Rezension: Beautiful Joe

Beautiful Joe
Beautiful Joe

Weihnachten war für mich teilweise ein Fest der Bücher. Ich habe wirklich einige bekommen, die ich mir schon sehr lange gewünscht habe und andere, die ich erst auf den letzten Drücker auf die Wunschliste gesetzt hatte.

Eines dieser Bücher möchte ich euch heute vorstellen. Es ist kein Meisterwerk der Literatur, es beinhaltet keine Bilder, es ist kein Fachbuch. Aber es ist ein Buch, dass mit wahnsinnig viel Wärme und Liebe aufwarten kann, ein Buch, das hängen bleibt und ja, vielleicht etwas kitschig ist.

Beautiful Joe: Der Hund, der die Menschen verändert hat

Beautiful Joe wurde von Margaret Marshall Saunders geschrieben, allerdings erschien es vorerst unter dem männlichen Namen Marshall Saunders. Das Buch wurde 1893 verlegt und damals hatte die Autorin die Sorge, dass die Leser eine Frau als Autorin nicht ernst nehmen würden.

Das Buch ist die fiktive Autobiographie eines Hundes, der 1890 von seinem Besitzer Jenkins fast zu Tode gequält, zum Glück aber von einem Jungen gerettet wurde. Beautiful Joe und seine Geschichte* haben dazu beigetragen, dass die Menschen vom Tierschutz überzeugt wurden und der Tierschutzgedanke konnte auch dank ihm und diesem Buch verbreitet werden.

Die Geschichte findet statt in dem Bundesstaat Maine. Sie wird von Beautiful Joe selber erzählt. Und obwohl die Sprache sehr kindlich und naiv gehalten ist, so ist das Buch unheimlich eindringlich geschrieben und hat mich tief berührt.

Zunächst erfährt man, wie dieser Hund, der später Beautiful Joe heißen würde, auf die Welt kommt. Man bekommt aus seiner Sicht geschildert, wie es ist, Angst vor Menschen zu haben, verprügelt zu werden und als Welpe zu sehen, wie die Mutter sich trotzdem an den verhassten Menschen hängt, der sie schlägt und ihr nur das schlechteste Futter zu fressen gibt.

„Ich war noch ein tapsiger, ungeschickter Welpe, als Jenkins mir zum ersten Mal Aufmerksamkeit schenkte: Er beförderte mich mit einem Tritt in einen Winkel des Schuppens. Meine Mutter war es gewohnt, dass er sie schlug. Manchmal prügelte er so lange mit seiner schweren Peitsche auf sie ein, bis sie blutüberströmt am Boden lag. Als ich älter war, fragte ich sie, warum sie nicht ausreißen würde. Sie behauptete schlicht, sie wolle nicht, aber ich fand rasch heraus, dass sie Jenkins liebte. Sie liebte ihn, so grausam er auch war, und ich glaube, sie hätte ihr Leben für ihn gegeben.“ (Beautiful Joe – Margaret M. Saunders)

Und als die Mutter von Beautiful Joe nun stirbt, wahrscheinlich an gebrochenem Herzen, da ihre anderen Welpen alle getötet wurden, da wehrt sich Joe gegen seinen schrecklichen Herrn – und wird so dermaßen brutal in seine Schranken gewiesen, dass mir die Tränen kamen. Danach wollte ich eigentlich nicht mehr weiterlesen.

Aber natürlich ahnte ich, dass die Geschichte noch eine gute Wendung nehmen sollte. Beautiful Joe wurde glücklicherweise gerettet, seine Wunden versorgt und seine kleine Hundeseele ein bisschen geheilt.

Joe hatte es gut, denn er kam zu einer Familie, die sich für alle armen Tiere einsetzte, etwas, das zur damaligen Zeit keineswegs verständlich war. Man lernt aus Joes Sicht alle anderen Tiere kennen, die dort aufgepäppelt werden: Wellensittiche, andere Hunde, Katzen, Fische, Hamster… Vor allem das Mädchen der Familie, Laura, spielt eine große Rolle in der Geschichte und sie ist es auch, die Joe unheimlich liebt.

Laura kümmert sich um Joe und Joe kümmert sich um Laura. Als sie bei einer Freundin übernachtet, will Joe mitkommen, er folgt einfach seinem Gefühl. Und genau das stellt sich als richtig heraus, denn in der Nacht kommt ein Dieb in das Haus der Freundin und will, um die Spuren zu vertuschen, ein Feuer legen. Doch Joe ertappt den Einbrecher auf frischer Tat und kann ihn in die Flucht schlagen. Das ist nur eine der Geschichten, in denen Joe beweist was für ein toller Kerl in ihm steckt.

Und eine kleine Bitte am Ende gibt es auch von Joe:

„…Seid gut zu den stummen Kreaturen, und seid es nicht nur, weil ihr nichts dabei zu verlieren habt. Es ist eure Pflicht, denn sie sind von derselben gütigen Hand erschaffen worden, die jedes lebende Wesen auf dieser Welt gemacht hat.“ (Beautiful Joe – Margaret M. Saunders)

Wie schon gesagt, ist das Buch etwas fürs Herz, vor allem, wenn man erst einmal den grausamen Abschnitt geschafft und erfahren hat, wie Beautiful Joe zu seinem Namen kam. Mir bedeutet das Buch eine ganze Menge und ich finde, jeder sollte es einmal gelesen haben.

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4 Gedanken zu „Rezension: Beautiful Joe“

  1. Ja, Margaret Marshall Saunders ist eine der ganz großen der ‚tierischen‘ Literatur. Manche gehen sogar so weit zu sagen, dass sie die Erfinderin des Tierschutzes ist. War schön, mal wieder von und über Beautiful Joe zu lesen … fein gemacht!

    Herzliche Grüße
    Severine und die Wuffstock Band

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