Adaptil Spray: Pheromone für den Hund

Pheromone für den Hund Adaptil-Spray
Pheromone für den Hund Adaptil-Spray

Wir haben ein Experiment gewagt: Moe hat einige Zeit lang Pheromone als Spray auf ein Halstuch gesprüht bekommen. Warum wir das gemacht haben und was wir uns davon versprachen, möchte ich euch gerne erklären.

Pheromone für den Hund: Das Adaptil Spray

Pheromone sind kurz gesagt Botenstoffe zur Informationsübertragung. Sie bewirken entweder eine Verhaltensänderung oder eine physiologische Veränderung beim Empfänger (Wikipedia).

Beim Hund eingesetzt, soll das Pheromon für eine Beruhigung sorgen: Ein Hund, der beispielsweise unter Trennungsangst leidet, kann durch Pheromone beruhigt werden. In der Natur werden diese Pheromone von der Mutterhündin abgegeben um die Welpen zu beruhigen. Synthetisiert sorgen Pheromone also für Beruhigung in Stresssituationen.

Und diese Stresssituationen sind vielfältig: Nicht nur das Alleinbleiben fällt einigen Hunden schwer, auch Silvester, Artgenossen, laute Geräusche, ein Umzug – all das kann bei einem Hund Ängste auslösen und den Einsatz von Pheromonen rechtfertigen.

Das Adaptil-Spray hat in der Zusammensetzung: 2% Pheromone und 60 ml Isopropanol. Was das genau ist, darauf komme ich noch.

Warum wir Pheromone eingesetzt haben

Wenn ihr diesen Blog länger lest, wisst ihr auch, welche Probleme wir mit Moe haben: Artgenossen sind ein rotes Tuch, Moe versteht absolut keinen Spaß, sobald sich Hunde seinem Po nähern und schnüffeln wollen.

Dies tritt bei Moe allerdings verstärkt auf: Durch die Kastration und seine Analdrüsen, die regelmäßig geleert werden müssen, riecht er oft so verlockend, vor allem für andere Rüden, dass er permanent Stress hat.

Das haben wir leider zu spät mitbekommen und dachten damals noch: Da muss er jetzt durch, jeder Hund muss sich beschnüffeln lassen. Bis er immer wieder bestiegen wurde und Moe sich tatsächlich mal gewehrt hat.

Seitdem lässt er keinen Hund mehr an sich heran. Nebeneinander hergehen ist in Ordnung. Moe versucht Abstand zu halten, wird sofort steif und unruhig, sobald ein Hund hinter ihm geht.

Mittlerweile ist bei mir angekommen, dass Moe einfach keinen Kontakt zu Artgenossen wünscht. Das ist für mich belastend, irgendwie. Denn es gibt doch nichts Schöneres, als ein Gruppe ausgelassen spielender Hunde. Moe fehlt das sicherlich, oder doch nicht? Ist das vielleicht nur meine menschliche Sicht auf die Dinge?

Beim letzten Tierarztbesuch sprachen wir auch das Thema an: Wir wollten wissen, ob die Analdrüsen Schuld an Moes Sozialverhalten sein könnten, wollten uns da absichern, dass wir nicht irgendetwas vermuteten, was so nicht stimmt.

Aber der Tierarzt gab uns Recht: Moe ist unheimlich empfindlich, was seinen Po angeht. Diese Analdrüsen-Geschichte sorgt nicht nur dafür, dass wir alle 2 Monate zum Ausdrücken müssen, sondern auch, dass unser Hund unheimlich attraktiv für andere Hunde ist.

Das bedeutet: Moe hat extremen Stress beim Tierarzt. Moe hat Stress auf Spaziergängen, wenn andere Hunde da sind. Und Schuld sind hauptsächlich die Analdrüsen.

Wegen der Analdrüsen haben wir vieles probiert: auf Barf umgestellt, Haferflocken unter das Futter gemischt, generell auf fülligen, härteren Kot geachtet. Keine Verbesserung. Wir haben Nahrungsergänzungsmittel gegeben, die uns die liebe Vicky von Bonjo empfohlen hat – leider alles ohne Erfolg.

Im Gespräch mit dem Tierarzt gibt es nun 3 Wege, die man einschlagen kann:

  1. Es bleibt alles so wie bisher und wir fahren alle 2 Monate zum Ausdrücken – belastend für Mensch und vor allem für Moe.
  2. Wir sprühen ihm vor jedem Spaziergang Pheromone auf ein Halstuch und sorgen damit für Beruhigung und Entspannung bei Hundebegegnungen.
  3. Die Analdrüsen werden operativ entfernt.

Der Nachteil an Punkt Nummer 3 sind die Risiken: Nicht nur der Gedanke, was bei einer Narkose schief gehen kann hindert mich daran, die OP einzugehen. Viel schlimmer ist das Risiko, dass bei der OP der Schließmuskel verletzt werden könnte, was bedeutet, dass Moe auf ewig inkontinent wäre. Das wäre dann der Zeitpunkt, wo der Tierarzt Moe nicht mehr aus der Narkose zurück holen würde.

Gruselig, oder? Ich kann mich jedenfalls mit dem Gedanken nicht anfreunden.

Also blieb uns der Versuch mit dem Adaptil Spray, ein Pheromon in Sprayform. Laut Tierarzt reichen 1-2 Sprühstöße auf ein Halstuch aus, damit der Hund ruhiger wird.

Wir bezahlten also die Behandlung plus das Spray (ca. 20 €) und fuhren nach Hause.

Das Adaptil Spray und die Wirkung

Zuhause angekommen, wurde gleich das Halstuch besprüht und umgelegt. Moe war an dem Tag ziemlich k.o., so wie immer, wenn wir vom Tierarzt kommen. Der Stress haut ihn richtig aus den Socken. Wir konnten an dem Tag also nicht feststellen, ob das Spray hilft.

Danach haben wir das Adaptil Spray ca. 1 Woche durchgängig angewendet, bedeutet, vor jedem Spaziergang gab es 2 Sprühstöße auf das Tuch und dann ging es raus. Der Geruch ist relativ neutral, Moe schien es gar nichts auszumachen, dass da jetzt was auf dem Tuch war. Die Wirkung soll laut Packungsbeilage sofort einsetzen und 4-5 Stunden anhalten, danach muss nachgesprüht werden.

Wir merkten eine Veränderung: Moe wurde träge. Und schläfrig. Eine Nebenwirkung, die auch auf der Packungsbeilage stand. Wir dachten erst einmal, dass wir uns das einbilden würden, setzen also das Adaptil Spray in der zweiten Woche ab.

In der dritten Woche versuchten wir es nochmal.

Ständig müde dank Adaptil
Ständig müde dank Adaptil

Unser Fazit: Müder Hund

Für uns hilft das Adaptil Spray gar nicht. Im Gegenteil: Moe wird dadurch extrem schlapp und müde. Wir haben ca. 1/4 der 60 ml Flasche verbraucht und sind durch mit dem Experiment. Draußen hilft uns das Spray kein Stück, Moe ist steif wie eh und je und hat jeden Artgenossen argwöhnisch im Blick, damit sich ja keiner seiner Rückseite nähert.

Ich war nicht so naiv zu glauben, dass ein Wunder passiert und natürlich ist so ein Spray immer nur als Unterstützung zum Training zu sehen. Für uns ist aber das beste Training das „Aus-dem-Weg-gehen“ lernen und dabei sind wir erfolgreich. Wenn uns denn andere Hundebesitzer mit ihren „Tut-nichts-freilaufenden-Hunden“ nicht immer boykottieren würden, aber das ist eine andere Geschichte.

Das Spray hat draußen überhaupt keine Wirkung und sorgt drinnen für einen total erschlagenen Hund.

Ich kann das Adaptil Spray also keinesfalls weiterempfehlen. Zusätzlich kommt noch dazu, dass das oben erwähnte Isopropanol Alkohol ist. Dieser wird beispielsweise Frostschutzmittel hinzugefügt und fungiert als Lösungsmittel.

Daher wird auch davor gewarnt, das man den Hund nicht ansprühen soll – ob es dann allerdings gesund ist, den Hund diese Dämpfe einatmen zu lassen, sei dahin gestellt.

Im Übrigen gibt es das Adaptil Spray auch als Zerstäuber für die Steckdose und für die Katze. Dort nennt sich das Produkt dann Feliway (ich kann nicht definitiv sagen, ob da Alkohol enthalten ist. Auf der Packung steht nur „Sonstige Bestandteile ad 100%“).

Mit dem Wissen, was ich nun habe, werde ich das Adaptil Spray nur noch in die Tonne kloppen.

Alternativen zu Pheromonen

Es ist ja nicht so, dass ich mir nicht Gedanken mache, wie ich Moe noch helfen kann, denn für uns alle ist die Situation mal mehr, mal weniger belastend.

Die Rescue Tropfen bekommt Moe sowieso regelmäßig, beim Tierarzt helfen sie ein kleines bisschen. Aber das war es auch schon. Analdrüsen ausdrücken ist halt immer schlimm und es würde auch nicht besser werden, wenn ich das beispielsweise übernehmen würde. Sicher, wir hätten nicht mehr die Fahrt zum Tierarzt.

Aber im Moment hat Moe noch das Vertrauen zu mir und Herrchen, dass wir ihm eben nicht wehtun, zum Beispiel wenn wir ihn am Rücken bürsten. Und dieses Vertrauen möchte ich mir dadurch nicht kaputt machen, sodass nur der Tierarzt als „der Böse“ bleibt.

Ihr seht, wir sind mit unserem Latein am Ende. Nachdem die Nahrungsumstellung auf Barf nichts gebracht hat und auch alle anderen Mittelchen versagt haben, müssen wir uns wohl oder übel mit der Situation abfinden. Leider.

Wir verzichten auf Pheromone!
Wir verzichten auf Pheromone!

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6 Gedanken zu „Adaptil Spray: Pheromone für den Hund“

  1. Schade, dass es euch nicht helfen konnte! Bei Phereomonsprays bei Hunden auf Spaziergängen hätte ich ja irgendwie Angst, dass es für fremde Hunde noch anziehender wirkt.
    Wir setzen Feliway für unsere Katzen übrigens ziemlich oft ein und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht! Hier kam es zum Beispiel als Raum-Zerstäuber zum Einsatz als wir umgezogen sind, als wir Genki geholt haben und auch als wir Momo geholt haben. Das normale Spray benützen wir für Hunde- und Katzenbetten, weil unsere Katzen (oder zumindest irgendeine von ihnen) dazu neigt auf alles Stoffähnliche zu pinkeln, was auf dem Boden liegt. Wenn wir neue Teppiche, Betten, oder auch Betten nach dem Waschen, ein paar Tage hintereinander damit einsprühen, dann wird nicht mehr drauf gepinkelt. Dass unsere Katzen dadurch träger geworden wären, kann ich nicht feststellen, aber die schlafen ohnehin gefühlte 95% des Tages, da einen Unterschied zu bemerken wäre also schwer.




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  2. Schade, dass es Moe nicht geholfen hat…..Aber ich würde auch nicht wollen, dass mein Hund nur noch müde ist. blöd, dass die Alternativen nicht in Betracht kommen. Armer Moe…..

    Wir müssen bei Socke auch von Zeit zu Zeit die Analdrüsen ausdrücken lassen. Leider können wir das nicht selber machen, weil Sockes Analdrüsen etwas tiefer sitzen und man sie schlecht drücken kann. Im Übrigen teile ich Deinen Gedanken, dass der Tierarzt der Böse sein sollte, denn manchmal tut das Leeren der Drüsen auch bei Socke weh….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  3. Wir haben das Adaptil für die Steckdose verwendet, nachdem Shiva sich in der alten Wohnung nicht mehr wohlgefühlt hat. Sie wurde zwar deutlich entspannter, aber das kann auch die Müdigkeit gewesen sein. Ich weiß es nicht. Seit 6 Wochen leben wir bei meinen Eltern und Shiva ist der gechillteste Hund der Welt. Wir werden zwar im Dezember (voraussichtlich) wieder umziehen, aber in eine bessere Wohnlage für meine Wuschelmaus.

    Rescuetropen und ein Rescuespray hab ich auch immer dabei. Shiva bekommt aber regelmäßig eine Angstmischung, die mir mal eine THP zusammengemischt hat. Die Globuli bekommt sie immer morgens und dann ist sie deutlich entspannter. Was mir noch einfallen würde, wäre das Relax Plus von Vet Concept. Das hat Shiva seit dem letzen „Vorfall“ regelmäßig im Futter und ich glaube, die Mischung macht es. Sie kommt mir ruhiger vor. Shiva fiel davor von einer Panikattacke in die andere. Hunde, Menschen alles sooo gefährlich. Jetzt merk ich, dass sie ruhiger wird und besser an diesen „Gefahrenstellen“ vorbeikommt.

    Vielleicht wäre das ja auch was für Moe.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva Wuschelmädchen




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  4. Ach, armer Moe! Schade, dass die Pheromone keine Besserung gebracht haben. Ich kann Chico auch nicht wirklich mit anderen Hunden laufen/spielen lassen, von daher kann ich gut verstehen, wie frustrierend und auch etwas einsam das ist. Aber ich denke nicht, dass ihm das sehr fehlt, er hat ja dich und eure gemeinsamen Unternehmungen und wenn die anderen Hunde da nur Stress bedeuten, ist euer „Aus-dem-Weg-geh“-Weg sicherlich der richtige.
    Chicos Analdrüsen mussten zum Glück noch nie ausgedrückt werden, ich kann mir vorstellen, dass das enorm unangenehm ist. Wäre das vielleicht etwas, was man mit Clickertraining etwas „angenehmer“ machen könnte? Keine Ahnung, ob das hilft, aber ich versuche auch verschiedene Verarztungssituationen zu klickern. Chico lässt sich eigentlich leider so gut wie gar nicht verarzten, wenn ihm was weh tut. Tierarzt ist jedes Mal enormer Stress und Terror, deshalb versuche ich viel selbst zu machen und habe zumindest das Gefühl, dass er durch das Klickern und das regelmäßige Training mehr Vertrauen gewonnen hat.
    Ich drücke euch jedenfalls die Daumen, dass ihr um diese OP herumkommt und ihr einen stressfreieren Weg für Moe findet!!

    Liebe Grüße,
    Chico und Anja




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  5. Hy, habe gerade mal euren Leidensweg gelesen. Aus Trainersicht kann ich nur sagen kastrierte Rüden haben oft Probleme mit Artgenossen. Von den Mädels bekommen sie eins auf die Mütze und die Rüden besteigen sie….Deswegen rate ich oft meinen Kunden davon ab, es sei denn es ist medizinisch notwendig.
    Das durch die Analdrüsen alles noch verstärkt wird ist natürlich blöd.
    Wart ihr schon mal bei einem Tierheilpraktiker oft kann der helfen wenn die klassische Medizin versagt. Wünsche euch noch viel Glück und hoffe ihr bekommt das hin. Liebe Grüße Nadine




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