Du hast eine Vorbildfunktion!

Vorbildfunktion

Immer wieder lese ich den Satz: Als Blogger hat man eine Vorbildfunktion. Alles was man schreibt, dient irgendjemandem als Leitlinie. In einem Blog holt man sich Ratschläge, greift Wissen und Erfahrungen ab und braut sich so sein eigenes Süppchen. So jedenfalls war mein Gedanke.

Das dem nicht so ist, merke ich immer wieder, nämlich dann, wenn jemand schreibt: „Bei mir war das ganz und gar nicht so, bei mir hat das und das nicht funktioniert.“

Und dann kommt der Satz: „Nimm das vom Blog, du hast eine Vorbildfunktion! Und wenn das bei mir nicht klappt, dann bei anderen auch nicht, also gib keine Tipps, die nicht funktionieren!“

Ich sage es hier nochmal in aller Deutlichkeit und werde in Zukunft auch darauf verweisen:

Ich sehe mich keinesfalls als Vorbild, meine „Ratschläge“, Tipps, Rezepte, Tests, wasauchimmer, sind immer MEINE eigene Meinung und MEIN persönlicher Eindruck und MEINE persönliche Herangehensweise.

Jeder tickt anders, jeder ist anders. Jeder Hund ist anders. Nur weil Moe auf gewisse Dinge anspricht oder auch nicht, nur weil Moe Getreide nicht verträgt oder wegen seiner HD kein Agility macht, heißt das nicht, dass euer Hund GENAU GLEICH ist!

Denken muss man schon selber, und wer der Meinung ist, auf einem Blog den heiligen Gral des Hundewissens gefunden zu haben: Fein. Aber ganz sicher nicht bei mir.

Mein Blog ist kein Erziehungsblog. Ich habe selber 1.000 Fehler gemacht und mache sie noch immer. Alles, was ich hier zu dem Thema schreibe, ist subjektiv. Es ist kein „Rezept“ zum Nachmachen. Ich möchte viel eher, dass der Leser sich selber damit beschäftigt, sich damit auseinander setzt.

Wir sind kein Ratgeber-Blog.
Wir sind kein Ratgeber-Blog. Das können andere viel besser.

Und so verhält es sich auch mit allen anderen Themen, sei es Ernährung, Beschäftigung, Rezepte, Fotografie, was auch immer. Ich kann keine Anleitung liefern, wie etwas 100% richtig gemacht wird. Denn ich kann nichts 100% richtig, würde ich auch nie behaupten.

Um noch einmal auf das Thema Vorbildfunktion zu kommen: Häufig lese ich das auch auf anderen Blogs, wenn es beispielsweise um Produkttests oder Sponsoring geht. Neulich wurde eine Bloggerin massiv angegangen, weil sie über Primark berichtet hat.

Sorry, das geht gar nicht! Und zwar das Beleidigen! Das Mädel hat vielleicht nichts davon gewusst, was Primark mit seinen Mitarbeitern anstellt, vielleicht weiß sie auch nichts um die Arbeitsbedingungen. Vielleicht. Vielleicht aber doch. Und trotzdem gibt es andere Wege, sie darauf aufmerksam zu machen, dass diese „Werbung“ vielleicht nicht ideal ist. Konstruktive Kritik ist hier das Zauberwort.

Doch eines bleibt: Es ist ihre freie Entscheidung, für etwas zu werben, nicht zu werben, oder sich sponsoren zu lassen. Sie verstößt damit gegen kein Gesetz. Sicher könnte sie ihre „Stellung“ als Blogger anders nutzen. Wenn sie das aber nicht will, muss ich diesen Artikel nicht lesen, kann ihren Blog meiden, kann mir meine eigene Meinung bilden.

Konstruktive Kritik ist super, Beleidigungen gehen gar nicht!
Konstruktive Kritik ist super, Beleidigungen gehen gar nicht!

Jeder soll für sich selber entscheiden, was geht und was nicht. So wie ich niemals gewisse Hundefutter- und -leckerliemarken bewerben würde, so sollte jeder seinen eigenen Weg finden. Dieser wird sich sicherlich ändern, denn man lernt dazu. Und sollte das nicht so sein: Ich bin sicher, jeder Mensch findet eine andere Möglichkeit, sich zu beschäftigen, statt den Blog zu lesen.

Denn das ist das Großartige am Internet: Jeder darf sein Browserfenster schließen. Ganz einfach.

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