Wenn der Hund humpelt

Wenn der Hund humpelt
Wenn der Hund humpelt

Einen kleinen Schockmoment hatten wir letzte Woche: Nach einem Spaziergang, der nicht besonders ausdauernd, fordernd oder ähnliches war, humpelte Moe. Und zwar hinten links.

Moe zog das Beinchen nach, konnte es nicht mehr so richtig aufsetzen. Auch beim Pieschern hatte er das Problem, dass er nicht auf seinem „Lieblingsbein“ stehen konnte. Doof!

Da Moe ja sowieso unter einer Hüftgelenksdysplasie leidet, gehen bei mir da sofort die Alarmglocken an: Oh Gott, was ist, wenn es schlimmer wird, wenn wir jetzt operieren müssen?

Klar, Panik hilft da keinem. Aber man macht sich trotzdem sofort Gedanken, wenn der Hund humpelnd ankommt. Moe tat mir ja auch Leid.

Ursachenforschung: Was ist es, was war daran schuld?

Viel Ruhe und Wärme
Viel Ruhe und Wärme

Die Ursachenforschung, wenn der Hund einmal humpelt, ist nicht so einfach. Einerseits hätte es einfach ein Muskelkater sein können. Seit 2 Wochen geht Moe jeden zweiten Tag mit dem Herrchen joggen und die letzte Runde war etwas größer als die vorherigen. Also wäre Muskelkater die einfachste Erklärung.

Andererseits könnte er sich die Pfote auf dem Spaziergang einfach vertreten haben. Das kommt ja auch öfter mal vor, der Hund tritt auf eine Unebenheit oder in ein Loch und zerrt sich etwas. Kann passieren, allerdings ist mir auf dem Spaziergang mit Moe ÜBERHAUPT NICHTS aufgefallen. Da hatte er definitiv noch nicht gehumpelt, erst drinnen.

Also ist vielleicht drinnen etwas passiert, dass das Humpeln verursacht hat? Wie gesagt, wir waren direkt vom Spazieren gehen ins Wohnzimmer gekommen, ich habe nichts gesehen. Konnte ich mir also auch nicht vorstellen.

Großartig getobt oder Ballspiele gemacht hatten wir die Tage davor auch nicht, denn wie gesagt: Moe war ja mit dem Herrchen laufen.

Merkwürdig war das alles. Ich beschloss, Moe mal abzutasten und zu schauen, ob ich äußerlich am Bein etwas erkennen kann.

Abtasten, Fühlen und Bemitleiden

Hier ist leider kein Platz mehr für dich!
Hier ist leider kein Platz mehr für dich!

Ach ja, unsere lieben Hunde merken es sofort, wenn sie ein paar mehr Kuscheleinheiten und mehr Aufmerksamkeit als sonst bekommen. Aber in dem Moment war nur wichtig, heraus zu finden, warum Moe humpelt.

Ich habe also Moe ins Platz und auf die Seite gelegt, dann sein linkes hinteres Bein von oben nach unten abgetastet. Ich habe sein Bein vorsichtig nach vorne gestreckt, die Gelenke bewegt und die Pfoten abgesucht – nichts. Absolut gar nichts. Kein Knurren, nur ein wohliges Schmatzen wegen der herrlichen Streicheleinheit.

Will der mich verarschen? Ich mache mir hier Sorgen und nachher ist nichts? Da wollte ich die Probe machen, stand auf, ging in die Küche und sagte das Zauberwort: „Naschi“!

Siehe da, es muss doch irgendwas sein mit dem Bein. Hund brauchte nämlich lange beim Aufstehen und humpelte auf dem Weg in die Küche. Also nochmal untersuchen und in Gedanken schon auf dem Weg zum Tierarzt.

Beim zweiten Abtasten drückte ich etwas stärker auf die hinteren Muskel im linken Bein und siehe da: Ein Schmerzenslaut. Ja, der Hund hat Aua.

Ich überlegte hin und her. Tierarzt ja oder nein?! Letztendlich fühlte es sich für mich so an, als wäre der Muskel betroffen und nicht das Gelenk. Und das würde tatsächlich einfach auf Muskelkater deuten.

Wärme und Ruhe

Bekomme ich ein bisschen Liebe und Mitleid?
Bekomme ich ein bisschen Liebe und Mitleid?

Da ich Moe den Tierarzt-Stress lieber ersparen wollte, gab ich uns einen Tag Zeit. Einen Tag zur Beobachtung, mit Schonen, Wärme und viel Liebe zum Gesund werden.

Ich hab mein Körnerkissen mit Moe geteilt, was er sehr angenehm fand. Im Bett bekam er einen Premiumplatz in der Mitte. Und siehe da: Am nächsten Tag war es schon um einiges besser.

So viel besser, das ich mich entschied, gar nicht zum Tierarzt zu fahren und lieber weiter zu beobachten. Moes Humpeln wurde von Tag zu Tag weniger, er hatte in der Zeit natürlich strikten Leinenzwang (was er doof fand) und musste nicht mehr mit Herrchen joggen (was er nicht so doof fand).

Und das half. 4 Tage später war alles wieder gut und ich konnte definitiv feststellen, dass Moe wieder „rund“ läuft. Er hatte keine Schmerzen mehr beim Abtasten und das Pieschern auf drei Beinen (und auf dem Lieblingsbein) klappte wieder tadellos.

Was war es denn jetzt?

Wir sind immer noch nicht schlüssig, ob es denn nun Muskelkater war oder ob es einen anderen Grund gab: Moe hatte die Stelle am Bein (und sich selber sehr ausgiebig) die Tage vorher beknabbert.

Durch den Fellwechsel juckt es ihn im Moment und er schubbert sich ordentlich am Teppich, lässt sich gerne bürsten etc. Es kann durchaus sein, dass er sich zu dolle an der Stelle beknabbert hat und vielleicht einen „blauen Fleck“ dort hatte.

Dieser Gedanke ist uns ehrlicherweise aber relativ spät gekommen und ich bin nicht sicher, ob das wirklich der Grund gewesen sein kann. Nur eines weiß ich sicher: Sollte er in der nächsten Zeit mit dem gleichen Bein wieder humpeln, geht es direkt zum Tierarzt. Denn dann war und ist es sicherlich was anderes als nur Muskelkater!

Alles wieder in Ordnung!
Alles wieder in Ordnung!

Hat euch euer Vierbeiner auch schon mal so einen Schrecken eingejagt?

PS: Wir haben mal wieder fremdgebloggt. Wenn ihr schon immer wissen wolltet, mit welchen Spitznamen Moe sich herumschlagen muss, schaut mal bei Nadine vorbei.

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