5 Tipps: Mensch und Hund – ein gutes Team

5 Tipps wie ihr ein gutes Team werdet
5 Tipps wie ihr ein gutes Team werdet

Ich werde manchmal von Nicht-Hundebesitzern gefragt, wieso Moe „so gut hört“. Darauf kann ich nur antworten: „Weil er so große Ohren hat und Hunde eben einen besseren Gehörsinn haben als wir Menschen.“ – wohl wissend, dass das nicht der Kern der Frage war.

Mein Hund hört nicht immer gut. Im Gegenteil. Manchmal hat er sogar einen großen D-Zug zwischen den Ohren und hört gar nichts. Aber: In den wichtigen Situationen kann ich mich auf ihn verlassen. Und zwar nicht, weil er auf mich hört.

Kommen wir also zur eigentlichen Frage: Warum macht dein Hund, was du sagst, warum orientiert er sich an dir, selbst wenn das von ihm abgeforderte „Platz“ total unnötig erscheint? Weil wir ein Team sind und zusammen arbeiten.

Es hat seine Zeit gedauert, bis sowohl Moe als auch ich in unserer Beziehung wussten, wo der jeweilige Platz des anderen ist. Und ja, wir arbeiten immer noch an unserer Beziehung. Denn wie auch bei Menschen untereinander ändern sich die Persönlichkeiten im Alter, Regeln und Gegebenheiten werden in Frage gestellt, der Fokus ändert sich.

Als Beispiel: Wir haben nun ein großes Haus und einen Garten. Moe musste in unserer Beziehung also lernen: Es ist ok, wenn jemand am Garten entlang geht, Frauchen kümmert sich. So kann er entspannen und mittlerweile sogar schlafen.

Ich möchte euch ein paar Tipps an die Hand geben, wie ihr die Beziehung zu eurem Vierbeiner verbessern könnt. Die Hundepfeife könnt ihr stecken lassen. 😉

Tipp 1: Versetzt euch vor dem Training in die Lage eures Hundes

Keine Sorge, ihr müsst jetzt nicht erst einmal auf allen Vieren entlang laufen und an den nächsten Baum pieschern. Aber ihr kennt sicher das Problem: Der Hund soll etwas Neues lernen, ihm wird etwas abverlangt und ihr habt keine Ahnung, wie ihr eurem Vierbeiner erklären sollt, was er tun soll. Ja, da hilft ausprobieren. Aber nicht am Hund.

Die Gefahr, dass er dann komplett verwirrt und am Ende frustriert ist, ist groß. Also, bevor ihr an euren Hund geht, überlegt euch genau, wie ihr die Übung aufbauen wollt, in möglichst kleinen Teilschritten. Und dann schnappt ihr euch euren Partner, Freundin, was auch immer und beginnt das Training.

Wichtig: Nicht reden! Euer Gegenüber soll nicht wissen, was ihr vorhabt und worauf ihr hinaus wollt. Macht euer Partner das, was ihr wollt: Fein gemacht!Wenn nicht, solltet ihr eure Taktik überdenken, bevor ihr an den Hund geht. Denn umso besser die Strategie des Trainings, desto schneller lernt der Hund und das bedeutet für eure Beziehung: Weniger Frust, mehr Spaß, viele Erfolgserlebnisse.

Tipp 2: Spielt mit eurem Hund

Klingt einfach, ist es aber nicht: Versucht einmal, komplett auf Spielzeug, Leckerchen oder sonstige Utensilien beim Spielen zu Verzichten. Ihr zwei genügt völlig! Auf Hundeart spielen ist ein tolles Gefühl und stärkt die Bindung unheimlich. Moe liebt es, von mir gejagt zu werden und wenn ich dann den Spieß umdrehe, wufft er vor Freude.

Diese 10 Minuten toben sind das Beste für eine gute Hund-Mensch Beziehung. Wenn ihr eurem Hund körperlich gewachsen seid, könnt ihr natürlich auch richtig miteinander raufen. Aber Vorsicht: Das Spiel sollte sofort beendet werden, wenn der Hund zu übermütig wird und meint, schnappen zu müssen.

Auch das ist ein Lernprozess in einer Beziehung: Was ist in Ordnung, wann ist zu viel? Grenzen setzen. Seid eurem Hund aber bitte nicht böse. Ein Spielabbruch ist Strafe genug und danach solltet ihr wieder ganz normal mit ihm umgehen.

Hier ist ein Video, das zeigt, wie es aussehen kann, wenn Mensch und Hund miteinander spielen OHNE das ein Spielzeug verwendet wird.

Das bedeutet übrigens nicht, dass euer Hund nie wieder mit einem Spielzeug spielen sollte oder das das Ball werfen jetzt eingestellt werden soll. 🙂

Tipp 3: Anders Loben!

Jetzt mal die Hand hoch: Wer von euch belohnt mit Futter oder Leckerlies? Ja, genau. Ich auch. Da wir aber viel zu viele dicke Vierbeiner haben und wir Menschen uns auch nicht gerne zum Futterautomaten degradieren lassen, wurde die #andersloben Challenge ins Leben gerufen. Es geht dabei darum, 30 Tage lang auf Leckerchen zu verzichten und nur noch alternativ zu loben: Über die Stimme, Spielzeug, Streicheleinheiten, gemeinsames Jagdspiel, etc. Die liebe Mieke hat es mit Pebbles ausprobiert und über ihre Erfahrungen berichtet sie hier. Schaut unbedingt einmal vorbei.

Bei uns gibt es Leckerchen vor allem zur Unterstützung, wenn zum Beispiel ein neuer Trick gelernt werden soll oder Moes Verhalten so außerordentlich gut war, dass er sich einfach was verdient hat.

Kuscheln mit Moe
Kuscheln mit Moe

Tipp 4: Zeit nehmen und ruhig sein

Vielen Menschen fällt es schwer, dabei ist es so wichtig: Nehmt euch bewusst Zeit für euren Hund! Und bewusst Zeit nehmen heißt nicht, ich geh jetzt mal um den Block und daddel dabei auf meinem Handy rum.

Euer Vierbeiner merkt sehr genau, wann ihr bei ihm seid (nicht nur körperlich) und wann ihr abgelenkt seid. Mal ehrlich: Möchtet ihr mit einem Menschen zusammen sein, der sich nur für euch interessiert, wenn ihr etwas anstellt? Der Hund lernt so nur: Ok, wenn ich das und das mache, bekomme ich die größte Aufmerksamkeit. Und besser negative Aufmerksamkeit als Ignoranz!

Also: Genießt die Zeit mit eurem Hund. Setzt euch irgendwo hin. Streichelt ihm durch das Fell. Nehmt ihn bewusst wahr. Das ist nicht nur gut für den Hund, sondern auch für euch: Beim Streicheln des Hundes wird Oxytocin frei gesetzt, was wiederum ein Glückshormon ist, dass gegen Stress wirkt. Ihr seht: Tu was für deinen Hund und dein Hund tut was für dich.

Tipp 5: Seid kreativ und fordert euch heraus!

Die Komfortzone ist bequem, deswegen heißt sie ja auch so. Aber sie ist auch eines: Sterbenslangweilig. Also: Hintern hoch und los! Geht mal neue Wege. Setzt euch mit eurem Hund ins Auto oder in die Bahn. Probiert neues Spielzeug aus. Kocht etwas für ihn. Bastelt etwas für ihn das ihr gemeinsam testet. Lernt neue Menschen und Hunde kennen. SEID KREATIV!

Ich habe mal von jemandem gehört: Mein Hund ist so alt, der hat keine Lust, etwas Neues zu machen. Ach ja? Kompletter Schwachsinn. Der Mensch hatte keine Lust. Und der Hund hatte sich mit seinem Schicksal abgefunden.

Natürlich kann ein alter Hund nicht so wie ein Junger. Aber das bedeutet nicht, dass er den ganzen Tag irgendwo im Schatten herum liegen sollte um auf sein Ableben zu warten. Auch ältere Hunde lieben Beschäftigung. Sie mögen es, wenn man sich um sie kümmert. Ein kleines Versteckspiel mit kleinen Keksen trainiert die Nase und das Gehirn.

Nutzt die Zeit aktiv, die ihr mit eurem Hund habt und macht aus dieser Zeit die Beste in eurer beider Leben. Nicht umsonst heißt es:

Für dich ist dein Hund nur ein Teil deiner Welt – für deinen Hund bist du die Welt.

Wir sind ein Team!
Wir sind ein Team!
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