30 Jahre, kein Haus, kein Kind – aber einen Hund!

30 Jahre, kein Haus, kein Kind – aber ein Hund!

Im Dezember war der gefürchtete Tag da. Die Null kam unaufhaltsam näher, die 3 wollte unbedingt an die Stelle der 2 treten und ich: Ich hatte so gar keine Lust darauf. Eine Woche vor meinem Geburtstag herrschte bei mir Weltuntergangsstimmung. Aber nicht aus den üblichen Gründen.

30, kein Haus, kein Kind – aber ein Hund!

Anja von Frau Alma hatte im November darüber geschrieben. Wie merkwürdig die Umwelt eigentlich ist, wenn man ein gewisses Alter hat und statt Kinder zu zeugen und eine Familie zu gründen – das einfach mal nicht macht. Einen anderen Weg geht – ohne den „klassischen Weg“ auszuschließen. Aber sich nicht an eine feste Zeit hält, „weil das eben alle so machen“.

Ja, es stimmt: Ab einem gewissen Alter werden die Fragen laut. „Wann kommt der Nachwuchs?“ – eine recht unverschämte Frage. Genauso wie das häufig ungewollte Streicheln des Schwangerschaftsbauches, drängen sich gewisse Leute gerne auf. Meist sind es wohl die Großeltern einer Familie, die damit anfangen.

Aber auch meine Mutter brachte das Thema eine Woche vor meinem Geburtstag auf den Teppich. 30 wäre ja ein schönes Alter, und wenn dann der Nachwuchs… Halt, stopp. Wir haben schon Nachwuchs. Einen mit Fell.

Ich habe gesehen, wo es hinführt, wenn man sich beeinflussen lässt. Ich kannte jemanden, der wollte das volle Programm: Ehemann, Haus, Kinder.

Warum? Weil alle das so machen. Nein, danke. Nicht mit mir. Wäre ich denn glücklicher? Mit Sicherheit nicht.

So sind wir.
So sind wir.

Warum der 30. Geburtstag so ein Weltuntergang war

Mein Standpunkt zu Haus, Familie, Kindern ist klar. So klar, das ich nicht verstehe, warum andere immer noch versuchen, mir ihr eigenes Leben schmackhaft zu machen. Denn ich habe ganz andere Sorgen.

Ich bin ein Spätentwickler, was den Job angeht. Bis zum Abitur habe ich mich durchprügeln lassen – danach kam die Uni, die ich wohlweislich sehr weit weg vom Elternhaus anfing. Ich wusste genau: Entweder München oder ganz hoch in den Norden – jedenfalls so weit weg, wie es irgendwie geht.

Die grobe Geschichte kennt ihr. Ich habe neben meinem Studium gearbeitet und war in der Praxis immer glücklicher als in der Theorie. Aber eine Ausbildung wäre noch nicht in Frage gekommen. Zu sehr machte ich mir Gedanken, was dann aus mir werden würde, was meine Eltern von mir halten würden (nicht viel, zumindest in der ersten Zeit meiner Ausbildung).

Irgendwann brachte ich den Mut auf, meine Eltern zu enttäuschen. Ich fing meine Ausbildung an. Moe war damals schon fester Teil unserer kleinen Familie, auch etwas, was vorher nicht denkbar gewesen wäre. Ich wurde stärker, fand den Mut, allen entgegen zu treten, die mir sagten: „Warum hast du nicht fertig studiert?“

Natürlich war die Ausbildung ein kleiner Schritt zurück. Aber es war keiner, den ich bereut hätte. Außer kurz vor meinem 30. Geburtstag.

Ich schmeiß alles hin und werd Prinzessin.
Ich schmeiß alles hin und werd Prinzessin.

Nicht gut genug zu sein, sich zu fragen, was hätte sein können – ich bin 30! Und habe – Nichts.

So stimmt das natürlich nicht. Ich habe viel. Im Vergleich mit anderen ist es aber vielleicht nichts. Und ist es nicht genau das, an dem wir uns messen – an anderen?

An denen, die ein Haus haben (das ich gar nicht will)? An denen, die ein gutes Einkommen haben und nicht jeden Euro umdrehen müssen? An denen, die vermeintlich so glücklich sind, während ich immer wieder Tage habe, an denen ich mich in ein Loch verkriechen möchte?

Nun, das kam alles hoch, eine Woche vor meinem Geburtstag. Und ich fragte mich, was ich eigentlich wirklich will. Ich hinterfragte jede Entscheidung und schloss Frieden. Ich kann nicht zurück gehen und Dinge ändern.

Egal, was es wäre: Sei es Moes Erziehung, mein Studium, andere Entscheidungen: Nichts lässt sich zurück nehmen. Aber vieles lässt sich besser machen.

Ich habe beschlossen: 2017 wird mein Jahr. Und egal, ob ich jetzt 30 bin, Dinge nicht habe, die andere haben, härter arbeiten muss als andere, weil es eben das Los des Selbstständigen ist – ich bin einen anderen Weg gegangen, werde weiterhin einen anderen Weg gehen.

Ein Hund, kein Haus, keine Möbel: Na und?

Unser Lebensstil wird wohl selten gesellschaftlich akzeptiert werden. Es gibt sie zwar, die Menschen, die unvoreingenommen jeden Lebensentwurf akzeptieren.

Aber gerade unsere Elterngeneration, die auf Beständigkeit und alte Werte setzt, wird durch andere Lebensmodelle ziemlich durchgerüttelt.

Ein Hund während des Studiums? Für viele schon ein No-Go. Unser Tierheim hätte uns damals zum Beispiel keinen Hund anvertraut, obwohl ich finde, dass Studenten sich durchaus auch gut um ihr Tier kümmern können. Mit dem Hund nicht in die Hundeschule? Katastrophe. Man sieht ja auch, was daraus geworden ist.

Aus der Ausbildung direkt in die Selbstständigkeit? Absolutes Risiko. Mit dem Lebenspartner zusammenarbeiten? Auf keinen Fall.

Unser Weg ist nicht leicht. Aber wir gehen ihn gemeinsam.
Unser Weg ist nicht leicht. Aber wir gehen ihn gemeinsam.

Unser Weg ist sicherlich nicht der Leichteste. Das war er noch nie, seit 2007 ist es eine Achterbahnfahrt. Und trotzdem haben wir es immer irgendwie geschafft – ohne uns an zeitliche Abläufe, Konventionen oder „Das macht man so“ zu halten.

Ich bin 30. Ich bin kinderlos. Ich habe kein Haus und bald keine Möbel mehr. Und trotzdem: Ich bin kein Penner. Es ist gut so, wie es ist.

Kommentieren

28 Gedanken zu „30 Jahre, kein Haus, kein Kind – aber einen Hund!“

  1. Liebe Nicole,
    danke für deinen ehrlichen und persönlichen Artikel. Jaja mit 30 fängt man an über einiges an nachzudenken. Ich werde heuer 32, habe eine 12-jährige Tochter, ein Haus und seit 1em Jahr nun auch Lady. Ich bin mit 20 Mutter geworden und habe vor 7 Jahren gemeinsam mit meinem Mann ein Haus gebaut mit allem drum und dran. Und JA es gibt Tage da will man nur weg *grins*. Nicht falsch verstehen, ich liebe mein Leben und bin dankbar für die Menschen die mich lieben und mich umgeben aber man muss auch einiges dafür tun. So wie sich deins anhört ist es das volle Gegenteil – Hut ab für deinen Mut 🙂 LG Claudia




    0
  2. Schöner Artikel! Ich bewege mich auch immer stärker auf die 30 zu und lebe nicht so wie die meisten in meinem Alter. Und kenne auch die sorgenvollen Blicke meiner Zukunft bezüglich.^^ Es ist nicht immer so leicht dem Standzuhalten, ändern werde ich aber trotzdem nichts. Großartig das du das auch nicht tust! Hauptsache du bist glücklich 🙂
    LG Christina




    0
  3. Liebe Nicole, ein schöner und sehr ehrlicher Artikel, der mir aus der Seele spricht. Mich hat die 30 letzten Freitag „ereilt“ und auch wenn mich selbst weder die 3 noch die 0 stört ;-), kenne ich doch die Fragen nach dem, „was man halt mit 30 so hat“ sehr gut. Auch wenn ich meistens drüber schmunzeln kann, verletzt es manchmal ja doch. Auch ich bin selbstständige Nicht-Ehe-oder-Hausfrau-oder-Mama, hab mir letztes Jahr den Traum der eigenen Praxis erfüllt (oh Schande nicht so richtig in meinem eigentlichen Beruf, entgegen aller Unkrufe und gut gemeinten Ratschläge (warum nicht erstmal ein sicherer Job in der Praxis oder Klinik als Tierarzt…) und liebe mein Leben mit meinem Fellkind, auch wenn es selten rosa und ganz bestimmt kein Ponyhof ist. Aber es ist das, was mir Spaß macht und mir die Freiheit lässt, die ich brauche.
    Eure Reise in diesem Jahr klingt ja spannend, wann geht es denn los? Ich freue mich schon auf die Reiseberichte (das ist bei uns im letzten Jahr leider viel zu kurz gekommen).
    Ganz liebe Grüße vom anderen Ende Deutschlands 😉
    Sophie mit Pelle




    0
  4. Liebe Nicole,

    ich bin fast 10 Jahre älter als du… ich habe kein Haus, ich habe keine Kinder, ich habe keinen Partner. Warum? Nunja, hat sich teilweise nicht ergeben, teilweise wollte ich auch nicht. Ich hatte nie einen Kinderwunsch. Ich liebe meine Nichte und meinen Neffen, aber ich genieße es auch, keine Verantwortung für ein Kind tragen zu müssen. Ich verbringe gerne Zeit mit ihnen – wenn ich es will. Hab ich schlichtweg keine Lust, dann hab ich eben keine und verdünnisiere mich. Sind ja nicht meine Kinder 😉
    Seit zwei sehr unglücklichen Partnerschaften (davor einigen glücklichen) hab ich darauf nun auch keine besondere Lust mehr. Vielleicht rennt ER irgendwo rum, vielleicht ist er aber auch mittlerweile vor einen Bus gelaufen. Ich weiß es nicht. Ist mir aber auch egal. Bin auch so glücklich.
    Haus… tja, das ist der Knackpunkt. Einerseits hätte ich natürlich auch gerne komplett eigene vier Wände. Und dann? Ich hab schon öfter alleine gewohnt, mal mit Partner mal ohne. Es tut mir nicht gut. Jetzt wohne ich wieder im Haus meiner Eltern und habe gemerkt… ich brauch die Geselligkeit. Ich habe meine eigene Wohnung, meinen eigenen Bereich, aber ich kann jederzeit zu meinen Eltern gehen und einfach ihre Tochter sein… und das mit fast 40! Im Ernst. Ich liebe es so. Meine Eltern sind teilweise auch sehr froh, dass ich da bin, weil im gleichen Haus noch meine Großeltern wohnen und mein Opa mit fast 95 schwer an Alzheimer erkrankt ist. So ist immer jemand greifbar, weil ich in relativer Nähe arbeite und flexibel bin.

    Verwirkliche dir deinen Traum und deine Wünsche – es ist dein Leben und nicht das Leben von anderen.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva




    0
  5. Liebe Nicole,
    gerade werden Erinnerungen wach an meine 3. Ich dachte auch immer, dann weiß ich was ich will und dann hören die Zweifel auf. Weit gefehlt. Mittlerweile habe ich die 4 überschritten und ich bin noch lange nicht fertig mit der Suche. Und das ist gut so! Denn Zweifel und Fragen an mich und an das Leben sind mein Motor und mein Antrieb. Ich habe festgestellt, dass mich eher das Gefühl von Zufriedenheit irritiert (zumindest über längere Zeit), fühlt sich wie Stillstand an. Ich wünsche dir alles Gute für 2017. Mach es zu deinem Jahr! Ich bin gespannt, wie es weiter geht bei euch.
    Liebe Grüße von Andrea




    0
  6. Ich bin letztes Jahr auch 30 geworden und in meinem Umfeld werden ähnliche Fragen laut.
    Ausbildung gemacht – angestellt gewesen – Abitur nachgeholt – Studium angefangen und abgebrochen – neue Ausbildung zur Hundetrainerin gemacht (die auch noch Geld kostet) – Sprung in die Selbständigkeit steht unmittelbar bevor.
    Ich habe also durch Ausprobieren herausgefunden, was ich nicht will, bevor ich das gefunden habe, was ich will.
    Kinderwunsch ist (immernoch) keiner da, obwohl es einen Partner gibt.
    Und dieser unterstützt mich zum Glück in meinem Vorhaben und ein Haus ist ebenfalls in Planung.
    Wenn man jetzt seine ehemaligen Klassenkameraden anschaut, die immernoch im kleinen Kaff in der Heimat wohnen, mit 20 Eltern geworden sind und ein Haus gebaut haben, bin ich trotzdem nicht neidisch.




    0
  7. Liebe Nicole,
    ich bin um ein paar Jahre jünger – und habe ein komplett anderes Leben.
    Und kann mir deins trotzdem vorstellen. Nicht für mich, aber eben für andere. Ich wollte schon immer Haus – Ehe – Kind. Typisch, klischeehaft.
    Bin ich sonst so gar nicht, im Gegenteil… ich ecke oft an, was ja in einem 120 Einwohner-Dorf nicht gerade schwer ist, habe Tattoos und Piercing – WIE KONNTE ICH NUR – und habe allgemein eine andere Weltanschauung als die meisten unter uns… ich würde sagen ich bin ein kleiner Freigeist. Der seine Wurzeln braucht.
    Darum finde ich es umso schöner und interessanter dass es auch Freigeiste wie euch gibt, die ihre Siebensachen in einen Wohnwagen packen und durch die Welt reisen!
    Ich bin so froh dass ich euch gefunden habe und euch so ein Stück begleiten kann. Da kommt sogar bei mir heimatgebundenen Landei etwas Fernweh auf… ich finde es toll dass du dich auch gegen den Strom stellst, nicht mitziehen lässt, auch wenn das definitiv oft einfacher wäre!
    Aber es macht einfach zu viel Spaß anzuecken 😉
    Macht was ihr wollt und lebt so wie IHR wollt – aber das macht ihr ja sowieso 🙂 Alles alles Liebe nochmal zur 3! Da ist nix schlimmes bei 😉 Wär ja eher schlimm wenn alles zum Stillstand käme… Nehmt neuen Wind auf und lasst euch treiben – ich wünsche euch das Beste!!!




    0
  8. Super Beitrag, du spricht mir, wie bereits auch Alma mit ihrem Beitrag, aus dem Herzen. Auch wenn ich die 30 nun vor 4 Jahren hinter mir gelassen habe, erging es mir da genauso wie euch.
    Nur das ich recht lange Single bin und auch noch damit zufrieden. Das kann nun wirklich keiner verstehen 😉 Aber ich bin sehr glücklich mit meinem Leben und kann immer in den Spiegel schauen, weil ich alles in meinem Tempo machen und danach ob es mir gut tut und nicht das was nach der Meinung anderer zum leben gehört.
    liebe Grüße
    Sandra und Aaron




    0
  9. Liebe Nicole,
    ich ziehe meinen Hut vor dir. Dein Beitrag ist ehrlich und ich bewundere dich dafür. Mir geht es ähnlich, wobei ich noch nicht 30 bin, aber das lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Ich muss mir auch oft genug anhören, dass doch bald die Kinder kommen sollten und einen Hund zu holen wäre naiv gewesen. Es gibt Dinge, die wichtiger sind. Aber eben nicht für mich. Jeder sollte so leben, wie er glücklich ist. Das eigene Glück ist wichtiger, als andere zu Frieden zu stellen. Obwohl mir selber das immer noch sehr schwer fällt…

    Liebe Grüße Diana mit Jessi




    0
  10. Liebe Nicole,

    ein toller offener und ehrlicher Artikel, der mir aus der Seele spricht und in dem ich mich an einigen Stellen wiederfinde. Lebe Dein Leben und lass Dir da nicht reinreden, wenn Du damit glücklich bist, das ist das wichtigste überhaupt. Ich habe auch kein Haus, keinen Partner, jedenfalls nicht mehr, und auch keine Kinder, nach einer Total-OP hatte sich dieses Thema (leider) erledigt und wohne nun – mit fast 50 – (wieder) mit meiner Mutter und mit Ronja zusammen. Das hat aber auch seinen Grund: Mein Vater ist vor fast fünf Jahren gestorben und ich habe ihm auf dem Sterbebett versprochen, auf sie aufzupassen. Es gibt Momente, in denen wir uns beide fürchterlich auf die Nerven gehen, aber alles in allem führe ich, fernab der „Norm“, ein glückliches Leben und kann sagen, es ist prima, so wie es ist!

    Und falls ich noch nicht gratuliert hatte, nachträglich noch alles alles Liebe zum Geburtstag!!!

    Sei herzlichst gegrüßt
    Brigitte & Ronja




    0
  11. Liebe Nicole, mit diesem persönlichen Beitrag spricht du ganz vielen aus dem Herzen. Ich kann mich nur sehr gut an meinen 30. Geburtstag erinnern, den ich schrecklich fand und trotzdem gefeiert habe. Nicht weil ich das wollte, sondern weil ich dachte, dass man das von mir erwartete. Schließlich wird man nur einmal 30 Jahre alt. Im vergangenen Jahr bin ich schon 35 geworden. Das war für mich noch mal eine ganze Ecke schlimmer als die 30. Schließlich gehe ich jetzt auf die 40 zu. Ich bin noch immer nicht verheiratet, habe noch nicht mal einen Freund und bin zu alledem auch noch freiberuflich tätig. Das war als Jugendliche so gar nicht mein Plan vom Leben. Aber hey: Ich habe es mir so ausgesucht. Alles, was ich bis hierhin erreicht habe, ist so gekommen, weil ich es wollte. Mich hat niemand gezwungen allein zu sein mit Cabo oder mich von der Selbstständigkeit abgehalten. Es sind die bösen Geister in mir, die mich an meinem Leben zweifeln lassen. Ich habe zwei großartige Eltern, die für mich da sind, wenn ich sie brauche, die mich aber bei meiner Lebensplanung in Ruhe lassen. Dafür bin ich sehr dankbar.
    Liebe Grüße
    Silvana




    0
  12. Liebe Nicole, ein toller und offener Artikel! Lelbe dein Leben genauso wie du es dir vorstellst und lasse dir auf keinen Fall reinreden. Nur du kannst wissen, was dich glücklich und zufrieden macht. Ich rase mittlerweile auf die 50 zu und würde in meinem Leben heute einiges ändern. Leider ist es dafür zu spät …

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




    0
  13. Ja, wieder ein wunderbarer Beitrag, der mir aus der Seele spricht!
    Mit 30 fängt das ja alles erst an 😉 Ich werde ich 4 Monaten 40 (oh Gott) und durfte mir die Fragerei nun gute 15 Jahre anhören! Ich denke mittlerweile haben es alle „geschnallt“ dass ich kinderlos bleiben werde…
    Obwohl ich nie Eigentum haben wollte, da man ja so unflexibel ist, haben wir nun im letzten Jahr gebaut und ich muss sagen, es ist schön angekommen zu sein. Vorher war ich irgendwie immer auf der Flucht. Aber so ein Häuschen ist, wider Erwarten, mein kleiner Anker! Mit meinem Freund habe ich auch jemanden gefunden, der sich das kinderlose Lebensmodell auch vorstellen kann! Perfekt! Und die vereinzelten Fragen nach Nachwuchs werden nun einfach ignoriert…
    Jeder sollte so leben wie er es für sich richtig hält und sollte keine Rechenschaft ablegen müssen. Aber ein Großteil unserer Gesellschaft ist leider noch absolut gar nicht so weit…

    Aber zum Glück sind wir ja so erzogen worden, dass wir unseren Dickkopf und unseren Willen durchsetzen können 🙂

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy




    0
  14. Liebe Nicole, bisher war ich nur stille Leserin und schon immer begeistert von Deinem Blog. Nach diesem Artikel jedoch muss ich meiner Begeisterung Luft machen!

    Dieser Artikel ist sooo beruhigend und spricht mir direkt aus dem Herzen.

    Ich bin im Dezember 31 geworden und war am letzten Wochenende bei einer großen Familienfeier.
    Plötzlich sprach mich eine Frau an, die zum Bekanntenkreis der Gastgeberin gehörte – die ICH jedoch noch niemals in meinem Leben gesehen hatte: „Na? Was machen DEINE Kinder?“

    Ich war mir für 2 Sekunden nicht sicher, dass ich gemeint war – schließlich kannte diese Dame nicht mal meinen Namen!

    „M…m… meine Kinder? Ich habe gar keine!“

    -„Ach! Wie alt bist du denn?“

    „31!“

    – „Na, dann aber HOPP! Mit 32 muss das spätestens erledigt sein!!!“

    Ich finde es immer wieder erschreckend, wie plump und distanzlos dieses Thema in unserer Gesellschaft thematisiert wird. Niemand will offen über sein Gehalt sprechen – aber die Frage nach der Fortpflanzung wird wildfremden Menschen an der Supermarktkasse (oder wie in meinem Fall zwischen Kartoffelbrei und roter Grütze) einfach ins Gesicht geschmettert.

    Ich frage mich, was das soll. Es KANN doch gar keine Antwort folgen, die diese Menschen befriedigen könnte?! Im schlimmsten Fall stürzt man sein Gegenüber in eine tiefe Sinnkrise, weil die betreffende Person keine Kinder bekommen kann – es sich jedoch sehnlichst wünscht…

    Oder was würden die Fragenden tun, wenn als Antwort käme: „Ich finde Kinder einfach zum Kotzen!“?

    Ich selbst mag Kinder – ich möchte nur keine eigenen. Der Kinderwunsch war einfach bisher nicht da. Und gerade WEIL ich Kinder mag, wünsche ich keinem Kind der Welt, dass es nur deshalb in eine Familie hineingeboren wird, „weil man das eben so macht“…

    Ich finde Deinen Lebensentwurf klasse, Nicole! Und ich empfinde Dich als sehr „reich“. Ich wünsche Dir das Allerbeste!




    0
  15. Hallo Nicole, ich lese deinen Blog schon seit 1 1/2 Jahren, als meine Fellnase Simba in mein Leben getreten ist und in vielen Sachen, die du über Moe schreibst, erkenne ich Simba ( ein Labrador- Terrier-Mix) wieder. Ich werde 41 dieses Jahr und ich hatte auch nie einen Kinderwunsch, ich wollte mein Leben mit einer Fellnase teilen, damit bin ich bei meinen Eltern und auch bei Freunden angeeckt und mich verstehen, können sie immer noch nicht. Aber das ist mir inzwischen egal. Hauptsache ich bin glücklich. Laß dir von keinem was erzählen, mach dein Ding. Es ist dein Leben. Gruß von Arletta mit Simba




    0
  16. Nun, als ich dreißig wurde, habe ich auch kein Haus, kein Kind, nicht einmal einen Hund gehabt. Ich habe nach langem Studium endlich gearbeitet.
    Ich fand, dass ich zu schnell dreißig wurde und hätte gerne noch ein paar Jahre mit der 2 davor gelebt. Und ich habe auch inne gehalten und gefragt, was ich erreicht habe. Manches war super, manches hätte besser sein können.

    Aber es war/ist mein Leben, in dem ich nicht die Erwartungen anderer zu erfüllen habe. Manche Dinge kann ich nicht beeinflussen, muss nehmen was kommt und versuchen das Beste daraus zu machen. Nachher oder im Rückblick ist man immer schlauer.

    Ich bewundere Euren Mut und bin gespannt auf Euer Abenteuer. Ich bin ganz sicher, dass Euch ganz viele Menschen beneiden und sich nicht trauen dies zu sagen. Diese Erfahrungen wird Euch niemand nehmen können und Ihr könnt voller Stolz sagen, dass Ihr Euren Traum gelebt habt.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




    1
  17. Hallo Nicole,

    jeder hat seinen eigenen Lebensweg und ein Stück von deinem „zu begleiten“ find ich einfach wahnsinnig spannend.
    Vielleicht wäre der Weg nichts für mich, aber wer bin ich um über dich zu urteilen?

    Mein Weg ging vom Gymnasium in die Realschule (auch noch freiwillig, obwohl ich Jura studieren wollte), über eine Ausbildung zur Verkäuferin die extrem unbefriedigend war(trotzdem durchgezogen und mit Auszeichnung bestanden) bis hin zu einer Ausbildung als Industriekauffrau womit ich total zufrieden bin.
    Mich hat man auch blöd angeschaut, als ich ne zweite Ausbildung gemacht habe. Aber hey, so what?

    Ich bin ja für mehr „Herzensmensch, Seelenhund und Glückseligkeit“ als „Ehe, Kinder, Eigenheim“. Jeder sollte das tun, was ihn glücklich macht.

    Liebe Grüße,
    Nadine mit Motte




    0
  18. Schön was du schreibst!!
    Diesen Druck und dann jemanden enttäuschen zu müssen um sich selbst endlich treu zu werden kenne ich! Mir geht’s genau so.
    Ich zäume das Pferd auch von hinten auf 😉 Macht aber nichts! Ich hab endlich etwas gefunden was mir Spaß macht und genau wie du bin ich mehr Praktikerin als Theoretikerin!
    Danke fürs Schreiben!
    Lg




    0
  19. Hm, ein spannender Artikel!
    Ich werde dieses Jahr 32. Zu meinem 30. Geburtstag bin ich abgehauen. Weit weg nach Hawai’i. Ich hatte keine Lust auf dumme Sprüche. Die man sich als Single ohne Kinder und Eigenheim mit 30 unweigerlich anhören muss.
    Aber letztlich sind mir die Sprüche egal. Koa ist eingezogen und es geht mir gut. Wie man sein Leben lebt, geht nur einen selbst was an. Man ist niemandem Rechenschaft schuldig. Ich habe für diese Erkenntnis Zeit gebraucht. Aber damit lebt es sich herrlich!
    Lass es dir gut gehen mit deinem Lebenskonzept – wichtig ist nur, dass du glücklich bist 😘
    Viele Grüße, Maike




    0
  20. Liebe Nicole,

    wir lieben es einfach immer und immer wieder deine Blogbeiträge zu lesen. Dein Schreibstil ist einfach himmlisch genauso wie deine Lebenseinstellung. Mach einfach das was dich glücklich macht und was dir vorsteht!

    Doch eine Frage habe ich zu diesem Beitrag, was anscheinend direkt an mir vorbei gegangen sein muss. Wieso bist du denn bald möbellos?

    Liebste Grüsse
    Alena & Lilli




    0
  21. Schöner Beitrag, welchen du hier wieder mal gepostet hast! 🙂 Und was deine Pläne angeht, da kann ich dir nur eines sagen! Mache es so wie bisher und verschwende weiterhin keine Gedanken damit, was sich andere über dich und deinen Lebensstil denken werden. Das ist doch sowas von schnurzegal! 🙂 Wichtig ist doch nur, dass du alleine glücklich bist! Ist ja doch dein Leben und nicht das der anderen.

    Und ja, ich weiß wovon ich hier schreibe ;)Meine Eltern haben früher nämlich auch gedacht, dass sie wüssten, welcher Weg der Beste für mich sein würde. Sie waren davon überzeugt, dass der Beruf eines Buchhalters am besten zu mir passen würde. Deshalb hatte ich mich dann auch vor vielen Jahren dazu überreden lassen von einem humanistischen Gymnasium in eine Handelsakadamie (eine Schule mit Schwerpunkt auf Wirtschaft und Buchhaltung) zu wechseln. Eine Entscheidung welche total in die Hosen gegangen ist und welche schließlich dazu geführt hatte, dass ich die Schule geschmießen habe. Denn der ganze Kram mit der Buchhaltung und der Wirtschaft hatte mich so gar nicht interessiert. Etwas was aber nur halb so tragisch war, weil ich mir meine Abitur dann doch noch geschnappt habe. Und zwar über ein Abendgymnasium, in Form eines Fernstudiums 🙂

    Seitdem mache ich mir auch keine Gedanken mehr darum, was sich die anderen über mich denken und entscheide selbst, was ich tue und noch erreichen möchte. Auch wenn ich dafür hin und wieder den ein oder anderen skeptischen Blick kassieren muss. 😉

    Und das du kein Haus, keine Kinder und nur einen Hund hast? Na und! 😉 Ich bin auch schon 26 und lebe gemeinsam mit meinem Bruder, den Eltern und den zwei Hunden in einem Haus! Auch wenn hier jeder seine eigene Wohnung hat.

    Also mache dir nicht all zu viele Gedanken um die Meinung anderer Menschen und ziehe dein bevorstehendes Abenteuer gemeinsam mit deinem Freund und Moe durch! Die Menschen, welche darüber spotten werden, werden sowieso meisten bloß diejenigen sein, welche euch darum beneiden! 🙂

    LG.
    Cornel, Joy & Keana




    0
  22. Moin, ich bin vor kurzem auf deine Seite gekommen und finde sie und v.a.den Artikel echt toll.
    Warum den? Ich werde diesen Monat auch noch 30 und eigentlich hat es mir nie viel aus gemacht,denn ich war glücklich und was sagen auch schon irgendwelche Zahlen aus. Bis zu den Moment als ich ständig nach Kindern gefragt wurden. Das wirklich von jedem (Familie, Freunde die mittlerweile selbst alle Kinder haben, Patienten) jeden Tag. Diese Fragen wurden umso lauter und mit vorwurfsvollem Blick als letztes Jahr mein Hund bei mir eingezogen ist. So nach dem Motto wie kann sie sich nur für ein Hund entscheiden. Um Weihnachten kam dann meine große Krise, plötzlich bereute ich es mein Studium abgebrochen zu haben und „nur“ eine Ausbildung absolviert zu haben,denn mit Studium würde es finanziell deutlich besser aussehen. Evtl hätte ich sogar ein Haus mit super Möbeln anstatt eine 35qm große Wohnung mit alten gebrauchten Möbeln. Aber würde es mich glücklicher machen? Nein,denn ich liebe meinen Job,ich liebe meinen Partner mit dem ich seit 7 Jahren zusammen bin,ich liebe meinen Hund und die Freizeit mit ihm. Ich habe nicht das Gefühl,dass mir was fehlt. Also wozu brauche ich in einer glücklichen Beziehung noch einen Ehevertrag ? Oder ein Haus,wo ich viiiiel mehr putzen müsste? Oder Kinder? Wo ich mich bei weitem noch nicht reif genug dafür fühle und überhaupt noch nicht mal weiß ob ich welche möchte.
    Warum wollen die Menschen einen in bestimmte Sachen zwingen?
    Ich bin auch so glücklich und zufrieden.

    LG Julia




    0
  23. Ob mit 30 oder mit (wie in meinem Fall) 24, ständig hört man doch sowas wie „in deinem Alter hatte ich schon jenes und dieses“. Na und?
    Müssen alle einem vorgefertigten Weg folgen? Sicherlich nicht.
    Die Fragen die wir uns stellen sollten sind doch: Leben wir unser Leben für uns selber oder für jemand anderen? Müssen wir bestimmte Dinge in unserem Leben erfüllen?
    Dinge kritisch zu hinterfragen finde ich immer wichtig. Damit sollte man sicherlich nicht irgendwann aufhören und tatsächlich bin ich auch der Überzeugung das es für die meisten Dinge nie zu spät ist und man immer nochmal bei Null anfangen kann.
    Ich finde alle Kommentare unter deinem Artikel zeigen ja nur, dass glücklich sein nicht immer etwas damit zu tun hat „der Norm zu folgen“. Und bei den Leuten die einen trotzdem versuchen ihr eigenes Leben aufzudrängen fällt mir nur das Lied von Taylor Swift ein: Shake it off!

    Liebste Grüße, Nadine




    0

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*