Blogparade: Ein zweiter Hund – eine gute Idee?

Julia hat im Rahmen der miDoggy Community dazu aufgerufen, unsere Gedanken zu sammeln und mal zu überlegen, ob ein Zweithund für uns passt oder nicht.

Bis vor einem Jahr war meine Meinung dazu sehr klar, sodass es diesen Artikel einfach nicht gebraucht hätte – das hat sich aber mittlerweile geändert.

Um das zu erklären, muss ich etwas ausholen.

Moe und ein zweiter Hund?

Es gab Zeiten, da hat es mich bereits überfordert, auch nur einen Hund zu haben. Ja, ich war mir selbst schon zu viel! Ich war kreuzunglücklich mit meinem Leben und hatte dann auch noch diesen Hund. Er war alles, was ich wollte, und dennoch war alles irgendwie zäh, schwierig.

Ich zweifelte damals häufig, ob das mit Moe eine richtige Entscheidung gewesen ist. Ich hatte oft das Gefühl, ich würde ihm nicht gerecht werden.

Dann fing ich langsam an, mein Leben umzukrempeln.

Ich nahm zu meinem Studium und Nebenjob noch einen weiteren Nebenjob an: Ich wurde Hundesitterin.

Zweiter Hund - Gute Idee?
Hi, ich bin Jette.

Bei dieser Arbeit lernte ich einige verschiedene Hunde kennen: Jette, Acai, Balou, Floristan & Dustin – sie alle waren entweder bei uns zu Gast oder ich bei ihnen.

Acai eroberte nicht nur mein Herz, sondern auch das von Moe. Ich habe es geliebt, zuzusehen,wie die beiden spielten und der Gedanke daran, dass sie so früh gehen musste, macht mich immer noch traurig.

Zweiter Hund - Gute Idee?
Unterwegs mit Moe und Jette

Hundesitterin zu sein, war ein großartiger Job. Mir gefiel es, Zeit mit Moe und anderen Hunden verbringen zu können, eine sinnvolle Aufgabe zu haben. Dennoch wusste ich auch, dass ich davon nicht dauerhaft würde leben können.

Außerdem merkte ich, dass Moe sich langsam veränderte. Nach dem Tod von Acai wurde es mit anderen Hunden schwieriger.

Acai und Moe
Acai und Moe

Ich hätte noch einen weiteren Auftrag als Hundesitterin haben können – den aber Moe knallhart vereitelt hat. Beim ersten Kennenlernen zeigte er dem anderen Hund ganz klar, dass er nicht erwünscht ist und so hing ich diesen Job an den Nagel.

Ab dem Zeitpunkt kristallisierte sich auch heraus: Bei uns wird kein zweiter Hund einziehen.

August 2017 und die Wende.

Die letzten Jahre war für mich klar: Kein zweiter Hund. Gefühlstechnisch konnte ich mir das nicht vorstellen. Wie soll in meinem Herz noch Platz für einen zweiten Hund sein? Wie soll das gehen?

Moe ist mein Herz- und Seelenhund. Ich bin an ihn gebunden und der Gedanke, dass er irgendwann nicht mehr sein könnte, tut mir körperlich weh.

Und trotzdem dachte ich immer mal wieder darüber nach, ob nicht vielleicht doch… Immerhin gibt es ja jetzt durchaus wieder Hunde, mit denen Moe sich versteht. Ich weiß genau, wie dieser Hund ticken muss, damit Moe ihn akzeptiert:

Freundlich und zurückhaltend muss er sein. Aber: Nicht unterwürfig. Ruhig, kein quirliger Hund.

Aufmerksamkeit darf der oder die Neue von uns Menschen bekommen, aber nicht zu viel, und eigentlich auch nur vom Herrchen (da stimmte die Aussage bei der Tierkommunikation).

Eigenes Spielzeug darf er nicht haben. Er sollte nicht auf die Idee kommen, Moe von hinten zu umkreisen. Und: Wir müssten beide getrennt füttern. Da ist Moe seeehr eigen.

Zweiter Hund - Gute Idee?
Im Körbchen wäre theoretisch noch Platz – aber nicht im WoMo.

Wir haben solche Hunde getroffen. Eine Dalmatinerhündin fand Moe super, außerdem einen kleinen, schwarzen, unkastrierten Rüden.

Auch Adgi findet Moe grundsätzlich ganz in Ordnung (auch wenn der ihm auf die Dauer wahrscheinlich ziemlich auf den Keks gehen würde 😉 ).

Ob Moe einen dieser Hunde gerne mit nach Hause genommen hätte? Ich weiß es nicht. Vielleicht.

Der Gedanke jedenfalls wurde gefüttert. Was wäre eigentlich, wenn…?

Zweiter Hund - Gute Idee?
Arielle von den Förde Bostons wurde es auch nicht.

Bei den Boston Terrier Welpen im Dezember hatte ich einen kurzen, schwachen Moment. Da wusste ich aber, dass es nicht passen würde.

Der nächste, wirklich harte, Moment traf mich unvorbereitet.

Ich bin regelmäßig unterwegs und mache ehrenamtlich Fotos von zu vermittelnden Hunden. Bis dahin alles kein Problem, keiner war dabei, an den ich wirklich mein Herz verloren hätte.

Bis sie kam. Mince.

Zweiter Hund - Gute Idee?
Mince.

Mince änderte alles. Ich schaute in ihre kleinen Augen und war verloren. Das ist sie! Ich war mir zu 1.000% sicher, dass Moe sie lieben würde. Er hätte gar nicht anders gekonnt.

Zu Hause angekommen, versuchte ich den Herzmann zu überzeugen – was einfach nicht klappen wollte. Und er hatte ja Recht.

Aber du merkst: Ich trauere der Kleinen immer noch extrem nach!

Das war im August letzten Jahres. Mince hat wahnsinnig schnell ein neues, wunderbares Zuhause gefunden.

Zweiter Hund - Gute Idee?
Mince ist es nicht geworden.

Dank Mince weiß ich aber eines ganz sicher: Es ist Platz für einen zweiten Hund in meinem Herzen. Ja, ich würde es versuchen.

Suchen wir nun nach einem zweiten Hund?

Ganz klare Antwort: Nein.

Weder suchen wir, noch möchten wir zu diesem Zeitpunkt einen zweiten Hund – weil es einfach nicht passt. In unserem Mobil ist gerade so Platz für uns 3 und die Situation ist auch so schwierig genug. Es wäre einfach nicht fair, einem Vierbeiner genau jetzt ein neues Zuhause zu geben.

Ich würde es absolut verantwortungslos finden, so chaotisch, wie es gerade läuft, bin ich froh, wenn ich Moe halbwegs gerecht werde.

ABER: Die Zeit wird kommen. Da bin ich mir mittlerweile sicher. Nicht heute, nicht morgen. Vielleicht begegnet uns auf der Reise dieser eine Hund, der unser aller Herzen erobert und der einfach bleibt.

Zweiter Hund - Gute Idee?
Ich hab Frauchens Herz in meinen Pfoten.

Dazu möchte ich dir unbedingt diese Geschichte von Nima von Abenteuer unterwegs ans Herz legen: Willkommen im Team, Merle!

Vielleicht gibt es auch keinen zweiten Hund, sondern einen Hund NACH Moe. Auch wenn ich an die Zeit überhaupt nicht denken möchte.

Vielleicht stimmt also die Aussage: Einmal Hundemensch, immer Hundemensch. Und ich denke auch, dass das unterwegs sein, sobald der Hund erst einmal daran gewöhnt ist, schon ziemlich perfekt ist – schließlich ist das Rudel immer zusammen.

Was ich auch weiß: Es wird kein Welpe. Das möchte und kann ich nicht. Am Liebsten hätte ich wieder einen älteren Rüden, vielleicht mit ein bisschen mehr „Will to please“ als Moe es hat.

Dennoch mit eigenem Charakter. Herrchen hätte gerne eine Hündin. Was Moe möchte? Ich habe keine Ahnung.

Wir werden sehen, ob und was es wird – und vor allem: Wann. Wer weiß, vielleicht wartet die oder der Kleine längst auf uns?

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