Tschööö Laboe – Wir sagen tschüss.

Unsere Zeit an der Küste geht nun zu Ende. Am Mittwoch, 14.11. ist es vorbei. Wir schließen die Tür und fahren nach Niedersachsen.

Moe ist ein waschechtes Küstenkind. Der hat hier oben gelebt und wird nun umgesiedelt. Ich dagegen bin vor 12 Jahren zugezogen – und hätte bis letztes Jahr nicht gedacht, dass ich jemals wegziehe. Nun – zumindest nicht so. Und nicht DAHIN. Nach Niedersachsen. In die alte „Heimat“.

Nun ist es aber so. Diese Woche schlagen wir das Buch „Schleswig-Holstein“ zu und kommen, zumindest auf dem Papier, wieder zurück nach Niedersachen – wir ziehen bei den Eltern ein. Offiziell.

Inoffiziell leben wir in BABA, also in unserem Wohnmobil, und fahren weiter durch Europa. Das, was ich mir gewünscht habe, wird wahr. Kein Besitz mehr, außer den Kleinigkeiten, die wir eingelagert haben und dem, was wir notwendigerweise zum Leben brauchen. Nomadentum, nennt man das wohl. Digitale Nomaden – das sind wir nun wohl. Auch wenn ich den Begriff furchtbar finde.

Tschöö Laboe
Meerweh.

Mich macht es sehr, sehr wehmütig. Ich bin traurig. Natürlich ist mir bewusst, warum ich wir das tun (mehr Reisen, weniger Geld für Miete ausgeben, keinen Wohnraum besetzen, den man nicht benötigt), gleichzeitig fühlt es sich so endgültig an.

Als wäre nun ganz klar, dass ein Zurückkommen nicht mehr möglich ist. Und das erste Mal bekomme ich ein Gefühl davon, wie sich Heimweh wohl anfühlt. Nicht, weil ich an Laboe so hänge oder an unserer Wohnung.

Es ist eher der Abschied von Schleswig Holstein, der mich traurig macht. Zu wissen, das man das Meer vor der Tür hat. Der besondere Schlag Mensch, der hier oben lebt. Der Wind. Die brackige Ostseeluft. All das ist Zuhause geworden. Und ja: Überall gibt es Meer. Aber dieses besondere Gefühl, das habe ich nur hier.

In dieser Woche wird noch ordentlich gejammert. Ihr bekommt davon aber nichts weiter mit – versprochen. Mir ist auch bewusst, dass das ein akutes Luxusproblem und selbst entschieden ist – blabla – ich weiß das. Alles. Und dennoch ziehe ich mich diese Woche eine Runde in mein Schneckenhaus und bejammere mein hartes Schicksal.

Das selbstgewählte, als digitaler Nomade. Weil Meer ist irgendwie doch immer Zuhause und manchmal darf man auch ein bisschen erschrocken über seinen eigenen Mut sein.

Tschöö Laboe
Freiheit, Meer, Liebe.

Ich freue mich natürlich über die ganzen Plätze, die wir sehen werden. Über die Menschen, die wir treffen werden. Und irgendwann, irgendwann wird unsere Zeit an der Ostsee nur noch eine bittersüße Erinnerung sein. Weißt du noch, als wir Moe zu uns geholt haben? Als er das erste Mal in der Ostsee baden war? Wie viel Angst er vor den Wellen hatte?

Tschööö Laboe. Es war so schön.

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