Die Kastration-doch unvermeidlich?

Vor ein paar Wochen war es wieder Zeit zum Tierarzt zu gehen. Moe musste sich seine alljährliche Impfung abholen und zum Anderen wollten wir abklären, warum er immer „tröpfelt“.

Nach eingehender Untersuchung und Impfung erklärte uns die Tierärztin, das es wichtig wäre, eine Urinprobe von dem Hund zu untersuchen, um festzustellen, ob es sich bei dem Tröpfeln um ein medizinisches Problem handelt.

Also vereinbarten wir einen Termin eine Woche später und ich hatte Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, wie zum Henker ich an eine Urinprobe von Moe kommen sollte.

Diese durfte nämlich maximal eine Stunde alt sein. Also war nichts mit meinem ersten Gedanken, das nachts mal zu machen wenn keiner guckt.
Nächstes Problem: wie bekomme ich Moe dazu, in eine Schüssel zu pieseln um dann etwas davon in eine Spritze abzufüllen?
Letztendlich kam mir das Überraschungsmoment zu Gute: Hund pieselt, Schüssel drunter und fertig. Zum Glück blieben sowohl Jacke als auch Hände trocken. Was die anderen Menschen gedacht haben mögen, möchte ich mir nicht vorstellen. Vor allem nicht als sie mich mit der Spritze sahen… Naja egal. Dann ging es zum Tierarzt, die Probe wurde untersucht. Die Tierärztin sagte dann, dass der Eiweißgehalt im Urin zu hoch sei, man müsste noch eine Röntgenaufnahme machen. Nach dieser verhärtete sich der Verdacht, die Prostata könnte vergrößert sein. Nach einem Ultraschall, der darauf folgte, hatte ich die Gewissheit: Moe hat eine vergrößerte Prostata (wohl wegen den läufigen Hündinnen) und muss Hormontabletten bekommen. Diese waren genau für eine Woche ausgelegt und sollen 6 Monate ihre Wirkung entfalten. Allerdings meinte die Tierärztin, dass wir nun um eine Kastration nicht mehr herumkommen werden.

Genau das wollten wir nun ja gar nicht für Moe. Sollen wir ihm also lieber Tabletten geben von denen die Nebenwirkung einer Dauerverabreichung gar nicht bekannt sind und es eventuell nur verschlimmern?

Um mich ein bisschen besser zu informieren bestellte ich mir das Buch: Kastration und Verhalten beim Hund.

Das war für mich sehr aufschlussreich. Zum einen wird gleich darüber aufgeklärt, das Kastrieren (außer aus medizinischen Gründen) laut Tierschutzgesetz verboten ist. Trotzdem wird es immer wieder aus Bequemlichkeit gemacht und weil man denkt, man hätte deshalb Vorteile (der Hund ist leichter zu erziehen etc.) Das Buch macht darauf aufmerksam, das sogar das Gegenteil der Fall ist. Denn von 23 unerwünschten Verhaltensweisen würden sich nur 5 zum Positiven entwickeln. Die meisten würden sich eher noch verschlechtern.

Trotzdem musste ich leider am Ende feststellen: ja, Moe wird kastriert. Aus medizinischen Gründen, weil es nicht anders geht. Nicht, weil es toll ist, einen Rentner zuhause zu haben. Zusätzlich werden wir uns aber auch einen Hundetrainer an die Seite holen, damit er uns während dieser Zeit begleitet.

Folge uns bei Pinterest

Kommentieren

1 Gedanke zu „Die Kastration-doch unvermeidlich?“

  1. Aus genau den von Dir genannten Gründen mussten wir Dingo kastrieren lassen. Wir haben nach dem Eingriff keinerlei Verhaltensänderung bemerkt – allerdings war Dingo damals schon sieben Jahre alt 🙂
    Wir haben uns mit der Entscheidung auch sehr schwer getan, fühlten uns aber von unserem Tierarzt gut beraten und hatten auch viel Bedenkzeit.
    Rückwirkend betrachtet war es eine gute Entscheidung.

    Viel Glück für euch,
    Isabella




    0

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*