Besser jetzt als später – wir müssen zum Tierarzt.

Besser jetzt als später - wir müssen zum Tierarzt.

Ehrlich gesagt, weiß ich gerade nicht, ob es wirklich der beste Zeitpunkt ist, um diesen Artikel zu schreiben. Denn heute, der Tag, an dem ich den Artikel schreibe, ist einen Tag bevor Moe in Narkose gelegt wird. Sprich: Wenn du diesen Artikel liest, ist es sehr wahrscheinlich, dass Moe bereits tief und fest schläft.

Wie wir an diesen Punkt gekommen sind, lässt sich für mich nur sehr schwer nachvollziehen. Aber ich werde versuchen, von Anfang an zu erzählen – damit sich dieser Knoten im Kopf löst. Ich vielleicht wieder ein wenig besser nachdenken kann und Moe etwas ruhiger begleiten kann. Morgen, wenn er auf diesem Tisch liegt.

Kleine Notiz am Rande: Ich verzichte in diesem Beitrag auf Fotos. Moes Rute ist kein schöner Anblick, den sicherlich kaum jemand sehen möchte und alle anderen Fotos wollen nicht zu diesem Artikel passen. Selbstverständlich habe ich den Verlauf für mich dokumentiert, aber es irgendwie noch mal etwas anderes, dich hier damit zu konfrontieren – vor allem, wenn du gerade etwas isst oder Kaffee trinkst. Meine Beschreibung reicht dir bestimmt als Anschauungsmaterial.

Und zack – war alles anders.

Ende November gab es Grund zur Hoffnung. Wir hatten DAS Wundermittel entdeckt. Moes Analdrüsen waren zu dem Zeitpunkt 1,5 Monate beschwerdefrei (Hilfe bei Analdrüsen-Problemen beim Hund) und ich dachte: Yeah – so kann es weitergehen.

Ging es auch. Genau genommen, hatten wir bis Mitte April Ruhe. An einem Tag nahm ich einen ganz bestimmten Geruch an Moe wahr – der Geruch der Analdrüse. Glaubt mir – der ist nicht schön.

Moe bekam seine Schüssler Salze nicht mehr ganz regelmäßig, Wickel hatten wir nicht mehr gemacht. Also lautete die Tagesaufgabe, Schafgarbenwickel umlegen, Schüssler Salze geben, beobachten.

Die Analdrüsen entleerten sich auf dem nächsten Gassi-Gang, so zumindest mein Eindruck. PUH! Noch einmal gut gegangen.

Dennoch, aufgeschreckt von diesem Erlebnis, kontrollierte ich fortan regelmäßig Moes Rute. Denn bei Moe ist es so: Sobald die Analdrüsen wirklich voll sind, bekommt er Schuppen oben am Rutenansatz. Werden die Analdrüsen dann nicht entleert, folgt ein stinkendes Sekret, dass sich oberhalb des Rutenansatzes ausbreitet, entzündet, nässt und wehtut.

Ich war in Alarmbereitschaft, aber dennoch nicht so schlimm, dass ich alles stehen und liegen lassen hätte, um zum Tierarzt zu fahren.

Einen Monat später, wir haben es nun Mai, gingen Dennis und ich einkaufen. Das ist nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich war aber das Heimkommen: Moe kam uns schmatzend und fiepend entgegen.

Hatte Moe plötzlich Probleme mit dem Allein-Sein? Irgendwie konnte ich mir das nicht vorstellen, aber er bekam ein Trösterli und ich begann, die Einkäufe einzuräumen. Herrchen kümmerte sich währenddessen um Moe, streichelte ihn – und rief mich dann.

Jetzt konnten wir feststellen, warum Moe so geschmatzt und gefiept hatte: Unterhalb der Rute hatte er sich ein großes Stück aufgebissen. Die komplette Haut war blutig und nass, außerdem war die Stelle dick.

Wir konnten uns das so schnell nicht erklären und tippten auf eine Zecke – Moe hatte dieses Jahr schon einige gehabt, allerdings am Kopf. Dennoch waren wir am Tag zuvor auf einer Wiese gewesen und dort waren allerhand Viecher unterwegs.

Da Moe nicht stillhalten wollte und ganz offensichtlich Schmerzen hatte, fixierte Herrchen ihn und ich entfernte dort die Haare und versuchte, irgendwas zu erkennen – den Auslöser zu finden.

Ich fand: Nix. Wirklich, gar nichts. Ich beschloss, die Stelle zu desinfizieren und erst einmal abzuwarten, ob die Wunde weiterhin nässen würde.

Außerdem mussten wir Moe davon abhalten, die Stelle ständig zu belecken und zu beknabbern. Er verstand es aber relativ schnell.

Am nächsten Tag wurde es nicht besser. Moe konnte sich nicht hinsetzen. Wir überlegten, ob wir mit der Eigenbehandlung fortfahren oder ob wir doch zum Tierarzt fahren sollten – und entschlossen uns, einen weiteren Tag zu warten.

Tja – schlussendlich wollten wir das lange Wochenende nicht abwarten. Stattdessen ging es am Freitag zum Tierarzt.

Die Analdrüse schob ich weg – das konnte es nicht sein, schließlich waren die Symptome sonst IMMER andere. Warum sollte sich das geändert haben? Nein, es musste etwas anderes sein.

Neuer Tierarzt, neues Glück?

Ich hatte schon länger vor, einen neuen Tierarzt zu besuchen. Einige Dinge „schmeckten“ mir bei unserem alten Tierarzt nicht. Beispielsweise wollte er sich bei den Analdrüsen auf keine Alternative als „alle 4 Wochen ausdrücken“ einlassen. Er war mir zu schnell mit der Gabe von Antibiotika. Noch weitere Kleinigkeiten störten mich, sodass ich dieses Mal beschloss: Wir fahren woanders hin.

Schnell fragte ich unsere Hundesitterin des Vertrauens und sie schickte uns zu einem Tierarzt. Dort angekommen, stellte ich erst einmal fest, wie unterschiedlich Menschen sein können. Der neue Tierarzt ist ein ganz anderer Schlag Mensch. Sehr ehrlich, klar, wahnsinnig sensibel im Umgang mit Angstpatienten.

Moe verkrümelte sich direkt unter den Schreibtisch des Arztes – und dieser ließ ihn in Ruhe. Ließ uns Zweibeinern seine Geschichte erzählen – und verstand wohl ganz offensichtlich die Welt nicht mehr, dafür Moe umso besser.

Es sei kein Wunder, dass Moe so eine Panik beim Tierarzt hätte. Und: Warum man denn nicht mehr für Moe getan hätte, als immer wieder seine Analdrüsen zu entleeren? Warum man diese nicht einmal gespült hätte? Kontrolliert hätte, wo die Ursache liegt und ob sie vielleicht entfernt werden könnten, um dem Hund weiteres Leiden zu ersparen?

Ich erklärte ihm, dass uns das Entfernen wirklich nur als allerletzte Möglichkeit empfohlen wurde. Schließlich könnte so eine OP zur Folge haben, dass der Schließmuskel verletzt würde und Moe damit für immer inkontinent sein könnte. Ja, sagte der Tierarzt, aber ihm sei in 20 Jahren nicht ein Fall untergekommen, bei dem das passiert wäre.

Nun ja. Wem man in diesem Fall glaubt, ist eine Vertrauenssache. Dennoch hatte er wohl Recht: Moe war wirklich nie untersucht worden. Die Analdrüsen wurden nur ausgedrückt und damit war es erledigt. Ein Mal hatten wir eine Salbe mitbekommen, das war es auch schon.

Laut Tierarzt ließ der Schwanz nur ein Ergebnis zu: Die Analdrüsen sind fällig. Sie müssen einmal gründlich gespült, behandelt werden. Und kontrolliert werden. Vielleicht werden sie dann beim nächsten Mal entfernt – das steht Stand jetzt noch in den Sternen und es ist auf jeden Fall etwas, über das ich gründlich nachdenken muss.

Das ist also der Grund, warum Moe morgen/heute, also am Mittwoch, in Narkose gelegt wird. Die Rute wird geschoren und richtig behandelt, die Analdrüsen werden gecheckt. Danach wissen wir hoffentlich mehr.

Ich habe große Angst vor der Narkose. Auch wenn der Tierarzt mir versicherte, dass Moe direkt danach selbstständig aus der Praxis gehen würde – ich glaube das erst, wenn ich es sehe. Die letzten Male ging es Moe mehr als dreckig. Und die Stimme des alten Tierarztes, der uns sagte, dass er so einen alten Hund nur im Notfall in Narkose legen würde – die habe ich auch noch im Ohr.

Wir werden sehen, was der Tag bringt.

Zwischenstand Rute.

Natürlich waren wir in der Zeit zwischen Tierarzt und dem Termin zur Narkose nicht untätig. Zum Einen haben wir ein Medikament (Livisto) erhalten, dass mittels einer Spritze in die Lefze gegeben werden und die Entzündung eindämmen soll. Außerdem haben wir ein Shampoo (Cutamed) erhalten, mit dem wir Moes Schwanz alle 3 Tage waschen sollten.

Das erste Mal war einfach furchtbar. Moe ließ sich zwar ohne Anstalten behandeln – aber danach muss es so gejuckt und geschmerzt haben. Er kam nicht mehr zur Ruhe, ließ sich aus dem Stand auf die Seite knallen – es war wie ein Anfall – und rieb seine Lefzen über den Teppich. Moe hatte einen richtigen Ausraster und war kaum zu bändigen.

Glücklicherweise war die Phase nach etwa 20 Minuten überstanden und bis auf eine etwas blutige Lefze ist ihm nichts weiter passiert. Was das mit meinem Herz gemacht hat, erzähle ich lieber nicht. Es ist so schrecklich, sein Tier leiden zu sehen und wirklich nichts tun zu können, außer zu versuchen, dass er sich nicht selbst verletzt.

Die Tage hielt Moe seine Rute auch nur seitlich abgeknickt auf den Spaziergängen, wollte sich immer wieder hinsetzen um zu knabbern. Aber er war so ein Guter. Hörte immer auf uns, ließ das Knabbern sein. Selbst in der Nacht brauchten wir keinen Maulkorb – auch wenn ich bei jedem Geräusch senkrecht im Bett stand.

Die zweite Waschaktion war dann schon nicht mehr so schlimm und ja: Es ist immer noch wund an der Stelle und sie sieht immer noch nicht besonders gut aus. Aber der Juckreiz scheint nachgelassen zu haben und mittlerweile darf sogar Herrchen die Stelle anschauen. 😉

Was ist denn mit dem Wundermittel Schüssler Salze?

Natürlich möchte ich auch noch darauf zu sprechen kommen, warum ich denke, dass wir wieder Analdrüsen-Probleme bekommen haben. Sicher kann ich nicht sein, es ist nur eine Vermutung.

Der Tierarzt fragte mich, ob wir irgendeine Form der Behandlung machen und ich erzählte ihm von den Wickeln und den Schüssler Salzen. Er sagte, dass das eine sehr gute Entscheidung gewesen sei und die Schüssler Salze es wahrscheinlich möglich gemacht haben, Moe so lange beschwerdefrei zu halten – also: Weiterhin geben.

Ich muss zu meiner Schande aber auch sagen, dass wir die Salze 3 Wochen etwa nicht geben konnten. Ich hatte mal wieder zu spät nachbestellt und die Lieferung war dann zu allem Übel zu spät dran. Das könnte also ein Grund sein.

Der zweite Grund könnte die Ernährung sein. Ich hatte ja schon einmal erzählt, das wir kein Konzept bei der Fütterung haben. Seit etwa 3 Monaten habe ich ein anderes Trockenfutter als „Basis-Komponente“ – und, obwohl es Getreidefrei ist, habe ich irgendwie die Vermutung, dass es mit der Umstellung auch zu tun haben könnte.

Alles andere wurde nicht verändert.

Natürlich könnten die Drüsen auch durch andere Dinge „getriggert“ worden sein. Stress bei uns, die Umstellung mit dem Wohnmobil – vielleicht auch der Fellwechsel – ich weiß es nicht.

Dennoch: Besser jetzt als später.

Im Grunde ist es also ein Glück, dass wir unser Fenster immer noch nicht erhalten haben. Das wir noch nicht losfahren konnten. Wir konnten Moe schnell noch zu Hause zu einem Tierarzt bringen und selbst wenn das jetzt eine Narkose mit sich zieht: Irgendwie ist das Timing ganz gut.

Ich hoffe, dass Moe die Narkose gut übersteht und wir danach mehr wissen. Und falls ich es noch nicht erwähnt hatte: ICH HASSE ANALDRÜSEN!

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6 Gedanken zu „Besser jetzt als später – wir müssen zum Tierarzt.“

  1. Ja so sind wir… wir leiden mit Ihnen…
    alle Daumen und Pfoten werden heute für euch gedrückt! Das wird schon! Glaub dran und du scheinst dem Tierarzt ja zu vertrauen – das ist das wichtigste!




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  2. Och herrjeee, armer Moe! Aber ich muss gestehen… kaum war ich mit den Schüßler Salzen nachlässig, hat Shiva wieder geschleckt und hatte Probleme. Dabei hab ich nur mal eine Woche ausgesetzt. Für das entzündete Hinterteil hab ich jetzt Silber Spray besorgt. Sie hasst es! Aber sie lässt es sich gefallen und der Juckreiz verschwindet wohl auch allmählich. Ich hoffe also vorsichtig, dass es besser wird und vielleicht auch nie wieder kommt.

    Übrigens… Shiva lag schon zweimal in dieser Kurzzeitnarkose wegen der Analdrüse, da war sie nach 10 min wieder putzmunter und hatte einen Bärenhunger. Ich drücke Moe ganz fest die Daumen und Shiva ihre Pfötchen.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva




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  3. Das ist natürlich nicht schön und ich kann Deine Sorge verstehen … auch für mich ist jede Narkose immer wieder eine Zitterpartie – egal wie sicher sich die Ärzte sind, ich bin erst wieder ruhig, wenn wir alle wieder gehen können.
    Ich finde es gut, dass ihr jetzt den Tierarzt gewechselt habt und muss zugeben, was Du über den „Neuen“ berichtest hört sich gut an.

    Wir drücken euch Daumen und Pfoten und senden liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow




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  4. Ich leide mit euch:-( Ich weiss,man ist immer nur ein halber Mensch,wenn es unseren treuen Freunden nicht gut geht.
    Ich wünsche Dir und natürlich Moe alles Liebe und Gute und hoffe, dass ihr nun zwischenzeitlich alles gut überstanden habt und Du uns vielleicht erzählst ,wie es ging.




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