Ein alter Hund, ein Rabenfrauchen und ein Umzug

Ein alter Hund, ein Rabenfrauchen und ein Umzug

GESCHAFFT! Es ist endlich vollbracht. Ein Aufatmen geht durch die Menge. Endlich sind wir in unseren neuen 4 Wänden angekommen.

Zugegeben: Es war dieses Mal alles andere als leicht. Trotzdem war ich voll von meinem überbordendem Optimismus, der immer dann einsetzt, wenn drüber nachdenken eine Sinnkrise auslösen würde.

Unser Umzug war eigentlich, nachdem wir den Schlüssel in der Hand hielten, nur noch eine Formalität. Etwas, dass man ziemlich schnell hinter sich bringen würde.

Wie hatten wir geplant? Nun: Wir hatten Wochen vorher schon mit dem Ausmisten begonnen. Wir haben uns weitestgehend reduziert. Moe wurde so langsam, weil er die Unruhe natürlich mitbekam, mit Rescue-Tropfen und Kräuter eingestellt.

Ausmisten.

Was ich unterschätzte: Du kannst Ausmisten wie du willst. Du kannst denken, dass du nicht mehr viel Kram hast. Aber: Wenn du denkst, du hast ja eigentlich nichts mehr, DANN HAST DU NOCH ZU VIEL.

Wann wird es mal weniger Chaos?
Wann wird es mal weniger Chaos?

Zumindest, wenn man von 120 qm auf 36 qm zieht.

36 qm sind so klein!! Wir dachten ja zunächst, die Möbel (die Wohnung übernahmen wir möbliert und haben auch hier erst mal ausmisten müssen – wir haben ja eigene Möbel…) wären einfach so mächtig. Nein. Es ist einfach ultra wenig Platz. Ein Wohnmobil mit festem Standort, sozusagen.

Unser Balkon dient als erweiterte Abstellfläche (wir haben nämlich auch keinen Keller). Die erste Zeit spielten wir Tetris: Da muss einer hin? Box wird in die andere Richtung geschoben. So ging es die ganze Zeit.

Wenn man an den Kühlschrank wollte, musste erst einmal der Umzugskarton weichen. Wohin? Entweder ins Bad oder aufs Bett – äh, Matratze. Denn ein Bett haben wir immer noch nicht.

Das Chaos lichtet sich langsam. Nach unzähligen Ausmistaktionen hier vor Ort. Besteckkasten? Braucht kein Mensch. 4 Löffel, 4 Messer, 4 Gabeln – ihr versteht das Prinzip.

Rabenfrauchen.

Und Moe? Der hat sich abgefunden. Anders kann man es nicht sagen. Zufrieden ist er, weil er hauptsächlich auf dem Bett oder seiner neuen Matratze schlafen kann (ich werde noch berichten). Zufrieden ist er, wenn es ans Wasser geht. Unzufrieden ist er, weil er ein Rabenfrauchen hat.

Das Rabenfrauchen hat durch den Umzug nämlich vergessen, Futter nachzubestellen. Zu allem Übel kam es dann auch nicht pünktlich, sondern mit einem Tag Verspätung. Also gab es Menschenfutter: Nudeln mit Spinat.

Unzufrieden ist er auch, weil es hier so hell ist. Wir haben keine Rolladen mehr, sondern nur einen Arztpraxis-Vertikal-Lamellenvorhang. Wohl bemerkt: Einen. Wir wussten nämlich nicht, ob wir den würden anmontieren können und außerdem war die andere Breite bereits ausverkauft.

Wir haben also die Hälfte der bodentiefen Fensterfront abgedeckt. Nicht abgedunkelt, das wäre übertrieben. Es ist etwas davor – so, dass man auf einer Seite des Zimmers ein Minimum an Privatsphäre hat.

Moe in seinem neuen Märchenwald
Moe in seinem neuen Märchenwald

Neue Umgebung.

Es gibt aber auch Positives zu berichten. Die Wege hier in der Umgebung sind wunderschön. Wirklich. Ich habe so viele Orte gefunden, an die ich mal zum Fotografieren hin muss. Und: Die Hundehalter behandeln sich hier größtenteils mit Respekt! Bisher hatten wir nur einmal Ärger, aber auch da war der Hund an der Leine – nur war die Dame leider komplett überfordert mit ihrem pubertierenden Goldie.

Sonst wird immer brav an der Leine vorbei geführt und wir hatten auch schon 2 sehr nette Hundebegegnungen, bei denen Moe sehr, sehr ruhig geblieben ist – beides waren sehr alte Hunde, eines eine Hundedame, die Moe schon sehr nett fand. Vielleicht haben wir da ja tatsächlich eine Chance.

Bei uns auf dem Flur gegenüber wohnt auch eine 13-jährige Tibet Terrier Dame, auch diese findet Moe sehr, sehr spannend. Aber, ähnlich wie er, wünscht auch sie keinen Hundekontakt. 🙂

Kleine Gebrechen.

Obwohl wir versucht haben, Moe den größtmöglichen Stress zu ersparen, ließ es sich natürlich nicht ganz vermeiden. Dementsprechend angeschlagen war er auch die erste Woche. Richtig schlafen konnte er nicht, er wusste nicht, wohin mit sich (Merke: Vor dem Umzug das Körbchen abzugeben, ist echt eine Belastung!).

Dazu kam noch, dass er immer schlapper wurde (durch den Schlafmangel) und sich zu allem Übel dann auch noch das Beinchen vertrat.

So kam es, dass Moe letzte Woche gegen Ende kreuzunglücklich mit der Situation war. Zum Glück konnte ich mit Traumeel zumindest etwas gegen die Schmerzen machen – mittlerweile geht es ihm schon wieder sehr viel besser und er findet so langsam zu seiner Zen-artigen Ruhe zurück. 🙂

Wir freuen uns darauf, endlich wieder mehr Zeit zu haben.
Wir freuen uns darauf, endlich wieder mehr Zeit zu haben.

Ja, das Einleben wird noch einige Zeit dauern. Bereut habe ich den Umzug bislang nicht, aber trotzdem macht mir das Chaos hier echt noch zu schaffen.

Ich hoffe, dass das bald vorbei geht – wir lassen euch jedenfalls daran teilhaben. 🙂

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7 Gedanken zu „Ein alter Hund, ein Rabenfrauchen und ein Umzug“

  1. So ein Chaos ist natürlich nicht angenehm. Es ist vor allem wichtig das Ihr euch nicht selbst einen zu großen Druck oder Stress macht – Die Devise: Eins nach dem anderen, dann läuft alles wie geschmirrt. Wir denken an Euch, alles Liebe. Claudia&Lady




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  2. Ich freue mich, dass zumindest mal der Umzug hiter euch liegt und bin sicher, auch das restliche Chaos bekommt ihr noch in den Griff. Es war ja doch eine gravierende Veränderung und es geht ja damit dann auch noch weiter.
    Ich wünsche euch, dass Moe bald wieder ganz der Alte ist und dann bist auch Du sicher schon wieder um einiges ruhiger und entspannter.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara




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  3. Ich bin auch von zu Hause ausgezogen – Natürlich kam meine kleine Sheltie-Dame mit 🙂 Uns erging es nicht anders. Durch das ganze Wirr-Warr und Herumgeräume und -gepacke sind wir doch glatt im Auto gesessen und haben das Wichtigste zu Hause gelassen -> mein Hündchen ^^




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  4. Wie ich schon mal schrieb, bereitet Ihr Euch so bestens auf Euer Abenteuer vor. Ich persönlich könnte und möchte nicht so leben, aber ich ziehe den Hut vor Euch.

    In Zeiten der Renovierung haben wir bei Socke auch einige Verhaltensänderungen bemerkt sowie eine gewisse Unzufriedenheit. Zum Glück legte sich das schnell wieder. Wobei Socke all ihre Plätze auch wieder bekommen hat. Zum Glück weiß sie nict, dass es nach Ostern weiter geht… Auch hier gibt es ein böses Frauchen…

    wir hoffen, dass es Moe auch wieder besser geht und er sich mit den Gegebenheiten schnell anfreundet…

    Euch weiterhin alles Gute….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  5. Schön, dass es euch gut geht! Die Kisten werden auch bald verschwinden!

    Wir sind letztes Jahr auch von 100qm auf 35qm gezogen. Ich hatte keine Probleme mit diesem ganzen ausmisten und muss sagen mittlerweile finde ich diese kleine Wohnung deutlich besser als so eine große! Wenn man alles gut stellt und evtl Sachen selbst baut bekommt man eine Menge Dinge unter!
    Was mir aufgefallen ist, dass ich in einer kleinen Wohnung deutlich mehr putzen muss!

    Schöne Grüße!




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