5 Tipps, wie du anderen Hundehaltern so richtig auf die Nerven gehst (mit Gelinggarantie!)

5 Tipps, wie du anderen Hundehaltern auf die Nerven gehst

Wäre ich kein Blogger, hätte ich dieses Problem vielleicht gar nicht. Bevor es diesen Blog gab, habe ich mich zwar mit Moe beschäftigt – aber ich habe mir nicht übermäßig Gedanken über alles gemacht.

Moe war da, es war in Ordnung. Wir hatten unsere kleinen Problemchen, aber wer hat die nicht?

Irgendwann, so 2015 muss das gewesen sein, wurde die Hundeblogger-Welt größer und größer. Plötzlich gab es so viele Hundeblogs! Einer schöner als der andere, und eines hatten die meisten gemeinsam: Sie hoben den Hund auf einen imaginären Thron.

Plötzlich wurde alles in Frage gestellt, was ich noch für normal und in Ordnung gehalten habe. Trockenfutter? Nee, das bekommt mein Hund nicht. Wie, dein Hund hat nur 2 Näpfe? Und die sind auch noch alt?

Richtig schlimm wurde es aber bei den Aktivitäten. Hatte ich mich zu dem Zeitpunkt schon wie ein Rabenfrauchen gefühlt, wurde die Situation jetzt richtig dramatisch.

Wo hatte ich eigentlich die letzten Jahre gelebt, dass ich diese Entwicklung verpassen konnte? Ich fühlte mich wie ein Eremit, der gerade aus seiner Höhle gekrochen und das Tageslicht gesehen hatte.

5 Tipps, wie du anderen Hundehaltern auf die Nerven gehst
Aus welcher Höhle bist du denn?

Die Bloggerwelt ist schuld!

Grundsätzlich kann ich also für meinen Teil sagen: Ihr Blogger seid schuld! Schuld daran, dass ich mir jetzt jedes Futter 3 Mal anschaue, bevor es in Moes Schnuti wandert.

Schuld daran, dass Moe zwischendurch mehr als einen Ball und ein Kuscheltier hat. Schuld daran, dass ich jetzt auch andere Hundehalter mit meiner „Fachkompetenz“ auf die Nerven gehe.

Ich wünschte manchmal, ich wäre in meiner kleinen Höhle geblieben. Dann wären mir viele Dinge erspart geblieben und ganz ehrlich: So schlimm wäre es nicht gewesen.

Wir sind dann mal hilfreich: 5 Tipps, um andere Hundehalter so richtig zu nerven.

Und um nun die ganz große Keule zu schwingen: Die Bloggerwelt hat natürlich weitere Schritte nach vorne gemacht. Es ist nicht mehr nur wichtig, von seinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen zu berichten – nein, es ist immens wichtig, dass jeder Beitrag bitteschön Informationen enthält. INFORMATION! WISSEN! EINE CHECKLISTE!

Und so staut sich in meinem kleinen Gehirn so viel Wissen an. Wissen, dass ich vielleicht nicht gebraucht hätte, aber jetzt darüber verfüge. Und was mache ich damit? Ich gebe es ungefragt weiter. Weil mein Mund manchmal einfach schneller ist als mein Hirn.

Tipp 1: Mache deinem Gegenüber klar, dass du sowieso alles besser weißt.

„Zecken? Ja, kenne ich. Da nimmst du am Besten Mittel X in Verbindung mit dem natürlichen Mittel Y und am besten schmierst du noch ordentlich Z auf den Hund.“ – „Aber, das haben wir doch alles ausprobiert und es hat nicht geholfen?!“ -„Ja, dann habt ihr es einfach nicht richtig gemacht.“ Ansage hier: Diskutiere das nicht mit mir aus.

Ich gebe zu, oftmals juckt es mich in den Fingern, ungefragt Wissen weiterzugeben. Manchmal kann ich an mich halten, mich zusammen reißen.

Aber wehe, jemand fragt dann auch noch nach meiner Meinung – dann bin ich nicht mehr zu bremsen.

Ich halte dir aus dem Stand in Nullkommanix einen Vortrag über die Nachteile der Wurmkur (alles nachgelesen), kann dir erzählen, welche Lebensmittel wirklich nicht gut sind (alles auswendig gelernt) und erkläre dir, wie das richtige „An-der-Leine-laufen“ geht (ohne es selber zu beherrschen).

Ich habe zu allem und jedem eine fundierte Meinung, weil ich so viel Wissen gespeichert habe. Alles nur, weil es mittlerweile so viel Hilfreiches im Netz gibt. Manches widerspricht sich? Ach Quatsch, jetzt werd‘ mal nicht kleinlich!

Tipp 2: Gib deinem Gegenüber zu verstehen, dass nur Spazieren gehen nicht reicht.

Neulich hatte ich eine schöne Begegnung im Wald. Und das meine ich wirklich so: Moe und ich trainierten mit dem Dummy. Und „trainieren“ ist hier ein herrlich hochgestochenes Wort. Genau genommen versteckte ich sein Frühstück und Moe sollte es suchen. 😉

Eine Dame mit ihrem Hund, die wir fast täglich sehen, sah uns von Weitem und drehte um. Ich wunderte mich ein wenig, denn normalerweise ist die Begegnung zwischen Moe und Gismo immer friedlich, so lange beide an der Leine sind.

Aber an dem Tag beschloss Gismos Frauchen, woanders lang zu gehen. Später traf ich sie und sie erzählte, dass sie uns nicht beim Training stören wollte. Ganz ehrlich: Das fand ich großartig!

Allerdings musste ich mich im selben Moment schon wieder bremsen. Ich wollte sie nämlich fragen, was sie denn so mit Gismo üben würde.

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Ball spielen können wir üben!

Ich ärgerte mich ein bisschen, dass ich der allgemeinen Meinung aufgesessen bin: Wenn der Hund kein Hobby hat, ist er ein armer Hund. Aber wissen wollte ich es unbedingt.

Kennt ihr die Theorie, ein Hund sollte rassegerecht ausgelastet werden? Das würde bedeuten, ich müsste mit Moe auf die Jagd gehen, Fährtentraining machen und natürlich auch Schutzdienst.

Moe macht nichts davon. Ab und zu spielen wir Ball. Ab und zu verstecke ich sein Frühstück. Wenn ich richtig lustig bin, machen wir ein paar Tricks. Und das war’s.

Trotzdem ist die Meinung, wenn man mal ein paar Hundeblogs zusammen nimmt: Mach was mit deinem Hund! Die Zeit ist kurz, hopphopp! Probiere aus! Schau, wo seine Stärken liegen! Agility! Mantrailing! ZOS! Irgendwas!

Das Problem: Der Mensch wird vergessen. Es soll nämlich welche geben, die haben auf den Hundeplatz mal so gar keine Lust.

Trotzdem ist der Druck da. Auch bei mir. Jedes Mal, wenn ich wieder lese, dass jemand mit irgendwas angefangen hat, stirbt in mir ein kleines Einhorn.

Und wenn ich dann solche Mensch-Hund Pärchen sehe, die einfach nur spazieren gehen, frage ich mich: Was macht ihr eigentlich gemeinsam?

Tipp 3: Sage bei jeder Gelegenheit: „Das frisst mein Hund nicht.“

Barf, Prey, gedörrt, gekocht, vegetarisch, vegan oder ganz etwas anderes. Hundeernährung ist Raketenwissenschaft und Religion, so zumindest der Eindruck.

Tüte auf und futtern lassen? Unmöglich! Ganz wichtig ist dabei, wenn man sich auf eine Methode eingeschossen hat, sollte man dabei bleiben und andere missionieren.

Das fängt beim gemeinsamen Gassi an, wenn der andere ein Stückchen Frolic heraus holt. „Das gibst du deinem Hund? Weißt du eigentlich, was da alles drin ist?“

Und so steigert sich das, während der eigene Hund sabbernd vor der Leckerei sitzt, bekommt er das eben nicht. Denn auf seine Ernährung wird geachtet! Jawoll! Und weil das Frauchen gerade in Stimmung ist, wird der andere Hundehalter eben gleich missioniert. Aus der Nummer kommst du nicht mehr raus!

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Darf ich bitte dein Frolic???

Sogar meine Mutter, die weit weg wohnt, weiß, dass Moe nur noch bestimmte Naschi bekommt. Natürlich vor allem, weil er eine Weizenallergie hat. Aber trotzdem: Ein bisschen bescheuert ist das auch, dass ich alle anderen so verrückt damit mache. Oder?

Tipp 4: Schaue deinen Gegenüber an, wenn er etwas falsch gemacht hat, und schüttle mit dem Kopf.

Egal, ob der andere Hund nur komisch geschaut hat oder tatsächlich etwas passiert ist (der andere Hund vielleicht zu laut geatmet hat): Wichtig ist, hier sehr missbilligend zu schauen, mit dem Kopf zu schütteln und dann liebevoll den eigenen Satansbraten anzuschauen.

„Mein Hund macht so etwas nicht!“ – „Aber was denn?“ – „Ihrer hat doch ganz klar drohfixiert!“ – „Was hat er?“

Und dann einfach weiter gehen. Ihr werdet sehen, dass macht euch direkt zum Hundeprofi und befördert euch in die nächste Liga.

Tipp 5: „Das kann man doch selber machen!“

Wenn man mal die Augen aufhält in der Hundeszene, kann man diesen Satz immer und immer wieder lesen. DIY ist das große Thema. Auch ich versuche mich sehr gerne daran (und scheitere immer wieder grandios).

Marke X hat eine neue Idee, bringt etwas Tolles auf den Markt? Prima – das kann ich ja selbst machen!

Gerne wird das untermalt von Sätzen, direkt an den Unternehmer gerichtet: „Das ist viel zu teuer! Hier, ich habe mal die Materialkosten zusammen gerechnet. Das kostet nur X,XX€!“ – Das dabei weder die Arbeitszeit, noch die Arbeitsmaterialien, Versicherung, etc. berücksichtigt werden, ist klar.

Ja: Natürlich kannst du alles selbst machen. Daran hindert dich keiner (und manchmal ist das auch sehr charmant! Bei Geschenken zum Beispiel).

Aber manchmal wird es dann halt einfach nicht so gut wie von jemandem, der mehrere Stunden allein für den Prototyp aufgewendet hat!

5 Tipps, wie du anderen Hundehaltern auf die Nerven gehst
Lieber gekauft als doof selbst gemacht

Im Übrigen habe ich das auch schon zu hören bekommen. Heutzutage hat jeder ein Handy, kann selbst Fotos von seinem Hund machen. Das ist auch alles in Ordnung, ich werde bestimmt nicht mit dir diskutieren, warum es trotzdem etwas anderes ist, wenn du deinen Hund von einem Hundefotografen ablichten lässt.

Selbst machen ist Trend. Auf Pinterest finden sich Zillionen Anregungen, was man Tolles zaubern kann. Und manchmal denke ich mir dann auch, ganz leise: Das kannst du doch selbst machen?! 😉

Fazit: Öfter mal den Computer aus und das Hirn an.

Mein Fazit ist klar: Ich schaue auf mich, auf Moe. Ich schaue, was uns gut tut und was für uns richtig ist. Und lasse alle anderen machen, was und wie sie es gerne hätten.

Und nerven tue ich doch sowieso nicht. Ich bin doch nur hilfreich.

Wie manche von euch schon erfahren haben, hatten wir letzte Woche Sabine und Socke von „Einfach Socke“ zu Besuch. Davon werde ich auf jeden Fall noch berichten, allerdings soll der Artikel ein paar Fotos zeigen, und die soll erst einmal Sabine sehen.

Jedenfalls hat Sabine mich indirekt zu dem heutigen Blogthema inspiriert bei einem unserer langen Gespräche – natürlich durfte die Idee dann nicht einfach ungeschrieben versickern. 😉

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