Aufreger des Tages

Ich kann verstehen, das manche Hunde dann und wann schwierig  und die Besitzer überfordert sind. Das sich diese Menschen daraufhin Hilfe bei Hundetrainern oder Experten holen, ist eigentlich auch gut, denn ein Außenstehender kann eventuell nachvollziehen, was bei der Erziehung schiefgegangen ist, beziehungsweise warum der Hund in Situationen so reagiert wie er es tut.

Nicht nachzuvollziehen bleibt für mich allerdings, warum es immer noch Menschen gibt, die sich als sogenannte Experten ausgeben und dann dem Hundebesitzer erklären wollen, dass Geduld nicht weiterhilft, wohl aber Gewalt, zum Beispiel ein kräftiger Leinenruck.

So geschehen in einem großen Hundemagazin. Dort schreibt eine Leserin, das ihr Hund abends nach dem letzen Spaziergang durch Wohn- und Esszimmer tollt und dabei auch nicht vor dem Sofa und dem Wohnzimmertisch halt macht. Dieser Hund ist 18 Monate alt. Mit einer Hundetrainerin wurde eine Methode erarbeitet, bei dem der Hund konsequent ignoriert und der Raum von den Besitzern verlassen werden sollte. Diese Methode schlug allerdings nicht an, wobei nicht nachzuvollziehen ist, ob die Besitzer den Hund tatsächlich den Tag über so ausgelastet  (sowohl körperlich als auch geistig) und auch ignoriert haben. Nun schreibt dieser Experte aber, ohne diesen Hund überhaupt einmal gesehen geschweige denn die Besitzer kennengelernt zu haben, das die Taktik der Hundetrainerin unsinn sei, Triebumlenkung sei zwar der heutige Zeitgeist, aber oft nicht erfolgsversprechend. Der Hund sei nicht ordentlich im Gehorsam konditioniert. Sein Tipp: Hund abends an die Leine, und falls er wieder anfangen sollte, herumzulaufen, solle man kräftig an der Leine rucken und ihm mit einem scharfen Pfui zu verstehen geben, das er seine Aktion gefälligst zu unterlassen habe. Dies könne gegebenenfalls auch wiederholt werden.

Ich persönlich finde es schlimm, dass soetwas tatsächlich publiziert wird. Für mich bedeutet Leinerucken nichts anderes als Tierquälerei. Menschen, die nicht wissen, wie sie ihren Hund händeln sollen, holen sich in solchen Zeitschriften den Ratschlag, ihren Hund schlecht zu behandeln! Das ist für mich wirklich unfassbar und absolut nicht nachzuvollziehen.

Das nachfolgende habe ich im Netz gefunden und ich wünschte, das jeder Hundebesitzer dies lesen und auswendig lernen sollte.

Zehn Bitten eines Hundes an den Menschen

1. Mein Leben dauert zehn oder zwölf Jahre. Jede Trennung von dir wird für mich Leiden bedeuten. Bedenke das, wenn du mich anschaffst!

2. Gib mir Zeit, zu verstehen, was du von mir verlangst!

3. Habe Vertrauen in mich- ich lebe davon!

4. Zürne mir nie lange und sperre mich zur Strafe nicht ein! Du hast deine Arbeit, dein Vergnügen, deine Freunde- ich habe nur dich!

5. Sprich mit mir! Wenn ich auch deine Worte nicht ganz verstehe, so doch die Stimme die sich an mich wendet!

6. Wisse: Wie immer mit mir umgegangen wird- ich vergesse es nie!

7. Bedenke, ehe du mich schlägst, dass meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchelchen deiner Hand zerquetschen vermögen- dass ich aber keinen Gebrauch von ihnen mache!

8. Ehe du mich bei der Arbeit faul oder bockig schimpfst, bedenke: vielleicht plagt mich ungeeignetes Futter, vielleicht war ich zu lange der Sonne ausgesetzt oder habe ein verbrauchtes Herz.

9. Habe mich auch noch lieb und kümmere dich um mich wenn ich alt werde- auch du wirst einmal alt sein!

10. Geh jeden schweren Gang mit mir. Sag nie: „Ich kann so etwas nicht sehen.“ oder „Es soll in meiner Abwesenheit geschehen.“ . Alles ist leichter für mich mit dir.


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1 Gedanke zu „Aufreger des Tages“

  1. Mit der Hundeerziehung ist es doch wie bei der Kindererziehung. Wenn es Schwierigkeiten gibt, entscheidet man sich entweder für viel Geduld und Zeit oder für die strenge/harte Hand, bei der die Ergebnisse zwar sofort spürbar, die Nachwirkungen aber auch kaum einzuschätzen sind.

    Fairerweise sollte man aber sagen, dass auch eine Erziehung ohne Strafen (antiautoritäre Erziehung) schon so manches Kinde/manchen Hund verdorben hat.




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