Die erste Reise nach Stunde X.

Stunde X. So nenne ich die Zeit, die ich immer noch nicht richtig verarbeitet habe. Es war die Zeit, als ich mir die Nummer des Tierkrematoriums rausgesucht hatte, weil ich dachte, dass Moe am nächsten Tag nicht mehr leben würde.

Wir haben diese Zeit überstanden. Erst einmal. Sie hängt noch nach, alles ist so präsent als wäre es gestern und wir kontrollieren auf JEDEM. SPAZIERGANG., ob Moe richtig pieselt. Ob alles normal läuft.

Wir versuchen zu verhindern, das er sich aufregt, eine für ihn schlechte Bewegung macht, wir versuchen ihn warm zu halten, zu massieren, bestmöglich zu versorgen – und hoffen das Beste.

Die erste Reise nach Stunde X.
Ein Foto aus vergangener Zeit

Und: Wir haben uns an die Ostsee aufgemacht. Morgen werde ich, wenn das Wetter denn mitspielt, wieder ehrenamtlich die Hunde der Tiertafel Kiel e.V. Kunden fotografieren.

Der Termin war schon lange geplant und ich erinnere mich so gern an das letzte Mal zurück (Wuschelpfoten meets Tiertafel Kiel e.V.). Ich freue mich, wenn es wie geplant stattfinden kann.

Die erste Reise nach Stunde X.
Endlich wieder unterwegs.

Seit Montag sind wir also wieder in unserer alten Heimat unterwegs. Wir sind nicht direkt die ganze Strecke durchgefahren.

Die erste Nacht haben wir auf einem Parkplatz beim Wildtierpark Eekholt verbracht – wunderbar war das. Wir hörten die Wölfe heulen und Moe war ganz fasziniert von den Tönen!

Gerne wäre ich dort am nächsten Tag hingegangen, aber wir hatten leider einen Termin bei unserem Steuerberater.

Danach ging es für uns nach Kaltenkirchen. Herrchen und ich hatten uns eine Auszeit in der Therme gewünscht.

Diese Auszeit war wirklich notwendig und Moe hat es super verkraftet – er hat die Zeit ohne uns einfach verschlafen.

Am nächsten Tag ging es dann endlich nach Laboe. Und Moe erkannte ALLES wieder.

Er wusste sofort, wo es zum Hundestrand ging und forderte dann auch alle Runden Richtung Strand und Wasser ein. Mal eine andere Strecke gehen? Nö. Ab ans Wasser!

2 Tage und 1 Nacht verbrachten wir also in Laboe. Danach ging es für uns an den nächsten Lieblingsstrand – Heidkate.

Die erste Reise nach Stunde X.
Traumhaft in Heidkate.

Hier wurde es ganz schön stürmisch und es waren richtig viele Kitesurfer unterwegs. Der Sonnenuntergang war einfach fantastisch und mich packte es: Die Traurigkeit.

Es fällt mir immer noch sehr schwer, mich damit zu arrangieren, dass wir in Zukunft nicht mehr am Meer leben werden. Nach 12 Jahren Kiel ist der Umzug nach Niedersachsen – zusammen mit den ganzen anderen Baustellen – kein schönes Gefühl.

Weniger reisen zu können, dafür wieder ganz klassisch in einer Wohnung zu wohnen. Es zwickt gerade sehr und ich hoffe, dass ich mich irgendwann wieder eingewöhne.

Die erste Reise nach Stunde X.
Oh du mein schönes Laboe.

Moe geht es mit der neuen Umgebung und dem Zuhause prima. Einen Tag bevor wir losfuhren, schnappte er sich ein Quietsche-Spielzeug und tobte damit durch alle Zimmer – ich weiß nicht, wann ich diesen Hund das letzte Mal so ausgelassen und glücklich gesehen habe.

Die erste Reise nach Stunde X.
Reisen ist ja ganz schön, aber zuhause auch…

Moe liebt unser neues Bett, in dem endlich genug Platz für ihn ist. Er liebt den Holzbalkon, auf dem er in der Sonne liegen kann.

Er liebt die riesige Küche, wo er beim Kochen garantiert einen Platz in der Nähe haben kann ohne das ich über ihn trample. Moe liebt es, dass wir den Wald direkt vor der Tür haben.

Das er unsere Familie sieht, die garantiert immer ein Naschi für ihn dabei haben (vor allem die „Hundeomas“ in der Familie sind sehr großzügig mit Naschis. Ob Kekse oder Heidewürstchen, Mortadella, Käse… irgendwas ist immer „über“ für Moe).

Moe geht es gerade gut. Das ist eine wahnsinnige Erleichterung. Auch die Fahrt nach Kiel hat er super gemeistert.

Ab nächster Woche kehrt bei uns wieder Ruhe ein, langsam richten wir uns ein, aber wir haben weniger Termine und versuchen, so langsam anzukommen.

Außerdem ist Schützenfest in unseren neuen Heimatort – wäre ja gelacht, wenn wir mit Moe da nicht mal auf eine Wurst hingehen würden.

Immerhin liebt Moe solche Menschenveranstaltungen über alles (Der Jahrmarkt-Hund)…

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8 Gedanken zu „Die erste Reise nach Stunde X.“

  1. Ich freue mich zu lesen, dass es Euch gut ergeht… So gut, wie es Euch eben gehen kann. Ich möchte Dir Mut machen.

    Als wir Sockes Diagnose vom Tumor bekamen, haben wir genau das gleiche erlebt und gefühlt wie ihr. Immer Angst, immer besorgt und Socke immer im Blick. Der Gedanke den letzten Weg zu gehen, bescherte mir viele Tränen.
    Ich habe ein Gefühlschaos erlebt und ich wurde zunehmend kraftlos. Denn auch alles geneißen und aufsaugen kostet Kraft. Nichts als selbstverständlich hinzunehmen zermürbt. ABER es wird besser, Ihr lernt die Gefühle zu ertragen und es wird wieder schön.

    Schön, dass Ihr langsam ankommt, zur Ruhe kommt und gemeinsam genießt.

    Ich sende Euch eine feste Umarmung, viele positive Gedanke und die herzlichsten Grüße
    Sabine mit Socke

    2
    • Liebe Sabine,

      es ist ja nicht nur Moes Krankheit, sondern auch das Hin- und Hergerissen sein. Natürlich hat es viele Vorteile, in der Nähe der Familie zu sein und für die Zukunft ist das sicher auch alles sinnvoll. Es fühlt sich aber an manchen Tagen nicht so an. Ich wäre so viel lieber wieder unterwegs und müsste mir keine Gedanken um Stromtarife, Einrichtung und den Hausputz machen. Sicherlich sieht die Welt in ein paar Monaten wieder anders aus, bis dahin trauere ich unserem „alten“ Leben aber noch sehr nach… Auch wenn es am Wichtigsten ist, dass Moe gesund ist.

      Vielen Dank und ganz liebe Grüße
      Nicole

  2. Fühl dich ganz doll gedrückt! Moe zeigt euch doch: Alles richtig gemacht. Auch, wenn ihr eure Reisen etwas kürzer gestalten müsst, ich bin sicher, dass er gerne mit euch on Tour ist und sich aber riesig freut, wenn es wieder in die Wohnung geht. Auch, wenn ihr den Strand nun nicht genau vor der Nase habt, ihr werdet ihn ja dank Baba häufig besuchen können. Flexibel wie eure Jobs sind, geht sicher immer wieder ein verlängertes Wochenende. Nur Mut, ihr drei seid zusammen unschlagbar!

    Flauschige Grüße
    Sandra & Urlaubsshiva

    1
    • Ihr Beiden,

      das stimmt natürlich. Der Strand ist soooo weit weg, und Baba muss nun erst einmal zur Reparatur. Das hat er sich verdient. Tja und dann gibt es noch ein paar Termine, die uns daran hindern… Aber vielleicht geht es Ende September nochmal weg. Mal schauen, was Moe bis dahin sagt und ob er Lust auf ein Abenteuer hat. 🙂

      Liebe Grüße
      Nicole

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