Der Sheriff und sein County.

Der Sheriff und sein County.

Irgendeine staubige Wüstenlandschaft. Ein Steppenläufer rollt von links nach rechts durchs Bild. Im Hintergrund spielt Charles Bronson auf der Mundharmonika. Und nun – Auftritt von rechts – der Sheriff kommt.

Den Stetson tief in das Gesicht gezogen, ein unauffälliger, goldener Stern an der Brust. An allen 4 Pfoten spitze Cowboy-Boots. Langsam geht er durch das Bild. Seine Absätze lassen den Sand knirschen. Er weiß genau, wo er hin will. Er hat diesen Blick, er hat alles unter Kontrolle…

Habt ihr ein Bild im Kopf? Gut so – behaltet das nun unbedingt bei. Denn heute erzähle ich euch die Geschichte von Sheriff Moe und seinem County.

Sheriff Moe – immer on duty.

Ehrlich: Manchmal wünschte ich, wir könnten einfach mal normal sein. Ein normales Leben führen. Uns normal verhalten. Einen normalen Hund haben. Aber irgendwie scheint das nicht für uns zu passen.

Und so unnormal ich selbst bin, so anders ist auch Moe.

Angefangen hat alles damit, dass ich mich für einen Schäferhund-Mischling entschieden habe.

Tief in jedem Schäferhund-Herzen steht der Wunsch, seine Familie zu beschützen. Und das ist absolut nicht aggressiv gemeint: Moe passt eben nur auf. Auf uns, auf sein Revier. Bitte verhalten Sie sich anständig, danke!

Der Sheriff und sein County.
Sheriff Moe: Immer im Einsatz

Die allererste Kostprobe seines Sheriff-Daseins erlebten wir schon früh. Wir gingen auf eine relativ bekannte Hundewiese, um Moe anderen Hunden vorzustellen.

Dabei gab es zwischen 2 Hunden Ärger. Und während Moe sich vorher nur in meiner unmittelbaren Nähe aufgehalten hatte, packte es ihn plötzlich: Er lief auf die Streithähne zu und wollte sich dazwischen drängen!

Mir ist sowas von das Herz in die Hose gerutscht. Null Hundeerfahrung, und dann rennt mein eigener Hund in 2 so wütende Vierbeiner rein, um sie zu bremsen!

Moe hatte keine Chance. Als er bei den beiden ankam, waren sie schon so ineinander verkeilt, dass ihm nur das Bellen blieb.

Glücklicherweise konnte ich Moe einsammeln, während die 2 Hunde von einem anderen Herren getrennt wurden (ein Hoch auf die Wasserflasche – Das Wasser kühlte die beiden sofort ab und glücklicherweise ist keinem von beiden etwas passiert).

Das Erlebnis zeigte mir aber: Moe kann es nicht leiden, wenn gezankt wird, und geht dazwischen. Immer.

Streiten wir Menschen uns, fängt Moe an zu jammern. Er macht auf sich aufmerksam, zeigt uns, dass unser Verhalten ganz und gar unerwünscht ist.

Und: Er passt auf. Jemand nähert sich der Wohnungstür und gehört hier nicht her? Bescheid sagen! Die Post klingelt? Bescheid sagen – könnte ja sein, dass die Zweibeiner die Klingel überhören… Und so lässt sich das beliebig fortsetzen.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Moe Bescheid gibt – und ehrlicherweise finde ich es mittlerweile meistens sogar gut.

Gerade im Wohnmobil ist Moe die beste Alarmanlage, die man haben kann. Dennoch kann er tief und fest schlafen und entspannen – die beste Kombination.

Aber Moe kann auch anders. Ich sage nur: bisher gab es den Sheriff Moe in der Beta-Version. Jetzt neu zum Download: Sheriff 2.0.

Das Sheriff- Update – Neu: Mit vielen Zusatzfunktionen

Es wäre ja langweilig, wenn sich einfach alles so einspielen würde und vor allem: Alles so bleiben würde.

Der Sheriff und sein County.
Sheriff 2.0: Jetzt mit Zusatzfunktionen.

Moe wird zum Sheriff-Rentner. Bedeutet, das ich ihm am liebsten einen Block auf die Fensterbank legen würde, damit er jeden Verstoß aufschreiben kann. Oder einen Knopf, auf den er drücken kann, mit direkter Leitung zum Sheriff-Büro.

Moe ist in letzter Zeit sehr aufmerksam. Sei es, dass er plötzlich irgendwas aus dem Augenwinkel wahrnimmt, was auf dem Parkplatz passiert – er schlägt dann an.

Sei es, dass ein Spatz auf unserem Balkon landet (oh mein Gott).

Sei es, dass er auf einer Gassirunde jemanden entdeckt, der sich (selbstverständlich nur für Moe) merkwürdig verhält – dann muss man nämlich stehen bleiben und diese Zielperson beobachten. Am besten wäre noch, man würde ihr einfach folgen wenn nur das doofe Frauchen nicht wäre.

Moes neuester Clou: Pärchen stören.

Ist ja schlimm genug, dass Frühling ist und diese Zeit eben merkwürdige Gefühle im Menschen hervorruft. Moe sind diese Gefühle als Kastrat jedoch völlig fremd. Und er hat auch kein Verständnis für derlei Zuwendung schließlich ist Mama die Beste.

Daher tritt er neuerdings gegen jegliche Form der Zuwendungen untereinander ein. Nicht tagsüber. Nein. Abends.

Neulich „erwischte“ er nämlich ein Paar beim „Parkplatz-Petting“. Nichts, was Moe jemals gutheißen würde. Und das hat er ihnen auch gebellt. Nicht, dass das irgendwas geholfen hätte.

Moe fällt gerne unangenehm auf. Ihm ist es egal, was andere davon halten. Zum Wildpinkler geht er hin (wenn ich ihn nicht aufhalte). Pärchen trennt er (wenn ich ihn nicht aufhalte). Recht muss doch Recht bleiben, oder?

Ich bin gespannt, was sich Sheriff Moe noch so einfallen lässt. Fest steht, dass ich mich manchmal in Grund und Boden schäme – und gleichzeitig nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll.

Ich denke, ich schnappe mir meine Cowboy-Boots und meinen Stetson – und dann machen wir gemeinsam die Welt ein kleines bisschen besser.

„Cowboys ain’t easy to love and they’re harder to hold
They’d rather give you a song then diamonds or gold
Lonestar belt buckles and old faded Levi’s and each night begins a new day
If you don’t understand him and he don’t die young
He’ll probably just ride away…

Mamas‘ don’t let your babies grow up to be cowboys
Don’t let them pick guitars or drive them old trucks
Let them be doctors and lawyers and such
Mamas‘ don’t let your babies grow up to be cowboys
Cause they’ll never stay home and they’re always alone
Even with someone they love“ (Mammas Don’t Let Your Babies Grow Up to Be Cowboys – Willie Nelson / Waylon Jennings)

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