Die ersten Tage unterwegs

Unterwegs in Schweden mit Hund

Ich kann es immer noch nicht so richtig fassen. Seit 9 Tagen sind wir nun schon unterwegs und haben unser neues Leben begonnen. Zugegeben: Manches fühlt sich immer noch komisch an, mit anderen Dingen haben wir uns aber erstaunlich schnell arrangiert.

Ganz besonders überrascht hat uns Moe – denn der hat sich mit Sicherheit am Meisten verändert.

Eine meiner größten Ängste vor der Reise war: Wie wird Moe die Umstellung verkraften, dass nicht mehr jede Situation berechenbar ist?

Unterwegs in Schweden mit Hund
Routine ist doch so wichtig für Moe…

Das es Abweichungen von der (von ihm geliebten) Routine geben wird? Das wir häufig die Plätze wechseln und es nicht mehr „den einen“ Ort geben wird, an dem wir unsere Runden gehen?

Wir haben versucht, viele Dinge weiterhin genauso zu machen wie zu Hause. Die Fütterungszeiten sind in etwa gleich geblieben (auf die besteht er auch!), das Futter ist (noch) das Gleiche wie zu Hause, dank eines 4-Wochen Vorrats. Wir Menschen versuchen, entspannt zu bleiben, auch wenn nicht alles klappt wie es soll.

Neue Situationen

Trotzdem gibt es immer wieder neue Situationen, auf die sich Moe einstellen muss. Gezwungenermaßen mussten wir bereits 2 Mal in (relativ vollen und lauten) Städten unterwegs sein.

Einmal, weil wir sonst keinen Strom bekommen hätten und das andere Mal, weil wir dringend eine neue Starterbatterie brauchten und diese auch eingebaut werden musste. Dafür sind wir nach Uppsala gefahren – die 7. größte Stadt Schwedens, die eben direkt auf unserem Weg lag.

Unterwegs in Schweden mit Hund
Stressige Situationen wird es immer geben. Diese gehörte nicht dazu. 😉

Natürlich hatte Moe Stress. Nicht wegen irgendwelcher Menschenmassen (zur Erinnerung: Die sucht er sogar), sondern wegen des Autolärms, den Motorrädern, dem Hupen. Das ist Moe einfach nicht gewohnt und verursacht Stress – was er auch sofort mit Durchfall quittierte.

Leider war es nicht anders machbar – und dennoch hat er es in genau der Situation einfach super gemacht. Augen zu und durch – ich hoffe, Uppsala war die letzte große Stadt, die wir mit Moe mitnehmen mussten.

Alte Krankheiten

Außerdem hatten wir vor der Abfahrt ja noch die Baustelle Hot Spot.

Es hat wirklich lange gedauert, bis wir diesen endlich in den Griff bekommen haben. Moes Schwanzhaare sind auch längst noch nicht nachgewachsen, er sieht immer noch aus wie ein Punk, aber der Hot Spot ist glücklicherweise nicht mehr weiter gewandert. Insgesamt war der halbe Schwanz betroffen und musste von uns behandelt werden.

Auch hier hat er es ganz super gemacht und irgendwie verstanden, dass wir ihm nichts Böses wollen. Glücklicherweise ist auch bisher nichts mehr nachgekommen – und ich hoffe, dass das Thema Hot Spot nun auch wirklich der Vergangenheit angehört.

Entspannter und zufriedener Hund.

Moe ist überhaupt sehr pflegeleicht geworden. Zu Hause kam er, vor allem nach den Mittagsrunden, immer schwieriger runter. Unterwegs ist das kein Problem. Er nutzt die Zeiten, die er draußen ist, sehr effektiv – er scheint zu wissen, wann es direkt wieder weitergeht und er sich nur lösen soll oder ob wir Zeit haben – und kommt im Mobil sofort wieder runter, legt sich hin und schläft.

Unsere Ausflugsziele passen wir Moe an. Zum Beispiel wollte ich gerne nach Vimmerby, dort steht das Geburtshaus Astrid Lindgrens. Dieses wollte ich eigentlich gerne besichtigen – da Hunde aber auf dem gesamten Hof, auch in dem Garten, nicht erlaubt waren, schauten wir uns nur kurz außen um und fuhren dann weiter.

Unterwegs in Schweden mit Hund
Entspannen mit Herrchen am See.

Stattdessen schauten wir uns eine Silbermine in Sala an. In dem Gebiet waren Hunde überhaupt kein Problem, nur die Minentour sparten wir uns. Sonst hätte Dennis Moe 300 Stufen hinunter tragen müssen, und das wäre wohl auch an seine Kondition gegangen.

An dem Tag fand dort ein Mittelalter-Fest statt, sodass Moe komplett in seinem Element war. So viel zu schnuppern, Pferde, andere Hunde, Schafe, Ziegen! Glücklicherweise waren wir sehr früh morgens dort, sodass die Besucherzahl noch sehr gering – und damit für mich erträglich – war.

Die meiste Zeit verbringen wir jedoch außerhalb von Ortschaften und Städten. So kam es, dass wir den einen Abend mitten im Wald standen – und 3 Frischlinge sahen! Sie liefen einfach vor unserem Mobil herum und schauten, was wir da so tun.

Eine halbe Stunde vorher hatte ich Moe dort noch draußen ohne Leine laufen lassen. Es war mir auf jeden Fall eine Lehre, Moe in solchen Gebieten nicht abzuleinen. Nicht auszudenken, wenn Moe auf die Wildschwein-Mama getroffen wäre!

Alltag im Wohnmobil

Bis auf diese kleinen „Schreckmomente“ ist aber der Alltag bei uns eingezogen. Wir versuchen, zu unserem alten Rhythmus zurück zu finden, also: nicht nur früh aufstehen (was wir sowieso tun), sondern von 8 Uhr an arbeiten und – und das fällt uns allen sehr schwer – pünktlich ins Bett kommen.

Hier ist es um 23 Uhr immer noch nicht richtig dunkel und der Körper gerät bei uns Zweibeinern ziemlich aus dem Takt. Keine Seltenheit, dass wir unseren 16 Uhr Kaffee erst um 20 Uhr trinken – entsprechend spät gibt es auch erst Abend essen. Und dann fällt das Aufstehen am nächsten Morgen auch entsprechend schwer…

Für Moe ist das kein Problem. Er schläft einfach. Die Wildschwein-Babys? Verschlafen. Wir haben Probleme mit der Starterbatterie und versuchen alles, um das Mobil zum Laufen zu bringen? Egal, Moe pennt.

Nur die letzte Mückenattacke von vorletzter Nacht, die konnte auch er nicht verschlafen. Durch alle Ritzen sind diese gemeinen Biester geflogen und haben uns aufgefressen – Herrchen hat mindestens 30 getötet und Moe hat alle ganz tapfer angebellt, sie mögen sich verziehen. Guter Hund.

Für uns geht es nun jeden Tag weiter nördlich. Leider kommen wir nicht so schnell voran, wie wir es gerne hätten – stattdessen fahren wir kleinere Strecken und genießen die kleinen Freuden abseits der Wege, fahren mal rechts, mal links. Bis Ende des Monats wollen wir es bis nach Norwegen geschafft haben – den Grenzübertritt wollen wir relativ weit nördlich aus Schweden machen.

Ich freue mich schon sehr auf Lappland und hoffe, dass wir nicht mehr allzu lange auf die erste Rentier-Begegnung warten müssen!

*Da uns schon ein paar von euch gefragt haben: Ja, uns gibt es auch noch auf einem anderen Kanal mit Schwerpunkt auf unsere Reise. Entweder schaut ihr auf unserem Reiseblog Wundertrips vorbei oder auf unserem youtube-Kanal – da sind die ersten Videos von unserer Reise nun auch online. 

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