Gastbeitrag: Bandagen für Hunde / Werbung

Habt ihr schon einmal von einer Bandage für Hunde gehört oder fragt ihr euch gerade, was das genau ist, zu welchem Zweck man diese nutzt? Ich bin erst vor kurzer Zeit auf das Thema Bandagen gekommen. Das lag an Anja und vor allem Lucy, die unter Dunkelbunterhund bloggen. Denn Lucy trägt eine Orthese am rechten Hinterbein und kommt damit wunderbar zurecht.

Es gibt diverse Gründe, warum Hunde eine Bandage brauchen. Daher hat uns Stefanie Spang einmal aufgeklärt und sämtliche Krankheitsbilder zusammen gefasst, warum Bandagen für Hunde so wichtig und nützlich sind. Stefanie Spang ist seit über 20 Jahren Human-Physiotherapeutin und seit zehn Jahren in Tierphysiotherapie ausgebildet. Ein Jahr hat sie in Colorado praktiziert und ist dort das erste Mal mit der Tier-Physiotherapie in Berührung gekommen.

Nun lebt sie mit ihrem Mann, ihrer Tochter und dem Viszla-Rüden Arthus in Eitorf. Außerdem hat sie einen biozertifizierten Fachhandel für Tiertherapie, namentlich CarePet.de*, gegründet. Dort findet sich alles rund um den Hund, aber auch Katzen und Pferdehalter werden von Stefanie Spang versorgt.

Bandagen für Hunde – wirkliche Hilfe ? Unbedingt !

„Orthopädische Hilfsmittel beim Mensch einzusetzen ist üblich und zur Routine geworden. Aber viele Hundebesitzer haben Bedenken bei ihren Hunden auf diese Hilfsmittel wie Bandagen oder Schienen zurückzugreifen. Es besteht Unsicherheit wann Bandagen zum Einsatz kommen, wie sie funktionieren, ist ein normaler Alltag möglich und welche Kosten kommen auf mich zu. Nach Lesen dieses Artikel hoffe ich, dass Ihre Bedenken zerstreut sind und sie guten Gewissens Ihrem Hund wieder mehr Bewegungsfreude schenken können.

Was also tun, wenn Ihr Hund nicht mehr gut zu Fuß ist?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir erst mal klären, wann Bandagen zum Einsatz kommen können. Hier gibt es unterschiedliche Krankheitsbilder, die sie selbstverständlich erst durch den Tierarzt Ihres Vertrauens abklären lassen sollten.

Die Krankheitsbilder lassen sich grob in drei Bereiche aufteilen:

  1. Neurologische Erkrankungen wie z.b. Lähmungen/Teillähmungen, damit verbunden z.b. Wundschleifen, Durchtrittigkeit
  2. Knöchernde Erkrankungen z.b. Arthrosen, Gelenkentzündungen, Knorpelschaden, Fehlstellungen, Frakturen, Längenunterschiede von Elle und Speiche
  3. Weichteilerkrankungen z.b. Bänderdehnung, Bänderabriss, Kniebandriss, instabile Bänder und nach Operation z.b. bei Amputationen.

1. Neurologische Erkrankungen

Zeigt ihr Hund Lähmungen, Krampfanfälle, Verhaltensveränderungen oder Gleichgewichtsprobleme liegt hier der Rückschluss auf eine neurologische Erkrankung nahe. Lähmungen sind erkennbar, wenn der Hund mit der Pfote über den Boden schleift, ein Bein hinterher zieht oder wirklich zu keiner Bewegung mehr fähig ist. Schont der Hund das Bein, tippt beim Laufen mit der Pfote auf, liegt hier eher eine Veränderung oder Entzündung im Gelenk oder ein Kreuzbandriss vor – dies wäre dann ein Fall für die Orthopädie.

Bei Lähmungen oder auch Teillähmungen ist es von großer Bedeutung, dass eine Sehnenverkürzung aufgrund der Immobilität vermieden wird. Ist eine Sehnenverkürzung weit fortgeschritten kann diese nicht mehr korrigiert werden, da Sehnen die Tendenz haben zu verknöchern. Hier ist eine Bandagenversorgung plus Physiotherapie die erste Wahl. Durch die Versorgung wird die Fehlstellung korrigiert und in Funktionsstellung der Sehne gehalten.

2. Knöchernde Erkrankungen

Bei den knöchernden Krankheitsbildern würde ich gerne eins der vielen Krankheitsbilder herausnehmen: die Arthrose.

Wenn wir das Wort Arthrose hören, denken wir in der Regel an ältere Menschen und auch Hunde. Geht mir jedenfalls so. Aber Arthrose ist nicht nur eine Sache des Alters, es kann auch junge Hunde treffen. Arthrose ist neben Allergien und Infektionskrankheiten, eine der häufigsten Erkrankungen. Arthrose ist auch kein einfaches Krankheitsbild und hat viele „Gesichter“. Fest steht Arthrose hat ganz konkrete Ursachen und fest steht auch, Sie können viel für Ihren Hund tun.

Grundsätzlich wird zwischen primärer Arthrose (Entstehung ohne dass das Gelenk vorher betroffen war) und sekundärer Arthrose (entsteht als Folgeerkrankung in einem schon geschädigtem Gelenk).

Primäre Arthrose kann u.a. aufgrund einer Stoffwechselerkrankung, schlechter Durchblutung oder auch schlechter Ernährung entstehen. Bei diesen Ursachen ändert sich die Knorpelqualität. Der Knorpel ist weniger elastisch und stabil.

Bei der sekundären Arthrose liegt z. b. eine Hüftgelenksdysplasie, eine Fehlstellung oder eine Arthritis zugrunde. Tatsächlich können die Ursachen für eine Arthrose sehr vielseitig sein und dies würde hier den Rahmen sprengen.

Orthesen für Hunde

Wo kann Arthrose entstehen?

Arthrose kann in jedem Gelenk im Hundekörper entstehen, tritt aber am häufigsten an Gelenken auf, die durch Körpergewicht und durch Bewegung am stärksten belastet werden. Hier wären die Ellbogen, das Knie und die Hüfen, die kleinen Wirbelsäulengelenke bzw. Wirbelkörper und die Pfotengelenke zu nennen.

Reicht es nur Schmerzmittel zu geben?

Falls Ihr Hund an Arthrose erkrankt, sind die Auswirkungen für Sie und Ihren Hund im Alltag schwerwiegend und vielfältig. Ein schnelles Handeln ist erforderlich, um einen reibungslosen Ablauf im gewissen Rahmen zu ermöglichen. Die Arthrose betrifft nicht nur das einzelne Gelenk, sondern wirkt sich auf den gesamten Bewegungsapparat des Hundes aus.

Durch den mit der Arthrose einhergehenden Schmerz verspannt die Muskulatur und es kommt zu einer Schonhaltung, zu Ausweichbewegungen und damit zu einer Überlastung der übrigen Muskulatur und Gelenken.

Diese Muskelprobleme können zum Muskelabbau und zu einer Veränderung der gesamten Statik des Bewegungsapparates führe. Arthrose bedeutet auch immer eine fortschreitende Zerstörung des Gelenkknorpels.

Hier gilt es diesen Prozess so gut wie möglich zu verlangsamen. Zu guter Letzt beeinflusst der Schmerz auch die Psyche Ihres Hundes. Viele Hunde mit Arthrose werden depressiv, weil sie sich nicht mehr so bewegen können wie sie gerne möchte und wie es ja auch ihrem Naturell entspricht.

Wann kommt die Hundebandage hier zum Einsatz?

Arthrose kann wie schon gesagt auch die Gelenke der Pfoten betreffen. Für den Hund sehr schwer zu tolerieren, lastet hier das gesamte Körpergewicht auf diesen Gelenken und bei jedem Schritt müssen die Grundgelenke abrollen und dies verursacht starke Schmerzen. Die Versorgung mit einer Pfotenbandage wirkt hier gewichtsentlastend.

Die Bewegung der Grundgelenke wird in der Bandage ruhiggestellt und dies führt zu einer Schmerzreduktion. Der Hund kann wieder auf allen Untergründen, auch auf Schotter und steinigen Wegen laufen. In der Regel können Schmerzmittel eingestellt oder zumindest reduziert werden.

Orthesen für Hunde

3. Weichteilerkrankungen

Weichteilerkrankungen sind vielfältig, hier möchte ich stellvertretend den Kreuzbandriss Ihnen näher bringen.

Was passiert bei einem Kreuzbandriss?

Der Kreuzbandriss ist einer der am häufigsten vorkommenden orthopädischen Probleme bei Hunden. Die Ursache liegt meisten im degenerativen Bereich und gerne reißt das Kreuzband auch auf der Gegenseite.

Stabilisation des Kniegelenks

Das vordere Kreuzband verhindert bei Belastung des Knies ein nach-vorne Gleiten des Unterschenkels und einen Innenrotation, das hintere Kreuzband wirkt dem entgegen. Die Menisken geben dem Gelenk seitlich Halt und reduzieren bei Belastung den Druck auf den darunter liegenden Knorpel.

Generell ist eine chirurgische Versorgung des Kreuzbandrisses bei Hunden angezeigt, in Abhängigkeit vom Alter des Hundes sowie Begleiterkrankungen.

Hier kann eine Kniebandage entscheidend unterstützen. Die Knieschiene kann nach der OP zur Stabilisierung und Absicherung getragen werden oder falls keine Operation möglich oder gewünscht ist, kann sie eine optimale und schonende Alternative darstellen mit dem der Hund frei beweglich leben und alt werden kann.

Durch die Versorgung mit einer Kniebandage und der damit verbundenen Stabilität hat diese mit oder ohne Operation entscheidende Vorteile: Sie können mit ihrem Hund einen normalen Alltag leben. Der übliche Leinenzwang ohne Versorgung mit einer Bandage entfällt.

Ihr Hund wird recht schnell die Bandagenversorgung annehmen und sich sicher fühlen. Und Sie können ihrem Hund sofort physiotherapeutisch betreuen lassen, so dass kein Muskelabbau stattfindet und die „Baustellen“ aufgrund der Schmerzen und Schonhaltung behandelt werden können.

Fazit:

Bandagen sind ein wichtiger Bestandteil in der orthopädischen Versorgung und geben Hunden die Lebensfreude und Lebensqualität wieder, die sie verdienen.“

*in Kooperation mit Stefanie Spang, CarePet.de. / Bilder: fotolia.de

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