Beauty-Retusche beim Hund

Beauty-Retusche beim Hund

Augenpopel, fliegende Haare, klebender Sand und Blätter im Fell: Unsere Hunde sehen nicht immer zauberhaft aus, wenn sie draußen spielen.

Über die nachträgliche Beauty-Retusche beim Hund kann und darf man geteilter Meinung sein. Nicht immer müssen die Fotos auf Hochglanz getrimmt sein. Gerade für Instagram nutze ich auch sehr gerne Handyfotos, auch hier im Blog seht ihr immer mal wieder welche.

Vorher
Vorher

Viele Fotos von Moe durchlaufen aber ein bisschen Retusche. Ganz einfach aus dem Grund: Wenn etwas die Bildaussage nicht unterstützt, kann es weg.

Wenn ich im Kundenauftrag für Wuschelpfoten unterwegs bin und andere Hunde fotografiere, ist für mich ganz klar, das eine Beauty-Retusche am Ende dazu gehört. Egal ob Sabberfäden, tränende Augen oder lose Haare: Der Kunde bezahlt mich dafür, dass der Hund „sauber“ aussieht. Warum ich das Wort „sauber“ hier in Anführungszeichen setze, darauf komme ich später noch.

Nachher: Ohne Sand und Sabber
Nachher: Ohne Sand und Sabber

Augenpopel: Die braucht kein Hund!

Moe hat es wirklich extrem mit den Augen: Überdurchschnittlich häufig tränen diese. Das hat allerdings keinen feststellbaren Grund – er produziert einfach zu viel Tränenflüssigkeit. Dadurch hat er aber auch häufiger als andere Hunde Augenpopel oder richtige Tränenschlieren.

Vor der Bearbeitung
Vor der Bearbeitung

Nun könnte man sagen: Das gehört doch zu dem Hund! Nun – da es mein Hund ist und meine Fotos, möchte ich diese aber nicht haben. Und bevor ich ein Foto nicht mache, weil Moe gerade dreckige Augen hat, ändere ich das nachher am Rechner.

Oben seht ihr auch genau so ein Beispiel dafür: Moe hatte es sich in den Tannen in Dänemark gemütlich gemacht. Da dort auch immer der Wind langpfiff, hatte nicht nur Moe mit tränenden Augen zu kämpfen.

Bevor ich also nun an ihm herum wische, habe ich das Foto ganz genauso aufgenommen – und später am Rechner korrigiert. So war Moe nicht von mir genervt und ich habe das Ergebnis, das ich mir gewünscht habe. 🙂

Nach der Bearbeitung mit sauberen Augen
Nach der Bearbeitung mit sauberen Augen

Tatsächlich gehört die Augen-Retusche zu den wichtigsten Punkten bei der Bildbearbeitung, gerade auch für den Kunden. Wir erinnern uns: Wenn es dem Bild nicht hilft, hat es dort auch nichts verloren. 😉 Die Sabberschnute lasse ich Moe übrigens meistens – weil ich es niedlich finde. 🙂

Anders sieht es aus mit besonderen Merkmalen des Hundes. Da mache ich nichts weg, es sei denn, es wird absolut gewünscht.

Diesen Fall hatte ich bereits: Bei einem Senior-Hund sollten die Alterswarzen am Kinn und am Auge, sowie die Tränenstreifen im Fell entfernt werden. Hier mache ich natürlich eine Ausnahme, denn wenn der Besitzer das gerne so hätte, wird das erledigt.

Sonst gehören Warzen, Flecken oder anderes zum Hund dazu (wie Leberflecke oder Sommersprossen beim Menschen 🙂 ).

Wann wird nicht retuschiert?

Bei Kundenfotos gibt es auch welche, die ich nicht standardgemäß retuschiere, nämlich dann, wenn ich finde: Genau so hat der Hund in dem Moment ausgesehen. Er hatte Spaß, er war dreckig – so muss das sein.

Ohne Retusche schön: Bosse
Ohne Retusche schön: Bosse

Bosse war so ein Beispiel. Manche finden das vielleicht eklig. Seine Besitzerin und ich sahen ihn aber so: Er hatte Spaß am Strand. Er hatte gebuddelt, Leckerlies gefangen. Dann darf Hund genauso aussehen!

Und deswegen habe ich das Bild nicht weiter bearbeitet, auch wenn man zum Beispiel den langen Sabberfaden hätte wegmachen können.

Vor der Bearbeitung
Vor der Bearbeitung

Es geht aber natürlich auch anders: Mit Sand, aber mit sauberen Augen. Bei Snickers oben durfte die Sandschnute bleiben. Der Sand im Auge und auch am Ohr gefiel mir dagegen überhaupt nicht, und so musste das weg.

Ob man nun seinen Hund einer nachträglichen Beauty-Retusche unterzieht, ist und bleibt Geschmackssache. Nicht alles muss 100% perfekt sein – aber ein bisschen schöner darf es schon sein.

Ohne Sand im Auge
Ohne Sand im Auge

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4 Gedanken zu „Beauty-Retusche beim Hund“

  1. Hallo Nicole, ja Lady könnte auch ab und zu mal eine Korrektur brauchen. 🙂 Leider habe ich noch keine tolle Kamera, sondern machen die meisten Fotos mit meinem Handy. Aber ich versuche immer das Beste rauszuholen. Am meisten liebe ich Bilder wo die Hunde verdreckt sind, voller Sand oder Sabber. Charakterbilder, einfach genial. Oder welche wo sie springen – Hundefotografie ist einfach genial. LG Claudia




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  2. Ein sehr hilfreicher Artikel! Ich versuche mich gerade in die Retusche einzuarbeiten. Augenpoppel und Sabberfäden kommen bei mir auch weg. Sandschnuten oder Schneeschnuten sind bei uns auch herzlich willkommen. Die Fellnase soll so natürlich wie möglich bleiben. Da kann ich dir nur zustimmen.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




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  3. Am Hund selbst mach ich auch selten was weg. Aber ne Bildbearbeitung gehört für mich meist auch dazu. Allein weil die Raws ja echt öde aussehen vorm entwickeln. Aber wir haben zb das Augenproblem nicht und Dreck ist meist an meinem Hund. Den Sabberfaden hät ich vermutlich wirklich weggemacht. Aber wie du sagst, für andere ist das was anderes 😀
    lg




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