Darf man das? Hundeurlaub in Dänemark

Darf man das? Hundeurlaub in Dänemark

„Boykott! Als Hundebesitzer darf man nicht mehr nach Dänemark! Dort töten sie Hunde!“ So und so ähnlich liest man es, wenn man als Hundebesitzer Informationen darüber sucht, wo man mit Hund am besten Urlaub machen kann.

Und das schon seit mehreren Jahren. Denn in Dänemark gab es 2010 ein Gesetz, verknüpft mit einer Rasseliste, die es Polizisten und anderen Beamten erlaubte, Hunde, die als gefährlich eingestuft werden, ohne Sinn und Verstand einzuschläfern.

Das resultierte aus dem Umstand, dass einige Kinder und Erwachsene von Hunden schwer verletzt wurden.

Dänemark ist so schön
Dänemark ist so schön

Über den Sinn und den Unsinn dieses Gesetzes müssen wir uns an dieser Stelle gar nicht streiten: Einen Hund einzuschläfern, nur weil potentiell Gefahr von ihm ausgehen könnte, ist absolut schwachsinnig.

Darf man das? Hundeurlaub in Dänemark
Darf man das? Hundeurlaub in Dänemark

Das Gesetz wurde entsprechend geändert. Aber auch diese Fassung birgt einiges an Zunder, vor allem, wenn man generell gegen Rasselisten ist.

Fakt ist: Dänemark untersagt die Einfuhr von 13 bestimmten Rassen (Hier geht es zur Rasseliste), auch Mischlinge dieser Rassen. Dies muss man einfach wissen. Dies gilt aber nicht unbedingt für Touristen.

Diese dürfen generell für einen Urlaub auch diese Rassen mitbringen, müssen sich jedoch an gewisse Auflagen halten: Der Hund wurde vor dem 17. März 2010 angeschafft. Der Hund muss gechipt sein, einen Maulkorb tragen, immer an einer 2 Meter Leine sein und vollständige Papiere (Stammbaum, DNA-Test, Geburtsurkunde) müssen vorhanden sein.

Gestaltet sich eventuell schwierig, gerade wenn man einen Mischling und keine Lust auf einen DNA-Test hat. Unter diesen Umständen hilft nur, sich ein anderes Land als Urlaubsland zu suchen.

Hilft ein Boykott?

In vielen Dingen bin ich dafür. Mein Konsumentenverhalten habe ich schon vor einiger Zeit überdacht und kaufe nur noch Produkte, die ich ethisch vertreten kann (keine Tierversuche, so gut es eben geht nachhaltig).

Dänemark boykottiere ich trotzdem nicht. Im Gegenteil: Mein nächster Urlaub ist bereits gebucht und ich freue mich auf den Dezember, wenn es endlich nach Dänemark geht.

Hilft ein Boykott?
Hilft ein Boykott?

Ich bin der Meinung, dass ein Boykott nicht hilft, sondern Aufklärung: Man kann gegen geltende Gesetze sein. Man kann das alles in Frage stellen. Für mich kommt es nicht in Frage, einen Hund zu verurteilen, weil er auf irgendeiner Rasseliste steht und ich finde es ziemlich beknackt, dass solche Rasselisten existieren.

Doch ein Boykott hilft keinem. Petitionen, Aufklärung, vorbildliches Verhalten und, eventuell auch die Zeit, sorgen vielleicht irgendwann dafür, dass kein Hund mehr aufgrund seiner Rasse verurteilt wird.

Hunde werden in Dänemark ohne Grund eingeschläfert.

In den Medien liest man häufig, dass Hunde in Dänemark „einfach so“ den Familien entrissen und euthanasiert werden, obwohl sie absolut keiner der verbotenen Rassen angehören und nur Ähnlichkeiten mit einer sogenannten „gefährlichen Rasse“ aufweisen.

Weite, leere Strände - Dänemark könnte ein Paradies für Hundebesitzer sein.
Weite, leere Strände – Dänemark könnte ein Paradies für Hundebesitzer sein.

Von Willkür ist die Rede. Ich möchte diese Berichte absolut nicht klein reden und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es solche Fälle gibt. Nur machen sie sicherlich nicht die Regel aus.

Urlaub mit Hund in Dänemark: Was muss ich beachten?

Dänemark tut wirklich viel dafür, dass gerade Urlauber mit Hund sich absolut wohl- und sicher fühlen können. Aber auch hier gilt: Halte dich an die Regeln! Das das einigen Leuten sehr schwer fällt, muss ich wohl auch nicht betonen. Wie oft haben wir es erlebt, dass Hunde, obwohl es so sein sollte, in Wäldern eben nicht an der Leine geführt werden, obwohl überall Schilder stehen.

Ab dem 01. Oktober bis zum 31. März dürfen alle Hunde in Dänemark ohne Leine am Strand laufen (bis auf Strandgebiete, an denen Hunde generell nicht erlaubt sind). Auch im Sommer darf der Vierbeiner immer mit an den Strand – dann eben mit Leine.

Aber wo gibt es das denn sonst, dass Hunde und ihre Menschen nicht an einen extra Hundestrand müssen? Der dann auch meist unterirdisch ist? Die Strände in Dänemark sind unheimlich weitläufig. Sich da auf die Nerven zu gehen oder auf die Füße zu treten, ist schon große Kunst!

Wir lieben es, in Dänemark am Strand zu sein!
Wir lieben es, in Dänemark am Strand zu sein!

Für uns ist Dänemark immer noch ein absolut favorisiertes Urlaubsziel, gerade mit Hund. Die Ruhe, die Abgeschiedenheit im Winter, Moe kann den Strand immer ohne Leine genießen – das haben wir sonst nirgends.

Die Einheimischen waren immer sehr freundlich, und obwohl es in Restaurants in Dänemark generell nicht erlaubt ist, den Vierbeiner mitzunehmen (Hygienebestimmungen), so hatten wir da auch bisher Glück, wenn wir nett gefragt haben.

Jeder muss für sich selber entscheiden, ob ein Urlaub mit Hund in Dänemark für ihn in Frage kommt. Meines Erachtens ist es kein Problem, so lange man sich an die Regeln hält. Und jetzt mal ehrlich: In welchem Land ist das etwas anderes?

Unsere Ferienhäuser, unsere Lieblingsecken, unser Lieblingsessen.

Zum Schluss möchte ich euch noch gerne daran teilhaben lassen, was Dänemark für uns ausmacht.

Zum einen buchen wir unheimlich gerne über Esmarch: Dort gibt es (für uns) die beste Auswahl an Ferienhäusern speziell für Hundebesitzer, Esmarch selbst ist sehr hundefreundlich und wir haben dort bisher das beste Preis-Leistungs-Verhältnis gehabt. Wir haben auch schon über Fejo und Dansommer gebucht, aber diese konnten uns nicht überzeugen.

Über Esmarch gebucht: Unsere Ferienhäuser
Über Esmarch gebucht: Unsere Ferienhäuser

Da Esmarch den Bereich Bjerregård und Umgebung „verwaltet“, machen wir auch dort Urlaub. Der Bereich liegt im Westen von Dänemark und liegt zwischen der Nordsee (die ich viiiiiiiiel mehr mag als die Ostsee! Jawoll.) und dem Ringkøbing Fjord.

Bjerregård ist von Kiel aus in 3 Stunden zu erreichen und für uns daher ideal. Ruhig, beschaulich, mit Vogelschutzgebiet (in dem man super wandern oder Radfahren kann), mit einem Køpmand (Kaufmann), der die besten Cookies hat (Rainbow-Cookies!!!).

Für mich ist ein Urlaub dort wie nach Hause kommen. Ich fühle mich direkt wohl und geborgen, obwohl wir immer ein anderes Haus wählen. Dieses Mal sind wir sogar so abenteuerlustig, dass wir nicht in einer Straße gebucht haben, die wir schon kennen, sondern sogar 2 Gebiete weiter nördlich! Es geht nach Haurvig! Das wird aufregend. 😉

Ich freu mich, wieder in Dänemark zu sein!
Ich freu mich, wieder in Dänemark zu sein!

Dänemark wird immer eine große Liebe bleiben, trotz Rasselisten. Ich hoffe einfach, dass die Dänen irgendwann einsehen, dass das großer Quatsch war und sie sich darauf besinnen, was sie sind: Ein nettes, touristenfreundliches Land, dass auch Hunde liebt.

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