Der Hund im Bett: Zwischen Physik & Biologie

Der Hund im Bett

Es gab neulich eine Blogparade, bei der es um die Frage ging ob der Hund im Bett schlafen darf. Nun, die Frage stellen wir uns längst nicht mehr.

Wir stellen uns die Frage: „Wie viele Stunden werden wir diese Nacht durchschlafen können?*“

Mit Moe in einem Bett schlafen, ist irgendwie Physik & Biologie zugleich. Beides fand ich schon in der Schule doof und das hat sich bis heute nicht geändert.

Der Hund im Bett
Der Hund im Bett – Hauptsache dabei und ausgedehnt

Und obwohl ich in Physik unterirdisch schlecht war und Biologie mit Ach und Krach bestanden habe, versuche ich Moes (Schlaf-) verhalten mal von einer halb-wissenschaftlichen Seite zu erklären.

Kälte zieht zusammen, Wärme dehnt aus

Irgendwie logisch oder? Ist ja auch Physik. Trotzdem immer wieder erstaunlich, wenn es bei unserer Flauschkartoffel passiert. Moe krabbelt nach ewigen Anläufen endlich ins Bett (wir erinnern uns: Canis Rabiatus bevorzugt die mehrfache Aufforderung) und nimmt dann nur gaaaanz wenig Platz ein.

Er macht sich wirklich winzig klein, sodass ich mir in meiner fortschreitenden Teilzeit-Demenz denke: „Hm, warum habe ich mich letzte Nacht eigentlich so über ihn geärgert?

Und dann kommt es: Moe dehnt sich aus. Da, wo vorher maximal ein mini Jack Russell gelegen hat, liegt nun eine ausgewachsene Kuh (gefühlt). Klar: Durch die Wärme – von uns Zweibeinern und von Moe selbst.

Moe macht sich so unfassbar fett! Wie ein Slimy (ihr kennt sie noch, diese grünen, lustigen Dinger?) in seiner Verpackung. Als würde er jeden winzigen Platz beanspruchen wollen („Das ist auch meiner“) und jede Ritze vereinnahmen – nicht, dass da noch wer dazu kommt!

Der Hund im Bett
Ich mache mich nicht dick.

Theoretisch könnte man damit klar kommen. Wenn man seine Stellung hält, wie ein eiserner Krieger auf seiner Festung und keinen Millimeter Platz für Canis Rabiatus aka Slimy zulässt.

Und da kommen wir auch schon zum Problem.

Stellungswechsel: RaufRunterRaufRunter

Moe ist es irgendwann zu warm. Wir Menschen bewegen uns zeitweise doch (immer mit der Grenzerfahrung, fast aus dem Bett zu fallen).

Was hilft? Moe geht raus aus dem Bett. Inneres Schnaufen beim Menschen, der sich endlich aus seiner fötalen Krieger-Haltung lösen und ein paar Gelenke lockern kann.

Aber, ihr ahnt es, das gute Gefühl hält nicht lange an. Schon wird nachgefragt: Frauchen, ich würde dann doch gern mal wieder hoch. Äh, tatsächlich? Jetzt schon? Ja.

Also: Decke sortiert, Fußraum freigemacht, Hund drapiert sich (wieder ganz klein). Mensch beschließt, dieses Mal nicht einzuknicken. Wie Johanna von Orléans halte ich die Stellung, bin nicht nur mental stark sondern auch physisch.

Trotzdem: Slimy-Flubber-Physik-Biologie schlägt zu – Moe dehnt sich aus. Das innere Mami-Gen schlägt Johanna und die Kriegerin in mir. Er ist doch so niedlich! Ein bisschen mehr Platz ist doch nicht schlimm. Immerhin ist er hüftkrank und so.

Der Hund im Bett
Mehr Platz ist heute aus.

Bei „ein bisschen mehr Platz“ bleibt es aber nicht. Jetzt kommt die Verhaltensbiologie dazu, denn jetzt kommen die Krallen ins Spiel.

Ganz ehrlich: Ich finde es so niedlich, wenn Moe träumt. Wenn er schnauft, fiept, jammert, zuckt, mit den Augen rollt und pupst. Träumen ist toll. Aber bitte nicht mit seinen Krallen in meiner Wade oder Oberschenkel! Wie oft ich schon Blessuren davon getragen habe – mir glaubt keiner, dass Moe eigentlich nur geschlafen hat!

Diesen Ablauf haben wir übrigens so 3-4 Mal pro Nacht. In guten Zeiten.

In schlechten Zeiten ist es halt warm, ungemütlich, das Bauchi drückt, es ist Vollmond, die Bettdecke liegt nicht im richtigen Winkel, einer von uns Menschen stinkt oder im Bett spukt es kurzzeitig – sodass Moe entschließt: 5-7 Mal Standortwechsel ist durchaus angebracht.

Rudelschlaf

Dieser Hund ist fast 8,5 Jahre alt. Er ist fast 8 Jahre bei uns. Trotzdem fragt er immer noch, ob er ins Bett darf. Bei einem Menschen würde man spätestens jetzt (mit umgerechnet 56 Jahren ) von einer deutlichen Verhaltensauffälligkeit sprechen. Nicht so bei Moe.

Übrigens: Ignorieren nützt nichts, dann setzt er seine Nase zur Verdeutlichung ein (die dann gegen meine kracht. Daher auch der Name Canis Rabiatus.). Alternativ fiept Moe,  sperrt sich unterm Bett (Klappbett) oder klemmt sich in der Heizung die Pfote ein.

Der Hund im Bett
Und besitzergreifend ist er auch noch.

Alles schon gehabt – und wenn man Nachts durch ein trauriges Jaulen geweckt wird, denkt man das Schlimmste (und nicht, dass der Hund einfach nur dusselig ist).

Wird er angemotzt statt ignoriert, wenn er bettelt, ist er danach stinkig und lässt es uns den ganzen Tag spüren. Moe liebt den Rudelschlaf, aber bitteschön nach seinen Bedingungen.

Moe darf ins Bett, wenn er es denn will. Ich werde mich weiterhin kurzzeitig über meinen Kriegerinnen-Triumph freuen. Und in der nächsten Nacht, ganz sicher: Bekommt Moe weniger Platz. Bestimmt.

*Diesen Artikel habe ich Nachts um 3, nach einer Ausdehn-Aktion mit oben beschriebenen Ablauf, in die Notizen meines Handys getippt und ein paar Tage später genau so übernommen. Zwar habe ich einige Rechtschreibfehler beseitigt, wer dennoch welche findet, darf sie behalten. 😉

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