Ich weiß, dass viele von euch Hunde haben, die geräuschempfindlich sind und für die der Jahreswechsel jedes Jahr aufs Neue die Hölle ist. Wenn ich eure Erzählungen höre, kann ich eure Verzweiflung gut nachvollziehen. Einige von euch fahren nach Weihnachten ans Ende der Welt in den Urlaub und beten, dass dort kein Feuerwerk stattfinden wird.

Andere versuchen es mit Beruhigungsmitteln und Entspannungsübungen für das Tier. Ich hörte sogar schon von jemandem, der Silvester jedes Jahr auf der Autobahn fahrend verbringt, die Hunde im Kofferraum, um dem Spektakel aus dem Weg zu gehen.

Um all diesen Geschichten etwas Positives entgegenzusetzen, möchte ich erzählen, wie es dazu kam, dass Abra der perfekte Silvesterpartybegleithund wäre. Sie fürchtet sich nicht vor Böllern und Feuerwerk können wir prima gemeinsam ansehen.

Abra zog als Welpe bei mir ein und mit einem Dreivierteljahr stand ihr das erste Silvester bevor. Als Studentenhund wurde sie von klein auf überall hin mitgeschleppt, wodurch sie sich weder von Baustellenlärm noch von Dingen wie einfahrenden Zügen oder randalierenden Fußballfans schocken lässt.

In Begleitung ist Silvester gar nicht doof
In Begleitung ist Silvester gar nicht doof

Nach den Weihnachtsfeiertagen machten wir einen Spaziergang mit ihrem gleichaltrigen Schäferhundkumpel und trafen auf Kinder aus der Nachbarschaft, die das Knallersortiment des örtlichen Baumarktes testeten.

Da es wohlerzogene und liebe Kinder waren, hörten sie damit sofort auf, als wir mit unseren beiden Hunden um die Ecke kamen. Wir hatten jedoch eine Idee – wie lässt sich „Knallfestigkeit“ besser trainieren, als mit echten Böllern?

Auf ein stressfreies Silvester!
Auf ein stressfreies Silvester!

Also wurden die Kids über unser Vorhaben aufgeklärt und ins Training miteinbezogen. Und sie haben ein großartigen Job gemacht! Erst in weiter Entfernung, dann mit weniger Abstand, bis sie schließlich wenige Meter von uns entfernt ihre Kracher hochgehen ließen.

Und unsere beiden jungen Hunde? Saßen neben uns und guckten uns fragend an. Beim ersten lauten Knall wurde noch gezuckt und skeptisch geschaut, aber da wir Menschen nicht in Aufregung gerieten, beschlossen die Beiden, auch einfach mal cool zu bleiben.

Auch das dritte Silvester mit Abra werden wir nicht mit Beruhigungsmitteln einläuten, nicht auf der Autobahn oder am Ende der Welt verbringen. Wir werden den Abend mit Freunden zusammensitzen und wenn das Spektakel losgeht, werden wir am Fenster stehen und uns über das Feuerwerk freuen.

Also ich zumindest. Es kann gut sein, dass Abra sich nach einem prüfenden Blick nach draußen auf ihre Decke verkrümelt und den Beginn des neuen Jahres einfach verschläft. Oder ihren Schäferhundekumpel nervt, weil sie lieber raufen, statt am Fenster stehen will.

Nun hat sicher nicht jeder solche Nachbarskinder, mit denen man den Ernstfall üben kann. Und manch einer von euch hat vielleicht auch einen Hund, der bereits so eine Angst vor lauten Geräuschen hat, dass so ein unorthodoxes Training für ihn die Hölle auf Erden bedeuten würde.

Bitte bewerft eure Hunde jetzt nicht mit Böllern. Aber ihr seht – Silvester mit Hund geht auch entspannt und eine gute Portion eigene Gelassenheit hilft unseren Vierbeinern selbst bei funkensprühenden, zischenden Knallern.

Auf ein möglichst entspanntes Silvester!

Fotos: © aram-und-abra.de

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