DIY Schnüffelteppich oder: Warum ich niemals einen DaWanda Shop haben werde

DIY Schnüffelteppich
DIY Schnüffelteppich

Kennt ihr das? Ihr habt auf einem Blog/bei Pinterest/woauchimmer ein DIY gesehen und das wollt ihr nachmachen. Bei mir war das der Schnüffelteppich.

Ewig und drei Jahre spukt mir das Ding im Hinterkopf herum. Weil das ein schönes DIY ist, etwas ganz leichtes, günstiges, das alle Hundehalter einmal in ihrem Leben gemacht haben sollen.

Moe mit seinem neuen Schnüffelteppich
Moe mit seinem neuen Schnüffelteppich

Anfang des Jahres habe ich mir dann alle notwendigen Utensilien gekauft, aber wie das so ist, war immer alles andere wichtiger.

DIY: Schnüffelteppich selber machen
DIY: Schnüffelteppich selber machen

Jedes Mal, wenn ich in unser Gästezimmer/Nähzimmer gegangen bin, sah ich die Spüleinlage anklagend auf dem Boden liegen. Und die Fleecedecken in den Tüten.

Aber ich hatte keine Lust und sah irgendwie auch nicht die Notwendigkeit. Schließlich haben wir einen Garten, einen Park direkt vor der Haustür und Schnüffelspiele gehen auch Indoor bei jedem Wetter – ohne Schnüffelteppich. (Notiz an mich: Vorher nachdenken, dann kaufen.)

Jetzt ist Moe aber verletzt. Die Runden draußen beschränken sich auf das Wichtigste, da die Pfote noch sehr geschwollen ist und er Schmerzen hat.

Außerdem ist er ein totaler Paddel und haut sich die Kralle bei jeder Gelegenheit irgendwo an, sodass die Suchspiele draußen im Moment nicht machbar sind.

Tada, da kam mir wieder die Idee für den Schnüffelteppich. Es ist Sonntag, man hat ja sonst nichts zu tun. Und der Hund freut sich sicher.

Was aber der absolut Ausschlag gebende Grund war: Schnüffelteppich selber machen ist ja SOOOOO einfach! Liest man überall. Also: Perfekt für mich, die keine Geduld für Schwieriges hat.

How to: Schnüffelteppich selber machen

Material für den Schnüffelteppich
Material für den Schnüffelteppich

Man nehme:

  • 1-2 Fleecedecken in ansprechenden Farben (schwarz)
  • 1 Spülbeckeneinlage, Badezimmerteppich oder irgend eine andere Unterlage, die sich gut beknoten lässt
  • 1 scharfe Schere
  • viele Leckerlies
  • 1 Hund zur Motivation

Eigentlich wollte ich schöne Farben nehmen für meinen ersten Schnüffelteppich. Ihr lest richtig: Für den ersten, weil ich in meinem Größenwahn plante, noch einen weiteren zu machen und diesen zu verschenken. PLANTE. Vergangenheit. Aber es gab nur noch schwarze, weiße und graue Fleecedecken. Macht nichts. Schwarz passt zu allem und macht schlank.

Fleecestreifen
Fleecestreifen

Die Spülbeckeneinlage war einfach zu bekommen. Ich glaube ja insgeheim, dass die überhaupt nur noch für Schnüffelteppich-Bastler verkauft werden. Oder habt ihr so eine Einlage tatsächlich im Spülbecken liegen? Wenn ja, wofür ist die gut? Damit die Tasse nicht ausrutscht und sich verletzt?

Jedenfalls hatte ich alle Objekte um mich herum liegen und las mir noch mal die Anleitung durch:

Man schneide die Fleecedecke(n) in gleich große Streifen und zieht die Fleecestreifen nun eng aneinander durch die vorhandenen Löcher der Einlage. An der oberen Seite werden die Streifen doppelt verknotet.

Easy, oder? Nö. Meine Schere war augenscheinlich zu stumpf, obwohl es eine neue Stoffschere ist. Das war das erste Problem. Das zweite Problem war, das ich so langsam aber sicher beim Schneiden einen Krampf im Unterarm bekam. Hey, das macht richtig Spaß! – dachte ich mir noch bei den ersten 3 Streifen. Danach hatte ich eigentlich schon keine Lust mehr.

Fast fertig. Und das Ende.
Fast fertig. Und das Ende.

Überall stand doch, das soll einfach sein? Ja, einfach im Sinne von: „Jeder Idiot kann einen Schnüffelteppich herstellen.“ Nicht im Sinne von: „Das ist überhaupt nicht anstrengend.“ Nach der Hälfte der Decke und wie mir schien, bereits unzähligen Streifen, ging es ans Knoten.

Bis auf die zügig eintretende Nackenstarre ob der verkrümmten Haltung war das eigentlich sehr meditativ. Wie Yoga mit Knoten. Oder ein Malbuch. Nur nicht so ganz Tourette auslösend wie letzteres, bei dem ich garantiert IMMER über den Rand male und dann noch lauter fluche als beim Autofahren.

Da ist das Ding: Der fertige Schnüffelteppich
Da ist das Ding: Der fertige Schnüffelteppich

Ich begann, erste Erfolge zu sehen (Merke: Wenn du den Typ Bastler „Schwierig-bei-Laune-zu-halten“ bei dir sitzen hast, lass ihn einfach nur knoten.). Ok, das sah schon ganz gut aus. Und schwupps, waren die Streifen leer. Wie bitte?!

Ich fing an, die Verbindungsstreben zu zählen, die ich noch verknoten müsste. Bei 30 hörte ich auf, weil ich merkte, das ich nicht mal annähernd die Hälfte erreicht hatte. Ok, also gefühlte 138 Fleecestreifen müsste ich noch schneiden. Herrlich.

Unter erschwerten Bedingungen (Moe war auf der restlichen Fleecedecke eingeschlafen) schnitt ich die nächsten Streifen zurecht. Und knotete munter weiter.

Moe ist das alles zu langweilig
Moe ist das alles zu langweilig

Nach einer komplett zerschnittenen Decke und einem beleidigten Hund (ich musste ihn ja von der Decke schubsen) war für mich das Ende erreicht. Ich hatte keine Lust mehr. Fertig? Mitnichten. Ein Teil Plastik der Spülbeckeneinlage ließ sich teilweise gut durch die sehr langen Fleecestreifen bedecken, der Rest der Einlage wurde abgeschnitten.

Aber ich hatte einen Schnüffelteppich. Einen schwarzen, schönen, flauschigen Teppich, der Moe sicher viel Spaß bringen würde. Leckerlies wurden geholt und das Spiel konnte losgehen.

Umgeschubst.
Umgeschubst.

Der Schnüffelteppich im Einsatz

Ich bin sehr froh, dass meine Fleecestreifen für den Schnüffelteppich so lang geworden sind. So habe ich einen wirklich dichten Teppich bekommen, der sowohl für große als auch für kleine Leckerlies gut geeignet ist. Moe hatte seinen Spaß mit dem Teppich, hat diesen komplett auf den Kopf gestellt und ich denke, dafür hat sich die Mühe gelohnt.

Glücklicherweise geht er sehr ruhig mit dem Teppich um, was seiner Kralle zu Gute kommt. So schont er sich, ich kann ihn aber trotzdem etwas geistig auslasten.

Würde ich den Schnüffelteppich noch einmal herstellen? Haha, nein. Spaß gemacht hat mir das Ganze nicht wirklich, hätte ich den Kram nicht bereits gekauft gehabt, ich hätte lieber das Geld ausgegeben und mir einen bestellt. Sicherlich ist das abhängig davon, ob man gerne bastelt, bzw. ob man geduldig ist. Ich sitze lieber an der Nähmaschine (und da auch gerne länger), als noch mal so einen Schnüffelteppich zu machen – auch wenn es sich in Moes Augen sicherlich gelohnt hat. Kommen wir also zu meinem Fazit:

DIY kann (nicht) jeder

Niemals nie wieder lasse ich mir erzählen, etwas sei „ganz leicht selber herzustellen“. Niemals nie werde ich einen DaWanda-Shop haben und dort selbstgemachte Produkte von mir verkaufen. Ok, letzteres ist euch wahrscheinlich herzlich egal. Aber trotzdem: DIY mag toll sein, aber in meinem Fall heißt es: Lieber gut gekauft als scheiße selber gemacht.

Machen wir nicht noch mal: Schnüffelteppich selber basteln.
Machen wir nicht noch mal: Schnüffelteppich selber basteln.

Habt ihr auch schon einen Schnüffelteppich selber hergestellt? Wie waren eure Erfahrungen?

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