Das Alte schätzen lernen.

Das Alte schätzen lernen

Ich bewundere Moe. Jetzt im Alter noch viel mehr. Ich halte mich für besonders anpassungsfähig, besonders in der Lage, sich auf neue Situationen einzustellen. Und ja: Wahrscheinlich kann ich das sogar ganz gut. Moe kann es aber noch viel besser und er macht es manchmal mit einer Freude, mit einer Leichtigkeit, bei der ich nur Staunen kann.

Ich hatte ja bereits erzählt, dass unser Einzug in eine Wohnung für uns Menschen sehr schwierig war. Und ich gebe es gern zu: An manchen Tagen bin ich immer noch sehr, sehr traurig, welche Wendung unser Leben genommen hat.

Das Alte schätzen lernen
Es ist doch schön hier…

Moe dagegen fühlte sich von Anfang an zu Hause. Obwohl sein „zu Hause“ eigentlich an der Ostsee ist. Dort ist er geboren, dort hat er so lange gelebt. Dennoch scheint ihm dieses Fleckchen in Niedersachsen besonders gut zu gefallen.

Und deswegen versuche ich nun auch, das für mich Alte mehr schätzen zu lernen. Ja, ich bin anpassungsfähig. Aber hierhin zurück wollte ich genau aus diesem Grund nie – ich kenne doch schon alles!

Das Alte schätzen lernen
So schön hier

Aber das stimmt so nicht. In den letzten Jahren hat sich hier auch vieles verändert, das kann ich nun kennen lernen. Anderes ist gleich geblieben – das versuche ich nun, wertzuschätzen. Im Moment zu leben. Dankbar zu sein, dass alles gut ist.

Für Moe bedeutet das: Bisher keinen Rückfall gehabt zu haben. Sich jeden Tag in einem anderen Feld zu wälzen, nach Herzenslust zu schnuppern. Rehe zu sehen (wenn auch aus der Ferne und sicherheitshalber an der Leine). Feldhasen anzubellen. Routine zu haben, ein orthopädisches Körbchen. All‘ das sollte man doch feiern, oder? Auf uns. Auf das Leben.

Das Alte schätzen lernen
Routine und Ausflüge – mehr braucht er nicht.

Und so waren wir neulich, an einem wunderschönen Sommerabend, im Feld unterwegs. Zur Sicherheit hatte ich mich vorher sehr genau umgeschaut und weder ein Reh, noch ein Rehkitz dort gefunden, sodass Moe ausnahmsweise ein paar Minuten ohne Leine flitzen konnte. Und wie er es genossen hat!

Meine neue Kamera war auch dabei und ich freue mich, dass ich dir endlich einmal wieder schöne Bilder zeigen kann (nach dem Gras-Abenteuer neulich).

Das Alte schätzen lernen
Dieses Licht… Ein Traum.

Übrigens: Was wir hier sehr vermissen, ist das Meer. Aber ich hoffe, dass wir es spätestens Ende September wieder sehen werden.

Bis dahin gibt Moe die Hoffnung nicht auf und freut sich über jeden Badesee oder Tümpel, der auf unserem Weg liegt.

Das Alte schätzen lernen
Ab nach Hause – die Mücken pieken!

Ach, und was uns hier wirklich so gar nicht gefällt: Die vielen Insekten. Auch die hatten wir an der Ostsee so nicht. Unzählige Mücken, Bremsen, Zecken… Das Landleben hat seine Tücken (und ich lebe wirklich, WIRKLICH lieber am Meer.).

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