Blogparade: Digital Detox

Blogparade: Digital Detox

Und jetzt sitze ich hier. Vor einem leeren Blatt Papier. Und mir fällt nichts ein.

Das passiert mir in der letzten Zeit immer wieder, weil mich der Tag an sich zu sehr beansprucht. Die Sommergäste, der Garten, die Arbeit, die eigenen Projekte und die vielen Vierbeiner, die von mir fotografiert werden möchten (oder auch nicht).

Nein, für das Bloggen bleibt im Moment eigentlich gar nicht so viel Zeit. Und diese Zeit, die mir bleibt, nutze ich lieber für Spaziergänge mit Moe oder für Abende am Strand.

In dem Zusammenhang fiel mit die Blogparade der lieben Neele von Fiffibene ein. Sie schrieb über das Digitale Detoxen, also eine gewisse Zeit komplett auf das Internet verzichten. Kein Smartphone, keine Mails, gar nichts. Könnte ich das denn noch und überhaupt, ist das sinnig? Brauche ich das? Hilft mir das in irgendeiner Weise?

Digital Detox: Mal ganz ungezwungen

Es gab mal eine Zeit, 7 Tage waren es, da gab es den Begriff des Digital Detox noch gar nicht. Es war die Zeit, als Dennis, Moe und ich nach Schweden fuhren. Dort machten wir eine wunderschöne Wandertour, nur mit Zelt, Schlafsäcken und reichlich Proviant.

Die Smartphones hatten wir dabei, um uns zwischendurch per GPS die Richtung weisen zu lassen. Da diese Auskunft immer viel Akku kostete und wir zwar ein Solar-Gerät dabei hatten, was aber nicht zuverlässig funktionierte, nutzen wir Dennis Smartphone und das GPS nur im absoluten Notfall.

Digital Detox in Schweden
Digital Detox in Schweden

Ich selber nutzte mein Smartphone gar nicht, es blieb im Rucksack, aus Angst, uns könnte wirklich Dennis Akku leer gehen und wir hätten dann keine Möglichkeit für einen Hilferuf oder Ähnliches.

Ich kam also das erste Mal in den Kontakt mit „Kein Internet, keine Mails, keine Anrufe“. Es war ein Traum. Das gebe ich gerne zu.

Aber 1. war das Ende absehbar und 2. war Dennis zwar selbstständig, aber sein damaliger Geschäftspartner war als „Ersatz“ zu erreichen, sodass Dennis wunderbar 7 Tage abschalten konnte. Das geht heute so einfach nicht mehr.

Das Digital Detox war ein netter Nebenaspekt, aber ich hatte während der Zeit gar nicht das Bedürfnis, mein Handy zu bemühen. Und ehrlicherweise geht mir das häufig so, wenn ich unterwegs bin. Fotografieren – oh ja! Bitte und ständig. Da muss ich mich echt bremsen. Aber das Handy? Pfft.

Digital Detox – für uns gar nicht möglich.

Fakt ist, ich kann wunderbar auf mein Handy verzichten. Alle kleineren Runden, die ich mit Moe gehe, gehe ich ohne Handy. Wenn da unterwegs etwas passieren würde (was meine größte Sorge ist und der Grund, warum ich das Handy eigentlich dabei habe), wäre ich sehr schnell zu Hause und könnte Hilfe holen, bzw. wohnen genug Menschen dort, um notfalls helfen zu können.

Auf großen Strecken ist das Handy in der Tasche und bleibt meist auch dort (es sei denn, ich sehe mich genötigt, Pokémon zu fangen. Aber das ist auch nur ganz selten der Fall. 😉 ).

Fakt ist, auf das Internet an sich kann ich nicht einmal im Urlaub verzichten. Wer das Problem der Selbstständigkeit kennt, weiß auch: Ein Selbstständiger kann nicht wirklich Urlaub haben. Zumindest wir nicht.

Wenigstens einmal frühs und abends werden Mails gecheckt, falls in der Zwischenzeit nicht doch die Welt untergegangen ist. Wir können es uns schlichtweg nicht leisten, komplett offline zu sein.

Fakt ist, ich muss nicht täglich bloggen, um glücklich zu sein. Wenn ich schreibe, tue ich das aus einem Impuls heraus. Ich habe mich noch nie hingesetzt und mich gezwungen, heute zu bloggen.

Will ich das überhaupt?
Will ich das überhaupt?

Zugegeben: Ich weiß anfangs nicht immer, was am Ende eines Blogartikels heraus kommt. Auch dieser Artikel sollte eigentlich in eine ganz andere Richtung gehen, bevor ich an Neele dachte (schönen Gruß übrigens, ich hoffe, euch geht es gut. 🙂 ).

Mein Blog gibt es nicht aufgrund der Zahlen und setzt mich kein Stück unter Druck. Und trotzdem weiß ich manchmal gar nicht, worüber ich eigentlich schreiben soll.

Deswegen der Gedanke an das „Halbe Detoxen“. Sollte ich meinen Internetkonsum und auch die Verwendung desselbigen fürs Bloggen, Instagrammen und Co. einschränken? Einfach mal ein paar Tage, Wochen nicht auf Social Media aktiv sein und das Bloggen sein lassen, damit ich wieder kreativ bin, aber die Arbeit wie gewohnt weiter machen?

Nö. Laut und einstimmig tönt das in meinem Kopf. Für mich hört sich das Digital Detox nach einer neuen Trend-Diät an, etwas, das ich gar nicht mitmachen möchte. Ich sehe mich weder als Smombie, wie das neudeutsch heißt, noch bin ich (privat) so abhängig vom Internet, das ich mich dafür prostituieren würde (ok, der Vergleich ist vielleicht etwas hart, aber ihr wisst, was ich meine).

Mir persönlich ist mein Internetkonsum nicht zu hoch und ich würde mich nicht erleichtert fühlen, wenn ich x Tage auf irgendwas verzichten MÜSSTE. Und genau das ist wahrscheinlich der Punkt: Ich hasse es, etwas zu müssen. Müssen müsste ich aber, denn ich hätte ja eine Verabredung mit mir getroffen.

Nö, ich möchte nicht Digital Detoxen.
Nö, ich möchte nicht Digital Detoxen.

Und genau das will ich nicht. Selbiges Problem habe ich übrigens auch bei Diäten. Lieber alles in Maßen als zu verzichten, Eigenabsprachen mit mir selber funktionieren meist so gar nicht (und wenn dann nur mit Groll. Und wer will das schon?).

Wie seht ihr das, kommt das Digital Detox für euch in Frage? Schließt euch doch der Blogparade von Fiffibene an und berichtet mal. Sabine hat übrigens auch einen sehr lesenswerten Artikel dazu geschrieben, den findet ihr hier.

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