Die Golden Retriever Lüge.

Die Golden Retriever Luege

Marmaduke ist Schuld. Ja, genau – diese riesige Dogge mit den großen, spitzen Ohren (Amerika halt, ich finde es auch nicht schön.). Wenn ihr immer noch nicht wisst, wer das ist, schaut mal hier.

Jedenfalls hat Marmaduke, diese große, zauberhafte Dogge, im Film ein kleines Problem mit Rassehunden.

Und schuldig ist er, weil er mich daran erinnert hat, dass ich euch noch von der Golden Retriever Lüge erzählen muss (Rassehund, Golden Retriever – ihr versteht. Oder?*).

Also. Beginnen wir am Anfang.

Labrador oder Golden Retriever – die perfekten Familienhunde.

Als bei mir der Wunsch nach einem Hund aufkam, musste der Mann überzeugt werden. Er wollte einen dunklen Hund (typisch Designer), der sich perfekt an ein minimalistisch, weiß eingerichtetes Büro anpasst. Lieb sollte er sein. Pflegeleicht. Ein dunkelbrauner Labrador wäre perfekt.

Aber auch der Goldie stand zur Debatte, weil Familienhund. Leicht zu erziehen.

Ihr wisst es: Moe ist weder das eine (Rassehund), noch das andere (pflegeleicht – wobei…). Aber so ein Labbi oder Goldie, vielleicht, irgendwann…

Die Golden Retriever Luege
Bootsmann. Labbi. Ein wundervoller Hund – er hat mich verzaubert.

Man bekommt es ja vorgelebt: Manche Hunde sind einfach „in“, weil ihnen bestimmte Eigenschaften angedichtet werden. Aussies. Shelties. Labbis. Golden Retriever. Letztere gelten als die perfekten, idealen Familienhunde. Hunde, die sich quasi selbst erziehen – so denke ich mir manchmal.

Unser Nachbar, der Rassehund.

Kommen wir nun zum eigentlichen Teil unserer Geschichte. Wir haben einen Rassehund-Nachbarn.

Gut – den hatten wir auch schon früher, einen ganz wundervollen, zauberhaften Hovawart namens Johnny, der leider viel zu früh gehen musste. Also: Das wird hier kein nur ein winziges bisschen Rassehund-Bashing.

Unser „neuer“ Rassehund-Nachbar ist ein familienfreundlicher, sich selbst erziehender Golden Retriever – der Name des Tieres ist mir entfallen. Innerlich nenne ich ihn immer nur Satansbraten. Man möge es mir nachsehen.

Satansbraten war bei unserem Einzug im April ähnlich wie Moe in jungen Jahren. Wenn wir Satansbraten trafen, legte er sich flach auf den Boden. Waren wir nahe genug dran, sprang er nach vorne in Moes Richtung.

Die Golden Retriever Luege
Nicht unser Nachbarshund – aber der hier war nicht weniger heikel.

So kam es, wie es kommen musste: Das Frauchen konnte Satansbraten nicht halten. Moe sagte Satansbraten die Meinung, Satansbraten motzte zurück. Satansbraten wurde eingefangen, wir gingen unserer Wege.

Ab diesem Zeitpunkt änderte sich alles.

Satansbraten war nicht etwa eingeschüchtert ob dieser Begegnung mit Moe. Nee.

Und ein weiteres Problem tat sich auf: Das Frauchen war ihrem Liebling nicht gewachsen.

Die nächsten Begegnungen waren Flexi-Leine an Halsband und ein lautes „Ich kann den nicht haaaaaalten!“.

Jo. Das hatte ich so nicht kommen sehen. Ich versuchte, andere Wege zu gehen, zu anderen Zeiten. Aber ihr kennt das: Irgendwie trifft man sich immer irgendwann.

Satansbraten machte mich wütend. Und sein Frauchen auch. Weil sie so passiv war. Weil Moe sich natürlich auch aufspielte und ich nun auch noch mit ihm zu kämpfen hätte. Weil Satansbraten sich selbst erziehen durfte. Weil ich mich irgendwie an meine eigenen Fehler aus der Anfangszeit erinnerte.

Irgendwann entschloss sich das Frauchen, ihrem Hund ein Geschirr anzuziehen und eine vernünftige Leine zu nutzen. Manchmal klappt das mit Hirn und Himmel und so doch.

Aber, damit war es leider nicht getan. Die Stimmung war aufgeheizt. Leider konnte man mit der Dame auch nicht reden. Wir haben es versucht, mehrfach.

Meine Bitte, auszuprobieren, ob das mit dem Bogen gehen klappen könnte, wurde ignoriert. Man hätte es vielleicht üben können. Nö.

Die Beziehung hat sich verändert.

Mittlerweile sind wir beim Status / Dance MoveRasensprenger“ angekommen – Die Dame stellt sich mit ausgestreckten Armen, in ihren Händen die Leine, breitbeinig hin, der Goldie-Satansbraten hüpft bellend und geifernd wie ein Pendel von rechts nach links vor ihr herum. Komisch wäre das – wenn es nicht so traurig wäre.

Neuerdings spricht sie immer sehr laut mit Satansbraten. Ihre Worte? „Du brauchst keine Angst haben. Der tut dir nichts.“ – Wenn so ein Hund aussieht, der Angst hat – dann ist Moe längst gestorben.

Der Satansbraten – ein Einzelfall?

Nö. Leider ist das eben nicht der Fall. Im Sommer habe ich viele Hunde getroffen, nicht nur meine Shooting-Hunde, sondern eben auch alles andere, was vier Beine hat, bellt und am Hundestrand unterwegs ist. Zuzüglich Besitzer.

Die Golden Retriever LuegeDie Hunde (und Halter), die mir am Negativsten auffielen: Labradore, Golden Retriever und der ein oder andere Jack Russell.

Übrigens: Meine Shooting-Hunde sind so ziemlich alle (bis auf eine Goldie – Ausnahme) großartige, gut erzogene (und das meine ich tatsächlich mit Ausrufezeichen) Hunde gewesen.

Scheinbar wird davon ausgegangen, dass Labbis und Goldies generell und sowieso immer lieb und freundlich sind.

Auf die meisten wird das sicherlich zutreffen. Trotzdem können die genauso rotzfrech und nervig sein, wie andere Hunde auch.

Zu häufig habe ich es diesen „Sommer“ erlebt, dass genau diese Hunde sich selbst überlassen werden und dann Unsinn anstellen.

Einem Labbi ist man ja vielleicht nicht so böse wie einem Schäferhund – richtig?

Wenn Mister Charming aber auf meinen Rucksack pinkelt und keine Menschenseele zu diesem Hund gehört – dann werde ich biestig.

Zu oft habe ich gehört, dass die netten Goldies doch nur spielen wollen. Zu oft habe ich echt brenzlige Situationen gesehen, bei denen der Goldie oder Labbi echt Glück mit seinem Gegenüber hatte.

Und zu oft habe ich Menschen gesehen, vor allem ältere Herrschaften, die diesen Hunden nicht gerecht werden konnten.

Kurzum: Mir tun diese Familienhunde Leid. Diese Hunde, die sich selbst erziehen MÜSSEN, weil der Mensch die Verantwortung nicht übernehmen will.

Weil der Mensch denkt, dass der Hund mit der Sonderausstattung „perfekt erzogen“ und „Familienhund“ einzieht, weil man das ja so hört – die Golden-Retriever-Lüge.

*Fairerweise möchte ich mich noch bei Sabrina bedanken – unser letztes Gespräch hat mich, neben Marmaduke, auch daran erinnert, diesen Artikel zu schreiben. Manchmal sind wir echt am Kopf zusammen gewachsen. Und epische Dance Moves, die eventuell gut geeignet sind für HundehalterInnen auf Abwegen, gibt es hier. Bitte, danke.

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Kommentieren

17 Gedanken zu „Die Golden Retriever Lüge.“

  1. Man bin ich froh, dich dann gestern in Ruhe gelassen zu haben 🙂

    Ich verstehe dich total. Die Wahrnehmung auf der Straße ist auch gut, wenn der Labbi oder Goldi anfängt, ist trotzdem deiner Schuld.
    In Adgi steckt ja nun ein Goldi, Selbsterziehung ist da nicht.

    Ärger dich nicht zu doll.

    Liebe Grüße

    Anika




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  2. Wenn es nicht so traurig wäre, hätte ich an der ein oder anderen Stelle deines Beitrags lachen müssen.
    Ich mache jobbedingt ähnliche Erfahrungen und kann das Wort „Familienhund“ ehrlich gesagt nicht mehr hören. Ich finde, es gibt nicht DEN Familienhund. Ein Hund wird zum Familienhund, wenn er mit Bedacht ausgewählt wurde. Wenn alle seine Rasseeigenschaften in Zusammenhang mit den eigenen Vorstellungen eines Familienlebens abgewägt wurden. Wenn die eigenen Belange zu denen des Hundes passen. Und selbst dann gehört noch jede Menge Arbeit dazu!
    DANKE für den tollen Artikel!
    Liebe Grüße,
    Nicole




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  3. Ooooooh weh…. wie Recht du hast… aber Menschen glauben so gerne Vorurteile, dass sie gar nicht gewillt sind, sich belehren zu lassen. Retriever sind IMMER lieb. Hütehunden MUSS man den ganzen Tag beschäftigen. Kleine Hunde sind IMMER lieber als große. Und schwarze Hunde IMMER böse.
    (Hebt sich das dann bei einem schwarzen Retriever auf, wie „minus und minus gibt plus?🤔)
    Wie auch immer. Ich versteh dich und deine Verärgerung sehr. Aber ändern wird das an der Gesellschaft leider nichts. Weil, IHR HUND ist ja ein ganz ein lieber……🙄
    Liebe gruesse
    Katja




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  4. ‪Ein wirklich interessanter Beitrag. Ich stimme dir auch zu Teilen zu. Ich sehe dieses Problem jedoch nicht nur bei den beliebten „Moderassehunden“, sondern generell bei so manchem Hundebesitzer. Das der eigene Hund nicht richtig verstanden wird oder gar nicht erzogen.‬ Jacky ist ein Labrador und wir haben uns auch bewusst für ihn entschieden. Nicht weil gesagt wird, dass Labradore gute Familienhunde sind, sondern weil wir einen sportlichen Hund wollten. Jeder Hund hat das Potenzial zum Familienhund, wenn man seinen Bedürfnissen gerecht wird und immer an einer guten Vertauens-Beziehung arbeitet. Das Labbis leicht zu erziehen sind stimmt nicht. Ich verstehe auch nicht, wie man sowas noch immer verbreitet. Ich sehe das bei Jacky. Klar lässt er sich super begeistern, jedoch lässt er sich genauso schnell ablenken. Durch Düfte, Wasser, Enten, Stöckchen, andere Hunde…die Liste ist lang. Darauf muss ich als Halter eingehen. Ich möchte den Hund sehen, der sich selbst so erzieht, dass es keine Reibereien im Zusammenleben gibt. Soetwas gibt es einfach nicht. Aber dieses Problem nur auf die Rassehunde-Halter zu projizieren wäre nicht richtig.
    Liebe Grüße
    Fini




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  5. Was viele dabei auch noch Ich hab ja auch einen Satansbraten, aber einen erzogenen 😉 er kommt halt recht oft auf ziemlich blöde Ideen. Bei uns in der Junghundegruppe war damals ein Goldi, ein Familienhund, der die ganze Familie terrorisiert hat. Da war mein pubertierender Sturkopf ein Engel dagegen. Aber sowas kommt halt dabei raus, wenn man erst auf die Idee kommt den Hund zu erziehen, wenn man ihn nicht mehr aushält.
    Labbis haben bei uns aber vor allem viele die Hundesport machen. Die neue Plage bei uns im Dorf nennt sich Pomeranian. Und die Halter sind allesamt Leute, die nicht zu wissen scheinen, dass das tatsächlich ein Hund ist und das eine Flexileine einen Stopper hat… da kommt dann irgendwann wieder ein laut keifendes und knurrendes Wattebäuschen un die Ecke geschossen, vom Besitzer ist nichts zu sehen, man kann nur erahnen das auf der anderen Seite der Leine ein Mensch dran hängt. Und meine Befürchtung ist dann immer das Odin den gleich einatmet… nein, zum Glück scheint er auch nicht zu kapieren, dass das Hunde sind, die ihn da ankeifen.
    Aber ich späh auch immer zuerst um die Ecke, ob eh nicht grad die Nachbarn mit dem Wattebausch mit Aggressionsproblem raus kommen, bevor ich an deren Haus vorbei geh.
    Liebe Grüße,
    Julia und Odin




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  6. Ich bin ganz naiv und glaubte auch, dass diese Rasse gutmütig durch und durch ist. Aber natürlich kommt es auf den Hund im Einzelfall und auf seine Halter an. manchmal tun sich Hund und Halter einfach nicht gut und passen nicht zusammen. traurig, wenn man daran nicht arbeitet.

    Im Übrigen gilt der Tibet Terrier auch kinderlieb und lauffreudig aus. Socke kommt mit Kindern nicht gut zurecht, weil sie es überhaupt nicht kannte und kennt. Und Laufen ist auch nicht ihre Welt. Man darf sich also nicht auf die Rassebeschreibung vertrauen, sondern muss den Hund sehen und mit ihm entsprechend arbeiten.

    Mit tun die beiden sehr leid, denn sie lernen die schönen Seite des Mensch- Hund-Team niemals kennen.

    Vielen dank für Deine Gedanken und viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  7. Hallo,

    muss mich jetzt mal als Goldie-Halterin zu Wort melden:
    Ich habe einen Goldie und bei ihr treffen alle positiven Sachen zu..und das sagen auch andere Leute, die wir treffen, damit das nicht nach Selbstüberschätzung klingt..vielleicht haben wir uns aber beide zusammen auch nur einfach gut erzogen;-)

    Liebe Grüße

    Sabine und Maya*wuff*




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  8. Ach ja das kennen wir. Als Undercover Labrador waren wir lange Zeit im Retriever Verein und wir konnten sehen wie viel tolles in diesen Rassen steckt. Was daraus werden kann, wenn man sich nicht nur darauf verlässt das es ein Familien Hund ist. Denn man darf nicht vergessen sie gehören immer noch zu den Hunden die zur Jagd geführt werden. Sie möchten gerne Beschäftigt werden. Natürlich muss man nicht jagen gehen um einen Retriever zu halten genauso wenig wie man eine Herde Schaffe für einen Hüttehund braucht. Doch was mit in der letzen Zeit immer mehr und mehr auffällt. Das man nur noch die Sachen über Rassen hört die man hören will. Bei uns ist es genau das selbe. Der husky muss rennen. Das er allerdings mal für die Jagd und fürs ziehen gezüchtet wurde ist längst in Vergessenheit geraten. Jeder holt sich einen husky spannt ihn vors Rad und erwartet dann am Ende das der Hund zufrieden ist. Das er aber genauso viel für den Kopf haben mag. Vergessen viele. Ist wirklich schade. Ich finde so ein Rasseprofil wird häufig viel zu schön geredet und dann schnell zu ernst genommen. Bei einen Mischling muss man auch „normal“ erziehen. Da gibt es auch keine Anleitung.




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  9. Hallo

    Ich habe selber zwei Kurzhaar Collies die genau wie der Labrador bzw Goldie einen Will to Please (der Wille zu gefallen) haben , was sehr oft mit die erziehen sich selbst verwechselt wird, Hunden mit einen Will to Please sind einfach zu erziehen, weil sie gerne was lernen und Herrchen oder Frauchen gerne gefallen möchten, wenn man solchen Hunden sich selbst überlässt kommen da nicht nur unerzogene Hunde bei rum, auch die Bedürfnisse des Hundes „Lernen“ und „Gefallen“ werden so nicht befriedigt.

    Im Traum wurde es mich nicht einfallen die Nera (1 jahr, 1 Monat und drei Tage alt) sich selbst erziehen zu lassen, da sie rotzen Frech und sehr willensstark ist, andere Hunde trete sie freundlich aber stets Dominant auf, meine andere Hündin die „Zoe“ ist da ganz anders gestrickt sehr lieb, vorsichtig und mehr unterwürfig da sie alle Konfrontationen aus dem weg geht und mit keinem ärger haben möchte.

    Ungefähr für einen Monat wurde in eine facebook Gruppe für ein junge Kurzhaar Collie Rüden gesucht da der Familien mit diesen Hund überfördert war, sie dachten einen Kurzhaar Collie erzieht sich von alleine




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  10. Ich denke nicht, dass das generell so sehr ein „Rasseproblem“ ist, sondern eher das Problem von Leuten, die sich generell nicht mit dem Thema Hund auseinander setzen (oder besser einen Kanarienvogel hätten). In den meisten Fällen mag es trotzdem so sein, dass (statistisch gesehen) ein Pudel vielleicht leichter „zu erziehen“ ist als vielleicht ein Jagdterrier). (Der individuelle Charakter spielt hierbei natürlich – wie bei allem – eine Rolle.)

    Aber jeder Hund braucht „Erziehung“ des Menschen, um in seiner Umwelt einigermaßen stressfrei (für ihn und alle Beteiligten) klar zu kommen. Wobei es sein mag, das manche (begnadete) Menschen eine intuitiv „führende“ Art haben und das fast nebenbei machen, und manche Hunde fast automatisch das gewünschte Verhalten zeigen, so dass es in dieser idealen Kombination für alle anderen „aussieht“, als ob der Hund sich mit Leichtigkeit selbst erzieht/keine Erziehung braucht. (Gegenteilige Konstellation kann somit natürlich ebenso im Chaos enden.)
    Ich habe zumindest noch keinen Hund getroffen, der sich so verhalten hat, „wie die Gesellschaft das gerne hätte“, und dessen Besitzer gesagt hat: „Das hat er von ganz alleine gemacht!“ Und falls das generell jemand behauptet (meist ohne, dass man den Hund dazu gesehen hat) nehme ich erst mal vorsichtshalber Abstand… ;P

    Gruß
    Fabienne
    Besitzerin eines (wenn man anderen Leuten glaubt) einigermaßen erzogenen Golden Retrievers (, der ohne Erziehung eine Chaos-Party in sämtliche Richtungen veranstalten würde)




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  11. Kein Hund erzieht sich selber. Was Sie erleben, hat nichts mit der Rasse zu tun, sondern mit dem Menschen am Ende der Leine, der für die Erziehung und Sozialisierung seines Hundes verantwortlich ist.
    Darüber hinaus sollte man nicht vergessen, dass Retriever Jagdhunde sind – hoch intelligent und arbeitswillig. Man muss sie artgerecht beschäftigen und auslasten. Dabei bedeutet „artgerecht“ nicht, dass man mit ihnen auf die Jagd gehen muss. Dummy-Training, Rettungshundearbeit, Agility; es gibt so viele Möglichkeiten. Verbringt so gemeinsame Zeit, bekommt man wundervolle, zauberhafte, wesensfeste Begleiter.




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  12. Das ist kein Rassehundproblem sondern ein Erziehungsproblem. Nicht mehr und nicht weniger. Deshalb alle Retriever zu pauschalisieren finde ich nicht gut.

    Ich würde den Satansbraten als Übungshund nutzen um meinen eigenen Hund ordentliches Verhalten aufzutrainieren wenn das noch eine Baustelle bei uns wäre 😉

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi




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  13. Als Retriever-Fan mit Fleisch und Blut habe ich Ihren Artikel natürlich mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Dem „Modehund-Selbsterzieher“-Teil kann ich mich bedingungslos anschließend. Viele Retriever werden von den falschen Menschen aus den falschen Gründen in die Familie geholt, das Image der Retriever (zumindest der beiden beliebtesten Retriever) hat schon längst die Rassebeschreibung und eine vernünftige Auseinandersetzung mit Retrievern ersetzt. Dies führte zudem dazu, dass Kreuz und quer verpaart wurde, den Stempel „leicht erziehbare“ Couch-Kartoffel bekam und so manch einer hypereifriger Draufgänger in die Familie zog, die sich eigentlich eine Schlaftablette auf vier Beinen gewünscht hätte. Zwar klingt es in Ihrem Artikel an (es sind die Menschen am anderen Ende der Leine, für den Hunden nicht gewachsen sind), aber dennoch hätte dies ruhig mehr betont werden können (meiner Meinung nach). Retriever sind Arbeitshunde, der eine mehr, der andere weniger. Mit Nichtstun ist noch keinem Hund gerecht geworden. Die ganze Rasse(-Zucht) zu verteufeln halte ich jedoch für verfehlt, da vernünftige (die richtig guten) Züchter mit Herz und Verstand wirklich Großartiges für die Retriever leisten. Dazu zählt auch insbesondere „Aufklärung“ und die Suche der richtigen Menschen für die richtigen Hunde. Ich könnte einen ganz ähnlichen Artikel über die „Mischlings-Lüge“ erzählen, aber gerecht werden würde ich dem Thema hierdurch bei weitem nicht (hier geht der Trend nämlich zu „Nicht überzüchtete Hunde sind gesünder und leichter zu erziehen, da nicht verkorkst“). Wahrscheinlich wäre „Die Lüge am Ende der Leine“ ein toller Titel. 😀




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  14. Ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht. Golden Retriever und Labradore waren immer gut erzogen, es waren eher kleine Rassen, die oft völlig außer Rand und Band waren. Käme aber nicht auf die Idee, jetzt Dackel und Co. samt ihrer Besitzer pauschal als unerzogen bzw. unwissend über einen Kamm zu scheren.
    Häufig habe ich die Erfahrung gemacht, dass andere Hundebesitzer mit den Worten: „Sie haben ja einen Goldenen Retriever, die tun ja nichts!“, ihren unverträglichen Hund ableinten.

    Es gibt immer 2 Seiten! Finde den Artikel im Kern richtig (LR und GR werden häufig zu unüberlegt angeschafft), aber deutlich zu generalisiert.

    Beste Grüße
    Maria mit Helmsby




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  15. Ja! Ja! Ich kann dir voll zustimmen. Ich kenne zwar auch einige wunderbare und super erzogene Labis und Goldies, aber ich kenne auch viele, die sich selbst überlassen werden, wie der Satansbraten und dann komplett unausgelastet und out of control in uns reinrumpeln. Shivas Problemchen mit fremden Hunden entstand durch Der-Tut-Nixe, die – leider muss ich das so sagen – fast ausschließlich aus Labis und Goldies bestanden. Rums, in uns rein, Shiva überwalzt (Shiva hat 15 kg, ein ausgewachsener Labrador das doppelte) und sich dann gewundert, wenn Shiva gegen ihn ging. Eigentlich hätte sie sicher gerne gespielt, aber nicht wenn man erst einmal als Pfannkuchen auf der Straße endet.
    Meine unschönste Begegnung mit frei spielenden Labradoren (bei mir sind es eher diese) war im Herbst/Winter 2012, als ich von 2 Labradoren umgenietet wurde. Mein damals 10 Monate alter Hund wurde von diesen quer über die Wiese in Richtung Autobahn gejagt und ich lag mit gerissenem Meniskus am Boden. Vom Besitzer war weit und breit nix zu sehen… Shiva kam zum Glück unverletzt zurück und ich habe die Labradore dann so zusammengeschrien, dass sie vermutlich heute noch an Tinitus leiden. Nein, ich mag sie nicht und wenn ich diese beiden speziellen Expemplare gesehen habe, haben Shiva und ich uns schleunigst aus dem Staub gemacht. Den Besitzer habe ich mal zur Rede gestellt und dann kam der Spruch: Die machen doch nix, die wollen nur spielen. Auf meinen Hinweis, dass sie mir das Knie schwer verletzt haben und ich 6 Wochen krank geschrieben war, wurde er plötzlich taub und ging seines Weges… Naja, ich habe mich nicht weiter mit ihm rumgestritten, bin ihm aber größtenteils aus dem Weg gegangen.

    Bei uns auf dem Hundeplatz sind aber auch einige wunderbare Labis, die sogar im Rally Obedience oder THS auf Turnieren starten und regelmäßig die vorderen Plätze belegen. Aber! Hier kommt das große Geheimnis: Diese Hunde werden erzogen, nicht sich selbst überlassen und mit diesen wird gearbeitet, dass sie gar nicht auf so bescheuerte Gedanken kommen und wildfremde Hunde jagen und deren Besitzer umnieten.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva




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  16. Hallo Nicole,

    ich verstehe die Aufregung um diesen Artikel nicht. Die Rasse in der Überschrift ist austauschbar. Man könnte auch über die „Border Collie Lüge“ schreiben oder die „Terrier Lüge“. Zu jeder Rasse kursieren irgendwelche Geschichten, Gerüchte und Behauptungen, die nicht wahr sind und die verbreitet werden, um Welpen arglosen Interessenten zu verkaufen. Dennoch verlassen sich hunderte von Menschen darauf und legen sich einen vermeintlich passenden Hund zu. Menschen, für die manchmal auch ein Stofftier die bessere Entscheidung gewesen wäre. Menschen, die keine Ahnung von Hunden haben und sich nicht einmal die Mühe machen, sich ein bisschen mit der Rasse zu befassen, geschweigedenn mit ihrem Tier. Die meisten Golden Retriever sind sicherlich nette, herzensgute Hunde. Aber auch sie müssen erzogen werden und „funktionieren“ nicht einfach auf Knopfdruck. Kein Hund ist so gestrickt. Ein Goldie ist ein recht großer Hund und wenn er sich daneben benimmt, ist das nicht mehr lustig. Nur leider scheinen sich gerade die Leute einen Goldie zu kaufen, die sich darüber nicht bewusst sind. Das Ergebnis sieht man im Artikel. Auch ich kann ein Lied davon singen, allerdings sind es bei uns eher die Labbis, die in falsche Hände geraten und mit ihrem Übermut und mangels Erziehung in andere Hunde reinpreschen oder Menschen umrennen. Die Hunde können nichts dafür, wohl aber die Besitzer, die auch bei dieser Rasse dachten, es sei ein Hund, der von Geburt an lieb, brav und wohlerzogen ist. Diese Einschätzung ist genau so falsch wie die Annahme, dass jeder DSH aggressiv, jeder Staff eine Tötungsmaschine und jeder Yorkshire Terrier ein perfekter Hund für kleine Kinder ist. Menschengemachte Irrtümer zum Leidwesen der Tiere.

    P. S. Ich finde die unangebrachte Kritik an diesem Artikel absolut inakzeptabel. Wer den Beitrag wirklich mal liest, merkt sofort, dass es der Autorin nicht um eine Kritik an der Hunderasse geht, sondern dass sie mit der Lüge aufräumen will, Goldies seien wie Kuscheltiere, die jeder halten kann, ohne sich mit dem Tier zu befassen. Dieser Artikel kritisiert Menschen, nicht Hunde… Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fans dieser Rasse ein Interesse daran haben, dass weiterhin behauptet wird, ein Goldie sei eine Rasse, die in jede Familie passt und keine Erziehung oder adäquate Beschäftigung braucht. Solche Mythen tun keiner Rasse gut.

    Kollegiale Grüße
    Nadine Wolf




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  17. Solche Labbi-/Goldi-Erfahrungen bzw. -Begegnungen hab ich mit meinem (Deutschen Schäfer-)Hund auch schon recht häufig machen dürfen, somit kann ich da nur grinsend zustimmen. Bisher ist immer alles gut gegangen, das aber meist nur, weil ICH eingegriffen hab und nicht der Labbi-/Goldi-Zweibeiner.
    Und trotzdem heißt’s am Ende doch so oft „Der böse Schäferhund!“..

    Liebe Grüße
    Franzi & Toni




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