Blogparade: Begegnungen mit anderen Hundehaltern

Blogparade: Begegnungen mit anderen Hundehaltern
Blogparade: Begegnungen mit anderen Hundehaltern

Letzte Woche Sonntag haben wir es angekündigt, heute machen wir Ernst: Sabrina, Rebecca und ich starten mit unserer ersten Blogparade zum Thema: „Welche Vorurteile uns als Hundehalter begegnen“. Wir sind uns sicher: Wir können mit diesem Thema gar nicht alleine sein und sicherlich habt ihr auch schon mal merkwürdige, lustige oder auch schlimme Begegnungen mit anderen Hundehaltern gemacht. Es würde uns freuen, wenn ihr uns in eurem Blog oder auch per Mail an euren Erlebnissen teilhaben lassen würdet. 🙂

Wir starten diese Woche mit:

Vorurteile von anderen Hundebesitzern

Ich bin kein Münsterländer! Ich komme aus Kiel.
Ich bin kein Münsterländer!

1. „Oh! Ein reinrassiger Münsterländer! So einen hatte ich auch mal. Aber die brauchen zu viel Action, deswegen haben wir jetzt einen Dackel“. – Das war eine sehr süße Begegnung auf St. Peter Ording. Der Dackel war zauberhaft und Moe und er verstanden sich auf Anhieb. Jedoch mussten wir den älteren Herrschaften klar machen, dass Moe weder reinrassig, noch ein Münsterländer ist weil er aus Kiel kommt. Was den Herrn nicht von seiner Meinung abbrachte: Er kannte ja schließlich Münsterländer. Moe ist also ein Münsterländer. Fertig. 🙂

2. „Ein Deutsch-Drahthaar? Ja, die kenne ich. Die sind scharf! Wir hatten auch mal einen. Wo ist denn ihr Zwinger?“ – Das kam von Feriengästen. Ich sagte, ich würde Moe mal holen, der wäre gerade im Wohnzimmer. „Äh, nee, besser nicht, der beisst Fremde! Und überhaupt, warum halten sie denn einen Jachthund (so die Aussprache des Herrn) im Haus?“ – „Nicht nur im Haus, sogar AUF DEM SOFA!!!“ Nun ja. Verstanden hat er mich nicht.  🙂

3. „Oha, ein Vorstehhund. Der lernt das Apportieren ja nie. Der kann nur anzeigen.“ Aha. Kennt man ja, die Ente wird nach dem tödlichen Schuss nur angebellt und liegen gelassen. Deswegen sind Deutsch-Drahthaare bei der Jagd so beliebt. Das kam übrigens von einem Labbi-Besitzer, dessen Hund Moe zeigen sollte, wie man apportiert. Das war zu einer Zeit, als ich Moe das apportieren gerade mit einer Schleppleine beibringen wollte. Es hat im Übrigen geklappt: Moe apportiert sehr zuverlässig, zwar nicht in die Hand und er bleibt mit ca. 3 Schritten Abstand stehen – aber er apportiert. So. 😉

Der Höllenhund
Der Höllenhund

4. „Euer Hund ist BÖSE! Der hat mich am Zaun erschreckt, weil er so gebellt hat.“ Upsi. Moe, du bist jetzt böse. Vielleicht hast du auch noch irgendwo dein drittes Auge versteckt, du Höllenhund.

5. „Schwarzer Kopf? Wir wechseln mal lieber die Seite.“ So muss das in manchen Köpfen von anderen Hundebesitzern ablaufen. Macht nichts, mehr Platz für uns…

6. Hunde- und Menschenbegegnung. Alle verstehen sich, man kommt ins Gespräch. Bis dahin ist man sich sympathisch. Und dann kommt der Moment, der alles zunichte macht: „Oh, du bist ja ein Feiner! ABER SO DÜNN! Guck mal, die Tante hat einen Keks.“ Tja. Moe ist nicht dünn. Kein Stück. Und er soll abnehmen. Trotzdem bekommt er IMMER WIEDER irgendwelche Kekse reingestopft. So schnell kann ich gar nicht immer reagieren. Wenn ich dann mal eingreife und sage, dass Moe eine Allergie hat, ist das Gegenüber schnell beleidigt – und Moe bekommt in einem unbeobachteten Moment einen Keks. Was soll man da außer Augenrollen noch machen…

7. „Höhö, der ist als Welpe bestimmt mal an einer weißen Wand hängen geblieben, ne?“ „Und du und dein reinrassiger Sonstewas haben den gleichen Farbtopf benutzt oder wie?“ *leises Gegrummel*

8. Ein schöner Sommertag, unsere kleine Familie beschließt, einen Ausflug an den Strand zu machen bevor der große Ansturm kommt. Wir finden uns also um 9 Uhr morgens am Strand ein. Keine Menschenseele da, alles prima. Die Ecke, die wir uns an der Düne ausgesucht haben, liegt so, dass wir etwas abseits von anderen sind, damit Moe zur Ruhe kommen kann. Da hören wir das Gepolter von 2 Berliner Herrschaften, augenscheinlich an der Ostsee, um Urlaub zu machen. Wohl aber keinen Erholungsurlaub, so laut wie die sind… Egal. Jeder soll sein Ding machen, ich bin da entspannt. Das kleine Hundi, im Übrigen auch ein Dackel, ist dabei. Ich möchte noch einmal deutlich machen: DER KOMPLETTE SANDSTRAND INKLUSIVE EIN PAAR PLÄTZEN AN DER DÜNE SIND FREI. Trotzdem bauen sie ihr Lager nach einem freundlichen Hallo direkt neben uns auf. „Ja seid ihr denn vollends bekloppt“ will aus meinem Mund. Ich frage aber nur freundlich, ob sie vielleicht ein kleines Stückchen weiter nach links gehen würden. Nö. Können sie nicht.

Alle bekloppt!
Alle bekloppt!

So weit, so ärgerlich. Wir haben Moe an der Leine und denken uns, wenn man aufeinander Rücksicht nimmt, kann das ja trotzdem irgendwie klappen, und rücken ein bisschen von den Leuten ab. Und dann kommt der Moment: Dackelchen darf von der Leine. Und das Mistvieh (sorry an alle Dackelbesitzer, ich liebe Dackel, wirklich! Aber der war rotz-unerzogen!) lief direkt zu Moe und ließ nicht mehr ab von seinem Po. Wir haben Moe zu Zweit festhalten müssen, weil der den Dackel sonst zu Gulasch verarbeitet hätte. Statt also zu reagieren, wie ein normaler Hundebesitzer es tun würde, kam nur ein: „Ach, die machen das schon unter sich aus.“. Wir schoben und schubsten diesen Dackel also weg. Dann kam mein Lieblingsspruch:

„WENN IHR HUND SO GEFÄHRLICH IST, WAS MACHEN SIE DANN AM HUNDESTRAND???“

Nur mal zur Erinnerung: Unser Hund war an der Leine, hat niemanden belästigt. Diese Herrschaften waren nicht in der Lage, ihren kleinen Köter zu bändigen! Nach der Aktion sind wir trotzdem geblieben, einfach weil ich nicht klein beigeben wollte. So nicht. Es war auch gut, denn so sahen wir, wie dieser Dackel auch noch andere Leute und Hunde bedrängte, Taschen ausräumte, nass über Decken rannte und zusammen mit einem anderen Hund einem Kind den Ball klaute. Herzlichen Glückwunsch. Und unser Hund ist gemeingefährlich, dass weiß ich nu auch.

9. 2 Leute mit insgesamt 3 Hunden kommen uns auf einem engen Feldweg entgegen. Die großen Hunde sind beide an der Leine, Hund Nummer 3, ein kleiner Vierbeiner, nicht. Da ich keine Konfrontation wollte, fragte ich höflich, ob sie ihren dritten Hund zumindest ran rufen könnten, Moe versteht sich nicht so gut mit anderen und an der Leine ist sowieso immer nicht so gut. „Aber dein Hund wedelt doch mit dem Schwanz! Dann ist alles gut.“ Hallo? Bei gesträubtem Rückenfell ist alles gut, weil der Hund MIT DEM SCHWANZ WEDELT? Setzen, sechs. Da hat jemand aber so gar nichts von der Hundesprache mitbekommen, und so jemand ist mit 3 Hunden unterwegs. Herzlichen Glückwunsch.

10. Ich vermeide es normalerweise, Leuten zu erzählen, welche Mischung Moe ist. Wenn hinter dem Deutsch-Drahthaar noch der Schäferhund und der Rottweiler stehen, DANN IST DAS FÜR MANCHE NICHT SO SCHÖN. Und jeder, wirklich jeder, hat eine Geschichte zu einer der beiden Rassen zu erzählen. Selbst wenn es der Person nicht selber passiert ist, jemand, der einen kennt, der einen kennt, wurde nämlich mal von einem SchäferRotti gebissen. Ganz sicher. Und das stand dann auch in der Bild. Auf Seite 1.

Das waren sie, die Top 10 meiner persönlichen „Lieblingshundebegegnungen“. Ich lerne immer, das mein Hund, dank seines schwarzen Kopfes, ein böser, schlimmer, scharfer Vorstehhund ist, der nicht apportieren können wird und in den Zwinger gehört. Außerdem ist er als Welpe gegen eine weiße Wand gelaufen und seine Warnungen werden durch das Schwanzwedeln nicht für voll genommen. Habe ich erwähnt, dass er kein StraGraMi (Straßengrabenmischling) ist sondern ein reinrassiger Münsterländer? Wer Moes Papiere findet, ihr wisst ja wohin damit! 🙂

Ich brauche keine Papiere um Moe zu sein!
Ich brauche keine Papiere um Moe zu sein!

Welche Vorurteile begegnen euch? Erzählt uns davon!

Und hier kommt ihr zu den Beiträgen von Rebecca und Sabrina!

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