Dein Hund ist ein Junkie!

…Diesen Vorwurf mussten Moe und ich uns heute anhören. Aber wie kam es dazu?

Moe und ich waren auf der Wiese und haben mit der Reizangel trainiert. Es war diese Woche das erste Mal, dass er sich mit einem „Spielzeug“ so richtig austoben durfte und dementsprechend aufgeputscht war er. 

Nach dem Training hatte ich die Angel zusammengepackt und das „Spiel“ durch Kommando abgebrochen und wir machten uns auf den Heimweg. Am Ende der Wiese wollte ich ihn gerade anleinen, da es in Richtung Straße ging, ließ es dann aber doch sein, da ein Mann mit seinen 4 Hunden (natürlich unangeleint) auf uns zukamen. Da ich weiß, dass Moe bei großen Hundegruppen eher eingeschüchtert ist und er sich gerne zurück zieht, ist die Leine in solchen Momenten für mein Empfinden auch eher ungeeignet.

Schon kam auch der erste Hund angetrabt, die gleiche Größe wie Moe, kastriert. Da Moe bei 4 Hunden nicht wirklich ausweichen konnte, und der erste Hund aufdringlich wurde, knurrte er ihn weg. Schon kam der nächste, ein wirklich nerviger Jack-Russell, der versuchte, Moe zu besteigen. Normalerweise ist Moe bei kleinen Hunden immer total entspannt, sie dürfen sich auch eine Menge rausnehmen, was er bei großen Hunden niemals dulden würde. Aber das Besteigen war dann doch zu viel und er knurrte auch ihn mehrmals weg.

Nachdem der Mann mit seinen Hunden keine Anstalten machte, weiter zu gehen, rief ich Moe zu mir. Er setzte sich an meine Seite, mit Blick auf die Reizangel und fühlte sich offensichtlich nicht wohl in der Situation, da vor allem der Jack-Russel keine Ruhe gab. Also leinte ich Moe an und wollte gerade gehen, als der Mann mich ansprach: “ Du weißt schon, dass dein Hund ein totaler Junkie ist, oder?“ Als ich ihn fragte, was er damit meinte, sagte er mir, dass Moe ganz anders reagieren würde, wenn ich ihn nicht immer mit Spielzeug bespaßen würde. Ich solle ihn doch noch mal ableinen, die Angel weglegen und ihm noch einmal die Chance geben, mit den anderen Hunden zu agieren.

Auf meine Antwort, dass ich jetzt gehen würde, da Moe sich ganz offensichtlich nicht wohl fühlt in der Situation, meinte er nur, dass ich meinem Hund die Chance nehmen würde, die Sachen selber für sich zu klären.

Das hat mir natürlich zu denken gegeben. Ich weiß, dass Moe ein Balljunkie ist und diesen Ball, wenn nötig, auch verteidigt. Aus diesem Grund spiele ich recht selten Ball mit ihm, sondern setze eher auf Suchspiele, die ihm genauso viel Spaß machen. Ebenso weiß ich aber auch, wenn ich kein Spielzeug dabei habe, dass er sich bei größeren Hundegruppen unwohl fühlt und lieber weiter läuft, als auf Konfrontation zu gehen und gerade bei größeren Hunden sucht er auch Schutz bei mir/uns.

Von daher habe ich eigentlich das Gefühl, meinen Hund einschätzen zu können und damit auch zu wissen, wann es Zeit ist zu gehen und wann es Zeit ist, dem Hund auch mal die Möglichkeit zu geben, mit anderen Hunden zu interagieren. Denn ich bin der Meinung, dass ein Hund selber entscheiden kann, ob er mit einem Hund spielt oder eben nicht, genauso wie er für sich entscheiden kann, ob er einen anderen Hund ignoriert, wenn dieser aufdringlich wird oder ob er durch ein Knurren und wegbellen auch mal deutlich wird- solange es im Rahmen bleibt.

Ich finde es allerdings nicht in Ordnung, einen Hund dazu zu nötigen, länger als notwendig in einer Situation zu lassen in der er sich offensichtlich nicht wohl fühlt.

Was meint ihr?

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1 Gedanke zu „Dein Hund ist ein Junkie!“

  1. Wenn man merkt, dass es dem Hund nicht gut geht mit der Situation, dann sollte man ihn selbstverständlich nicht dazu nötigen in ihr zu bleiben. Kann dir da nur total zustimmen. Finde das sollte selbstverständlich sein!

    Liebe Grüße!




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