Buchempfehlung BARFen – 2 Bücher im Vergleich

2 Barf-Bücher im Vergleich
2 Barf-Bücher im Vergleich

Zum Thema BARF gibt es viel auf dem Markt. Nicht nur Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch Shops für Tiefkühlware etc. machen sich breit, es gibt auch viel Literatur. Und da ich selber relativ neu in dem Thema Rohfütterung bin, darf ich euch 2 Rezensionsexemplare* zum BARFen vorstellen.

Eines schon mal vorweg: Die Bücher, die ich euch vorstellen werde, sind beide sehr empfehlenswert und sehr fundiert. Es kommt darauf an, was man haben möchte: ein umfassendes Werk, dass auf die kleinste Kleinigkeit eingeht und bei dem man bisweilen das Gefühl bekommt, man wird missioniert, oder ein übersichtliches Buch zur Frischfütterung, das teilweise nicht ganz korrekt ist und in manchen Ansätzen vom BARFen abweicht (weil gekocht wird).

Mein Hund gesund durch Frischfütterung von Martina Balzer

Mein Hund gesund durch Frischfütterung
Mein Hund gesund durch Frischfütterung

Dieses Buch aus dem Müller Rüschlikon-Verlag begeistert mich zu Allererst dadurch, dass es modern gestaltet ist. Ich finde es immer schön, farblich abgesetzte Tabellen zu haben, ein paar Fotos und Diagramme: Das macht es übersichtlicher und leichter zu merken.

Zum Inhalt: Das Buch ist sehr umfassend und informativ. Es beinhaltet Tabellen zur Futterplan-Erstellung, eine Übersicht, was der Hund bekommen darf und was nicht und was bei Allergien und Unverträglichkeiten zu beachten ist.

Was mir gut gefällt, ist die Übersichtsliste zum Fisch. Dort ist nicht nur erklärt, welcher Fisch für den Hund geeignet ist, sondern es wird auch je Fischart aufgezählt, ob er aus der Zucht kommt, überfischt ist etc.

Es gibt einige Rezepte, die leicht nachgemacht werden können, z.B. ein Auflauf oder Pfannkuchen, aber auch Keksrezepte sind dabei. Was mir in dem Buch fehlen würde, wäre ich ein BARF-Anfänger, wären genaue Wochen- oder Tagespläne. Was, wie viel und wann, das sind ja die Fragen, die man sich am Anfang stellt. Das Buch ist leider zu spezifisch und man muss sich die benötigten Informationen selber zusammen suchen- was zwar funktioniert, da gut beschrieben, aber es wäre toll, die Information griffbereit zu haben.

Die Mineralstoffversorgung, Vitamine, wann ist der Hund unter- oder überversorgt und wie macht sich beispielsweise ein Mangel bemerkbar, all‘ diese Themen sind sehr genau und ausführlich dargestellt.. Natürlich gibt es auch in diesem Buch eine Auflistung mit Lebensmitteln, die für den Hund schädlich oder giftig sind.

Rezepte
Rezepte

Kritik am Buch

Was mir persönlich nicht gefällt, ist der Ansatz der Autorin, dass das Fleisch abgekocht oder eingefroren gewesen sein muss, bevor es verfüttert wird. Unter BARF verstehe ich etwas anderes und obwohl ich unser Fleisch meist tiefgekühlt geliefert bekomme, heißt das nicht, dass ich kein Fleisch verfüttern würde, das direkt vom Schlachthof kommt. Auch Gemüse soll laut Autorin gekocht und püriert werden.

Auch ein anderer Punkt verwundert mich: In dem Buch „Mein Hund gesund durch Frischfütterung“** von Martina Balzer wird davon gesprochen, dass kein Stichfleisch verfüttert werden darf. Stichfleisch bezeichnet den Fleischbereich rund um die Einstichstelle, die beim Entbluten des Tieres entsteht. Wikipedia sagt dazu, dass in das Stichfleisch viel Blut einsickert und das dieses stärker mit Keimen belastet ist. Allerdings stellt es für die meisten Hunde kein Problem dar und das Stichfleisch wird verkauft und auch vom Hund gerne gefressen. Vielleicht sollte man dort eher den Hinweis auf kranke Hunde geben, die ohnehin ein belastetes Immunsystem haben. Es ganz auszuschließen, finde ich so nicht ganz korrekt.

Alles in allem ist es ein sehr informatives Buch, das keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann. Preislich liegt es mit 19,95 € im oberen Mittelfeld.

Natural Dog Food: Rohfütterung für Hunde – Ein praktischer Leitfaden von Susanne Reinerth

Natural Dog Food
Natural Dog Food

Dieses Buch wurde mir von vielen empfohlen, als ich damals Moes Ernährung umstellte. Ich selber war bis dahin ein Fan von Swanie Simon und ihr Heftchen halte ich auch bisher immer noch für das Beste auf dem Markt, was das Preis-Leistungsverhältnis angeht.

Nun wollte ich aber auch das Natural Dog Food –Buch** einmal damit vergleichen. Der erste Eindruck: Für ein Buch in dieser Preisklasse (29,99€) ist der Einband und die Aufmachung nicht wirklich schön. Klar, das Cover ist gut gemacht, aber die Fotos innen sind teilweise schwarz-weiß und in schlechter Qualität. Teilweise sieht es etwas „angestaubt“ aus. Richtige Tabellen sind nicht vorhanden. Also: Am Design könnte man schon noch eine ganze Menge machen. Trotzdem: Es zählt ja bekanntlich der Inhalt.

Und da wurde ich wirklich nicht enttäuscht. Was für eine Fülle an Informationen! Wahnsinn. Das Buch ist wirklich ein Nachschlagewerk, mit dem jeder seinen Hund roh füttern kann.

Die Anatomie des Hundes wird komplett beleuchtet und auch Laien wie mir verständlich gemacht: Der Magendarmtrakt, die Maulhöhle, die Funktion des Speichels, die Hundezähne, der Magen im Einzelnen, sowie Darm, Bauchspeicheldrüse und auch die Leber.

Nachdem die Anatomie geklärt ist, geht es weiter: Welches Futter braucht der Hund?, Zusammenstellung und Wichtigkeit von Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten und Mineralstoffen. Pro Vitamin gibt es fast immer eine Seite! Schon allein das wird alles sehr ausführlich erklärt.

Fisch oder Fleisch, wie wird gelagert?

Weiter geht es mit den Tierarten: Welches Fleisch kann gefüttert werden und welche Teile des Tieres? Auch dieses Thema wird sehr dezidiert bearbeitet, so dass am Ende ein gutes Nachschlagewerk dabei herauskommt. In diesem Buch ist es auch so, dass Stichfleisch generell als positiv bewertet wird.

Was kommt nach dem Fleisch? Genau, Fisch. Hier bin ich mir manchmal unsicher, wie viel Fisch Moe braucht und welche Sorte guten Gewissens verfüttert werden darf. Jetzt weiß ich Bescheid. 🙂

Das für mich unterhaltsamste Thema in dem Buch war die Fleischzubereitung und –lagerung. Ich gebe zu, ich mag Horrorfilme und -bücher. Daher musste ich sehr schmunzeln, als in dem Buch erwähnt wird, man sollte das „Fleisch-mit-der-Axt“ zerteilen lieber nach draußen verlegen um nicht in der gesamten Küche Knochensplitter herum fliegen zu haben. Das zugehörige Bild in meinem Kopf… J Nun ja. Ich habe keine Axt und unser Fleisch ist immer in 500g Packungen vorportioniert. Dennoch ein interessantes Thema, ebenso wie das Konservieren und Lagern von Fleisch.

Kennt ihr die Technik zum Vergraben von Fleisch? Ich bin nicht sicher, ob Moe es dann noch fressen würde, aber einen Versuch wäre es ja Wert, oder? Was ich definitiv nicht machen werde, ist, Fleisch zum Trocknen in den Baum zu hängen. Das käme sicherlich hier bei  uns im Dorf nicht so gut an. 🙂

Mein Lieblingskapitel ;-)
Mein Lieblingskapitel 😉

Krankheitserreger im Fleisch, Gemüse, Obst, Kräuter…

Mit dem Fleisch kommen auch eventuelle Krankheitserreger, auf die eingegangen wird: das Aujeszky-Virus, Trichinien, Salmonellen, BSE…

Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit Gemüse und Obst und wie man Qualitätsverluste bei der Lagerung vermeiden kann. Auch Öle, Kräuter und Getreide werden thematisiert. Gegen Ende erhält man dann auch noch ein paar Tipps zur Umstellung und zur natürlichen Entwurmung bei Hunden, außerdem wird noch ein Beispiel-Futterplan für eine Woche gegeben an dem man sich bei der Berechnung orientieren kann.

Ihr seht, das Buch „Natural Dog Food: Rohfütterung für Hunde“ von Susanne Reinerth ist vollgepackt mit Informationen. Dafür ist der Preis absolut gerechtfertigt.

Fazit

Würde ich heute losgehen und mir ein Buch zu dem Thema BARF kaufen wollen, würde ich definitiv das „Natural Dog Food“ kaufen. Mehr Wissen in einem Buch geht fast gar nicht, dabei ist es allgemein verständlich und super erklärt. Der Preis ist daher akzeptabel. Um sich nur mal zum Thema Rohfütterung zu informieren, ist es natürlich viel zu viel. Da ist man mit dem ersten Buch von Martina Balzer oder mit dem kleinen Heftchen zur Rohfütterung von Swanie Simon besser beraten.

Was ist denn eure Nummer Eins bei den Hundebüchern zum Thema BARF?

Darf ich jetzt endlich futtern?
Darf ich jetzt endlich futtern?

* Diese Bücher wurden mir als Rezensionsexemplare kosten- und bedingungslos vom jeweiligen Verlag zur Verfügung gestellt.
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6 Gedanken zu „Buchempfehlung BARFen – 2 Bücher im Vergleich“

  1. Hallo liebe Nicole,

    dankeschön für die umfassende Beschreibung. Ich kenne beide Bücher nicht, insofern waren deine Ausführungen sehr interessant für mich. Aufgrund meiner Blogthematik freue ich mich ja auch immer über solche Infos, die ich dann eventuell selber weiter empfehlen kann. Was mich beim „Natural Dog Food“ gleich zu Anfang ein bisschen abgeschreckt hat, war dein Hinweis auf die Missionierung. Das mag ich eigentlich gar nicht so gerne. Das ist auch etwas, was mir an Swanie Simon so gut gefällt, dass sie eben das nicht macht. Ich muss auch ehrlich sagen, ich persönlich finde die „Büchlein“ von Swanie eigentlich absolut ausreichend (damit habe ich vor Jahren selber angefangen). Sie versorgen den Leser mit den wichtigen Infos, viel mehr braucht man dann eigentlich nicht mehr. Susanne Reinerth wollte ja anscheinend auch das barfen „neu erfinden“ und nutzt daher für IHRE Rohfütterung nicht den Begriff Barf, sondern eben „natural dog food“: „Rohfütterung nach der Methode des Natural Dog Food“ 😀 … Anita Balzer kenne ich bisher nur als Trainerin. Ich mag sie und ihre Art. Auf jeden Fall haben beide in ihren Ausführungen ihren Job nicht so ganz richtig gut gemacht. Ich kann dir nämlich sofort erklären, wieso die eine zum Stichfleisch ja sagt und die andere nein: Ob die Bakterien im Fleisch dem Hund schaden können oder nicht, hängt stark davon ab, wie das Fleisch gefüttert wird. Im Buch von Anita geht es nicht um die Rohfütterung, sondern um Frischfütterung. Frisch heißt nicht unbedingt roh, da liegt der Unterschied. Denn nur, wenn der Verdauungstrakt mit ROHEM Fleisch versorgt wird, klappt diese „Bakterienabwehr“. Das hat wiederum mit der produzierten Säure und dem PH-Wert zu tun. Durch rohes Fleisch wird der PH-Wert stark gesenkt und daraus resultiert die Bakterienabwehr. Dieser Effekt ist aber nicht vorhanden, wenn das Fleisch gegart gereicht wird. Daher ist Stichfleisch, das erhitzt / gegart wurde, für den Hund nicht zu empfehlen. Susanne Reinerth lehnt den Begriff Barf wohl sogar ab als Ettiketierung (was natural dog food natürlich nicht ist 😀 ) …

    Dankeschön für eine sehr informative Buchvorstellung 😀

    Liebe Grüße
    Anke




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    • HA! Das ergibt dann natürlich Sinn! Vielen Dank, liebe Anke, für deinen ausführlichen Kommentar und die Erklärung zum Stichfleisch!

      Liebe Grüße
      Nicole




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  2. Danke für deinen ausführlichen Bericht. Sollte ich einmal daran denken, Charly zu BARFEN, werde ich an deine Tipps denken.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




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  3. Diese Tipps behalten wir einmal im Hinterkopf, für den Fall, dass es bei mir eines Tages auch mal BARF geben soll.
    Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße
    Lotta




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  4. Ich bin schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem Buch zum Thema barfen. Konnte mich bis jetzt nicht so recht entscheiden. Ich glaube, ich leg mir das Buch Natural Dog Food schon mal in meinen Amazon Einkaufswagen. Danke für die Buchvorstellung 🙂

    Viktoria und Holly




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  5. Hallo Nicole…meine Favoriten sind die Bücher von Swanie Simon. Ich habe meine Neufihündin mit 5 Jahren umgestellt, nachdem ihr Bruder mit 5 Jahren wegen eines Rückmarktumors gehen mußte…Sie ist jetzt 10,5 Jahre alt und genießt ihr Leben trotz HD und Athrose…In diesem Jahr haben wir uns einen Neufiwelpen dazu geholt und ich war, das gebe ich zu, sehr nervös, den Kleinen zu barfen, aber auch hier hat mir das Welpenheft von Swanie Simon sehr geholfen…der „Kleine“ ist jetzt 6 Monate und 67 cm hoch und kerngesund…Also Fazit…ich kann diese Hefte sehr gerne empfehlen..




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